Kana­di­sche Mys­te­rien erle­ben

Seit Jah­ren lebt Christa Trachs­ler bei India­nern in Kanada und Peru. Schon als sie zwan­zig Jahre alt war, führte sie ihr Onkel, Don Edu­ardo Cal­de­ron – ein bekann­ter Scha­mane – in das über­lie­ferte Wis­sen scha­ma­nis­ti­scher Rituale und in Natur­heil­ver­fah­ren ein. Heute bringt Christa Trachs­ler inter­es­sierte Euro­päer nach Mani­toba, Kanada, um ihnen einen Ein­blick in die india­ni­sche Kul­tur und den Scha­ma­nis­mus zu ermög­li­chen.

Ein-Blick in die india­ni­sche Kul­tur und den Scha­ma­nis­mus Trom­mel­schläge erklin­gen, rot­blon­des lan­ges Haar weht im Wind, eine große Frau sitzt in einem Feld – die Büf­fel kom­men. Gemäch­lich wei­dend trot­ten sie lang­sam den Klän­gen ent­ge­gen. Christa Trachs­ler, die weiße Scha­ma­nin, trom­melt für ihre Clan­brü­der und –schwes­tern. Aber auch für Mut­ter Erde, den Mond, die Sonne und die Groß­vä­ter der ver­schie­de­nen Him­mels­rich­tun­gen und den "Crea­tor" (Erschaf­fer) lässt sie ihre Trom­mel zum Dank für die täg­li­che Unter­stüt­zung erklin­gen.
Seit Jah­ren lebt das ehe­ma­lige Jetset-Model bei India­nern in Kanada und Peru. Schon als sie zwan­zig Jahre alt war, führte sie ihr Onkel, Don Edu­ardo Cal­de­ron – ein bekann­ter Scha­mane -, in das über­lie­ferte Wis­sen scha­ma­nis­ti­scher Rituale und in Natur­heil­ver­fah­ren ein. Heute bringt Christa Trachs­ler inter­es­sierte Euro­päer nach Mani­toba, Kanada, um ihnen einen Ein­blick in die india­ni­sche Kul­tur und den Scha­ma­nis­mus zu ermög­li­chen.

Leben im Zelt "Seht, seht, ein Bär", ruft Derrick, der India­ner, der die euro­päi­schen Gäste gerade in das kleine India­ner­dorf in der Nähe von Win­ni­peg fährt. Im run­den Haupt­haus des Teepee-Dorfes wer­den die Neu­an­kömm­linge herz­lich von den Ein­hei­mi­schen begrüßt.
Der Flü­gel­schlag der berühm­ten kana­di­schen Gänse zischt über die Zelt­stadt. Ruhig ist es hier. Die Tee­pees ste­hen auf einer grü­nen Lich­tung, umringt von Bir­ken­wald. In unmit­tel­ba­rer Nähe hört man den schlan­ken Fluss rau­schen. Schlägt man den Ein­gang eines Zel­tes auf, fin­det man eine gemüt­li­che Feu­er­stelle vor und Innen­wände, die den Rauch in die Höhe lei­ten – so wie es die Prärie-Indianer frü­her schon hiel­ten.
Fällt der Begriff "India­ner", den­ken viele an Prärie-Indianer aus dem Wes­ten. Man stellt sich vor, sie leben noch in Zel­ten, ren­nen in Leder­be­klei­dung und Feder­schmuck herum. Hier im Teepee-Dorf zie­hen frei­lich nur noch die Tou­ris­ten in die bereit­ste­hen­den Zelte ein. Die Ein­hei­mi­schen selbst leben auf ihren Reser­va­ten in von der Regie­rung zur Ver­fü­gung gestell­ten Häu­sern.

