Reiki – Tra­di­tion und Moderne

Seit den 1990er Jah­ren hat sich die Reiki-Welt in rasan­tem Tempo ver­än­dert. Zahl­rei­che Meis­ter weih­ten wie­derum Meis­ter ein, die schon bald ihrer­seits neue Meis­ter ein­weih­ten, so dass eine regel­rechte Lawine von Meis­ter­ein­wei­hun­gen ins Rol­len kam. Oli­ver Klatt beleuch­tet die Geschichte des Reiki und gibt einen Über­blick über die Viel­falt an Reiki-Formen.

Viel ist in den letz­ten Jah­ren über Reiki geschrie­ben wor­den. Seit Phyl­lis Furu­moto, Trä­ge­rin der Linie des Usui-Systems der Reiki-Heilung, im Früh­ling 1988 auf der Reiki-Alliance-Konferenz in Deutsch­land mit den dort anwe­sen­den Reiki-Meistern ihre Gedan­ken dar­über teilte, dass sie nicht die ein­zige Per­son sein könne, die Meis­ter einweihe(1), hat sich die Reiki-Welt in rasan­tem Tempo ver­än­dert. Phyl­lis Furu­moto hatte ihre Worte an einige wenige Meis­ter gerichtet(2), doch in den fol­gen­den Jah­ren setzte ein Pro­zess ein, der dazu führte, dass sich die "Reiki-Welt" regel­recht über­schlug. In guter Absicht, aber offen­bar ohne aus­rei­chende Erfah­rung weih­ten zahl­rei­che Meis­ter wie­derum Meis­ter ein, die schon bald ihrer­seits neue Meis­ter ein­weih­ten, so dass eine regel­rechte Lawine von Meis­ter­ein­wei­hun­gen ins Rol­len kam. Es gab kaum Struk­tur oder Füh­rung für Meis­ter, die sich mit dem Gedan­ken tru­gen, Meis­ter einzuweihen.(3) In den Augen vie­ler führte diese Ent­wick­lung dazu, dass "die Inte­gri­tät und die Form des Sys­tems und die Ver­kör­pe­rung der Methode, die nur aus jah­re­lan­ger, ver­bind­li­cher Anwen­dung und Erfah­rung kom­men kann, ver­lo­ren ging."(4) Die­ser Pro­zess führte dazu, dass es mitt­ler­weile Meis­ter gibt, die bei der Rück­ver­fol­gung ihrer Ein­wei­hungs­li­nie auf bis zu zehn Meis­ter und mehr zwi­schen sich und Hawayo Takata kom­men; wohl­ge­merkt nach einem Zeit­raum von ins­ge­samt nur zwölf Jah­ren. Zum Ver­gleich: Hawayo Takata war­tete fast vier­zig Jahre, bis sie begann, Meis­ter einzuweihen.(5)

Diese Ent­wick­lung hat die "Reiki-Welt" in den 90er Jah­ren, vor allem auf der Meis­ter­ebene, zutiefst erschüt­tert und in wei­ten Tei­len für chao­ti­sche Ver­hält­nisse gesorgt. Noch heute fällt es offen­bar vie­len schwer, von den Zei­ten Abstand zu neh­men, in denen – wie ich den Erzäh­lun­gen eini­ger Meis­ter ent­nehme – eine gewisse Reni­tenz und Selbst­ein­ge­nom­men­heit einer­seits sowie Abspal­tung und "Ego­trips" ande­rer­seits an der Tages­ord­nung waren. Unver­gess­lich wird mir eine Reiki-Podiumsdiskussion mit dem Titel "Reiki – das umstrit­tene Erbe des Dr. Usui" blei­ben, die ich im Februar 1996 in Ber­lin besuchte.(6) Dabei kam es zu teils hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen eini­gen der Betei­lig­ten, wobei es über­wie­gend darum ging, wer nach wes­sen Mei­nung was warum darf oder nicht. Viele Wun­den sind noch nicht ver­heilt, und einige Nar­ben wer­den wohl für immer blei­ben. Nur gut, dass wir alle mit­ein­an­der eine Heil­kunst prak­ti­zie­ren.

Viel­falt an Reiki-Formen Wie dem auch sei, es bleibt fest­zu­stel­len, dass die­ser Pro­zess auch dazu führte, dass Reiki sich in unglaub­li­cher Geschwin­dig­keit welt­weit ver­brei­tete. Zudem führte die rasante Ver­brei­tung von Reiki auf ver­schie­denste Weise zu einer Viel­falt an Reiki-Formen. Vie­len die­ser neu ent­wi­ckel­ten und zum Teil auch "wie­der­ent­deck­ten" For­men liegt prin­zi­pi­ell das Usui-System der Reiki-Heilung in der Form zugrunde, wie es heute von den Mit­glie­dern der Reiki Alli­ance und ande­ren prak­ti­ziert und von dem Groß­meis­ter­büro des Usui-Systems der Reiki-Heilung in Per­son von Phyl­lis Furu­moto, Trä­ge­rin der Linie, und Paul Mit­chell, Ober­haupt der Dis­zi­plin, ver­tre­ten wird.
So ver­steht sich das von Lama Yeshe und Paula Horan gelehrte Medi­cine Dharma Reiki als eine Erwei­te­rung des tra­di­tio­nel­len Rei­kis, das für Men­schen geeig­net ist, die mit ihrer Reiki-Praxis wei­ter und tie­fer gehen wollen.(7) Medi­cine Dharma Reiki, auch Men Chhos Reiki genannt, basiert auf Tage­buch­no­ti­zen und Brie­fen Dr. Usuis an seine Schü­ler, die kürz­lich wie­der­ent­deckt wur­den, sowie auf bud­dhis­ti­schen Schrif­ten, die Dr. Usui stu­dierte und lehrte.(8)
Auch das von Wil­liam Lee Rand ent­wi­ckelte Karuna-Reiki ver­steht sich als eine Ergän­zung des tra­di­tio­nel­len Reiki-Systems. Karuna-Reiki, das zusätz­li­che Behand­lungs­sym­bole und Prak­ti­ken zu den ver­schie­dens­ten Zwe­cken umfasst, kann nur ler­nen, wer im Usui-System den zwei­ten Grad hat, und zum Karuna-Meister wer­den nur Usui-Meister ausgebildet.(9)
Als eine auf dem Usui-System auf­bau­ende, ganz­heit­li­che Ener­gie­ar­beit sieht Gerda Edith Dre­scher das von ihr ent­wi­ckelte Rei-Ki-Balancing. Kern­stück die­ser Methode sind die soge­nann­ten Fußöff­nun­gen, also Reiki-Einweihungen an den Füßen, wodurch eine ver­stärkte Erdung der Reiki-Praktizierenden erreicht wer­den soll.(10)

Neben den Reiki-Formen, die sich als Erwei­te­rung des tra­di­tio­nel­len Rei­kis ver­ste­hen, gibt es Reiki-Meister, die die "Reiki-Welt" mit der Wie­der­ent­de­ckung von Schrif­ten aus der Zeit Dr. Usuis nach­hal­tig berei­chern und ihre Kennt­nisse und Erfah­run­gen in Semi­na­ren ver­mit­teln.
So wurde Frank Arjava Pet­ter im Rah­men sei­ner Nach­for­schun­gen in Japan das Hand­buch zugäng­lich, das Dr. Usui in den 20er Jah­ren per­sön­lich für seine Schü­ler zusam­men­ge­stellt hat. Die­ses ent­hält zahl­rei­che Medi­ta­ti­ons­prak­ti­ken und Hand­po­si­tio­nen, die von Dr. Usui gelehrt wur­den, wei­ter­hin die von ihm sehr geschätz­ten 125 Gedichte des Meiji-Kaisers (der Japan von 1868 bis 1912 regierte) und eine Erklä­rung Dr. Usuis, warum er Reiki öffent­lich lehre sowie die Nie­der­schrift eines Gesprächs mit Dr. Usui.(11) Die ver­schie­de­nen Teile die­ses Hand­buchs ver­öf­fent­lichte Frank Pet­ter in meh­re­ren Büchern.(12) Zusam­men mit sei­ner japa­ni­schen Frau Chetna Koba­ya­shi gibt er welt­weit Semi­nare, in denen er die Medi­ta­ti­ons­prak­ti­ken und Hand­po­si­tio­nen Dr. Usuis gemäß dem Hand­buch Dr. Usuis (Usui Reiki Ryoho Hik­kei) lehrt.
Der Sans­krit­for­scher Don Alex­an­der, der viele Jahre als bud­dhis­ti­scher Mönch in Thai­land gelebt hat, betreibt seit Jahr­zehn­ten Quel­len­stu­dium und trifft sich mit Men­schen, die Dr. Usui, Dr. Haya­shi und Hawayo Takata kann­ten und mit ihnen arbei­te­ten bzw. von ihnen Reiki lern­ten. In sei­nen Semi­na­ren ver­mit­telt er vor allem Hin­ter­gründe zu den Ursprün­gen und der Bedeu­tung der tra­di­tio­nel­len Reiki-Symbole und Man­tren wie auch Medi­ta­ti­ons­übun­gen bud­dhis­ti­schen Ursprungs.(13)

