Liebe als Grund­lage und Ziel des Lebens

Die Liebe ist nicht nur das wich­tigste, son­dern meist auch das pro­ble­ma­tischste Thema im Leben der Men­schen. Denn es ist doch merk­wür­dig, dass immer wie­der zwei Men­schen, die sich zuerst über alles lie­ben und den ernst­li­chen Wil­len haben, sich gegen­sei­tig 'den Him­mel auf Erden zu berei­ten', oft schon nach sehr kur­zer Zeit ins Gegen­teil ver­fal­len.

Die Liebe ist nicht nur das wich­tigste, son­dern meist auch das pro­ble­ma­tischste Thema im Leben der Men­schen.
Denn es ist doch merk­wür­dig, dass immer wie­der zwei Men­schen, die sich zuerst über alles lie­ben und den ernst­li­chen Wil­len haben, sich gegen­sei­tig "den Him­mel auf Erden zu berei­ten", oft schon nach sehr kur­zer Zeit ins Gegen­teil ver­fal­len.
Ebenso merk­wür­dig ist es, dass im Namen der Liebe sowohl die erha­bens­ten und bewun­de­rungs­wür­digs­ten Taten als auch die abscheu­lichs­ten Ver­ir­run­gen und Unta­ten gesche­hen. Ange­sichts all die­ser ver­wir­ren­den, ja sogar unsin­nig erschei­nen­den Tat­sa­chen müs­sen wir bestürzt fest­stel­len: Da stimmt doch etwas nicht – ent­we­der bei der Liebe oder bei den Men­schen. In der Tat, es stimmt weder das, was die Men­schen im all­ge­mei­nen unter "Liebe" ver­ste­hen, noch das, was sie viel­fach dar­aus machen, mit den Geset­zen des Natur­ge­sche­hens und der geis­ti­gen Erkennt­nis über­ein. Denn da es im Deut­schen nur die­ses eine Wort für die ver­schie­den­ar­tigs­ten Gefühle und Vor­gänge gibt, ver­lei­tet es viele Men­schen zu ver­häng­nis­vol­len Irr­tü­mern und Ver­wechs­lun­gen.
Gewiss ist letzt­lich alles, was über­haupt in Erschei­nung tritt, auf die eine gött­li­che Urmacht Liebe zurück­zu­füh­ren. Aber in unse­rem Lebens­be­reich gibt es so gegen­sätz­li­che Erschei­nungs­for­men die­ser Urmacht, dass man hier gar nicht sorg­fäl­tig genug unter­schei­den kann. Wie in vie­ler Hin­sicht war auch in die­sem Punkt das klas­si­sche Alter­tum vor­bild­lich. Die Grie­chen unter­schie­den drei Haupt­ar­ten von Liebe:

AGAPE, die spi­ri­tu­elle Liebe Das ein­zig wirk­lich Bestän­dige ist die­ser höchste Lie­bes­be­reich, die geis­tige Liebe. Denn das, was den Men­schen tat­säch­lich zum Men­schen macht, ist nicht nur das See­len­we­sen, son­dern der uni­ver­selle Geist in ste­tig fort­schrei­ten­der Erkennt­nis. Die­ser Geist ist aller­dings nicht zu ver­wech­seln mit intel­lek­tu­el­lem Ver­stan­des­den­ken und ratio­na­ler Begriff­lich­keit. Er ist viel­mehr der "Atem Got­tes", den der Schöp­fer dem "Erden­kloß" ein­hauchte und ihn damit erst zum Men­schen erweckte: das all­um­fas­sende Bewusst­sein, wel­ches das ganze Wesen durch­dringt und somit auch alles "Irra­tio­nale", das heißt alles Un-, Unter– und Über­be­wusste mit ein­schließt.
Geis­tige Erkennt­nis bedeu­tet somit: Die lie­bende Ver­schmel­zung von Erken­nen­dem und Erkann­tem. Nur in die­sem höchs­ten Lie­bes­be­reich sind Liebe und Weis­heit als höchste und edelste Form der Liebe, die reli­giöse Liebe zum Guten und Edlen, die reine Got­tes– und Men­schen­liebe, die auch die Liebe zu allen Geschöp­fen mit ein­schließt, iden­tisch. Eine Liebe also, die völ­lig selbst­los und über­per­sön­lich, uner­schöpf­lich und all­um­fas­send ist, wie sie als unver­gäng­li­ches Ideal in der Seele jedes Men­schen lebt.
In der spi­ri­tu­el­len Liebe gilt das Gesetz der Uni­ver­sa­li­tät, das heißt das Auf­ge­hen alles Per­sön­li­chen in über­per­sön­li­cher Mensch­lich­keit und die Ein­ord­nung aller Gegen­sätze in gren­zen­lo­ser All­ver­bun­den­heit. In die­ser rei­nen Got­tes– und Men­schen­liebe tre­ten alle irdi­schen Unter­schiede zurück und auch die geschlecht­li­chen Unter­schiede wer­den völ­lig unwe­sent­lich. Diese glück­li­che und beglü­ckende Geis­tes­hal­tung nennt man sym­bo­lisch den "para­die­si­schen Zustand". Beim klei­nen Kinde ist dies noch der Fall, und des­we­gen liebt es auch wirk­lich abso­lut rein und all­ge­mein, indem es in seine Liebe alles mit ein­schließt und nichts aus­ge­schlos­sen bleibt.
Dies ist somit auch der Sinn des Wor­tes "So ihr nicht wer­det wie die Kin­der", das heißt: Die­ses reine, bedin­gungs­los und unter­schieds­los lie­bende Herz des Kin­des voll bewusst wie­der erlangt zu haben, das ist das Kenn­zei­chen des bewuss­ten Men­schen.
Sol­che Agape sollte also der tiefste Grund jeder mensch­li­chen Lie­bes­ver­bin­dung sein. Nur wenn eine Bezie­hung in der spi­ri­tu­el­len Liebe ver­an­kert ist, wird der Part­ner weder ein "Gebrauchs­ge­gen­stand" zur Selbst­be­frie­di­gung noch ein Mit­tel zur Selbst­be­spie­ge­lung, denn dann ist die Liebe wirk­lich das, was Nietz­sche so tref­fend als "schen­kende Liebe" bezeich­net hat. Sol­che reine Liebe ist nie­mals zwin­gend und for­dernd, son­dern befrei­end und erlö­send. Sie fragt nicht: "Wie werde ich glück­lich?" son­dern: "Wie kann ich beglü­cken?" – nicht: "Was habe ich davon?", son­dern: "Was kann ich geben?".
Dem­ent­spre­chend ist auch echte Treue das Gegen­teil von ego­zen­tri­scher Selbst­sucht. Die Treue zu sich selbst ist Die­nen in jedem Bereich. In der spi­ri­tu­el­len Lie­bes­be­zie­hung gibt es kein Treue­pro­blem.
In solch einer geis­tig begrün­de­ten Lie­bes­be­zie­hung las­sen sich beide Part­ner ganz frei, beschen­ken sich gegen­sei­tig immer wie­der neu und die­nen gemein­sam dem Höchs­ten und Hei­ligs­ten, das sie zu fas­sen bzw. zu ver­eh­ren ver­mö­gen. Dann ist weder die kör­per­li­che Anzie­hung noch die innere Zunei­gung allein maß­ge­bend, son­dern bei­des ist getra­gen und gesi­chert durch die voll­kom­mene Über­ein­stim­mung im Wesens­kern.
Der Aus­druck "Ehen wer­den im Him­mel geschlos­sen" stimmt also durch­aus, wenn man unter "Him­mel" die­sen spi­ri­tu­el­len Lie­bes­be­reich ver­steht. So kön­nen auch in einer mensch­li­chen Lie­bes­be­zie­hung die Lie­ben­den über ihre eng per­sön­li­che Begrenzt­heit hin­aus­wach­sen und so auch ihre kör­per­li­che Ver­bin­dung als ein Sym­bol der uni­ver­sel­len Ehe von Geist und Leben, Schöp­fer­gott und Welt­seele erfah­ren.
Dann bedeu­tet EHE: Es Heiligt Es!

