Voll­wert­er­näh­rung

Seit Beginn der Indus­tria­li­sie­rung haben sich die Lebens– und Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten in den Indus­trie­län­dern dra­ma­tisch ver­än­dert. Bis ins 19. Jahr­hun­dert leb­ten die meis­ten Men­schen vom eige­nen Anbau bzw. ernähr­ten sich von pflanz­li­chen, weit­ge­hend unbe­ar­bei­te­ten Lebens­mit­teln. Getreide, Kar­tof­feln und Hül­sen­früchte gehör­ten zu den Grund­nah­rungs­mit­teln, die in ihrer 'Ganz­heit' geges­sen wur­den.

Geschichte Die Nah­rungs­auf­nahme gehört zu den ele­men­tars­ten Grund­be­dürf­nis­sen des Men­schen. Ein Blick in die Ent­wick­lungs­ge­schichte zeigt, wie die Art der Nah­rung schon in der Früh­zeit von der Umge­bung und den Lebens­be­din­gun­gen des Men­schen abhän­gig war. Über Mil­lio­nen von Jah­ren haben sich die Men­schen über fast alle Ent­wick­lungs­pha­sen hin­weg fast aus­schließ­lich von pflanz­li­cher Kost ernährt. In der Jäger– und Samm­l­er­zeit haben sie auch Fleisch ver­zehrt. Sie wur­den des­halb als Gemischt­kost– oder Alle­ses­ser mit über­wie­gend pflanz­li­cher Kost bezeich­net. Die evo­lu­ti­ons­ge­mäße Kost bedeu­tet des­halb für alle Men­schen (Aus­nahme Eski­mos und Mas­sai) der Erde eine gemischte, über­wie­gend pflanz­li­che Kost.

Seit Beginn der Indus­tria­li­sie­rung (ab ca. 1820 in Eng­land, ab 1850 in Deutsch­land) haben sich die Lebens– und Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten in den Indus­trie­län­dern dra­ma­tisch ver­än­dert. Bis ins 19. Jahr­hun­dert leb­ten die meis­ten Men­schen vom eige­nen Anbau bzw. ernähr­ten sich von pflanz­li­chen, weit­ge­hend unbe­ar­bei­te­ten LEBENS­mit­teln. Getreide, Kar­tof­feln, Hül­sen­früchte gehör­ten zu den Grund­nah­rungs­mit­teln, die in ihrer "Ganz­heit" geges­sen wur­den.

Mit Jus­tus von Lie­big (Che­mi­ker 1803 – 1873) und ande­ren hat die chemisch-analytische Betrach­tungs­weise große Bedeu­tung erlangt. Dies führte zu einer Über­be­wer­tung ein­zel­ner Stoffe in unse­rer Nah­rung. Damit trat die ganz­heit­li­che Sicht stark in den Hin­ter­grund.
Seit die­ser Zeit spie­len Eiweiß, Fett und Koh­len­hy­drate als soge­nannte Grund­nähr­stoffe eine große Rolle in der Ernäh­rungs­lehre. Auch die Kalo­ri­en­lehre ent­stand in die­ser Zeit.
Das Ergeb­nis waren Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen, die den Wert eines Nah­rungs­mit­tels nur noch nach dem Gehalt der oben genann­ten Grund­nähr­stoffe ein­stuf­ten. Zum Bei­spiel:

  • Ver­zehr von kon­zen­trier­ten Nah­rungs­mit­teln wie Aus­zugs­mehle und Indus­trie­zu­cker
  • Hoher Anteil von tie­ri­schen Pro­duk­ten wie Fleisch, Eier, Milch­pro­dukte
  • Ver­zehr von stark ver­ar­bei­te­ten Pro­duk­ten wie z.B. Mar­ga­rine

Ent­wick­lungs­ge­schicht­lich betrach­tet stel­len die letz­ten 200 Jahre einen unbe­deu­tend kur­zen Zeit­raum dar. Für uns Men­schen war die Zeit aller­dings zu kurz, um die auf­ge­tre­te­nen Gesund­heits­schä­den durch Anpas­sung abzu­fan­gen.

Es stellt sich heute gerade in den Indus­trie­na­tio­nen die Frage:
Wie kön­nen wir unsere Gesund­heit dau­er­haft vor sog. Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten schüt­zen? Die Ant­wort liegt sicher auch in der Rück­be­sin­nung auf eine natür­li­chere Ernäh­rungs­weise.