Reiki-Formen in Ent­ste­hung Neben der Reiki-Arbeit bzw. den Reiki-Formen, die sich als eine Erwei­te­rung der tra­di­tio­nel­len Reiki-Praxis ver­ste­hen, gibt es auch Reiki-Formen, deren Grün­der diese – mehr oder weni­ger auf dem Usui-System auf­bau­end – als ein kom­plett eigen­stän­di­ges System sehen. So ent­wi­ckelte z. B. Wal­ter Lübeck auf Grund­lage des Lebens­wer­kes von Dr. Usui sein Rain­bow Reiki, das "zu 20 Pro­zent aus tra­di­tio­nel­ler Grund­lage und zu 80 Pro­zent aus Eigen­ent­wick­lung besteht"(14). Mit sei­nem Rain­bow Reiki stellt er Ver­bin­dun­gen her zwi­schen Reiki und Aura– und Cha­kren­ar­beit, fein­stoff­li­chen Dimen­sio­nen, Orten der Kraft, Scha­ma­nis­mus, Pen­deln, Man­da­las und soge­nann­ten Reiki-Essenzen.(15)

Ein eige­nes Reiki-System ent­wi­ckelte auch Eckard Strohm. Nach­dem er, laut eige­ner Aus­sage, auf der geis­ti­gen Ebene einen per­sön­li­chen Kon­takt zu Dr. Usui her­ge­stellt habe und die­ser ihn gebe­ten habe, eine neue Orga­ni­sa­tion zu grün­den, die u.a. den christ­li­chen Teil von Reiki mehr beto­nen solle, habe er von Dr. Usui die Ein­wei­hung zum Groß­meis­ter für Reiki erhal­ten. Im Anschluss grün­dete er die Reiki Asso­cia­tion Inter­na­tio­nal (RAI), die eine Kom­bi­na­tion aus Reiki und dem aus Atlan­tis stam­men­den AROLO-System lehrt.(16)

Eine welt­weit tätige Orga­ni­sa­tion ist die TRTIA (The Radiance Tech­ni­que Inter­na­tio­nal Asso­cia­tion), vor­mals TRTAI (The Radiance Tech­ni­que Asso­cia­tion Inter­na­tio­nal), davor AIRA (Ame­ri­can Inter­na­tio­nal Reiki Asso­cia­tion). An der Spitze die­ser Orga­ni­sa­tion steht Dr. Bar­bara Weber Ray, die von Hawayo Takata zur Reiki-Meisterin ein­ge­weiht wurde. Sie emp­fing, laut eige­ner Aus­sage, "Ende 1979 von Hawayo Takata, dem ein­zi­gen Men­schen in der west­li­chen Welt, der die­ses Wis­sen hatte, voll­stän­dige Instruk­tio­nen über alle sie­ben Grade der Ein­stim­mung, die das authen­ti­sche System von Dr. Usui ausmachen."(17) Sie sieht sich als der ein­zige Mensch, "dem Frau Takata die­ses ein­zig­ar­tige System in sei­ner Ganz­heit anvertraute"(18), wes­halb sie die Ver­ant­wor­tung habe, es intakt zu erhal­ten. Die Leh­rer der TRTIA leh­ren die­ses System unter den Bezeich­nun­gen The Radiance Tech­ni­que, Real Reiki, Das Offi­zi­elle Reiki-Programm, Das authen­ti­sche Reiki etc.(19)

Wei­ter­hin gibt es Reiki-Formen, die ihren Ursprung noch vor Hawayo Takata haben. So erhielt der Aus­tra­lier Dr. Ranga Pre­ma­ratna über die Linie Dr. Usui – Dr. Haya­shi – Sen­sei Takeu­chi – Seiji Taka­mori im Jahre 1990 von dem bud­dhis­ti­schen Mönch Seiji Taka­mori die voll­stän­dige Unter­wei­sung in einer Medi­ta­ti­ons­pra­xis, die auf tibetisch-buddhistischen Metho­den basiert, wel­che den Hin­ter­grund für die Leh­ren Dr. Usuis bil­de­ten. Heute lehrt Dr. Ranga Pre­ma­ratna das Enersense-System, das auf Reiki Jin-Kei Do und dem Buddho-System des Hei­lens basiert.(20)
Und schließ­lich gibt es, wie wir seit den Nach­for­schun­gen Frank Arjava Pet­ters wissen(21), in Japan die von Dr. Usui per­sön­lich im Jahre 1922 gegrün­dete Usui Reiki Ryoho Gak­kai ("Gesell­schaft für das Hei­len durch Usui-Reiki") mit Sitz in Tokio. Dabei han­delt es sich um eine Ver­ei­ni­gung, deren Mit­glie­der Reiki noch heute nach dem Hand­buch leh­ren, das Dr. Usui für seine Schü­ler zusam­men­ge­stellt hat – jenes Buch, das von Frank Arjava Pet­ter in den letz­ten Jah­ren in meh­re­ren Tei­len ver­öf­fent­licht wurde (s.o.). Seit dem Tode Dr. Usuis im Jahre 1926 gibt es eine lücken­lose Folge von Prä­si­den­ten, die der Gesell­schaft vorstehen.(22)
Neben den bis­lang skiz­zier­ten Reiki-Formen exis­tie­ren welt­weit schät­zungs­weise rund drei­ßig wei­tere Reiki-Formen (z.B. Saku Reiki, Blue Star Reiki, Reiki Plus, Raku Kei, tibe­ta­ni­sches Reiki, Reiki des Gol­de­nen Zeit­al­ters, Neo Reiki etc.), von denen viele wie­derum Unter­grup­pen und Ver­zwei­gun­gen haben.(23) Wel­che Reiki-Formen nach­hal­tig von Bedeu­tung sein wer­den, wird sich in den nächs­ten Jahr­zehn­ten bzw. Jahr­hun­der­ten noch zei­gen.

Die Erfor­schung von Reiki Wäh­rend zahl­rei­che Reiki-Praktizierende heut­zu­tage Reiki "pur" – also ohne zusätz­li­che Mit­tel, durch ein­fa­ches Hand­auf­le­gen – aus­üben, wen­den andere wie­derum Reiki (auch) in Kom­bi­na­tion mit einer ande­ren Heil­weise an. So wird Reiki z.B. in Ver­bin­dung mit Edel­stei­nen praktiziert(24) oder auch in Ver­bin­dung mit Bach­blü­ten oder Aura-Soma.(25) Wei­tere Kom­bi­na­tio­nen sind die Anwen­dung von Reiki in Kennt­nis bzw. unter Berück­sich­ti­gung der Cha­kren, der Meri­diane, der Aku­pres­sur­punkte und/oder der Aura eines Lebewesens.(26)
Ob nun in Kom­bi­na­tion mit ande­ren Mit­teln bzw. Kennt­nis­sen oder "pur" – der Anwen­dungs­be­reich von Reiki, der uni­ver­sa­len Lebens­en­er­gie, beschränkt sich nicht allein auf Men­schen, son­dern umfasst auch die Behand­lung von Tie­ren, Pflan­zen und sogar Mine­ra­lien. Reiki-Praktizierende, die gar ihrem Auto oder ihrem Com­pu­ter Reiki geben, sol­len damit gute Erfolge erzie­len.

Das Herum­ex­pe­ri­men­tie­ren mit Reiki bzw. etwaige dar­aus ent­ste­hende Kom­bi­na­tio­nen mit ande­ren Mit­teln oder For­men sind, so lange dabei mit Respekt gegen­über der vom Meis­ter über­mit­tel­ten Form sowie unter Ach­tung des freien Wil­lens eines jeden Men­schen vor­ge­gan­gen wird, sicher­lich nicht etwas, was es zu ver­mei­den gilt. Schon immer ging die Ent­wick­lung der Mensch­heit dadurch voran, dass Men­schen etwas Neues aus­pro­bier­ten und damit neue, unkon­ven­tio­nelle Wege beschrit­ten. Dr. Usui selbst war eine sol­che For­scher­na­tur, wie uns die Reiki-Geschichte über­mit­telt, und hätte Dr. Haya­shi nicht ent­ge­gen den in Japan damals übli­chen Gepflo­gen­hei­ten Frau Takata, eine "Nik­kei­jin" (eine Japa­ne­rin, die im Aus­land lebt und deren Ver­bun­den­heit mit dem japa­ni­schen Kul­tur­kreis des­halb nicht mehr die ursprüng­li­che Tiefe besitzt(27)), in Reiki ein­ge­weiht, wäre Reiki womög­lich nie oder erst sehr viel spä­ter in den Wes­ten gekom­men.

