Psy­chi­sche und phy­si­sche Trau­mata hei­len
Die scha­ma­ni­sche Methode der See­len­rück­füh­rung

Seit den 80-er Jah­ren arbei­tet die ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­gin San­dra Inger­man mit der scha­ma­ni­schen Methode der See­len­rück­füh­rung, um kör­per­li­che und psy­chi­sche Trau­mata oder Belas­tun­gen zu hei­len. Scha­ma­nen gehen davon aus, dass Teile der Seele sich in dra­ma­ti­schen Situa­tio­nen vom Kör­per tren­nen, um den damit ver­bun­de­nen Schmerz nicht spü­ren zu müs­sen. Um diese See­len­teile wie­der zu fin­den, gehen sie auf eine spi­ri­tu­elle Reise und arbei­ten mit geis­ti­gen Hel­fern.

Seit den 80-er Jah­ren arbei­tet die ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­gin San­dra Inger­man mit der scha­ma­ni­schen Methode der See­len­rück­füh­rung, um kör­per­li­che und psy­chi­sche Trau­mata oder Belas­tun­gen zu hei­len. Scha­ma­nen gehen davon aus, dass Teile der Seele sich in dra­ma­ti­schen Situa­tio­nen vom Kör­per tren­nen, um den damit ver­bun­de­nen Schmerz nicht spü­ren zu müs­sen. Um diese See­len­teile wie­der zu fin­den, gehen sie auf eine spi­ri­tu­elle Reise und arbei­ten mit geis­ti­gen Hel­fern. Wie eine See­len­rück­füh­rung funk­tio­niert, was den Ver­lust von See­len­tei­len aus­lö­sen kann und wie man mit See­len­dieb­stahl umgeht, erklärt San­dra Inger­man im nach­ste­hen­den Gespräch mit Visionen-Redakteurin Clau­dia Höt­zen­dor­fer.

Was bedeu­tet es, einen Teil der Seele zu ver­lie­ren?
Die Seele ist unsere Essenz. Sie ist ein Teil unse­res Lebens, die uns Vita­li­tät gibt. Wenn wir unter einer emo­tio­nel­len oder kör­per­li­chen Belas­tung lei­den, ver­lässt aus scha­ma­ni­scher Sicht ein Teil unse­rer Seele den Kör­per. Psy­cho­lo­gen nen­nen das Asso­zia­tion. Das ist im Grunde etwas Posi­ti­ves, denn es ist eine Art Über­le­bens­me­cha­nis­mus. Die Seele ver­lässt den Kör­per, wäh­rend der Schmerz lang­sam ver­geht. Die Scha­ma­nen glau­ben, dass aber der See­len­teil nach dem dra­ma­ti­schen Ereig­nis nicht mehr selb­stän­dig zurück­keh­ren kann. Nur eine andere Per­son kann auf der spi­ri­tu­el­len Ebene nach ihm suchen und zurück­brin­gen.
Wie läuft eine Sit­zung ab?
Jeder arbei­tet etwas anders, so kann ich nur sagen, wie ich es mache: Wenn ein Kli­ent zu mir kommt, spre­chen wir über das Pro­blem. Dabei müs­sen wir nicht ins Detail gehen. Ich muss nur so viel wis­sen, dass meine spi­ri­tu­el­len Hel­fer (Spi­rits) auf die Suche nach dem ver­lo­re­nen See­len­teil gehen kön­nen. Wüsste ich mehr, würde es meine Arbeit mit den Spi­rits nur behin­dern. Als Basis brau­che ich nur die Infor­ma­tion, was sich nach Mei­nung des Kli­en­ten in sei­nem Leben nicht rich­tig anfühlt. Das kön­nen Bege­ben­hei­ten und Sze­nen sein, die er immer wie­der durch­lebt. Ich erkläre ihm danach, was ihn erwar­tet. Er muss sich wohl mit mir und der Situa­tion füh­len.
Daran schließt sich meine Vor­be­rei­tung an. Ich sorge dafür, dass mein eige­nes Ego die Arbeit nicht behin­dert. Denn ich bin nur ein Vehi­kel für die uni­ver­selle Ener­gie des Hei­lens. Ich lege mich dann neben mei­nen Kli­en­ten und höre auf scha­ma­ni­sche Trom­meln, um meine Reise zu begin­nen. Wenn ich meine hel­fen­den Geis­ter getrof­fen habe, folge ich ihnen auf die Suche nach den ver­lo­ren gegan­ge­nen See­len­tei­len.
Die­ser Vor­gang ver­langt sehr viel Kon­zen­tra­tion. Es ist auch nicht gesagt, dass wir die Seele gleich beim ers­ten Mal fin­den wer­den oder gleich in die Rea­li­tät der dies­sei­ti­gen Welt zurück­brin­gen kön­nen. Wenn es aber mög­lich ist, dann blase ich die Ener­gie die­ser see­li­schen Essenz ins Herz und ins Kro­nen­cha­kra des Kli­en­ten. Danach kehre ich selbst wie­der von der ande­ren Ebene zurück und berichte dem Kli­en­ten, was ich auf der spi­ri­tu­el­len Reise erlebt habe. Ich bekomme oft auf der spi­ri­tu­el­len Ebene bereits Infor­ma­tio­nen über das emo­tio­nale oder kör­per­li­che Drama, das die Per­son durch­lebt hat. Was meine Hel­fer ver­su­chen zurück zu brin­gen, ist nicht die Erin­ne­rung an das, was wäh­rend des Dra­mas pas­siert ist, son­dern das Geschenk der Stärke, die ihr hilft, diese Erleb­nisse end­gül­tig zu ver­ar­bei­ten.