Begrün­der Schon Hip­po­kra­tes sagte über die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten:
"Krank­hei­ten sind fort­ge­setzte Feh­ler wider die Natur."

Para­cel­sus (Arzt und Natur­for­scher, 1493 – 1541) sagte:
"Eure Lebens­mit­tel sol­len eure Heil­mit­tel und eure Heil­mit­tel eure Lebens­mit­tel sein."

In der Neu­zeit ent­deckte der Schwei­zer Arzt MAX BIRCHER-BENNER (1867–1939) die Heil­kraft der uner­hitz­ten Pflan­zen­kost. Diese Heil­wir­kung konnte er an Pati­en­ten in sei­nem eige­nen Kran­ken­haus bele­gen. Er sagte: "In den Frisch­ge­mü­sen birgt sich eine viel zu wenig bekannte, erstaun­li­che Heil­kraft gegen ein gan­zes Heer der ver­brei­tets­ten Krank­hei­ten. Mit den rohen Früch­ten zusam­men bil­den die Roh­ge­müse die ein­zig daste­hende Heil­nah­rung."

Die Zahn­ärzte DR. JOHANN SCHNIT­ZER (Aktion Mönchwei­ler 1963–1969 in Schwarz­wald) und Dr. Roos (For­schun­gen im Gom­ser­tal, 1914–1930), beide Schweiz, sowie Dr. PRICE (1870 – 1948), Ohio, haben unab­hän­gig von­ein­an­der ein­deu­tig den Zusam­men­hang zwi­schen Ernäh­rung und Zahn­ge­sund­heit bzw. all­ge­mei­nem Gesund­heits­zu­stand belegt.

PROF. DR. WER­NER KOLL­ATH (Arzt, Hygie­ni­ker, Ernährungsforscher,1892–1970) hat durch jah­re­lange Füt­te­rungs­ver­su­che mit Klein­tie­ren den wis­sen­schaft­li­chen Beweis für die Beob­ach­tun­gen von Bircher-Benner erbracht. Er hat fest­ge­stellt, dass es in der Wir­kung auf den Orga­nis­mus von gro­ßer Bedeu­tung ist, ob Eiweiß erhitzt (d.h. zer­stört, dena­tu­riert) oder uner­hitzt (unter 40° C, leben­dig, nativ) geges­sen wird. Die Gesund­heits­schä­den der mit dena­tu­rier­tem Eiweiß gefüt­ter­ten Ver­suchs­tiere waren ver­gleich­bar mit den Zivi­li­sa­ti­ons­schä­den der Men­schen heute. Auf­grund die­ser bahn­bre­chen­den Erkennt­nisse kam Prof. Koll­ath zur wich­tigs­ten For­de­rung in der Voll­wert­er­näh­rung: "Lasst die Nah­rung so natür­lich wie mög­lich."

DR. MAX OTTO BRU­KER (Arzt für innere Medi­zin und Buch­au­tor; 1909–2001) hat 60 Jahre lang die Erkennt­nisse der o.g. For­scher in Kli­ni­ken und eige­ner Pra­xis erfolg­reich umge­setzt. Er grün­dete 1978 die "Gesell­schaft für Gesund­heits­be­ra­tung (GGB)", ein gemein­nüt­zi­ges Ver­brau­ch­er­fo­rum, das unab­hän­gig von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen über Gesund­heits­fra­gen auf­klärt. Dort wer­den auch Gesund­heits­be­ra­te­rIn­nen aus­ge­bil­det und Fort­bil­dun­gen für Ärzte ange­bo­ten.
Dr. Bru­ker hat die prak­ti­sche Beweis­füh­rung ange­tre­ten, dass selbst bei schwer­kran­ken Men­schen mit der Ein­hal­tung einer vital­stoff­rei­chen Voll­wert­kost noch erstaun­li­che Erfolge zu erzie­len sind.