Wor­auf es aller­dings ankommt bei der Erfor­schung der Mög­lich­kei­ten, die uns Reiki bie­tet, ist, wie ich denke, die Hal­tung, die von dem Erfor­schen­den an den Tag gelegt wird. Und dies um so mehr, wenn die Erkennt­nisse und Hand­lun­gen über den per­sön­li­chen Erfah­rungs­be­reich hin­aus mit ande­ren kom­mu­ni­ziert wer­den. Dabei ist eine respekt­volle Hal­tung gegen­über der Mensch­heit und der gesam­ten Schöp­fung sowie gegen­über dem ein­wei­hen­den Meis­ter und der Gesamt­heit der Reiki-Praktizierenden sicher­lich ange­bracht und bil­det die Basis, auf der allein eine Erfor­schung und Erwei­te­rung erst sinn­voll erscheint. Im übri­gen ist es für jeden, der in Folge sei­ner Reiki-Forschungsarbeit – ob nun auf eige­nen Erfah­run­gen oder "gechan­nel­ten" Infor­ma­tio­nen basie­rend – eine neue Reiki-Form grün­det, wohl rat­sam, zunächst ein­mal die Moti­va­tion genau­es­tens zu unter­su­chen, die sei­nem Vor­ge­hen zugrunde liegt.
Ange­sichts der vie­len Tabu­brü­che in den letz­ten Jah­ren, die in der Ver­öf­fent­li­chung der Reiki-Symbole des zwei­ten Gra­des und des Meis­ter­gra­des gip­fel­ten, ist es nur ver­ständ­lich, dass einige erfah­rene Meis­ter zur Zeit ihr Wis­sen nur noch münd­lich oder bes­ten­falls in "klei­nen Por­tio­nen" schrift­lich wei­ter­ge­ben. So gibt es bis­lang noch kein Buch von Don Alex­an­der, des­sen pro­fun­des Wis­sen über die Reiki-Geschichte und die Reiki-Symbole in Form einer Nie­der­schrift sicher­lich eine Berei­che­rung der "Reiki-Welt" wäre. Und auch von Phyl­lis Furu­moto bzw. dem Groß­meis­ter­büro des Usui-Systems der Reiki-Heilung gibt es bis­lang kein Buch, das die Form des Reiki, wie es die Mit­glie­der der Reiki Alli­ance prak­ti­zie­ren – das von vie­len als "Takata-Reiki" bezeich­net wird – umfas­send beschreibt. Da Reiki über Frau Takata in die USA gelangte und sich von dort aus wei­ter nach Europa aus­brei­tete, ist diese Form für nahezu alle Reiki-Praktizierenden im Wes­ten, die welt­weit die Mehr­heit bil­den, die Basis für ihre Reiki-Praxis. Inso­fern kommt die­ser Form eine beson­dere Bedeu­tung zu.

Usui Shiki Ryoho Was bis­lang von Phyl­lis Furu­moto und Paul Mit­chell als Defi­ni­tion des Usui-Systems der Reiki-Heilung (Usui Shiki Ryoho) vor­liegt, sind vor allem zahl­rei­che Arti­kel, die in ver­schie­de­nen Reiki-Zeitschriften ver­öf­fent­licht wur­den. Zwei Arti­kel aus den Jah­ren 1995 und 1996, die beide von Phyl­lis Furu­moto ver­fasst wur­den, sind in die­sem Zusam­men­hang von zen­tra­ler Bedeu­tung: "Das Reiki-Rad/Wheel of Reiki"(28) und "Die neun Ele­mente des Usui-Systems"(29). Darin beschreibt Phyl­lis Furu­moto die vier Aspekte und die neun Ele­mente des Usui-Systems der Reiki-Heilung: "Die vier Aspekte die­ser Kunst sind Hei­lung, per­sön­li­ches Wachs­tum, spi­ri­tu­elle Dis­zi­plin und mys­ti­sche Gemein­schaft. Diese Aspekte dre­hen sich um einen zen­tra­len Kern des Prak­ti­zie­rens und der Phi­lo­so­phie, den wir die Form nen­nen, und strah­len von da aus. Die Form hat neun Hüter oder Bestand­teile: Die Ein­wei­hun­gen, die Sym­bole, die Behand­lun­gen, die münd­li­che Über­lie­fe­rung, die Geschichte, die Unter­richts­form, die Lebens­re­geln, die spi­ri­tu­elle Linie und das Geld. Durch das regel­mä­ßige Prak­ti­zie­ren des Usui Sys­tems wird den Ler­nen­den die Bezie­hung zwi­schen die­sen Aspek­ten und der Form kla­rer. Die Aspekte schei­nen mit der Ent­wick­lung des indi­vi­du­el­len Weges zu flie­ßen, wäh­rend die Form den Ruhe­pol des Sys­tems darstellt."(30)

Neben die­ser Defi­ni­tion des Usui-Systems der Reiki-Heilung, die von Phyl­lis Furu­moto und Paul Mit­chell als Beschrei­bung der Reiki-Form ver­stan­den wird, die ihnen von Hawayo Takata über­mit­telt wurde(31), gibt es die Reiki-Lebensregeln, die alle Reiki-Praktizierenden, gleich wel­che Reiki-Form sie aus­üben, quasi als gemein­sa­mes "Kul­tur­erbe" mit­ein­an­der tei­len (wenn­gleich die Mei­nun­gen über die "rich­tige" Über­set­zung oft weit aus­ein­an­der klaf­fen). Die fol­gende Über­set­zung aus dem Eng­li­schen ist im deut­schen Sprach­raum weit­hin gebräuch­lich:

"Gerade heute, ärgere dich nicht.
Gerade heute, sorge dich nicht.
Ehre deine Eltern, Leh­rer und die Älte­ren.
Ver­diene dein Brot ehr­lich.
Sei dank­bar für alles Leben­dige."
Eine wei­tere Form der Über­set­zung direkt aus dem Japa­ni­schen ist:
"Ärgere dich heute nicht.
Sorge dich heute nicht.
Sei heute dank­bar.
Arbeite heute hart.
Sei heute nett zu dei­nen Mitmenschen."(32)

Häu­fig kommt es vor, dass Reiki-Praktizierende am Anfang ihrer Pra­xis den Reiki-Lebensregeln keine große Bedeu­tung zumes­sen, im Laufe ihrer Ent­wick­lung mit Reiki jedoch die "Reiki-Principles", wie sie im Eng­li­schen genannt wer­den, mehr und mehr zu schät­zen wis­sen. Seit kur­zem führt Paul Mit­chell welt­weit Work­shops durch, deren Inhalt die kon­krete Aus­ein­an­der­set­zung der Teil­neh­me­rIn­nen mit den Reiki-Lebensregeln ist. Dar­über hin­aus bie­ten Phyl­lis Furu­moto und Paul Mit­chell gemein­sam mit ande­ren Meis­tern der Reiki Alli­ance welt­weit Semi­nare für Reiki-Meister an, in denen es vor allem um die Form, also die neun Ele­mente des Usui-Systems der Reiki-Heilung, geht. Diese Semi­nare wer­den ver­an­stal­tet von der Non-Profit-Organisation RIO­HE­ARTS (Reiki Insti­tute of Hea­ling Arts e.V.) und fir­mie­ren unter der Bezeich­nung MEP (Mas­ter Edu­ca­tion Programm).(33)

Den Meis­tern der Reiki Alli­ance, die Phyl­lis Furu­moto als Trä­ge­rin der Linie des Usui-Systems der Reiki-Heilung aner­ken­nen, wurde in den letz­ten Jah­ren von vie­len Meis­tern ande­rer Reiki-Richtungen sowie freien Meis­tern vor­ge­wor­fen, sie seien zu selbst­be­zo­gen und wür­den die Augen vor den neu­es­ten Erkennt­nis­sen in Sachen Reiki ver­schlie­ßen. So gab es diverse Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Nach­for­schun­gen Frank Arjava Pet­ters in Japan bezüg­lich der Reiki-Geschichte, und es scheint Meis­ter der Reiki Alli­ance zu geben, die – aus wel­chen Grün­den auch immer – die Ten­denz besit­zen, bestimm­ten Infor­ma­tio­nen, die mitt­ler­weile mehr­fach bestä­tigt sind und die im Gegen­satz zu dem Inhalt der Reiki-Geschichte ste­hen, wie wir sie kennen(34), nicht den hohen Stel­len­wert bei­zu­mes­sen, den diese in den Augen ande­rer Meis­ter haben. Eine sol­che Hal­tung birgt sicher­lich die Gefahr in sich, ana­chro­nis­tisch zu wir­ken, also mit sei­ner Hal­tung im Wider­spruch zu den Fort­schrit­ten der Zeit zu ste­hen.

