Spi­ri­tu­elle Leh­rer

Zu Beginn unse­rer spi­ri­tu­el­len Arbeit ste­hen meist unsere Leh­rer, ihre Per­sön­lich­keit und was wir von ihnen ler­nen kön­nen, im Mit­tel­punkt unse­res Inter­es­ses. Ein guter Leh­rer kann unse­ren Ver­stand und unser Herz öff­nen, uns in neue Wege der spi­ri­tu­el­len Arbeit ein­füh­ren und uns eine neue Sicht von der Welt und von uns selbst ermög­li­chen.

Über­set­zung bear­bei­tet von Leo­nie Wer­ner

Zu Beginn unse­rer spi­ri­tu­el­len Arbeit ste­hen meist unsere Leh­rer, ihre Per­sön­lich­keit und was wir von ihnen ler­nen kön­nen, im Mit­tel­punkt unse­res Inter­es­ses. Ein guter Leh­rer kann unse­ren Ver­stand und unser Herz öff­nen, uns in neue Wege der spi­ri­tu­el­len Arbeit ein­füh­ren und uns eine neue Sicht von der Welt und von uns selbst ermög­li­chen. Die Bezie­hung zu ihm oder ihr ist wich­tig für unser Wachs­tum und unsere Ent­wick­lung, aber sie ist gleich­zei­tig sehr kom­plex und funk­tio­niert nicht immer so gut, wie wir uns das wün­schen. Im Laufe mei­ner Arbeit im Wes­ten ist mir auf­ge­fal­len, dass es hier keine Vor­bil­der für spi­ri­tu­elle Leh­rer gibt.

Die meis­ten von uns den­ken in dem Zusam­men­hang an ihre Erfah­run­gen in der Schule, und lei­der berei­ten uns die Erleb­nisse unse­rer Schul­zeit nicht auf die Arbeit mit einem spi­ri­tu­el­len Leh­rer vor. Ohne gute und rea­lis­ti­sche Vor­bil­der ten­die­ren wir zu extrem hohen Erwar­tun­gen an unsere Leh­rer, z.B. sie wer­den mir alle Ant­wor­ten geben, mir hel­fen erwach­sen zu wer­den, mein bes­ter Freund, meine beste Freun­din sein, mich nie ver­let­zen und vie­les mehr. Wir kön­nen sogar Jahre mit der Suche nach dem per­fek­ten Leh­rer ver­brin­gen, ohne sie oder ihn jemals zu fin­den. Was wol­len wir von einem Leh­rer oder was glau­ben wir zu wol­len? Sind wir bereit für einen spi­ri­tu­el­len Leh­rer? Wie wis­sen wir, ob es die rich­ti­gen Leh­rer für uns sind? In die­sem Arti­kel wer­den wir uns näher mit die­sem Thema befas­sen und unsere Ein­stel­lun­gen und Erwar­tun­gen gegen­über Leh­rern unter­su­chen.

Auch wenn du sagst " ich bin jetzt bereit für einen spi­ri­tu­el­len Leh­rer", bist du es mög­li­cher­weise noch nicht. Wie bei jeder ande­ren Bezie­hung, auf die du dich ein­lässt, ist es gut zu wis­sen, wo du heute stehst und wel­che Ängste und Befürch­tun­gen du hast. Zur Klä­rung die­ser Punkte stelle ich mei­nen Schü­lern fol­gende Auf­ga­ben:

Schreibe eine Liste mit vier Ent­täu­schun­gen oder Des­il­lu­sio­nie­run­gen, die du in der Ver­gan­gen­heit durch deine spi­ri­tu­el­len Leh­rer erfah­ren hast. Was hast du aus die­sen Erfah­run­gen gelernt? Wie haben sie die Art und Weise geprägt, in der du heute über Leh­rer denkst? Bist du offen dafür, das Risiko neuer Erfah­run­gen ein­zu­ge­hen?
Was erwar­test du von einem Leh­rer, einer Leh­re­rin?