Sein wich­tigs­tes Ziel war es, "ursäch­li­che Heil­be­hand­lung statt sym­pto­ma­ti­scher Lin­de­rungs­be­hand­lung" zu betrei­ben. Erst wenn die wah­ren Ursa­chen einer Erkran­kung bekannt sind, kann echte Hei­lung begin­nen. Nach Dr. Bru­ker gibt es drei Berei­che, in denen Ursa­chen für die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten zu fin­den sind:

  • ernäh­rungs­be­dingt
  • lebens­be­dingt
  • umwelt­be­dingt

Dr. Bru­ker nennt fol­gende ernäh­rungs­be­dingte Krank­hei­ten:

  1. Gebiss­ver­fall, Zahn­ka­ries, Paro­don­tose
  2. Erkran­kung des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes (Arthrose, Arthri­tis, Wir­bel­säu­len– und Band­schei­ben­schä­den)
  3. Alle Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen: Über­ge­wicht, Zucker­krank­heit, Gal­len– und Nie­ren­steine, Gicht
  4. Die meis­ten Erkran­kun­gen der Ver­dau­ungs­or­gane: Stuhl­ver­stop­fung, Leber-, Gallenblasen-, Bauch­spei­chel­drü­sen– sowie Dünn– und Dick­dar­m­er­kran­kun­gen
  5. Gefäß­er­kran­kun­gen: Arte­rio­skle­rose, Herz­in­farkt, Schlag­an­fall und Throm­bose
  6. Man­gelnde Infekt­ab­wehr
  7. Die meis­ten, soge­nann­ten All­er­gien
  8. Man­che orga­ni­sche Erkran­kun­gen des Ner­ven­sys­tems: Mul­ti­ple Skle­rose
  9. An der Ent­ste­hung von Krebs ist die Fehl­er­näh­rung in einem gewis­sen Maße betei­ligt.

Die ernäh­rungs­be­ding­ten Krank­hei­ten haben ihre Ursa­che in jah­re­lan­ger Fehl­er­näh­rung mit vital­stoff­ar­mer Zivi­li­sa­ti­ons­kost. Vital­stoffe sind lebens­wich­tige Wirk­stoffe, die für die opti­male Ver­wer­tung der Nah­rung in unse­rem Kör­per not­wen­dig sind. Sie müs­sen sowohl in aus­rei­chen­der Menge als auch im rich­ti­gen Ver­hält­nis zuein­an­der vor­han­den sein.

Die oben genann­ten Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten sind im stren­gen Sinne nicht mehr heil­bar, da sie zu ihrer Ent­ste­hung Jahr­zehnte benö­tig­ten. Wenn die Krank­heit aus­bricht, ist damit auch das End­sta­dium der Krank­heit erreicht. In die­sem Sta­dium der Erkran­kung ist ledig­lich zu errei­chen, dass das Fort­schrei­ten ver­lang­samt wird oder zum Still­stand kommt.
Meis­tens las­sen sich jedoch die Beschwer­den durch den Ver­zehr von vital­stoff­rei­cher Voll­wert­kost deut­lich lin­dern oder ver­schwin­den ganz.

Viele andere For­scher bele­gen eben­falls – mit unter­schied­li­chen Schwer­punk­ten und unab­hän­gig von­ein­an­der – die Not­wen­dig­keit einer natür­li­chen Ernäh­rung. Zum Bei­spiel PROF. DR. rer.nat. CLAUS LEITZ­MANN (Jahr­gang 1933): Nach dem Stu­dium der Che­mie, Mikro­bio­lo­gie und Bio­che­mie pro­mo­vierte er in den USA. Es folg­ten For­schungs­tä­tig­kei­ten in den USA und eine Tätig­keit als Gast­do­zent und Labor­lei­ter in Thai­land. Seit 1974 ist er am Insti­tut für Ernäh­rungs­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Gie­ßen tätig. Seine Arbeits­schwer­punkte sind: Ernäh­rungs­pro­bleme in den Ent­wick­lungs­län­dern, Vege­ta­ris­mus, Bal­last­stoffe, immu­no­lo­gi­sche Aspekte der Ernäh­rung, Voll­wert­er­näh­rung, Ernäh­rungs­öko­lo­gie.
Prof. Leitz­mann begann Mitte der acht­zi­ger Jahre, sich im Uni­ver­si­täts­be­reich in Mün­chen und Gie­ßen für die "neue Ernäh­rungs­lehre" ein­zu­set­zen.