Wie berei­ten Sie Ihre Kli­en­ten auf die Sit­zung vor und was pas­siert mit ihnen danach?
Nach­dem mein ers­tes Buch zum Thema See­len­rück­füh­rung 1991 erschie­nen war, wuss­ten die meis­ten, die zu mir für eine See­len­rück­füh­rung kamen, was sie erwar­ten wird. Andere hat­ten von Kli­en­ten gehört, wie der Pro­zess abläuft. In den 80-er Jah­ren, bevor ich das Buch schrieb, musste ich erst erklä­ren, was Scha­ma­nis­mus ist und was ein See­len­ver­lust bedeu­ten kann. Das heißt, ich brauchte sehr viel Zeit, um den Leu­ten einen Ein­blick in meine Arbeit zu geben. In Ame­rika und inzwi­schen auch gro­ßen Tei­len Euro­pas sind die Leute so erfah­ren, weil es zahl­rei­che Ver­öf­fent­li­chun­gen zum Scha­ma­nis­mus gibt. Des­halb kon­zen­triert sich meine Vor­be­rei­tung in der Regel dar­auf, dass die Per­son sich mit mir wohl fühlt, bevor ich ihr die vita­li­sierte Seele wie­der ins Herz bla­sen kann. In scha­ma­ni­schen Kul­tu­ren sind der Scha­mane und seine Arbeit allen bekannt. In mei­ner Pra­xis habe ich es in der Regel mit Frem­den zu tun. Des­halb ist es extrem wich­tig, dass sie sich bei dem Prak­ti­zie­ren­den wohl füh­len.
Wir unter­hal­ten uns dazu etwas über das Leben des Kli­en­ten und danach erkläre ich, dass ich meine Reise allein antrete und von dort die ver­lo­re­nen See­len­teile zurück­brin­gen und sie ins Herz und ins Kro­nen­cha­kra ein­bla­sen werde; dass ich auch danach für ihn da bin. Beson­ders in den USA gibt es viele Miss­brauchs­fälle und es ist wich­tig, dass sich die Kli­en­ten sicher bei mir und mit der Methode füh­len. Ich sage ihnen auch, dass ich Infor­ma­tio­nen zurück­brin­gen werde, die mir die geis­ti­gen Hel­fer auf der spi­ri­tu­el­len Ebene geben. Ein Groß­teil die­ser Infor­ma­tio­nen wird weni­ger um das gehen, was wirk­lich pas­siert ist, als davon han­deln, wie das Pro­blem geheilt wer­den kann.

Wie kann ich her­aus­fin­den, dass ich mit einem guten The­ra­peu­ten arbeite?
Inzwi­schen gibt es auch Ansprech­part­ner der Foun­da­tion of Shama­nic Stu­dies in Europa, wie zum Bei­spiel Carlo Zum­stein in der Schweiz. Von ihm oder mir kann man Adress­lis­ten von Prak­ti­zie­ren­den bekom­men, deren Arbeit ich kenne. Sie haben mir Fall­stu­dien zuge­schickt und so konnte ich mir eine Mei­nung bil­den. Carlo Zum­stein ist da auch sehr vor­sich­tig, wen er auf die Lis­ten setzt. Wir legen beide beson­de­ren Wert dar­auf, die Leute zu ken­nen, die wir auf­grund ihrer guten Arbeit wei­ter emp­feh­len.

