Rol­fing® – Struk­tu­relle Inte­gra­tion

Rol­fing ist ein Ver­fah­ren, bei dem die Kör­per­struk­tur durch tiefe und sys­te­ma­ti­sche manu­elle Bin­de­ge­webs­be­hand­lung ver­bes­sert wird. Die manu­elle Behand­lung wird dabei mit der Schu­lung von Bewe­gung und Selbst­wahr­neh­mung kom­bi­niert. Das Ziel der Methode ist es, den Kör­per auf­zu­rich­ten und ins Lot zu brin­gen.

Rol­fing ist ein Ver­fah­ren, bei dem die Kör­per­struk­tur durch tiefe und sys­te­ma­ti­sche manu­elle Bin­de­ge­webs­be­hand­lung ver­bes­sert wird. Die manu­elle Behand­lung wird dabei mit der Schu­lung von Bewe­gung und Selbst­wahr­neh­mung kom­bi­niert. Das Ziel der Methode ist es, den Kör­per auf­zu­rich­ten und ins Lot zu brin­gen. Bewe­gun­gen wer­den dadurch leich­ter und öko­no­mi­scher, fal­sche Belas­tung von Gelen­ken und Gewebe wird mini­miert und dadurch bedingte Schmer­zen ver­min­dert. Ver­let­zun­gen und Abnut­zungs­er­schei­nun­gen wird vor­ge­beugt.

Geschichte Die Methode wurde von der US-amerikanischen Bio­che­mi­ke­rin Dr. Ida P. Rolf (1896 – 1979) ent­wi­ckelt. Im Laufe ihrer Kar­riere als Wis­sen­schaft­le­rin am renom­mier­ten Rocke­fel­ler Insti­tute in New York begann sie, sich mit der Suche nach Lösun­gen für chro­ni­sche Erkran­kun­gen des Kör­pers, ins­be­son­dere des Muskel-Skelett-Systems, zu beschäf­ti­gen. Zu ihren Ein­flüs­sen zähl­ten neben der wis­sen­schaft­li­chen Tätig­keit unter ande­rem Yoga und Osteo­pa­thie. Dabei gelangte sie zu der Auf­fas­sung, dass die struk­tu­relle Ord­nung des mensch­li­chen Kör­pers für Gesund­heit und Wohl­be­fin­den von weit­aus grö­ße­rer Bedeu­tung ist als bis dahin ange­nom­men. Die aus die­sem Ansatz ent­ste­hende Behand­lungs­me­thode nannte sie Struk­tu­relle Inte­gra­tion. Diese wurde spä­ter unter dem Namen Rol­fing® bekannt.

In den vier­zi­ger und fünf­zi­ger Jah­ren unter­rich­tete Ida Rolf Kurse in Struk­tu­rel­ler Inte­gra­tion für Ärzte, Osteo­pa­then und Chi­ro­prak­ti­ker in den USA, Kanada und Eng­land. Diese sahen darin aber eher eine Tech­nik zur Ergän­zung ihrer jewei­li­gen Arbeit, als eine eigen­stän­dige Methode. Einer brei­te­ren Öffent­lich­keit wurde Rol­fing in den sech­zi­ger Jah­ren bekannt, nach­dem Fritz Perls, der Begrün­der der Gestalt­the­ra­pie, auf die Methode auf­merk­sam wurde. Perls lehrte damals am Esa­len Insti­tute in Big Sur, Kali­for­nien. Das Insti­tut war zu die­ser Zeit ein wich­ti­ges Forum für die Pio­niere neuer For­men der Psy­cho­the­ra­pie und Kör­per­ar­beit. Er lud Ida Rolf ein, ihre Arbeit dort zu prä­sen­tie­ren und einen Aus­bil­dungs­lehr­gang anzu­bie­ten. 1969 wur­den die ers­ten "Rol­fer" aus­ge­bil­det. 1970 erfolgte die Grün­dung des Rolf Insti­tute mit Sitz in Boul­der, Colo­rado, wo Rol­fing seit­her unter­rich­tet wird. 1990 wurde als euro­päi­sche Ver­tre­tung die Euro­pean Rol­fing Asso­cia­tion e.V. in Mün­chen gegrün­det.