Wei­tere For­scher mit dem Schwer­punkt "natür­li­che Ernäh­rung":
Eng­land: Cleave & Camp­bell; Pot­ten­ger
Tsche­chien: Ber­na­sek
Japan: Katase

Methode bzw. Idee und Erklä­rung der Wir­kung Die Ursa­che aller ernäh­rungs­be­ding­ten Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten liegt im Grunde an einem chro­ni­schen Vital­stoff­man­gel. Die mensch­li­chen Ein­griffe bei der Lebens­mit­tel­ver­ar­bei­tung, wie z.B. Erhit­zen, Kon­ser­vie­ren, Ste­ri­li­sie­ren, Prä­pa­rie­ren und andere sog. Ver­ede­lungs­pro­zesse zer­stö­ren die Leben­dig­keit der Nah­rung. Durch den Man­gel an Vital­stof­fen kön­nen aber die kon­zen­trier­ten Nähr­stoffe (Fett, Eiweiß, Koh­len­hy­drate) nicht rich­tig ver­wer­tet wer­den. Der Kör­per kann mit die­ser Art Nah­rung seine viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben nicht mehr opti­mal erfül­len und rea­giert mit Krank­heits­sym­pto­men.

Die Wir­kung der vital­stoff­rei­chen Voll­wert­kost beruht auf der Umset­zung des Leit­sat­zes von Prof. Koll­ath für die Aus­wahl von Lebens­mit­teln: "Lasst die Nah­rung so natür­lich wie mög­lich".
Er unter­schei­det Lebens­mit­tel von Nah­rungs­mit­teln. Dabei nimmt die Qua­li­tät mit dem Grad der Ver­ar­bei­tung ab, weil die Vital­stoffe mehr und mehr zer­stört wer­den.
Lebens­mit­tel sind:

  • natürlich/unverändert
    z.B. Ölsaa­ten, Nüsse, Getreide, Gemüse, Obst, Eier, Roh­milch, Quell­was­ser
  • mecha­nisch ver­än­dert
    z.B. zer­klei­nerte Ölsaa­ten, Voll­korn­mehl, Salate aus Obst und Gemüse
  • fer­men­ta­tiv ver­än­dert
    z.B. Sau­er­kraut, unge­kochte Breie, Frisch­korn­ge­richt, Quark, Roh­milch­käse, Most

Nah­rungs­mit­tel haben keine Eigen­fer­mente und las­sen kei­nen eige­nen Stoff­wech­sel erken­nen.
Nah­rungs­mit­tel sind:

  • erhitzt
    z.B. Voll­korn­ge­bä­cke, gekochte Breie, gekochte Früchte, Gemüse, Fleisch
  • kon­ser­viert
    z.B. Dau­er­back­wa­ren, Mar­me­la­den, Kon­ser­ven aller Art, H-Milch
  • prä­pa­riert
    z.B. Fabrik­fette, Mar­ga­ri­nen, Fabrik­zu­cker­ar­ten, Aus­zugs­mehl­pro­dukte, Milch­prä­pa­rate (wie z.B. Säug­lings­nah­rung, Tro­cken­milch)

Anwen­dungs­be­rei­che Mit der vital­stoff­rei­chen Voll­wert­kost kann jeder­mann (frau) sofort begin­nen.
Dabei gel­ten fol­gende Grund­prin­zi­pien:

  1. Je krän­ker man ist, desto genauer soll­ten die Emp­feh­lun­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Je gesün­der man ist, desto mehr Abwei­chun­gen sind mög­lich.
  2. Je frü­her mit die­ser Ernäh­rungs­form begon­nen wird, desto gerin­ger ist das Risiko, an ernäh­rungs­be­ding­ten Krank­hei­ten zu erkran­ken.
  3. Bei schon beste­hen­den ernäh­rungs­be­ding­ten Krank­hei­ten wird die vital­stoff­rei­che Voll­wert­kost als Basis­the­ra­pie emp­foh­len.

Durch­füh­rung Die fol­gen­den Emp­feh­lun­gen zur Durch­füh­rung beru­hen auf über 50 Jah­ren Pra­xis­er­fah­rung von Dr. Bru­ker:

Vier Spei­sen soll­ten Sie mei­den:

  1. Aus­zugs­mehle und Pro­dukte dar­aus:
    Aus­zugs­mehle sind Mehle, bei denen vor dem Mahl­vor­gang die Rand­schich­ten und der Keim ent­fernt wur­den. Übrig bleibt nur die Stärke. Es feh­len des­halb wich­tige Vital­stoffe, beson­ders Vit­amin B1 aus dem Keim.