Der Ver­lust von See­len­tei­len ist ein natür­li­cher Mecha­nis­mus, wie Sie sagen. Gibt es eine Mög­lich­keit, sich davor zu schüt­zen, oder anders gefragt, muss man sich davor schüt­zen?
Meis­tens kann man nichts dage­gen tun. Neh­men wir einen Auto­un­fall. Der letzte Ort, an dem ich im Moment des Zusam­men­pralls sein will, ist mein Kör­per. Meine Psy­che schützt sich so vor die­sem Augen­blick. Ähn­lich ist es im Krieg, wäh­rend Natur­ka­ta­stro­phen, bei einem Brand, bei Über­fäl­len oder jed­we­der Form von Miss­brauch. Es ist ein ganz natür­li­cher Pro­zess, sich in die­sen Momen­ten zurück­zu­zie­hen, um den Schmerz nicht spü­ren zu müs­sen. Aber auch der Ver­lust eines gelieb­ten Men­schen durch den Tod oder eine Schei­dung kön­nen Aus­lö­ser für einen See­len­ver­lust sein.

Sie haben vor­hin beschrie­ben, wie eine Sit­zung abläuft. Ist die­ser Ablauf immer gleich?
Nein – denn Scha­ma­nis­mus ist ein System direk­ter Offen­ba­rung. Der Scha­mane geht außer­dem eine Part­ner­schaft mit sei­nen geis­ti­gen Hel­fern ein. Bevor er etwas tut, kon­sul­tiert er die Spi­rits, um ihnen zu sagen, wor­über der Kli­ent klagt, um sie um Hilfe zu bit­ten. Ich gebe bei­spiels­weise Kli­en­ten auch Rituale an die Hand, die sie allein durch­füh­ren kön­nen. Das ist nur eine Form mei­ner Arbeit.
Ich muss sagen, dass heut­zu­tage viele Men­schen sehr gut infor­miert sind, weil viele meine Bücher gele­sen haben. Sie gehen dann zu einem Prak­ti­ker und sagen klar, was sie brau­chen. Das kann aller­dings auch das Gegen­teil bewir­ken. Manch­mal kom­men Leute in meine Pra­xis und sagen: "Ich habe einen See­len­ver­lust auf­grund die­ser oder jener Bege­ben­heit in mei­nem Leben erlit­ten." Wenn ich dann meine Hel­fer um Rat frage, sagen sie: "Es hört sich so an, als sei das der Grund, aber das ist es nicht, was pas­siert ist." Wir ver­su­chen oft, eine logi­sche Erklä­rung für Ereig­nisse in unse­rem Leben zu fin­den. Aber es ist dann die Auf­gabe des scha­ma­ni­schen Prak­ti­zie­ren­den, die wah­ren Gründe auf­zu­de­cken.

Kann ich eine See­len­rück­füh­rung auch selbst durch­füh­ren?
Aus scha­ma­ni­scher Sicht brau­chen Sie jeman­den, der das für Sie macht. Wir leben in einer Zeit, in der jeder sich selbst hei­len will. Ich sage den Leu­ten immer: "Natür­lich kön­nen Sie es ver­su­chen. Rei­sen Sie allein und ver­su­chen Sie den ver­lo­re­nen See­len­teil zurück­zu­brin­gen. Aber ich fand her­aus, dass in den meis­ten Fäl­len die Leute weder sehen konn­ten, wo ihre Seele ist, noch die See­len­teile selbst zurück­ho­len konn­ten. Es gibt viele Men­schen, die von einer spon­ta­nen See­len­rück­kehr spre­chen, die in einem Traum oder wäh­rend einer scha­ma­ni­schen Reise vor sich ging. Es ist ein sehr gro­ßes Geschenk, wenn so etwas pas­siert. Wenn mich also Leute dar­auf anspre­chen, ob sie es allein ver­su­chen kön­nen, rate ich ihnen, es zu ver­su­chen, aber wenn es nicht klappt, jeman­den auf­zu­su­chen, der ihnen dabei hilft.

