Pras­sen für die Zukunft

Ein­kau­fen gehen und die Wirt­schaft ankur­beln wäre gut. Fürs Alter spa­ren auch. Am bes­ten wäre es, bei­des zu tun, dach­ten sich zwei Ham­bur­ger. Und ent­wi­ckel­ten die Ren­ten­card.

Ein­kau­fen gehen und die Wirt­schaft ankur­beln wäre gut. Fürs Alter spa­ren auch. Am bes­ten wäre es, bei­des zu tun, dach­ten sich zwei Ham­bur­ger. Und ent­wi­ckel­ten die Ren­ten­card.

Ken­nen gelernt haben sie sich beim Jog­gen an der Als­ter. Joa­chim Busch, 68, ist gelern­ter Bank­kauf­mann und hat lange ein Deli­ka­tes­sen­ge­schäft geführt. Weil er sich für den Ruhe­stand noch zu jung fühlt, arbei­tet er drei Tage die Woche in einer Kaf­fee­rös­te­rei an der Ham­bur­ger Möncke­berg­straße. Andreas Czech, 42, ist Tex­ter mit lang­jäh­ri­ger Erfah­rung in der Mode­bran­che und schreibt unter ande­rem Come­dies fürs Fern­se­hen.
Zwei unter­schied­li­che, aber glei­cher­ma­ßen agile Her­ren, die ins Gespräch kamen. Über die übli­chen The­men: die schlechte Stim­mung im Lande, der damit ein­her­ge­hende Geiz der Leute und die hilf­lo­sen Ver­su­che von Wirt­schaft und Poli­tik gegen­zu­steu­ern? Ließe sich da nicht etwas machen?

Busch: "Im Grunde ist es ein psy­cho­lo­gi­sches Pro­blem." Czech: "Wer sein Geld aus­gibt, hat ein schlech­tes Gewis­sen, weil es ihm spä­ter feh­len könnte. Wer sein Geld zusam­men­hält und flei­ßig fürs Alter spart, hat auch ein schlech­tes Gewis­sen, weil das zur wirt­schaft­li­chen Misere bei­trägt."

Man müsste ein Mit­tel fin­den, das schlechte Gewis­sen zu beru­hi­gen, dach­ten sich Busch und Czech. Und so keimte bei ihnen die Idee der Ren­ten­card, eine Kun­den­karte, mit der man ganz nor­mal ein­kau­fen kann. Doch ein bis drei Pro­zent des Umsat­zes flie­ßen zusätz­lich auto­ma­tisch auf das eigene Ren­ten­konto. Das könnte für jeden Kar­ten­in­ha­ber bei der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­ge­rich­tet wer­den, aber auch bei einer Bank oder einer Ver­si­che­rung. Einen Teil des Bonus sol­len die Fir­men spen­die­ren, die sich dem System anschlie­ßen, den ande­ren Teil die Kun­den selbst drauf­le­gen. Mit dem guten Gefühl, für die Zukunft zu pras­sen, fiele den Leu­ten der Griff ins Porte­mon­naie viel leich­ter, sind die Rentencard-Erfinder über­zeugt.

Weil sie es nicht bei der Idee belas­sen woll­ten, mach­ten sie sich an die Grün­dung einer Firma, die das Kon­zept bekannt machen soll. Poli­ti­ker aller Par­tien, die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung und Fir­men, für die das Kon­zept inter­es­sant sein könnte, haben sie bereits ange­schrie­ben. Die Ren­ten­card sei volks­wirt­schaft­lich sinn­voll, leicht ver­ständ­lich und ein gutes Mar­ke­ting­in­stru­ment, etwa für Han­dels­un­ter­neh­men. Zumal viele der übli­chen Kun­den­kar­ten "rela­tiv sinn­frei sind", wie Czech fin­det. "Es ist doch viel attrak­ti­ver, für die Rente zu tan­ken, als irgend­wel­che Bonus­punkte zu sam­meln", sekun­diert Busch.
Dass die Ein­füh­rung des Sys­tems nicht unauf­wän­dig wäre, wis­sen die bei­den natür­lich. Vor­her müss­ten eine Menge orga­ni­sa­to­ri­sche und juris­ti­sche Detail­pro­bleme gelöst wer­den – die aber prin­zi­pi­ell lös­bar sind, beto­nen Busch und Czech.
An ihnen soll es nicht lie­gen.….

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