  2. Fabrik­zu­cker­ar­ten und Pro­dukte dar­aus:
    Dar­un­ter ver­steht man alle indus­tri­ell her­ge­stell­ten Zucker­ar­ten. Weil sie nicht mehr im Ver­bund des gan­zen Lebens­mit­tels sind, wer­den sie auch iso­lierte Koh­len­hy­drate genannt. Sie sind prak­tisch vital­stoff­frei und haben damit im Kör­per ganz andere Wir­kun­gen als das natür­li­che Lebens­mit­tel. Dazu gehö­ren z.B. wei­ßer und brau­ner Zucker, Frucht­zu­cker, Trau­ben­zu­cker, Milch­zu­cker, sog. Voll­rohr­zu­cker, alle Dick­säfte, Ahorn­si­rup, Melasse, Gers­ten­malz.

    Aus­zugs­mehle und Fabrik­zu­cker­ar­ten wer­den auch als raf­fi­nierte Koh­len­hy­drate bezeich­net. Sie sind beson­ders vital­stoff­arm und gel­ten als Haupt­ver­ur­sa­cher der Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten. Man kann diese Krank­hei­ten des­halb auch als chro­ni­sche Vital­stoff­man­gel­krank­hei­ten bezeich­nen.
  3. Fabrik­fette
    Damit sind Fette gemeint, die durch Raf­fi­na­ti­ons­pro­zesse gewon­nen wur­den, wie z.B. Mar­ga­rine, gewöhn­li­che Öle. Durch die starke Ver­ar­bei­tung des ursprüng­li­chen Öles gehen wert­volle Vital­stoffe ver­lo­ren.

  4. Säfte und gekoch­tes Obst
    Säfte sind nur ein Teil eines Lebens­mit­tels. Im Tres­ter blei­ben wert­volle Vital­stoffe zurück. Der Saft wird viel schnel­ler ins Blut auf­ge­nom­men als das ganze Obst. Dadurch kommt es zu einer unna­tür­li­chen Über­schüt­tung des Blu­tes mit Zucker­bau­stei­nen und als Folge davon zu einer star­ken Insu­lin­aus­schüt­tung. Säfte soll­ten des­halb auch für noch Gesunde auf beson­dere Gele­gen­hei­ten beschränkt blei­ben.

Säfte gehö­ren außer­dem zu den Nah­rungs­mit­teln, die für sich alleine genos­sen evtl. gut ver­tra­gen wer­den, aber zusam­men mit Voll­wert­kost diese unver­träg­lich machen kön­nen.

Dr. Bru­ker hat das Pro­blem der "Unver­träg­lich­keit" von Voll­wert­kost sehr ein­ge­hend in kli­ni­schen und ambu­lan­ten Unter­su­chun­gen erforscht. Er hat fest­ge­stellt, dass es Nah­rungs­mit­tel gibt, die nicht zu den Lebens­mit­teln im Rah­men einer vital­stoff­rei­chen Voll­wert­kost pas­sen. Je nach Krank­heits­bild und indi­vi­du­el­ler Emp­find­lich­keit kön­nen bei fal­scher Zusam­men­stel­lung der Kost Beschwer­den auf­tre­ten (z.B. Völ­le­ge­fühl, Auf­sto­ßen oder sog. Blä­hun­gen). Ob eine Nah­rung ver­tra­gen wird oder nicht, hängt also immer von der Gesamt­nah­rung ab. Die Kom­bi­na­tion von indus­tri­ell ver­ar­bei­te­ten Nah­rungs­mit­teln mit natür­li­chen Lebens­mit­teln kann Unver­träg­lich­kei­ten schaf­fen.

Beson­ders für Magen-Darm-Empfindliche kommt es auf die rich­tige Kom­bi­na­tion der Spei­sen an. Für sie gilt das strikte Mei­den der fol­gen­den Spei­sen:

    • alle Fabrik­zu­cker­ar­ten
    • alle Säfte, egal ob gekauft oder selbst­ge­presst
    • gekoch­tes und ein­ge­mach­tes Obst
    • Tro­cken­früchte
    • Honig
    • even­tu­ell müs­sen auch Boh­nen­kaf­fee, schwar­zer Tee, grü­ner Tee, Getrei­de­kaf­fee gemie­den wer­den, um die gesunde Kost zu ver­tra­gen.
    • Zugabe von Fett nur nach dem Koch­pro­zess

Die Umstel­lung auf vital­stoff­rei­che Voll­wert­kost gelingt bei Beach­tung der Emp­feh­lun­gen pro­blem­los. Je kon­se­quen­ter die Emp­feh­lun­gen beach­tet wer­den, desto weni­ger Umstel­lungs­pro­bleme gibt es.