Ein klei­nes India­ner­dorf In dem klei­nen India­ner­dorf in der Nähe von Win­ni­peg, wo Christa Trachs­ler jeweils den Som­mer ver­bringt, leben etwa 700 Men­schen. Die Schwei­ze­rin hat mit Carl, dem india­ni­schen Lei­ter, über die Jahre die kleine Zelt­stadt auf­ge­baut. Carl küm­mert sich nicht nur um die aus­län­di­schen Gäste, er för­dert auch das Ver­ständ­nis der india­ni­schen Stadt­kin­der für Kräu­ter­kunde, die Pow-Wow-Lehre, die wei­sen Geschich­ten der Ältes­ten und die tra­di­tio­nelle Küche.
Als ers­tes müs­sen die Gäste ihre Uhr abge­ben, denn hier lebt man nach ein­hei­mi­scher Zeit. Die India­ner sagen stolz: "Indian time is on time" – india­ni­sche Zeit ist zur rich­ti­gen Zeit. Immer wie­der stellt man fest, dass es auch wirk­lich so funk­tio­niert. Kommt jemand eine Stunde zu spät zur Schwitz­hütte, ist es gut mög­lich, dass die Steine zuvor noch gar nicht heiß genug waren.
Aber die India­ner haben auch viel mehr Zeit und Geduld. Simone, die Schwei­ze­rin, sagt: "Ich genieße die Unkom­pli­ziert­heit der Leute im Reser­vat sehr. Es ist eine lockere, aben­teu­er­li­che Art, Ferien zu machen. Ich lerne, Dinge so zu neh­men, wie sie sind, im Jetzt zu leben und nicht jeden Schritt zu pla­nen."

Ler­nen, Aben­teuer und Freude An einem Tag führt Derrick, der junge Medi­zin­mann, seine neuen Freunde zum Kräu­t­er­sam­meln. Sweet­grass ist gar nicht so ein­fach von den ande­ren Grä­sern zu unter­schei­den. Da benö­tigt man ein geschul­tes Auge. Derrick gibt nicht nur sein Wis­sen über das Kräu­t­er­sam­meln wei­ter, er führt seine Lehr­linge auch an einen alten, hei­li­gen Platz. Im Kreis sit­zend lau­schen sie sei­ner tie­fen Stimme, wäh­rend er aus sei­ner alten Kul­tur erzählt: von der Bedeu­tung der Him­mels­rich­tun­gen, von Visio­nen – Weis­hei­ten, von denen alle etwas in ihrem Her­zen tra­gen wer­den, wenn sie die­sen Platz wie­der ver­las­sen.
Ein ande­rer Tag: Christa und Carl fah­ren mit den Gäs­ten durch die wun­der­bare Land­schaft Kana­das an einen ruhi­gen, traum­haf­ten See, mit­ten im Wald. Christa unter­nimmt an die­sem land­schaft­lich herr­li­chen Ort spi­ri­tu­elle Rei­sen und führt die Teil­neh­mer sanft in den Scha­ma­nis­mus ein. Sie sagt: "Da nach sol­chen Rei­sen viel im Innern der Teil­neh­mer abläuft, müs­sen sie genü­gend Zeit für sich selbst haben." Holz hacken, Feuer machen, Zelte auf­bauen, Kanu fah­ren oder unter Anlei­tung einer India­ne­rin Traum­fän­ger knüp­fen sind wei­tere beliebte Beschäf­ti­gun­gen.
Zurück im Reser­vat war­ten die India­ner schon unge­dul­dig auf ihre aus­län­di­schen Freunde. Es ist tief­schwarze Nacht. Hin­ten auf die Lade­flä­che des Autos auf­ge­sprun­gen und los geht?s. Die Jagd mit Carl und Ash­ley beginnt. Carl steu­ert durch die ver­schie­dens­ten Fel­der des Reser­va­tes. Mit der 1000-Watt-Lampe leuch­tet Ash­ley auf der Suche nach Rehen, Hir­schen oder Elchen die Fel­der ab. Das gela­dene Gewehr liegt neben ihm bereit. Da die humor­vol­len Ein­hei­mi­schen aber immer zum Lachen anre­gen, wird das Wild früh­zei­tig gewarnt, und die Jäger keh­ren erfolg­los zum Haupt­haus zurück.
Eine andere Nacht: Chris­toph kommt in der Dun­kel­heit beim Haupt­haus vor­bei mit zwei toten Rehen auf sei­ner Lade­flä­che. Er braucht Hilfe beim Aus­wei­den und Zer­le­gen der Tiere. Frei­wil­lige fah­ren mit ihm weit hin­aus in ein Feld, wo das Fleisch ent­nom­men und die Reste für die ande­ren Tiere lie­gen gelas­sen wer­den. Chris­toph sagt: "Wir schie­ßen nur, was wir benö­ti­gen." Er ist einer, der gerne zur Jagd geht, und des­halb wird er von Älte­ren, die nicht mehr so flink sind, gebe­ten, ihre Por­tion Fleisch auch zu erle­gen.
Nusta, Chris­tas Toch­ter, kocht einen Schwei­zer Fest­schmaus. Da kom­men die India­ner in Scha­ren, denn die gute Küche hat sich schon rum­ge­spro­chen. Es ist ein Geben und Neh­men. Die India­ner sind sehr inter­es­siert an ihren Gäs­ten und schauen täg­lich in der Zelt­stadt vor­bei. Der herz­li­che Umgang und die humor­volle Art der Ein­hei­mi­schen lässt wohl kei­nen kalt. Bernd aus Deutsch­land meint: "Mich haben die tra­di­tio­nel­len Tänze am Pow Wow beein­druckt, aber auch die Kräu­ter­su­che und die Gesprä­che im Zelt." Umge­kehrt führt das Inter­esse der Aus­län­der an den alten Tra­di­tio­nen die India­ner selbst ein klei­nes Stück zu ihrer eige­nen Kul­tur zurück.