Rück­blick "Lizen­zie­rung" Zu einem wei­te­ren viel dis­ku­tier­ten Pro­blem­punkt gestal­tete sich das Wirr­warr um die soge­nannte Lizen­zie­rung von Reiki, die sich letzt­lich als ein "Schlag ins Was­ser" erwies. Alles begann damit, dass ein deut­scher, von Phyl­lis Furu­moto ein­ge­weih­ter Reiki-Meister den Reiki-Schriftzug als Waren­zei­chen rechts­kräf­tig auf sei­nen Namen ein­tra­gen ließ(35), offen­bar mit dem Ziel, die wach­sende Ver­wir­rung über die ver­schie­de­nen Reiki-Formen zu verhindern.(36) Dar­auf­hin begann er, Reiki-Meistern im deutsch­spra­chi­gen Raum, die in sei­nen Augen nicht das "tra­di­tio­nelle" Usui-System prak­ti­zier­ten, die Ver­wen­dung des japa­ni­schen Schrift­zu­ges und des Wor­tes Reiki und ande­rer Wör­ter zu verbieten.(37) Da Phyl­lis Furu­moto aus sei­ner Sicht nichts zu tun schien, um die zuneh­mende Ver­wir­rung in der "Reiki-Welt" zu ver­hin­dern, hatte er dies­be­züg­lich kein Ver­trauen in sie und lehnte es ab, ihr die Waren­zei­chen zu übertragen.(38) Schließ­lich kam es zu einer gericht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung, die in einem Ver­gleich mündete.(39) Auf­ge­schreckt durch diese Vor­komm­nisse, begann Phyl­lis Furu­moto nun, sich welt­weit um die Ein­tra­gung von Waren­zei­chen zu bemü­hen, um zu ver­hin­dern, dass in ande­ren Län­dern jemand "Reiki" auf sei­nen Namen ein­tra­gen lässt, so wie dies in Deutsch­land gesche­hen war.(40) Im Zuge des Pro­zes­ses um die Ein­tra­gung von Waren­zei­chen und in Vor­ah­nung bezüg­lich der Pro­bleme, die sich durch den an keine Form gebun­de­nen Gebrauch der Worte "Reiki" und "Usui-System der natür­li­chen Hei­lung" erge­ben wür­den, stellte Phyl­lis Furu­moto ein "Paket" zusam­men, "beste­hend aus den Waren­zei­chen, der Lizen­zie­rung für jene Meis­ter, die möch­ten, dass man erkennt, dass sie in der Linie von Usui, Haya­shi, Takata und Furu­moto prak­ti­zie­ren, einer Non-Profit-Organisation für die Öffent­lich­keit und Schü­ler zur Ver­tei­lung von Infor­ma­tio­nen über diese spe­zi­elle Pra­xis und einem Bil­dungs­pro­gramm für Meis­ter, die ihr Ver­ständ­nis die­ser Pra­xis ver­tie­fen wol­len oder von einer ande­ren Form in diese Pra­xis kommen"(41). Schließ­lich stellte Phyl­lis Furu­moto ihren Plan der Reiki-Gemeinschaft um sie herum vor, und nach lan­gen Pro­zes­sen konn­ten sich die mit ein­be­zo­ge­nen Meis­ter bei der Frage, ob die Lizen­zie­rung mit der Pra­xis des Usui Shiki Ryoho über­ein­stimme, nicht auf ein kla­res "Ja" eini­gen. Es stellte sich her­aus, dass, würde die Lizen­zie­rung den­noch in die Tat umge­setzt wer­den, weite Teile der Gemein­schaft die­ser nicht fol­gen wür­den. Dar­auf­hin ließ Phyl­lis Furu­moto den die Lizen­zie­rung betref­fen­den Teil ihres Pla­nes fallen.(42)

Mitt­ler­weile steht fest, dass die Aus­drü­cke "Reiki" und "Usui Shiki Ryoho" (= Usui-System der Reiki-Heilung) in den meis­ten Län­dern nicht als Waren­zei­chen geschützt wer­den kön­nen. In den Län­dern, in denen die Aus­drü­cke geschützt wer­den konn­ten, wurde dies getan, mit dem Ergeb­nis, dass nun nie­mand mehr an der Benut­zung die­ser Aus­drü­cke gehin­dert wird.(43)
Ins­ge­samt betrach­tet lässt sich der ganze Pro­zess um die Lizen­zie­rung heute im Rück­blick wohl am tref­fends­ten als ein viel­schich­ti­ger, inten­si­ver Lern­pro­zess für alle Betei­lig­ten begrei­fen. Auch wenn alle Mit­wir­ken­den sicher­lich nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen vor­gin­gen und dabei durch­aus ehr­wür­dige Ziele ver­folg­ten, so war es doch vor allem die Art und Weise, in der dies geschah – kom­bi­niert mit gefähr­li­chem Halb­wis­sen, das durch eine Infor­ma­ti­ons­po­li­tik ent­stand, die davon geprägt war, lau­fende Ver­hand­lun­gen nicht zu gefährden(44) – die welt­weit dazu führte, dass sich in der Reiki-Meister-Gemeinschaft Empö­rung breit machte und dass Reiki-Schüler, die mit­be­ka­men, dass "da oben etwas lief", anfin­gen sich Gedan­ken zu machen.
Mitt­ler­weile gehen die Pro­zesse inner­halb der Reiki-Gemeinschaft ein Stück weit trans­pa­ren­ter von­stat­ten, so dass auch Reiki-Schüler, die sich für inner­ge­mein­schaft­li­che Pro­zesse inter­es­sie­ren, in der Lage sind, sich ein kla­re­res Bild von der Situa­tion zu machen. Als ein Zei­chen für die nach­las­sende Ten­denz der Meis­ter, unter sich zu blei­ben, mag die Tat­sa­che gel­ten, dass der deut­sche Reiki-Meister-Rundbrief im letz­ten Jahr sein Erschei­nen ein­stellte und nun­mehr das Reiki Maga­zin, das zunächst vor allem für Reiki-Schüler gemacht wurde, sich ver­stärkt zum Ziel setzt, Schü­ler wie Meis­ter glei­cher­ma­ßen mit für sie inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen und Erfah­rungs­be­rich­ten zu ver­sor­gen.

