Kräu­ter und Gewürze

Allein die Beschäf­ti­gung mit Kräu­tern und Gewür­zen und die Freude am Zube­rei­ten sowie die Ruhe, die hier­für nötig ist, hat bereits ent­span­nende und somit rege­ne­rie­rende Wir­kung – meint Eva Wer­mels­kirch. Sie erläu­tert einige Aspekte von fri­schen Kräu­tern ins­be­son­dere aus ayur­ve­di­scher Sicht.

Gewürze und Kräu­ter – wie nutze ich sie? Wäh­rend fri­sche oder getrock­nete Kräu­ter aus Stie­len, Blät­tern und Blü­ten beste­hen, wer­den für Gewürze auch Samen, Kap­seln, Früchte, Wur­zeln und sogar Rinde ver­wen­det. Um die Kraft der Kräu­ter und Gewürze zu nut­zen, gibt es ver­schie­dene Mög­lich­kei­ten. Am leich­tes­ten ist es natür­lich, sie mit der täg­li­chen Nah­rung zu ver­zeh­ren: Fri­sche Kräu­ter eig­nen sich gut als eigene Wild­kräu­t­er­sa­late oder als Salat­bei­gabe, getrock­nete Kräu­ter und Gewürze ent­fal­ten ihre Qua­li­tä­ten am bes­ten, wenn sie den Gerich­ten wäh­rend des Kochens oder Bra­tens hin­zu­ge­fügt wer­den.
Ein ech­ter Kräuter-Power-Drink ist auch schnell gemacht: Ein­fach fri­sche Kräu­ter wie z.B. Brenn­nes­sel, Löwen­zahn und Peter­si­lie in einen Mixer fül­len, ein Glas gutes Was­ser dazu­ge­ben und mixen und die Mischung durch ein Sieb geben – fer­tig ist ein lecke­rer Kräu­ters­hake, der zusätz­lich noch eine stark ent­säu­ernde Wir­kung hat.
Wer täg­lich hohe Gaben sei­ner "Wun­der­hei­ler" braucht, kann sich auch leicht sel­ber eine Tink­tur her­stel­len, im Win­ter z.B. wärmt eine Mischung aus Zimt und Anis wun­der­bar Kör­per und Seele.

Ayur­ve­di­sche Aspekte Die indi­sche Gesund­heits­lehre geht davon aus, dass wir alle aus den fol­gen­den drei Ener­gien – auch Humore oder Doshas genannt – beste­hen, und zwar idea­ler­weise zu glei­chen Tei­len (meist nei­gen wir aber beson­ders zu einer der drei Ener­gien):

Kapha-Typen sind eher ruhige und schwere Men­schen. Ein Zuviel an Kapha lässt die Ver­dau­ung erschlaf­fen und kann sich als Depres­sion zei­gen. Viele Men­schen ent­wi­ckeln auch im Win­ter einen Kapha-Überschuss, da die kal­ten Tem­pe­ra­tu­ren, der Son­nen­licht­man­gel und das häu­fig schwere, fette Essen Kapha stei­gern. Hier gibt es viele Mög­lich­kei­ten, die­sem Über­schuss ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der Ver­zehr von Pitta-Gewürzen, die das innere Feuer anschü­ren, ist bes­tens geeig­net: Dazu gehö­ren Ing­wer, Basi­li­kum, Nel­ken, Zimt, Bocks­horn­klee und Dill. Als fri­sche Zuta­ten, Tee oder als Tink­tur redu­zie­ren sie die schwere Kapha-Energie und erhö­hen zusätz­lich Pitta, die Kör­per­funk­tio­nen wer­den ange­regt und die Lebens­geis­ter wer­den wie­der geweckt. Auch Kekse und Plätz­chen mit reich­lich Zimt und Nel­ken wir­ken Wun­der. Das ideale Getränk ist hei­ßes Was­ser mit ein paar Stück­chen fri­schem Ing­wer.

Vata-Typen sind eher schmale und beweg­li­che Men­schen. Ein Zuviel an Vata lässt die Haut tro­cken erschei­nen und kann sich durch stän­dige "Unruhe" äußern, aber auch Mus­kel– und Ner­ven­schmer­zen sind typisch. Majo­ran, Thy­mian und Sesam pas­sen gut zu Vata-Menschen. Sesam kann an Salate und Soßen gege­ben wer­den, Thy­mian und Majo­ran kön­nen als Tee oder als Gewürze für leckere medi­ter­rane Gerichte ein­ge­setzt wer­den. Tipp: Auch Honig kann man "Vata-tauglich" machen: leicht erwär­men, etwas Thy­mi­an­tink­tur bei­men­gen und wie­der abküh­len las­sen.

Pitta-Typen sind aktive und eher drah­tige Men­schen, die schnell den­ken kön­nen. Ein Zuviel an Pitta zeigt sich in ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen und star­kem Kon­zen­tra­ti­ons­man­gel. Da Pitta zum Feu­er­ele­ment gehört, nimmt es im Som­mer oft über­hand und kann uns gereizt, schlaf­los und all­er­gie– und ent­zün­dungs­an­fäl­lig machen. Aber auch hier kann man mit den Kräu­tern und Gewür­zen Melisse, Fen­chel­sa­men und Minze gegen­steu­ern. Fen­chel­sa­men kann man gut tags­über zwi­schen­durch naschen – sie stel­len jedes Kau­gummi in den Schat­ten und wir­ken nach den Mahl­zei­ten auch unter­stüt­zend auf Magen und Darm. Minze und Melisse eig­nen sich frisch her­vor­ra­gend für einen Kräuter-Power-Drink, Minze ist außer­dem ein Gewürz, mit dem man leichte Joghurts­oßen ver­fei­nern kann. Ein­zig bei Pitta-Überschuss sind Milch­pro­dukte zu emp­feh­len: kühle Milch mit fri­scher Minze oder Melisse redu­ziert Hitze und beru­higt. Sie eig­net sich gut als Gute-Nacht-Getränk in war­men Som­mer­näch­ten.

Eine wei­tere Berei­che­rung sind die soge­nann­ten "Mas­a­las", ayur­ve­di­sche Gewürz­mi­schun­gen, die bereits fer­tig für die jewei­li­gen Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen Vata, Pitta oder Kapha erhält­lich sind. Sie las­sen sich als Tees auf­ko­chen oder an Spei­sen geben, wie z.B. Lin­sen oder Körn­er­ge­richte. Es lohnt sich, die ver­schie­de­nen Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten und Arten aus­zu­pro­bie­ren: Kin­der mögen z.B. gerne Kräu­ter­tees mit Honig, viel­be­schäf­tigte Groß­städ­ter sind mit den zeit­spa­ren­den Tink­tu­ren gut bera­ten, aber wer die Nähr­stoffe von Kräu­tern liebt, kommt nicht drum herum, sich Zeit für´s Kochen zu neh­men. Wer mehr für sich tun will, stärkt sich mit ayur­ve­di­schen Rezep­ten. Prin­zi­pi­ell gilt: Allein die Beschäf­ti­gung mit Kräu­tern und Gewür­zen und die Freude am Zube­rei­ten sowie die Ruhe, die hier­für nötig ist, hat bereits ent­span­nende und somit rege­ne­rie­rende Wir­kun­gen.

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