Sich ein­las­sen Christa Trachs­ler hat sich mit ihrem Pro­jekt das Ziel gesetzt, auf Mut­ter Erde auf­merk­sam zu machen. Den Euro­pä­ern möchte sie eine andere Kul­tur zei­gen, die das Bewusst­sein für die Erde noch nicht ganz ver­lo­ren hat. Eines der Haupt­ziele die­ser Work­shops ist es jedoch, den India­nern eine Arbeit auf ihrem eig­nen Grund und Boden zu ermög­li­chen und so die Abwan­de­rung in die Groß­städte zu ver­mei­den. Sie sind Part­ner in die­sem Pro­jekt und wer­den gut ent­lohnt. Sie befürch­ten die Zer­stö­rung der Erde und wol­len den Men­schen hel­fen, wie­der umwelt­ver­träg­li­cher zu leben und auf­merk­sam, acht­sam und dank­bar zu sein. Des­halb set­zen sich die Ein­hei­mi­schen sowie auch Christa Trachs­ler gegen die Abhol­zung der Wäl­der Kana­das ein.
"Für mich waren diese zwei Wochen Teil mei­nes Pro­zes­ses, selb­stän­dig zu wer­den – Teil einer lan­gen Reise", sagt Simone. Bernd geht erfüllt nach Hause. "Es ist viel pas­siert. Zuerst muss sich alles mal set­zen, ich weiß es noch kaum in Worte zu fas­sen", meint er. Wer sich wirk­lich auf die Mys­te­rien einer ande­ren Welt ein­lässt, der kommt ver­än­dert von sei­ner Reise zurück.


Wei­tere Infor­ma­tio­nen:

  • Spi­rit Adven­tures
    Christa Trachs­ler, c/o S.T.O.
    Lengnau­er­strasse 97
    CH-5423 Freienwil/AG
    Tel. ++41–56-222 99 78
    Fax ++41–56-222 34 77
    christatra@hotmail.com
Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.85 von 5.00) durch 19 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.