Neue Erkennt­nisse Durch die Nach­for­schun­gen Frank Arjava Pet­ters (s.o.) ist in den letz­ten Jah­ren ein Stein ins Rol­len gekom­men, der sich nicht mehr auf­hal­ten lässt und des­sen bis­he­ri­ger Gip­fel­punkt das kürz­lich erschie­nene Buch "Das Reiki-Kompendium" darstellt(45), das von Wal­ter Lübeck, Frank Arjava Pet­ter und Wil­liam Lee Rand gemein­sam erstellt wurde und eine Fülle an neuen Infor­ma­tio­nen in Sachen Reiki vor­legt, die zum Teil im Wider­spruch zu der Reiki-Geschichte ste­hen, wie wir sie ken­nen.
Die wich­tigs­ten neuen Erkennt­nisse sind:
1. Dr. Usui gehörte nicht der christ­li­chen Reli­gi­ons­ge­mein­schaft an. Zwar setzte er sich im Rah­men sei­ner For­schun­gen auch mit der christ­li­chen Reli­gion aus­ein­an­der, aber er hatte pri­mär einen bud­dhis­ti­schen Hin­ter­grund und lebte zeit­weise wohl auch als bud­dhis­ti­scher Mönch.(46)
2. Dr. Haya­shi war einer von 16 Reiki-Lehrern, die Dr. Usui ein­weihte. Dr. Usui grün­dete im Jahre 1922 die Gesell­schaft Usui Reiki Ryoho Gak­kai, deren ers­ter Prä­si­dent er war. Die­ser Gesell­schaft stand Dr. Haya­shi nie­mals vor. Viel­mehr trennte er sich nach dem Tode Dr. Usuis im Jahre 1926 von ihr(47), wie auch andere von Dr. Usui ein­ge­weihte Reiki-Lehrer dies taten.(48) Der Dr. Usui nach­fol­gende Prä­si­dent der Usui Reiki Ryoho Gak­kai war Herr Juz­ab­uro Ushida, ein eben­falls von Dr. Usui ein­ge­weih­ter Reiki-Lehrer. Die Usui Reiki Ryoho Gak­kai gibt es noch heute. Ihr Sitz ist in Tokio.(49) Bemer­kens­wer­ter­weise heißt es, "Dr. Haya­shi sei zu sei­ner Zeit ziem­lich berühmt gewe­sen, und die Zahl sei­ner Anhän­ger habe die der ursprüng­li­chen Gruppe der Usui Reiki Ryoho Gak­kai bei wei­tem übertroffen."(50)
3. Der heute von uns als Meis­ter­grad bezeich­nete Reiki-Grad heißt im Japa­ni­schen "Shin­pi­den" oder "geheim­nis­volle Lehre". Der Begriff Meis­ter­grad wurde offen­bar von Hawayo Takata in den 70er Jah­ren ein­ge­führt, als sie begann, die­sen Grad zu leh­ren. Wil­liam Lee Rand weist dar­auf hin, dass dies eine unglück­li­che Wort­wahl gewe­sen sei, da bei spi­ri­tu­el­len Prak­ti­ken der Begriff Meis­ter im all­ge­mei­nen den bezeichne, der erleuch­tet sei. Der Shinpiden-Grad werde jedoch nur vom Shin­pi­den an den Schü­ler wei­ter­ge­ge­ben, ohne dass eine Erleuch­tung erfah­ren oder gar eine bedeu­tende spi­ri­tu­elle Ent­wick­lung durch­lau­fen wor­den sein muss. So sei es mit den Jah­ren zu einer fal­schen Vor­stel­lung über den spi­ri­tu­el­len Zustand eines Reiki-Meisters gekommen.(51)
4. Hawayo Takata sah sich zu ihren Leb­zei­ten als die ein­zige Leh­re­rin des Usui-Systems der Reiki-Heilung weltweit.(52) Wie wir heute wis­sen, gab es noch wei­tere Reiki-Lehrer, die ihrer­seits auf dem asia­ti­schen Kon­ti­nent das Ver­mächt­nis Dr. Usuis fort­führ­ten.
Es scheint somit fest­zu­ste­hen, dass Hawayo Takata (oder Dr. Haya­shi, über den bis­lang nur spär­li­che Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen), die Reiki-Geschichte in einer Weise modi­fi­ziert hat, die heute den Ein­druck erweckt, dass, wie man viel­leicht sagen könnte, die Reiki-Geschichte damit ein Stück weit "chris­tia­ni­siert" und "ame­ri­ka­ni­siert" wurde. Was wir dabei nicht ver­ges­sen dür­fen ist aller­dings, dass Reiki in eben die­ser Form welt­weit Ver­bei­tung fand.

Eine neue Sicht­weise Zudem mögen die fol­gen­den Infor­ma­tio­nen, die eben­falls dem "Reiki-Kompendium" zu ent­neh­men sind, von Inter­esse sein und eine neue Sicht­weise ermög­li­chen:
Dr. Usui hatte seine erleuch­tende Erfah­rung auf dem Berg Kur­ama im Jahre 1922. Er starb im März 1926 nach einem Schlag­an­fall. Somit blie­ben ihm gerade vier Jahre, um seine Erfah­rung "in die Welt zu bringen"(53).
Dr. Haya­shi erhielt zwi­schen 1922 und 1926 von Dr. Usui die Ein­wei­hung zum Reiki-Lehrer. Bis er Hawayo Takata im Jahre 1938 zur Reiki-Lehrerin weihte, belief sich der Zeit­raum sei­ner Erfah­run­gen mit Reiki damit auf rund 12 Jahre.(54) Der Tod Dr. Haya­shis ist auf das Jahr 1941 datiert.(55)
Hawayo Takata erhielt im Jahre 1936 von Dr. Haya­shi die Ein­wei­hung in den 1. Grad und 1938 die Ein­wei­hung zur Reiki-Lehrerin.(56) Als sie Mitte der 70er Jahre anfing, Reiki-Meister ein­zu­wei­hen, konnte sie auf einen Erfah­rungs­schatz mit Reiki von nahezu 40 Jah­ren zurückblicken.(57) Sie starb im Dezem­ber 1980.(58)
Dem­zu­folge stand Hawayo Takata mehr als dop­pelt so viel Zeit zur Ver­fü­gung wie Dr. Usui und Dr. Haya­shi zusam­men, bevor sie begann, Reiki-Lehrer ein­zu­wei­hen und sich damit auf eine voll­stän­dige Form der Lehre fest­zu­le­gen. Viel­leicht hat sie durch ihre lang­jäh­rige Pra­xis Zusam­men­hänge erkannt, die Dr. Usui und Dr. Haya­shi auf­grund der rela­tiv kur­zen Zeit, die beide mit Reiki ver­brach­ten, vor­ent­hal­ten geblie­ben waren?
Über Dr. Haya­shi gelangte Reiki in den spä­ten 30er Jah­ren außer­halb Japans, nach Hawaii. Über Hawayo Takata kam Reiki in den 60er und 70er Jah­ren in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Von dort aus brei­tete es sich in den 80er und 90er Jah­ren ver­stärkt inner­halb des Lan­des und schließ­lich wei­ter nach Europa aus.
Der Wir­kungs­kreis der von Dr. Usui gegrün­de­ten Usui Reiki Ryoho Gak­kai belief sich durch­weg aus­schließ­lich auf Japan. Ent­spre­chend der japa­ni­schen Tra­di­tion ist man dort Aus­län­dern gegen­über nicht gerade sehr auf­ge­schlos­sen.
Unter Berück­sich­ti­gung die­ser Zusam­men­hänge könnte man viel­leicht sagen, dass Reiki sich sei­nen Weg zur welt­wei­ten Ver­brei­tung gesucht und dabei die Ver­än­de­run­gen, die es seit sei­ner Begrün­dung durch Dr. Usui durch­lief, "in Kauf genom­men" (oder gar gewollt?) hat.
So sind die im "Reiki-Kompendium" bezüg­lich der Reiki-Geschichte vor­ge­leg­ten, neuen Infor­ma­tio­nen, wie ich meine, zwar inter­es­sant, jedoch längst nicht so spek­ta­ku­lär und von nach­hal­ti­ger Bedeu­tung, wie dies beim ers­ten Durch­le­sen vor allem infolge der schwer ent­wirr­ba­ren Kom­bi­na­tion aus Fak­ten und Schluss­fol­ge­run­gen Wil­liam Lee Rands den Anschein hat.

Es bleibt fest­zu­stel­len, dass die Reiki-Geschichte, so wie sie uns erzählt wurde – mit Aus­nahme der Tat­sa­che, dass Dr. Usui kein christ­li­cher Pries­ter war – in den tra­gen­den Punk­ten nach wie vor stimmt. Wei­ter­hin steht fest, dass wahr­schein­lich mehr als 90 Pro­zent der heut­zu­tage welt­weit Reiki-Praktizierenden ihre Ein­wei­hun­gen über die Linie Dr. Usui – Dr. Haya­shi – Hawayo Takata erhiel­ten, die nun mal von all den spe­zi­fi­schen Eigen­ar­ten geprägt ist, die ihre welt­weite Ver­brei­tung erst ermög­lich­ten. Durch die Art und Weise, wie Hawayo Takata die Reiki-Geschichte erzählte (und ihre Meis­ter sie wei­ter­tru­gen), wur­den uns diese Eigen­ar­ten bis­lang vor­ent­hal­ten. Dies mag nun bei eini­gen einen Ver­trau­ens­ver­lust gegen­über Hawayo Takata (oder Dr. Haya­shi) bewir­ken. Ich möchte denen, die sich in die­sem Punkt getrof­fen füh­len – und ich gehöre zu die­sen Men­schen – vor­schla­gen, ihr (oder ihm) in die­sem Punkt schlicht und ein­fach zu ver­zei­hen. Ich denke, wir kön­nen sicher sein, dass das Ver­mächt­nis von Reiki im Kern wohl gehü­tet und wei­ter­ge­ge­ben wurde.

Legende oder Fak­ten? Für mich wer­fen die nun vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen vor allem die zen­trale Frage über den Umgang mit der Reiki-Geschichte auf. Was ist wich­ti­ger: die Legende oder die Fak­ten? Wo liegt die Syn­these? Wel­che Bedeu­tung kommt der Erzähl­struk­tur der Geschichte zu? Dür­fen grund­le­gende Infor­ma­tio­nen wider bes­se­ren Wis­sens vor­ent­hal­ten wer­den? Der Charme der Reiki-Geschichte liegt vor allem darin, dass sie wahr ist. Auch wenn die eine oder andere Aus­schmü­ckung der Geschichte die­ser den Cha­rak­ter einer Legende ver­leiht und offen­bar den Zweck erfüllt, etwas "Zwi­schen den Zeilen"-Stehendes zu kom­mu­ni­zie­ren, so ent­spricht die Geschichte im Prin­zip doch der Wahr­heit. Wenn sich nun her­aus­stellt, dass eine ent­schei­dende Kom­po­nente der Geschichte bis­lang falsch erzählt wor­den ist, dann sollte es doch das Anlie­gen aller Betei­lig­ten sein, diese Tat­sa­che rich­tig zu stel­len. Ich kenne aber zahl­rei­che Reiki-Meister, die die Geschichte nach wie vor damit begin­nen, dass Dr. Usui ein christ­li­cher Pries­ter war. Ich muss sagen, dass mir dies unver­ständ­lich ist.