Begrün­de­rin: Dr. Ida P. Rolf Gebo­ren 1896 in New York, erwarb sie 1920 als eine der ers­ten Frauen einen Dok­tor­ti­tel in Bio­che­mie an der Colum­bia Uni­ver­sity. Danach arbei­tete sie als Wis­sen­schaft­le­rin am renom­mier­ten Rocke­fel­ler Insti­tute in New York.

Schon in den zwan­zi­ger Jah­ren, lange, bevor dies im Wes­ten zur Mode wurde, prak­ti­zierte und unter­rich­tete sie Yoga. Als junge Frau hatte sie einen Reit­un­fall, bei dem sie eine Ver­let­zung des Brust­kor­bes erlitt. Eine Behand­lung durch einen Osteo­pa­then brachte ihr schnelle Bes­se­rung. Sie begann, sich für die Wir­kung die­ser bei­den Sys­teme auf den mensch­li­chen Kör­per zu inter­es­sie­ren. Mit star­kem Pio­nier­geist aus­ge­stat­tet, begann sie eine Kom­bi­na­tion aus Yoga­übun­gen und Mani­pu­la­tion am Gewebe anzu­wen­den, erst bei Freun­den und Ver­wand­ten, dann bei Men­schen, die von ihrer Heil­kunst gehört hat­ten.

Ende der zwan­zi­ger Jahre zog sie sich aus ihrer For­schungs­tä­tig­keit am Rocke­fel­ler Insti­tute zurück und wid­mete sich wäh­rend der nächs­ten vier­zig Jahre ganz der Ent­wick­lung und Ver­brei­tung ihrer Methode. 1970 grün­dete sie das Rolf Insti­tute of Struc­tu­ral Inte­gra­tion mit Sitz in Boul­der, Colo­rado, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahre 1979 lehrte.

Methode bzw. Idee und Erklä­rung der Wir­kung Das Ziel der Rolfing-Methode ist eine Ver­bes­se­rung der Kör­per­struk­tur. Um die Kör­per­struk­tur klar erken­nen und ver­ste­hen zu kön­nen, bedient Rol­fing sich einer von der Schul­me­di­zin etwas abwei­chen­den Sicht­weise des mensch­li­chen Kör­pers. Das Haupt­au­gen­merk liegt nicht auf ein­zel­nen Sym­pto­men oder Kör­per­tei­len, son­dern auf dem Kör­per als Gan­zes. Dar­aus erge­ben sich fol­gende Fra­gen: Wie pas­sen und arbei­ten die ein­zel­nen Teile des Kör­pers zusam­men? Was hält den Kör­per zusam­men, was macht ihn ganz und gibt ihm seine jewei­lige Form?

Diese Auf­gabe wird vom so genann­ten Fas­zi­en­netz des Kör­pers über­nom­men. Fas­zien sind zähe, aus Bin­de­ge­webe beste­hende Häute, die alle Bestand­teile des Kör­pers wie Kno­chen, Mus­keln und Organe ein­hül­len und mit­ein­an­der ver­bin­den. Die Gesamt­heit die­ser Fas­zien stellt eine Art drei­di­men­sio­na­les Netz dar, das dem gan­zen Kör­per Zusam­men­halt und Form gibt und damit die Grund­struk­tur unse­res Kör­pers bestimmt. Fas­zien über­neh­men einen Teil der für auf­rech­tes Ste­hen und Gehen nöti­gen Span­nung und ent­las­ten dadurch die Mus­ku­la­tur.

Die aus öko­no­mi­scher Sicht opti­male Struk­tur für den mensch­li­chen Kör­per ist dann gege­ben, wenn die gro­ßen Kör­per­seg­mente wie Kopf, Rumpf, Becken, Beine und Füße annä­hernd zen­triert und senk­recht über­ein­an­der ste­hen. Die Schwer­kraft und die Stütz­kraft der Erde wer­den so opti­mal aus­ge­nutzt. Der Kraft­auf­wand für eine auf­rechte Hal­tung wird mini­mal.