PHI­LIA, die psy­chi­sche Liebe In die­sem Bereich herrscht das Gesetz der Par­al­le­li­tät, also der Anzie­hung des Glei­chen bzw. Ähn­li­chen. Das bedeu­tet im Mensch­li­chen: Gleich und gleich gesellt sich gern. Im Gemüt füh­len wir uns nur zu den Men­schen hin­ge­zo­gen, die uns inner­lich ver­wandt sind und mit denen wir in allen wesent­li­chen Din­gen über­ein­stim­men. Wir nen­nen das heute "auf der glei­chen Welle schwin­gen". Nur sol­che Men­schen sind uns auf die Dauer sym­pa­thisch und inter­es­sant, kön­nen uns also weder "auf die Ner­ven fal­len" noch lang­wei­lig wer­den.
Das psy­cho­lo­gi­sche Gesetz die­ses Berei­ches ist die Zunei­gung auf­grund eines inne­ren Gleich­klangs und einer voll­stän­di­gen Har­mo­nie, die weit­ge­hend unab­hän­gig sind vom Kör­per­li­chen im all­ge­mei­nen und vom Geschlecht­li­chen im beson­de­ren. So kann eine sol­che Zunei­gung und har­mo­ni­sche Bezie­hung zwi­schen Män­nern und Frauen, Alten und Jun­gen, gesun­den und lei­den­den Men­schen, ja auch zwi­schen Men­schen und Tie­ren beste­hen.

Das in Freund­schaft und Zunei­gung, in Sym­pa­thie und Inter­esse (Inter­esse heißt wört­lich: dazwi­schen sein, in etwas ein­ge­hen) zum Aus­druck kommt. Die­ses lie­be­volle Ein­ge­hen und diese herz­li­che Zunei­gung brau­chen sich nicht nur auf Men­schen zu bezie­hen, son­dern kön­nen auch auf Betä­ti­gun­gen, Gegen­stände, Sach­be­rei­che usw. gerich­tet sein: So betrei­ben man­che Men­schen ihr Hobby wirk­lich mit "Leib und Seele", d.h. eben mit ihrer gan­zen Liebe und Hin­gabe.
Eben dadurch sind auch die bei­den For­men der psy­chi­schen Zunei­gung gekenn­zeich­net: Kame­rad­schaft und Freund­schaft. Deren Sinn wird heute auch als Part­ner­schaft umschrie­ben: also Ergän­zung und Aus­tausch, Gemein­schaft und innige Begeg­nung.