Wel­che Rolle spielt das Ele­ment der münd­li­chen Über­lie­fe­rung in Zei­ten der Mas­sen­me­dien? Heißt "tra­di­tio­nell" tat­säch­lich, dass sich nie etwas ändert? Dies sind inter­es­sante Fra­gen, die wir in den kom­men­den Aus­ga­ben des Reiki Maga­zins mit unse­ren Lese­rIn­nen dis­ku­tie­ren möch­ten.
In der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Tra­di­tion von Reiki soll­ten wir nicht ver­ges­sen, dass wir, ver­gli­chen mit ande­ren Dis­zi­pli­nen oder Sys­te­men wie z.B. Tai Chi oder Qi Gong eine recht kurze Tra­di­tion haben, die einen Zeit­raum von gerade ein­mal 80 Jah­ren umfasst. In Folge der aktu­el­len Situa­tion befin­den wir uns mehr als je zuvor auf der Suche nach einer Iden­ti­tät. Was macht das Usui-System der Reiki-Heilung aus? Was kann es? Was umfasst es? Wie ver­än­dert es uns?
In die­sem Zusam­men­hang finde ich den Text "Ein japa­ni­sches System zur Beschrei­bung von Lebens­en­er­gien" von Wal­ter Lübeck(59), der Teil des "Reiki-Kompendiums" ist, sehr auf­schluss­reich. Darin beschreibt Wal­ter Lübeck auf Grund­lage einer in Japan gebräuch­li­chen Klas­si­fi­zie­rung von Lebens­en­er­gien sie­ben zen­trale For­men des Ki, von denen eine – jene, "die den im ganz­heit­li­chen Sinne kor­rek­ten syn­er­ge­ti­schen Ein­satz aller unter­ge­ord­ne­ten Lebens­kräfte organisiert"(60) – Reiki ist. Die­sem System nach ist Reiki in der Schil­de­rung von Wal­ter Lübeck die Ener­gie­form "mit der höchs­ten Fähig­keit zur Orga­ni­sa­tion von Kraft­flüs­sen in Geist und Kör­per und gleich­zei­tig kaum in der Lage, selbst etwas direkt zu bewir­ken. Diese Ener­gie­form ist also eine Art Steu­er­pro­gramm, das dafür sorgt, dass für alles, was im System Mensch getan wer­den muss, die rich­ti­gen Kräfte, im rech­ten Ver­hält­nis, zur pas­sen­den Zeit, im geeig­ne­ten Rhyth­mus auf die sinn­vollste Weise ein­ge­setzt werden"(61).

Volks­heil­kunst Num­mer 1 In den letz­ten 20 Jah­ren hat sich Reiki welt­weit zur Volks­heil­kunst Num­mer eins ent­wi­ckelt. Auch wenn die Schul­me­di­zin die­ser natür­li­chen Form der Hei­lung noch skep­tisch gegen­über steht oder sie viel­fach regel­recht bekämpft bzw. ein­fach ignoriert(62), haben sich doch erste Zusam­men­ar­bei­ten erge­ben. So wird Reiki in den USA bereits in rund 100 Kran­ken­häu­sern ange­bo­ten und ist viel­fach zu einer regel­mä­ßi­gen Dienst­leis­tung für Pati­en­ten geworden.(63) Auch in Groß­bri­tan­nien und in Japan wird Reiki offi­zi­ell in Kli­ni­ken ein­ge­setzt. In den Nie­der­lan­den wird Reiki teil­weise sogar von Kran­ken­kas­sen als Heil­be­hand­lung ange­bo­ten. In Deutsch­land erzielte Satyam S. Kath­rein erste Erfolge in der Zusam­men­ar­beit mit Kliniken.(64) Auch in zahl­rei­chen Kur­kli­ni­ken gehört Reiki mitt­ler­weile zum Standardangebot.(65) Zudem wird Reiki bereits erfolg­reich in der Pflege eingesetzt.(66) Erste Studien(67) sowie wis­sen­schaft­li­che Theo­rien und Unter­su­chun­gen zu Reiki lie­gen vor.(68) Auch in den Medien wird mitt­ler­weile ver­stärkt über Reiki berichtet.(69) So strahlte z.B. das ZDF im Mai 2000 eine Sen­dung der Serie "Gesund­heit" aus, in der aus­gie­big und vor­ur­teils­los über Reiki als Heil­kunst berich­tet wurde.(70) Auch die BILD-Zeitung, die Volks­zei­tung Num­mer eins, berich­tete am 27. Juni 2000 in ihrer Ham­bur­ger Aus­gabe unter der Über­schrift "Reiki: Der Blick nach innen, der hei­len hilft" über Reiki.(71)

Was der­zeit bedenk­lich stimmt, sind die in Deutsch­land und den USA zuneh­men­den Gerichts­ur­teile zu Reiki, die ein für Reiki-Praktizierende über­wie­gend nach­tei­li­ges Klima erzeu­gen. So ver­bot kürz­lich ein deut­sches Amts­ge­richt einer Reiki-Praktizierenden, die keine Heil­prak­ti­ker­li­zenz besitzt und keine Ärz­tin ist, das wei­tere gewerb­li­che Anbie­ten von Reiki unter dem Namen Reiki, da Reiki eine Heil­kunst sei, die in Deutsch­land nur von Heil­prak­ti­kern und Ärz­ten aus­ge­übt wer­den dürfe. Die Reiki-Praktizierende war auf Betrei­ben eines Heil­prak­ti­ker­ver­ban­des ver­klagt worden.(72) In den USA haben in Flo­rida Berufs­ver­bände der Mas­seure erreicht, "dass ein Reiki-Heiler eine Mas­sa­ge­li­zenz haben muss. Sie haben die zustän­dige Behörde davon über­zeugt, dass Reiki Mas­sage sei."(73) Diese Ent­wick­lung stimmt vor allem inso­fern bedenk­lich, als dass hier pri­mär nicht von staat­li­chen Stel­len aus, son­dern aus den Rei­hen von, wie man eigent­lich mei­nen sollte, "befreun­de­ten Grup­pie­run­gen" scharf geschos­sen wird.

Reiki braucht Sta­bi­li­tät Für die Zukunft wird es von Bedeu­tung sein, Reiki als System der natür­li­chen Hei­lung fest zu eta­blie­ren. Die Heil­kunst Reiki benö­tigt Halt und Sta­bi­li­tät, um von den Bür­gern, von staat­li­chen Stel­len und von Inter­es­sen­ver­bän­den über­haupt erst ein­mal ernst genom­men zu wer­den. Das größte Pro­blem ist dabei das, was Reiki eigent­lich aus­macht und was die meis­ten von uns wohl so sehr an Reiki lie­ben: Die Ein­fach­heit, die sich eben im schlich­ten Hand­auf­le­gen aus­drückt.
Gerade im ver­stan­des­be­ton­ten Deutsch­land wird die Tat­sa­che, dass ein­fa­ches Hand­auf­le­gen aus­rei­chen soll, um Hei­lung zu erzeu­gen, häu­fig als Belei­di­gung für den Ver­stand auf­ge­fasst. Das Ein­fa­che wird gering geschätzt, und man ver­traut lie­ber der XYZ-Methode, die auf­wen­dige Prak­ti­ken, die Ver­wen­dung von zahl­rei­chen Gerä­ten und metho­di­sches Vor­ge­hen umfasst, als aus­ge­rech­net dem sim­plen Hand­auf­le­gen. In eini­gen ande­ren Län­dern ist man da schon wei­ter, schaut ein­fach auf die Ergeb­nisse, die erzielt wer­den, und sagt sich "Na ja, wenn es funk­tio­niert …"
In Deutsch­land greift die­ses Den­ken dage­gen nur lang­sam und tut sich schwer, gegen die immense Igno­ranz zahl­rei­cher Inter­es­sen­grup­pen und Ver­bände Stand zu hal­ten. Dabei liegt es doch eigent­lich – im wahrs­ten Sinne des Wor­tes – "auf der Hand", dass das Hand­auf­le­gen ein heil­sa­mes Tun ist. Jeder kennt die Geste der Mut­ter, die ihrem Kind instink­tiv die Hand auf­legt, wenn es wei­nend zu ihr kommt. Und jeder legt sich sogar sel­ber instink­tiv die Hände auf den Bauch, sobald ihn Bauch­schmer­zen pla­gen. Nur besteht inter­es­san­ter­weise meist kei­ner­lei Ver­trauen darin, dass dies tat­säch­lich und mit Nach­druck hel­fen könnte.