Sie schrei­ben in Ihren Büchern, dass man auch bewusst oder unbe­wusst See­len­teile eines Men­schen steh­len kann. Wie kann ich wis­sen, dass ich gerade dabei bin, See­len­stü­cke zu sam­meln?
Wenn Sie jemand sind, der sich schon mit scha­ma­ni­scher Arbeit aus­kennt, kön­nen Sie auf einer Visi­ons­reise ihre geis­ti­gen Hel­fer danach fra­gen. Wenn Sie Teile einer ande­ren Seele fin­den, dann gibt es ein ein­fa­ches Ritual, um sie dem Besit­zer zurück­zu­ge­ben. Es ist so, dass der See­len­dieb­stahl ein Teil des Lebens und vor allem unse­res Fami­li­en­sys­tems ist. Des­halb gibt es kei­nen Grund, sich schul­dig zu füh­len, denn auf die eine oder andere Art neh­men wir alle See­len­teile von ande­ren Men­schen. Des­halb geht es mehr darum zu ler­nen, wie wir mit Men­schen auf einem psy­chi­schen Level umge­hen kön­nen, so dass wir unser Ver­hal­ten ihnen gegen­über ver­än­dern kön­nen. Ich zeige den Leu­ten in mei­nen Work­shops, wie man auf eine scha­ma­ni­sche Reise gehen und her­aus­fin­den kann, ob man sich eine Samm­lung von See­len­tei­len ande­rer Men­schen ange­legt hat, sich danach aber nicht schul­dig zu füh­len, son­dern die geis­ti­gen Füh­rer um Hilfe zu bit­ten, wie wir sie wie­der ins Uni­ver­sum aus­sen­den kön­nen. Wir wol­len sie nicht an die Per­son zurück­ge­ben, der wir sie gestoh­len haben. Denn es ist mög­lich, dass sie gar nicht bereit dazu ist. Des­halb ist es bes­ser, die See­len in die schüt­zen­den Arme des Uni­ver­sums frei­zu­las­sen, das auf sie Acht geben wird.

Wie kann ich mich selbst vor dem See­len­dieb­stahl eines ande­ren schüt­zen?
Wenn Ihnen See­len­teile ent­zo­gen wer­den, ist es nicht so, dass Sie sich müde füh­len oder plötz­lich nicht mehr gut schla­fen kön­nen. Trotz­dem gibt es nichts, wovor Sie Angst haben müss­ten. Grund­sätz­lich kön­nen Sie erklä­ren, dass sie nicht gewillt sind, Ihre See­len­teile jemand ande­rem zu geben. Aller­dings ist es in vie­len Bezie­hun­gen, beson­ders in Lie­bes­be­zie­hun­gen, üblich, einen See­len­teil abzu­ge­ben. Müt­ter geben See­len­teile an ihre Kin­der. Psy­cho­the­ra­peu­ten über­neh­men See­len­teile ihrer Kli­en­ten. Aus scha­ma­ni­scher Sicht ist der ein­fachste Weg, sich davor zu schüt­zen, die geis­ti­gen Hel­fer um Unter­stüt­zung zu bit­ten. Beson­ders, wenn Sie sich in einem öffent­li­chen Raum befin­den. Sie geben Ihnen Kraft, so dass sich nie­mand an ihrer Seele bedie­nen kann. Ein Tipp, den ich geben kann, ist: Sehen Sie sich ein­fach von einer schüt­zen­den blauen Hülle umge­ben, wenn Sie in die Öffent­lich­keit gehen oder mit Men­schen zu tun haben, von denen Sie glau­ben, sie könn­ten Ihre Seele steh­len. Beson­ders aber, wenn Sie jeman­dem hel­fen wol­len.

Funk­tio­niert die See­len­rück­füh­rung auch mit Tie­ren?
O ja – sogar sehr gut. Es gibt sogar sehr viele Leute in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, die sich dar­auf spe­zia­li­siert haben.

Wie funk­tio­niert das?
Nicht sehr viel anders als beim Men­schen. Die See­len­rück­füh­rung funk­tio­niert sehr gut auf Dis­tanz. Das ist auch die Basis, auf der viele mit Tie­ren arbei­ten. Aber ganz gleich, ob man nun aus der Ferne oder Nähe mit Tie­ren arbei­tet, man braucht trotz­dem immer ihr Ein­ver­ständ­nis. Das kann man bei­spiels­weise auf einer spi­ri­tu­el­len Reise ein­ho­len, auf der man das Tier trifft. Tiere und Kin­der rea­gie­ren sofort auf scha­ma­ni­sche Arbeit. Weil sie noch offe­ner sind.

Dar­aus ent­nehme ich, dass es einen Unter­schied gibt, wenn Sie mit Erwach­se­nen oder Kin­dern arbei­ten?
Ja – Erwach­sene sind häu­fig defen­siv. Kin­der hin­ge­gen sind neu­gie­rig und offe­ner scha­ma­ni­schen Metho­den gegen­über. Sie sehen noch Geis­ter. Wenn ich einem Kind sage, ich bringe dir einen Teil dei­ner Seele zurück, um sie wie­der ganz zu machen, weiß es sehr genau, wovon ich rede. Es sagt mir dann sogar genau, wo ich das ver­lo­rene Teil hin­pa­cken soll (lacht). Meist ist es auch leich­ter, mit Kin­dern zu arbei­ten, weil man nicht so weit in ihrem Leben zurück­ge­hen muss.

Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.81 von 5.00) durch 22 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.