  1. Die Kame­rad­schaft ent­steht meist aus äußer­li­chen Anläs­sen und Situa­tio­nen, indem zunächst ein­an­der ganz fremde Men­schen sich in einer Schul­klasse, einer Arbeits­gruppe, einem Büro, einem Ver­ein, bei Spiel und Sport, Schu­lun­gen und Rei­sen und sons­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen zusam­men­fin­den. Sobald sie aber län­ger bei­ein­an­der sind bzw. mit­ein­an­der zu tun haben, ent­wi­ckelt sich etwas Gemein­sa­mes und Zusam­men­schlie­ßen­des, Ver­bin­den­des und Ver­pflich­ten­des.
    Diese auf gemein­same Inter­es­sen oder Tätig­kei­ten, vor allem aber auch auf gemein­sa­mes Erle­ben gegrün­dete Bezie­hung ist also rein psy­chi­scher Art. Den­noch ist die innere Bin­dung und Ver­pflich­tung dabei, wie gesagt, fes­ter und stär­ker als bei der bloß kör­per­li­chen Anzie­hung, die man so oft fälsch­li­cher­weise mit "Liebe" bezeich­net. Man denke nur an den abso­lut ver­pflich­ten­den Mann­schafts­geist, der etwa eine Sport­gruppe zu einer uner­schüt­ter­li­chen Ein­heit zusam­men­schweißt; er ver­bin­det oft die Ange­hö­ri­gen einer sol­chen Gruppe inner­lich noch lange, selbst wenn diese in ihrer äuße­ren Form bzw. Auf­gabe nicht mehr besteht.
  2. Wäh­rend bei der Kame­rad­schaft das Per­sön­li­che zurück­tritt und das Gemein­schaft­li­che im Vor­der­grund steht, ist die Freund­schaft ganz per­sön­lich­keits­be­zo­gen, Aus­druck einer beson­de­ren indi­vi­du­el­len Zusam­men­ge­hö­rig­keit von Men­schen, die in ihrem Geschmack und Niveau, in ihren Inter­es­sen und Lieb­ha­be­reien, in ihrer Grund­hal­tung und Ziel­rich­tung so voll­kom­men über­ein­stim­men, dass sie eine unzer­trenn­li­che Schick­sals­ge­mein­schaft bil­den.
    Und eben diese Freund­schaft, diese inten­sive Zunei­gung und Har­mo­nie, bil­det die Grund­lage jeder men­schen­wür­di­gen Lie­bes­be­zie­hung. In die­ser ist also immer die "See­len­freund­schaft" das Pri­märe, die Haupt­sa­che, und die geschlecht­li­che Anzie­hung kommt dann als ihr kör­per­li­cher Aus­druck noch hinzu – nie­mals umge­kehrt! Umge­kehrt geht es näm­lich über­haupt nicht, denn aus blo­ßer Sexua­li­tät kann nie­mals Freund­schaft, das heißt innige Zunei­gung ent­ste­hen, son­dern nur wach­sende Abnei­gung.
    Wenn das rich­tige Ver­hält­nis zwi­schen See­len­freund­schaft und geschlecht­li­cher Bezie­hung besteht, dann ent­steht Zärt­lich­keit als äuße­rer Aus­druck der inne­ren Zunei­gung. Und die in die­sem Zustand des begier­de­freien Inein­an­der­ru­hens gesche­he­nen Zärt­lich­kei­ten, die lei­sen Worte inni­gen Gefühls– und Gedan­ken­aus­tauschs oder das schwei­gende Genie­ßen der voll­kom­me­nen Einig­keit – das ist unver­gleich­lich bese­li­gen­der als der wil­deste Orgas­mus. Es sei noch­mals aus­drück­lich betont: Wenn eine Lie­bes­be­zie­hung dau­er­haft blei­ben soll, muss beson­ders sorg­sam auf die aus­ge­wo­gene Ergän­zung von pola­rer Anzie­hung und par­al­le­ler Zunei­gung geach­tet wer­den.

Aber trotz­dem bie­tet die psy­chi­sche Zunei­gung allein noch keine aus­rei­chende Sicher­heit für eine Dau­er­be­zie­hung. Denn obwohl sie an sich wesent­lich dau­er­haf­ter ist als die kör­per­li­che Anzie­hung, so kann auch die Gemüts­ver­fas­sung eines Men­schen sich ändern oder seine Inter­es­sen­s­phäre wech­seln. Dies ist oft die Ursa­che für tra­gi­sche Kon­flikte, denn dann ist die schwere Ent­schei­dung zu tref­fen zwi­schen der Treue zu sich selbst und der Treue zu den ande­ren, das heißt zwi­schen der Ver­pflich­tung zum eige­nen Wei­ter­schrei­ten und der Pflicht zur Anpas­sung an die Zurück­ge­blie­be­nen.
Echte Treue ist das Gegen­teil von ego­zen­tri­scher Selbst­sucht, sie ist selbst­lo­ses Die­nen in jedem Bereich: Im Bereich des Ich, des Du und des All. Des­we­gen kann man Treue über­haupt nicht von ande­ren for­dern, son­dern nur selbst üben. "Treue" in dem viel­fach miss­ver­stan­de­nen übli­chen Sinn des erzwun­ge­nen Fest­hal­tens am Bis­he­ri­gen gegen den kla­ren Ruf des eige­nen Gewis­sens ist dem­nach nicht Tugend, son­dern Ver­sün­di­gung sowohl der eige­nen höhe­ren Ver­pflich­tung als auch dem gewalt­sam Fest­hal­ten­den bzw. ver­krampft Haf­ten­den gegen­über, weil eine sol­che Gewissens-Vergewaltigung kei­nem der Betei­lig­ten auf die Dauer Segen brin­gen kann.
Streng genom­men kann man auch kei­nem ande­ren "ewige Treue schwö­ren", weil die Treue zu Gott bzw. zur gött­li­chen Wei­sung des Gewis­sens unter Umstän­den die Lösung mensch­li­cher Bin­dun­gen gebie­ten kann.