Was in der aktu­el­len Situa­tion, in der wir uns mit Reiki befin­den, Not tut, ist ein neues Selbst­be­wusst­sein als Basis für ein erfolg­rei­ches Wir­ken für die Eta­blie­rung von Reiki als eine all­ge­mein aner­kannte Heil­kunst. Dazu gehört, dass gege­be­nen­falls – ob nun aktiv oder in Reak­tion auf das Gesche­hen – auch ein­mal "Nägel mit Köp­fen" gemacht wer­den und, nach wohl­über­leg­ter Pla­nung und in Abstim­mung mit ande­ren Reiki-Praktizierenden, eine ein­mal fest­ge­legte Hand­lungs­weise auch prag­ma­tisch und ziel­ge­rich­tet umge­setzt wird. Diese sollte sich dann aller­dings wohl­ge­merkt nicht gegen "die eige­nen Rei­hen" rich­ten – zu lange schon haben wir uns in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch Gra­ben­kämpfe gegen­sei­tig geschwächt.
Im übri­gen sollte auch davon abge­se­hen wer­den, sich mit Sprü­chen wie "Letzt­lich zählt doch nur Licht und Liebe" oder "Wir sind schließ­lich alle eins" aus der Affäre zu zie­hen. Diese Sicht­wei­sen haben natür­lich einen wah­ren Kern, tau­gen aber wenig im "Tages­ge­schäft", mit dem wir alle mehr oder weni­ger kon­fron­tiert sind.

Es ist mein Ein­druck, dass mitt­ler­weile die Zei­chen welt­weit auf "Erdung" ste­hen. Nach Jahr­tau­sen­den des Rück­zugs spi­ri­tu­ell Prak­ti­zie­ren­der und geis­tig Hei­len­der in die Berge und Klös­ter geht es nun offen­bar um die von den meis­ten als so schmerz­lich emp­fun­dene Ein­brin­gung der Spi­ri­tua­li­tät, des Geis­ti­gen in die Gesell­schaft, in die per­sön­li­chen Umstände, in das täg­li­che Leben. Die­ser Pro­zess der Erdung ist momen­tan bei den meis­ten spi­ri­tu­el­len und geis­ti­gen Dis­zi­pli­nen zu beob­ach­ten, und er gilt auch für Reiki.
Um dies­be­züg­lich voran zu kom­men, wäre es sicher­lich von Vor­teil, wenn wir uns zunächst ein­mal unter­ein­an­der wie­der bes­ser ver­ste­hen ler­nen. Es gilt, wie ich meine, jetzt los­zu­las­sen von die­ser "Ich-fühle-mich-persönlich-betroffen-und-verletzt-von-dem-was-der-und-der-mit-Reiki-tut"-Schiene und dem häu­fig hoh­len "Licht-und-Liebe"-Geplauder, das doch nur dazu führt, dass man in sei­nem Elfen­bein­turm ver­harrt. Was jetzt hel­fen kann ist, sich gegen­sei­tig wie­der Ach­tung ent­ge­gen zu brin­gen und auf­ein­an­der zuzu­ge­hen.
Ange­sichts der mitt­ler­weile nahezu unüber­schau­bar gewor­de­nen Viel­zahl von Reiki-Stilen und Reiki-Anwendungsarten plä­diere ich – in Anleh­nung an den Begriff "inter­re­li­giö­ser Dia­log" – für einen "inter­sti­liö­sen" Dia­log.
Wir alle tei­len die Fähig­keit, uns sel­ber und ande­ren uni­ver­selle Lebens­en­er­gie per Hand­auf­le­gen zu über­mit­teln!
Wir alle sind hierzu durch Ein­wei­hun­gen befä­higt wor­den, die ein Reiki-Meister bei uns vor­ge­nom­men hat!
Dar­aus ergibt sich die Tat­sa­che, dass jeder von uns Teil einer spi­ri­tu­el­len Linie, einer Abstam­mungs­li­nie ist!
Ver­folgt man diese Linie weit genug zurück, tref­fen wir uns alle – ohne Aus­nahme – bei Dr. Usui!

Reiki heilt jeden In Anleh­nung an die Worte Frank Arjava Pet­ters, der in der Ein­füh­rung zum "Reiki-Kompendium" schreibt, Reiki heilt "den Hindu, den Chris­ten, den Bud­dhis­ten, den Mus­lim und den Juden, wo immer er lebt und was immer er tut"(74), möchte ich sagen: Reiki heilt den Meis­ter und den Schü­ler, Reiki heilt den­je­ni­gen, der sich täg­lich die Hände auf­legt und den­je­ni­gen, der sich sel­ten die Hände auf­legt, Reiki heilt das Mit­glied der Reiki Alli­ance und das Mit­glied der TRTIA, Reiki heilt den­je­ni­gen, der Karuna-Reiki prak­ti­ziert, und den­je­ni­gen, der Rainbow-Reiki prak­ti­ziert, Reiki heilt den­je­ni­gen, der den zwei­ten Grad hat wie auch den­je­ni­gen, der fünf Grade hat, Reiki heilt den­je­ni­gen, der drei Sym­bole ver­wen­det, wie auch den­je­ni­gen, der zehn Sym­bole ver­wen­det, und ich möchte uns allen abschlie­ßend, nicht ohne Augen­zwin­kern, die fol­gen­den (Lebens)regeln ans Herz legen:

1. Gerade heute, ärgere dich nicht über andere Reiki-Praktizierende.
2. Gerade heute, sorge dich nicht um Reiki.
3. Ehre Reiki-Ausübende ande­rer Rich­tun­gen, Stile und Anwen­dungs­for­men.
4. Ver­diene dein Reiki ehr­lich.
5. Sei dank­bar für jeden Reiki-Anwender.

Auf gegen­sei­tige Tole­ranz und Ach­tung, in gesun­dem Selbst­be­wusst­sein bezüg­lich der eige­nen Posi­tion und in Wür­di­gung der Posi­tion ande­rer!
Wir haben es in den Hän­den.

Anmerkungen/Fußnoten:

1 Furu­moto, Phyl­lis (with Bar­bara McDa­niel): »The work of a Lineage Bea­rer. My Reiki-Story – Part 2« in: Reiki Maga­zine Inter­na­tio­nal, vol. 2, no. 6, Dec 2000/Jan 2001, S.5 / siehe auch: Mit­chell, Paul: »Von Hawayo Takata bis zur Gegen­wart« in: DAO Reiki-Sonderheft 2, August 1996, S. 14

2 s.o.

3 Mit­chell, Paul: »Von Hawayo Takata bis zur Gegen­wart« in: DAO Reiki-Sonderheft 2, August 1996, S. 14

4 s.o.

5 Hawayo Takata erhielt ihre Ein­wei­hung zur Reiki-Meisterin von Chu­jiro Haya­shi im Jahre 1938 (siehe z. B.: Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: Das Reiki-Kompendium, Ait­rang 2000, S. 298 / Kopie von Hawayo Taka­tas Reiki-Zertifikat). Im Jahre 1976 weihte Hawayo Takata ihre erste Reiki-Meisterin, Vir­gi­nia Sam­dahl, ein (Lazonby, Barbi: »Vir­gi­nia Sam­dahl« in: Reiki Maga­zine Inter­na­tio­nal, vol. 2, no. 6, Dec 2000/Jan 2001, S. 16).