Um maxi­male Auf­rich­tung und öko­no­mi­sche Bewe­gung zu errei­chen, muss das Fas­zi­en­netz gewisse Eigen­schaf­ten auf­wei­sen. Fas­zien müs­sen einer­seits die nötige Span­nung auf­wei­sen, um ihre form­ge­bende und ent­las­tende Funk­tion zu erfül­len, ande­rer­seits müs­sen sie die nötige Länge und Elas­ti­zi­tät besit­zen, um leichte und öko­no­mi­sche Bewe­gun­gen zu ermög­li­chen. Ist die Span­nung in einem Teil des Fas­zi­en­net­zes zu nied­rig, man­gelt es uns an Sta­bi­li­tät, ist sie zu hoch, wer­den wir ver­spannt, steif und unbe­weg­lich.

Fas­zi­en­netz und damit Struk­tur blei­ben jedoch nicht zeit­le­bens gleich. Durch unsere gewohn­heits­mä­ßi­gen Bewe­gungs­mus­ter, durch psy­chi­sche Fak­to­ren und durch die Wir­kung der Schwer­kraft unter­lie­gen sie einem lang­sa­men aber stän­di­gen Wan­del. Fas­zien ver­kür­zen oder ver­här­ten sich unter den Belas­tun­gen des All­tags oder als Folge eines Unfalls. Da das Fas­zi­en­netz aus einem zusam­men­hän­gen­den System von Bin­de­ge­webs­hül­len besteht, wer­den Fehl­span­nun­gen von einem Teil des Kör­pers zu einem ande­ren über­tra­gen und beein­träch­ti­gen so die Sta­tik des gan­zen Kör­pers. Die Kör­per­struk­tur gerät aus dem Gleich­ge­wicht, was einen erhöh­ten Kraft­auf­wand für auf­rechte Hal­tung und Bewe­gung zur Folge hat. Dies führt wie­derum oft zu Ver­span­nun­gen, vor­zei­ti­gen Abnut­zungs­er­schei­nun­gen und Schmer­zen.

Ida Rolfs grund­le­gende Erkennt­nis war, dass sich das Span­nungs­mus­ter der Fas­zien durch eine ganz bestimmte Form der manu­el­len Behand­lung dau­er­haft ver­än­dern lässt. Dabei wer­den mit prä­zi­sem und sen­si­blem Druck ver­klebte Bin­de­ge­webs­schich­ten gelöst, Ver­kür­zun­gen im Gewebe gedehnt und ver­här­tete Stel­len geschmei­dig gemacht. Im Mit­tel­punkt steht dabei nicht die Behand­lung von Sym­pto­men, son­dern die Ver­bes­se­rung der Sta­tik des gesam­ten Kör­pers, maxi­male Auf­rich­tung und öko­no­mi­sche Bewe­gungs­for­men.

In der Regel besteht eine Rolfing-Behandlung aus einer Folge von zehn auf­ein­an­der auf­bau­en­den ca. ein­stün­di­gen Sit­zun­gen. Die Kör­per­struk­tur befin­det sich nach einer sol­chen Serie in einer ver­bes­ser­ten Ord­nung. Auf­rechte Hal­tung und Bewe­gung fal­len leich­ter, der Brust­korb kann sich wei­ter deh­nen und erlaubt eine freiere, tie­fere Atmung. Fehl­be­las­tun­gen von Gelen­ken und Fehl­span­nun­gen im Gewebe sind ver­rin­gert. Oft hat dies die Ver­min­de­rung oder das Ver­schwin­den von Schmer­zen zur Folge. Pati­en­ten berich­ten meist von einem Gefühl der Leich­tig­keit und des all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­dens.

Die­ses gute Kör­per­ge­fühl kann sich auch auf die Psy­che über­tra­gen. Eine auf­rechte und ent­spannte Hal­tung wirkt sich oft posi­tiv auf das Selbst­be­wusst­sein aus. "Mit bei­den Bei­nen fest auf dem Boden zu ste­hen? gibt vie­len Men­schen ein Gefühl von Sicher­heit und Aus­ge­gli­chen­heit.