Vier Spei­sen soll­ten Sie täg­lich essen:

  1. Voll­ge­treide in Form von: Voll­korn­brote, Nudeln, Getrei­de­ge­richte
  2. Frisch­korn­ge­richt nach Rezept von Dr. Bru­ker
  3. Frisch­kost aus rohem Obst und Gemüse, auch gekeim­tes Getreide
    Frisch­kost sollte etwa 1/3 der Gesamt­nah­rung aus­ma­chen.
  4. Natur­be­las­sene Fette, wie z.B. But­ter, Sahne, sog. kalt­ge­presste Öle, Nüsse und Samen.

Fleisch, Fisch, Wurst­wa­ren, Milch­pro­dukte und Eier spie­len eine unter­ge­ord­nete Rolle. Sie sol­len eher sel­ten ver­zehrt wer­den. Bei bestimm­ten Erkran­kun­gen muss das tie­ri­sche Eiweiß sogar ganz gemie­den wer­den.
Bei der Lebens­mit­tel­aus­wahl soll­ten Sie Pro­dukte aus öko­lo­gi­schem Land­bau bevor­zu­gen, sowie mög­lichst regio­nale und sai­so­nale Ange­bote nut­zen.

Risiken/Kritik Bei Beach­tung der Emp­feh­lun­gen beste­hen kei­ner­lei Risi­ken. Die vital­stoff­rei­che Voll­wert­kost ent­hält durch die Viel­zahl der natür­li­chen Lebens­mit­tel und die Abwechs­lung im Spei­se­plan alle not­wen­di­gen Nähr– und Vital­stoffe im opti­ma­len Ver­hält­nis.
Man­che Men­schen glau­ben, dass alleine der Ver­zicht auf Fleisch zu mehr Gesund­heit führt. Die Redu­zie­rung des Fleisch­kon­sums ist aus vie­len Grün­den wün­schens­wert. Gleich­zei­tig muss aber die Gesamt­nah­rung natür­li­cher gestal­tet wer­den. Ins­be­son­dere müs­sen die Haupt­ver­ur­sa­cher von ernäh­rungs­be­ding­ten Krank­hei­ten, näm­lich Aus­zugs­mehle und Fabrik­zu­cker­ar­ten, gemie­den wer­den. Das Voll­ge­treide muss wie­der zum selbst­ver­ständ­li­chen Grund­nah­rungs­mit­tel wer­den.

Kri­tik an der dar­ge­stell­ten Ernäh­rungs­form kommt häu­fig von Men­schen, die sich noch nicht so lange mit Ernäh­rungs­fra­gen beschäf­ti­gen. Dr. Bru­ker hat die Rich­tig­keit sei­ner Aus­sa­gen in 60 Jah­ren ärzt­li­cher Tätig­keit bele­gen kön­nen und über 50.000 oft schwer­kranke Pati­en­ten damit behan­delt.
Lei­der wer­den Zusam­men­hänge von Ernäh­rung und Krank­heits­ent­ste­hung in den Uni­ver­si­tä­ten bis heute nur sehr unzu­rei­chend gelehrt. Bei der Spe­zia­li­sie­rung in der Medi­zi­ner­aus­bil­dung in Fach­ge­biete ist die Ernäh­rungs­wis­sen­schaft ein Stief­kind geblie­ben.
Viele der übli­chen Rat­schläge zu Ernäh­rung wur­den auf­grund chemisch-analytischer Unter­su­chun­gen unter Labor­be­din­gun­gen gege­ben. Die Abläufe in einem leben­di­gen Orga­nis­mus sind jedoch sehr viel kom­ple­xer und müs­sen des­halb in ihrer Gesamt­heit betrach­tet wer­den.

Empfehlung/Eignung Ich selbst ernähre mich seit etwa zehn Jah­ren mit die­ser Kost­form. Unsere bei­den Kin­der (4 und 6 Jahre alt ) wach­sen selbst­ver­ständ­lich mit über­wie­gend natür­li­cher Nah­rung auf und gedei­hen präch­tig dabei. Wir wol­len nicht mehr auf den guten Geschmack der Spei­sen ver­zich­ten und kön­nen die vital­stoff­rei­che Voll­wert­kost aus eige­ner Erfah­rung sehr emp­feh­len.

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