  • Ich brau­che einen Leh­rer, weil ____________________
  • Ich will, dass mein Leh­rer ____________________
  • Ich will nicht, dass mein Leh­rer ____________________
  • Meine größte Angst in bezug auf die Arbeit mit einem Leh­rer ist ______________________
  • Mein idea­ler Leh­rer ist jemand, der ____________________

Wenn wir anfan­gen wol­len, spi­ri­tu­ell zu arbei­ten, suchen wir oft zuerst nach dem rich­ti­gen Leh­rer und gehen ihm oder ihr gegen­über eine Ver­pflich­tung ein. Mei­ner Erfah­rung nach funk­tio­niert das nie sehr gut, es kann unser Wachs­tum manch­mal sogar auf­hal­ten. Ich arbeite mit vier Ebe­nen, auf denen man eine Ver­pflich­tung ein­geht, und mei­nem Gefühl nach sollte die Ver­pflich­tung gegen­über dem Leh­rer an letz­ter Stelle ste­hen.

  • Auf der ers­ten Ebene ver­pflich­test du dich gegen­über dir selbst und gegen­über dei­ner spi­ri­tu­el­len Arbeit. Das ist der beste Aus­gangs­punkt für dich. Schau dir an, was du tust und warum du es tust. Was ist deine Moti­va­tion und wie groß ist dein Enga­ge­ment dir selbst gegen­über zur Arbeit an dir selbst?
  • Auf der zwei­ten Ebene erwei­terst du diese Ver­pflich­tung über dich hin­aus auf Great Spi­rit, oder wie immer du diese höhere Kraft nennst. Damit bit­test du um Hilfe und erkennst an, dass du ein Teil von etwas Grö­ße­rem bist, auch wenn du die Natur die­ses Grö­ße­ren noch nicht ver­stehst.
  • Auf der drit­ten Ebene ver­suchst du, einen Weg oder eine Übung zu fin­den, die dei­nem Her­zen nah ist. Heute haben wir mehr als je zuvor die Mög­lich­keit, uns für Übungs­for­men aus der gan­zen Welt zu ent­schei­den. Wenn du eine Übung gefun­den hast, von der du glaubst, dass du sie jeden Tag machen wirst, dann, und erst dann, ist es Zeit, einen Leh­rer zu fin­den.
  • Auf der vier­ten Ebene gehst du gegen­über einem Leh­rer oder einer Leh­re­rin, die dich bei dem nächs­ten Schritt auf dem Weg dei­nes Wachs­tums unter­stüt­zen kön­nen, eine klare Ver­pflich­tung ein. Das kann etwas so Ein­fa­ches wie der Besuch einer Abend­ver­an­stal­tung oder etwas so Ernst­haf­tes wie ein Aus­bil­dungs­pro­gramm sein.

Bist du schon bereit dafür? Über­lege dir noch deine Ant­wor­ten auf die fol­gen­den Fra­gen:

  • Was macht dir am meis­ten Angst an Ver­än­de­run­gen?
  • Was genießt du am meis­ten an Ver­än­de­run­gen?
  • Was bedeu­tet es für dich, ein Schü­ler, ein Lehr­ling zu sein?
  • Wel­che Ver­pflich­tung bist du dir selbst und dei­ner Arbeit gegen­über schon ein­ge­gan­gen?
  • Bist du offen dafür, dass dein Leh­rer viel­leicht anders ist und aus­sieht, als du ihn dir vor­stellst?
  • Bist du bereit, an dei­nem nächs­ten per­sön­li­chen Wachs­tums­schritt mit einem Leh­rer zu arbei­ten, der höchst­wahr­schein­lich den Teil in dir her­aus­for­dern wird, der für dich am schwie­rigs­ten zu bear­bei­ten und anzu­schauen ist?
  • Bist du bereit für Ver­än­de­run­gen, die dein gan­zes Leben betref­fen und nicht nur einen iso­lier­ten Abschnitt?