6 Podi­ums­dis­kus­sion »Reiki – die umstrit­tene Erb­schaft des Dr. Usui« mit Jür­gen Kind­ler, Wal­ter Lübeck, Jupp Hil­ger, Graf Key­ser­lingk, Edwin Zim­merli und einem Abge­sand­ten von Eckard Strohm am 16.02. 1996 im Zeitlos-Zentrum, Ber­lin

7 Klatt, Oli­ver: »Medi­cine Dharma Reiki« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2001, S. 8 (Rubrik: Reiki News)

8 s.o./vgl. zur Geschichte der Wie­der­ent­de­ckung: Kind­ler, Jür­gen: »Die japa­ni­schen Ursprünge von Reiki« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/1999, S. 11f / vgl. zu den bud­dhis­ti­schen Schrif­ten, auf denen Medi­cine Dharma Reiki basiert: Horan, Paula: »Die 14 Lebens­re­geln der eso­te­ri­schen Reiki-Praxis« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/2001, S. 25ff

9 Kuhl, Nor­bert: Bis­lang unver­öf­fent­lich­ter Text zu Karuna-Reiki, der dem Reiki Maga­zin vor­liegt

10 Zim­merli, Edwin: »Rei-Ki-Balancing(r). Die Reiki-Kraft in der Erd­ver­bin­dung. Von der Spi­ri­tua­li­tät zur Ganz­heit.« in: Wege & Visio­nen, Aus­gabe 2/1996, S. 7ff

11 Inter­view mit Frank A. Pet­ter (»Usuis Erbe«) in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2000, S. 11f

12 Pet­ter, Frank Arjava: »Das Reiki Feuer«, Ait­rang 1997; »Reiki. Das Erbe des Dr. Usui«, Ait­rang 1998 – Dr. Mikao Usui und Frank Pet­ter (Hrsg.): »Ori­gi­nal Reiki-Handbuch des Dr. Mikao Usui«, Ait­rang 1999 – Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000

13 Dehmke-Langhammer, Ruth: Bis­lang unver­öf­fent­lich­ter Text zu den Semi­na­ren Don Alex­an­ders, der dem Reiki Maga­zin vor­liegt

14 Zitat Wal­ter Lübeck in: Klatt, Oli­ver: »Die Reiki-Bücher von Wal­ter Lübeck« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/1999, S. 37

15 s.o., S. 39

16 Pro­spekt der Reiki Asso­cia­tion Inter­na­tio­nal (RAI) aus dem Jahre 1996 (lag aus bei der Podi­ums­dis­kus­sion »Reiki – die umstrit­tene Erb­schaft des Dr. Usui«, siehe Anmer­kung 6)

17 Ray, Bar­bara: »Der >Reiki< Fak­tor«, Mün­chen 1994, S. 64f / vgl.: Wolf, Ulrike: »Die Radiance Tech­nik«, Mün­chen 1999

18 s.o.

19 s.o., S. 211ff

20 Kind­ler, Jür­gen: »Die japa­ni­schen Ursprünge von Reiki« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/1999, S. 10 / vgl.: Frew, Jim: »Jour­ney of a Reiki Lineage. Reiki Jin Kei Do« in: Reiki Maga­zine Inter­na­tio­nal, vol. 3, no. 2, April/May 2001, S. 17ff / vgl.: Falk, Jay Arjan: »Reiki: Ver­ra­ten und ver­kauft« in: Wege und Visio­nen, Aus­gabe 5/1997, S. 29

21 siehe Anmer­kung 12

22 Inter­view mit Frank A. Pet­ter (»Usuis Erbe«) in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2000, S. 14 / vgl.: Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 13ff

23 Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 23

24 vgl.: Inter­view mit Ursula Klinger-Omenka (»Reiki mit Edel­stei­nen«) in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/2001, S. 14ff

25 vgl.: Bind-Klinger, Anita: »Aura-Soma, Bach­blü­ten und Reiki«, Gra­fing 1998

26 Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 75ff, S. 81ff, S. 85ff

27 vgl.: Falk, Jay Arjan: »Reiki: Ver­ra­ten und ver­kauft« in: Wege und Visio­nen, Aus­gabe 5/1997, S. 29

28 Furu­moto, Phyl­lis: »Das Reiki-Rad/Wheel of Reiki« in: Reiki Info (Schwei­zer Reiki Maga­zin, das mitt­ler­weile sein Erschei­nen ein­ge­stellt hat), Aus­gabe 1/1995, S. 6–7

29 Furu­moto, Phyl­lis: »Die neun Ele­mente des Usui-Systems« in: DAO Reiki-Sonderheft 2, August 1996, S. 22–25

30 Furu­moto, Phyl­lis: »Das Reiki-Rad/Wheel of Reiki« in: Reiki Info, Aus­gabe 1/1995, S. 7

31 Mit­chell, Paul: »Reiki – die Ener­gie, das System« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/2000, S. 10

32 Pet­ter, Frank Arjava: »Das Reiki Feuer«, Ait­rang 1997, S. 36ff

33 »MEP – Mas­ter Edu­ca­tion Pro­gramm. Initia­tion is not the end; it is the begin­ning of the Reiki mas­ter path« in: Reiki Maga­zine Inter­na­tio­nal, vol. 5, no. 5, June/July 2000, S. 32–33

34 z.B. die in den fol­gen­den Büchern ent­hal­te­nen Fak­ten bezüg­lich der Reiki-Geschichte: Pet­ter, Frank Arjava: »Das Reiki Feuer«, Ait­rang 1997; »Reiki. Das Erbe des Dr. Usui«, Ait­rang 1998 – Dr. Mikao Usui und Frank Pet­ter (Hrsg.): »Ori­gi­nal Reiki-Handbuch des Dr. Mikao Usui«, Ait­rang 1999 – Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000/siehe auch Anmer­kung 46

35 Kind­ler, Jür­gen: »Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 3/1998, S. 26

36 Furu­moto, Phyl­lis: »Kein Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/1999, S. 32

37 Kind­ler, Jür­gen: »Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 3/1998, S. 26

38 Furu­moto, Phyl­lis: »Kein Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/1999, S. 32

39 Kind­ler, Jür­gen: »Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 3/1998, S. 26

40 s.o., S. 27

41 Furu­moto, Phyl­lis: »Kein Reiki auf Lizenz« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/1999, S. 33

42 s.o., S. 34

43 s.o.

44 s.o., S. 33

45 Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000,

46 s.o., S. 13ff. Diese Fest­stel­lung steht im Wider­spruch zu den z. B. im Blauen Buch der Reiki Alli­ance (deut­sche Fas­sung, S. 13) sowie in »Die Geschichte von Hawayo Takata« (Helen J. Haberly, USA 1991, Arche­digm Publi­ca­ti­ons, S. 2) wie­der­ge­ge­be­nen Infor­ma­tio­nen, dass Dr. Usui christ­li­cher Pries­ter bzw. Christ gewe­sen sei, und die den Ein­druck ver­mit­teln, er habe pri­mär einen christ­li­chen Hin­ter­grund gehabt. Beide Publi­ka­tio­nen sind von Meis­tern erstellt wor­den, die von Hawayo Takata ein­ge­weiht wur­den.

47 s.o., S. 14f, S. 17

48 s.o., S. 35

49 s.o., S. 17

50 s.o., S. 35

51 s.o., S. 15

52 s.o., S. 299 (Kopie eines Infor­ma­ti­ons­blat­tes zu Reiki-Seminaren mit Hawayo Takata)

53 s.o., S. 14ff

54 s.o., S. 20

55 s.o., S. 35

56 s.o., S. 19f

57 vgl. Anmer­kung 5

58 Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 20

59 s.o., S. 50ff

60 s.o., S. 57

61 s.o., S. 52

62 siehe z.B.: Kirch, Doris: »Reiki auf Kran­ken­schein?« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/2001, S. 42–43

63 Lübeck, Wal­ter / Pet­ter, Frank Arjava / Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 268

64 Inter­view mit Satyam S. Kath­rein (»Reiki in Kli­ni­ken«) in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2001, S. 16–19

65 Schneider-Damm, Dag­mar: »Kuren mit der uni­ver­sel­len Ener­gie« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/1998, S. 28–29 / vgl.: Abe­ling, Marion: »Wo geht`s hier zur Reiki-Klinik?« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/2000, S. 72–73

66 Blank, Ruth: »Reiki in der Pflege – ein Pro­jekt­ver­such« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 3/2001, S. 22–25 / siehe auch: Inter­view mit Telse Dan­ker (»Reiki im ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst«) in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 3/1997, S. 36–41

67 z.B.: Andritzky, Wal­ter: »Reiki und das `infor­melle Gesund­heits­sys­tem´« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/1999, S. 8–14

68 Inter­view mit Mar­tin Ouwer­kerk (»Reiki-Meister und For­scher«) in zwei Tei­len: Teil 1 in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 1/2001, S. 20–24; Teil 2 in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2001, S. 26–29 / vgl.: Mit­gaard de Water­loo, Tove: »Reiki et Photo Kir­lian« in: Info Reiki (Fran­zö­sisch­spra­chi­ges Reiki Maga­zin, das mitt­ler­weile sein Erschei­nen ein­ge­stellt hat), Numéro 9, Jan­vier 1999

69 Kind­ler, Jür­gen: »Reiki in den Medien« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/2000, S. 30f

70 Abe­ling, Marion: »Reiki im Ram­pen­licht« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/2000, S. 32–35

71 Kind­ler, Jür­gen: »Reiki in den Medien« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 4/2000, S. 31

72 Klatt, Oli­ver: »Neues Urteil zu Reiki« in: Reiki Maga­zin, Aus­gabe 2/2001, S. 8 (Rubrik: Reiki-News)

73 Lübeck, Walter/Petter, Frank Arjava/Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 256

74 Lübeck, Walter/Petter, Frank Arjava/Rand, Wil­liam Lee: »Das Reiki-Kompendium«, Ait­rang 2000, S. 8f

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