Anwen­dungs­be­rei­che Rol­fing eig­net sich sowohl prä­ven­tiv zur Gesund­heits­vor­sorge wie auch zur Behand­lung von Beschwer­den des Bewe­gungs­ap­pa­rats. Im Mit­tel­punkt der Behand­lung steht aller­dings nicht die Behand­lung von Sym­pto­men, son­dern die Ver­bes­se­rung von Kör­per­struk­tur und Bewe­gungs­mus­tern als Gan­zes. Beschwer­den wie Rücken– und Nacken­schmer­zen, Kopf­schmer­zen, Knie– und Hüft­be­schwer­den, Ver­span­nun­gen, Hal­tungs­pro­bleme und Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen las­sen sich posi­tiv beein­flus­sen oder gar behe­ben.

Durch­füh­rung Eine Rolfing-Sitzung beginnt mit einem Gespräch über die Vor­ge­schichte des Pati­en­ten. Dann wird die Kör­per­struk­tur in wich­ti­gen Bewe­gungs­funk­tio­nen wie Ste­hen, Gehen und Sit­zen beob­ach­tet und ana­ly­siert. Auf der Grund­lage die­ser Ana­lyse ent­wirft der Rol­fer einen Behand­lungs­plan, nach dem er in einer Serie von zehn jeweils ein­stün­di­gen Sit­zun­gen eine Ver­bes­se­rung der Kör­per­sta­tik und der Bewe­gungs­mus­ter ein­lei­tet.

Die Behand­lung erfolgt haupt­säch­lich im Lie­gen, teil­weise aber auch im Sit­zen oder Ste­hen. Der Rol­fer übt dabei mit den Hän­den prä­zi­sen und sen­si­blen Druck auf bestimmte Bin­de­ge­web­schich­ten im Kör­per des Pati­en­ten aus mit dem Ziel, diese in ihrer Form zu ver­än­dern. Die Qua­li­tät der Berüh­rung reicht von sanf­tem Glei­ten bis zu direk­tem Druck.

Im Laufe der Sit­zun­gen wer­den die indi­vi­du­el­len Bewe­gungs­mus­ter des Pati­en­ten nach und nach ana­ly­siert und bewusst gemacht. Dabei wird die Fähig­keit zur Selbst­wahr­neh­mung geschult. Wich­tige Bewe­gun­gen wie sich set­zen, auf­ste­hen, gehen, ste­hen, heben usw. wer­den Schritt für Schritt neu erlernt. Die­ser Pro­zess der Bewe­gungs­schu­lung unter­stützt den Struk­tur­wan­del und trägt dazu bei, dass die erreich­ten Ver­bes­se­run­gen lang­fris­tig erhal­ten blei­ben.

Risiken/Kritik Rol­fing ist nicht zu emp­feh­len bei schwe­ren ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen und bei bös­ar­ti­gen Tumor­er­kran­kun­gen. Bei Vor­lie­gen einer Erkran­kung ist es immer rat­sam, vor Behand­lungs­be­ginn einen Arzt auf­zu­su­chen.

Empfehlung/Eignung Rol­fing ist für Erwach­sene und – in modi­fi­zier­ter Form – für Kin­der jeden Alters geeig­net.

Nur vom Rolf Insti­tute of Struc­tu­ral Inte­gra­tion aus­ge­bil­dete und zer­ti­fi­zierte Per­so­nen sind berech­tigt, die ein­ge­tra­gene Dienst­leis­tungs­marke Rol­fing® und die Bezeich­nung Cer­ti­fied Rol­fer® zu ver­wen­den. (Eine Liste von Rol­fern in Ihrer Nähe erhal­ten Sie von der Euro­pean Rol­fing Asso­cia­tion e.V.:
Tel.: (089) 543 709 40
Fax: (089) 543 709 42
E-Mail: rolfingeurope@compuserve.com)

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