Die "der per­fekte Leh­rer" – Falle kannst du ver­mei­den. Der Wunsch, den per­fek­ten Leh­rer zu fin­den, ist nor­mal, aber es ist schwie­ri­ger als du annimmst, und zwar aus einem Grund, mit dem du viel­leicht nicht rech­nest. Wir kom­men mit zwei Moti­va­tio­nen zu unse­rer Arbeit und unse­ren Leh­rern. Die erste Moti­va­tion ent­springt unse­rem Ego oder unse­ren Gewohn­hei­ten, die es beide ein­fach nur bequem und sicher haben wol­len. Wenn der Leh­rer diese Art der Sicher­heit her­aus­for­dert, kann unsere Reak­tion dar­auf sein, ihn nicht mehr als guten Leh­rer anzu­se­hen und uns einen ande­ren zu suchen. Es kann uns pas­sie­ren, dass wir von einem Leh­rer zum ande­ren zie­hen, bis wir uns schließ­lich mit uns selbst aus­ein­an­der­set­zen und unsere Mus­ter erken­nen.
Es ist etwas schwie­ri­ger, über die zweite Moti­va­tion zu spre­chen. Es geht darum, was unser Geist oder unsere Seele für unser Wachs­tum will. Meine Leh­rer haben immer gesagt, dass dies der Teil ist, der uns immer zu genau der rich­ti­gen Lern­si­tua­tion führt. Diese Situa­tio­nen sind sel­ten ange­nehm und immer eine Gefahr für unsere Gewohn­hei­ten. Doch wenn wir diese Art von schwie­ri­gen Erfah­run­gen durch­lebt haben, bleibt uns davon meist ein Gefühl von Frei­heit und Leich­tig­keit. Wenn du also nach dem " per­fek­ten Leh­rer " suchst, soll­test du dich fra­gen: "Wel­cher Teil von mir sucht?"
Wenn meine Schü­ler auf der Suche nach einem Leh­rer sind, emp­fehle ich ihnen, sich mit den fol­gen­den Fra­gen zu befas­sen:
Kann diese Per­son mir bei dem nächs­ten Schritt in mei­ner Arbeit hel­fen? Das ist eine wich­tige Frage, die du dir gleich am Anfang stel­len soll­test. Hat die­ser Leh­rer für sich ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht und ist er gut durch sie durch­ge­gan­gen? Hat er oder sie ande­ren gehol­fen, durch diese Erfah­run­gen hin­durch­zu­ge­hen und nicht darin ste­cken zu blei­ben?
Höre nicht nur auf das, was der Leh­rer sagt. Spi­ri­tu­elle Arbeit hat, wenn über­haupt, nur sehr wenig mit unse­rem Ver­stand zu tun. Was fühlst und siehst du im Her­zen und im Geist des Leh­rers?
Ich sage immer: "Die bes­ten Leh­rer leh­ren uns, wie wir den­ken sol­len, nicht was wir den­ken sol­len", und das gilt auch dafür, wie wir arbei­ten und ler­nen sol­len. Hast du gelernt, wie du etwas tun sollst, wird dich das dein Leben lang beglei­ten. Hast du nur gelernt, was du tun sollst, über­lebt sich das nach einer Zeit.
Sieh dir nicht nur den Leh­rer an – son­dern vor allem die Schü­ler unter­schied­li­cher Stu­fen. Unter­halte dich mit Schü­lern, die mit dem Leh­rer für ein, zwei, fünf oder mehr Jahre gear­bei­tet haben. Frage sie, was ihnen gefällt und was nicht. Was haben sie gelernt? Wie geht es ihnen in ihrem Leben – nicht nur in ihrer spi­ri­tu­el­len Arbeit? Dies wird dir mehr als alles andere sagen, was du in den kom­men­den Jah­ren von der Arbeit mit die­sem Leh­rer erwar­ten kannst.

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