EROS, die phy­si­sche Liebe Sie ist jedoch kei­nes­wegs nur geschlecht­lich zu ver­ste­hen, denn auch die reine Sin­nen­freude (etwa die Freude des Künst­lers an schö­nen Far­ben und For­men, der Natur­ge­nuss oder die Lust am Tanz und Bewe­gungs­spiel) gehört zum Bereich des Eros. Die heu­tige, nur auf das Geschlecht­li­che bezo­gene Bedeu­tung der Aus­drü­cke Ero­tik und ero­tisch stimmt nicht mit dem ursprüng­li­chen Sinn des Wor­tes über­ein.
Für das Kör­per­li­che gilt fol­gende Gesetz­mä­ßig­keit: Gegen­sätze zie­hen sich an. Das heißt, die gegen­sätz­li­chen Geschlech­ter üben eine kör­per­li­che Anzie­hungs­kraft auf­ein­an­der aus, wäh­rend Geschlechts­ge­nos­sen unter­ein­an­der nor­ma­ler­weise sich kör­per­lich neu­tral ver­hal­ten oder sich absto­ßen. Eine Aus­nahme bil­den hier nur die anders Ver­an­lag­ten.
Je aus­schließ­li­cher ein Mensch im Kör­per­li­chen lebt, je "sinn­li­cher" er ist, desto stär­ker wird seine Geschlecht­lich­keit und desto hef­ti­ger wird er vom ande­ren Geschlecht ange­zo­gen (man nennt das heute "sexy"). Das psy­cho­lo­gi­sche Gesetz die­ses Berei­ches ist die Rei­zung. Das kommt ja auch in der Spra­che deut­lich zum Aus­druck, wenn wir von "rei­zend" oder gar "auf­rei­zend" spre­chen. Diese Rei­zung bezeich­net man auch als Geschlechts­trieb (er gilt als der stärkste aller Triebe) mit dem Ziel der Befrie­di­gung, das heißt eben des Span­nungs­aus­gleichs in der Ent­la­dung durch die geschlecht­li­che Ver­ei­ni­gung.
Das bedeu­tet im Mensch­li­chen: Begin­nen die bei­den kör­per­lich sich anzie­hen­den Part­ner mit dem geschlecht­li­chen Aus­gleich, so bewirkt diese Ent­la­dung zwar zunächst eine wohl­tu­ende "Ent­span­nung". Doch muss die dau­ernde Ent­la­dung mit Natur­not­wen­dig­keit zum völ­li­gen Span­nungs­ver­lust, also zur Abküh­lung, zur Gleich­gül­tig­keit füh­ren und bei noch wei­ter fort­ge­setz­ter kör­per­li­cher Bezie­hung schließ­lich ins Gegen­teil – in Abnei­gung, Ekel und schließ­lich sogar Hass umschla­gen. Sie sto­ßen sich jetzt genauso hef­tig ab, wie sie sich vor­her ange­zo­gen haben. Gerade je "hei­ßer" eine sol­che Bezie­hung ist und je stür­mi­scher und häu­fi­ger dem­ent­spre­chend die kör­per­li­chen Ent­la­dun­gen sind, desto rascher muss sich die Abküh­lung ein­stel­len. Diese zeit­li­che Begren­zung ist ein unent­rinn­ba­res Natur­ge­setz, dem jede bloß geschlecht­li­che Bezie­hung mit abso­lu­ter Not­wen­dig­keit unter­wor­fen ist.
Wenn es ein­mal soweit gekom­men ist, dann ist es völ­lig sinn­los, sich teils mit Schuld­ge­füh­len, teils mit Vor­wür­fen gegen­sei­tig zu quä­len, denn diese Ent­wick­lung war zwangs­läu­fig .
So schmerz­lich auch die Ent­täu­schung sein mag, wenn man sich Illu­sio­nen gemacht und die sinn­li­che Lei­den­schaft mit Liebe ver­wech­selt hat – so not­wen­dig ist doch auch eine sol­che heil­same Erfah­rung, um hier sorg­fäl­ti­ger unter­schei­den zu ler­nen.

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