Happy Aging mit Ayur­veda

Wirk­lich wirk­same Anti-Aging-Maßnahmen wer­den nicht aus­schließ­lich auf der mate­ri­el­len Ebene, d.h. im Kör­per anset­zen, son­dern den geis­ti­gen Hin­ter­grund und die Bedürf­nisse der Seele nach Selbst­er­kennt­nis und Befrei­ung berück­sich­ti­gen. So hat die alte indi­sche 'Wis­sen­schaft vom lan­gen Leben' – Ayur­veda genannt – mit ihrem ganz­heit­li­chen Ansatz nicht nur ein star­kes Reper­toire an natür­li­chen Mit­teln und Ver­jün­gungs­me­tho­den zu bie­ten, son­dern auch eine Reihe von Emp­feh­lun­gen zur Lebens­füh­rung.

Die etwas ande­ren Tipps, um bis ins hohe Alter vital und glück­lich zu blei­ben

Fore­ver young! Seit Gene­ti­ker der Uni­ver­sti­tät Con­nec­ti­cut im letz­ten Win­ter das Alters-Gen von Flie­gen mani­pu­lier­ten und auch im mensch­li­chen Erb­gut ein ver­gleich­ba­res Gen fan­den, lässt die Anti-Aging-Euphorie die Medien nicht mehr los: kein Wellness-Magazin mehr ohne die aktu­ells­ten Ernäh­rungs– und Beauty-Tipps und die neu­es­ten Mel­dun­gen aus der Alters-Forschung. Schaut und hört man genau hin, fällt die atem­lose Aggres­sion der Kam­pa­gne auf, mit der zum "Kampf gegen den Alte­rungs­pro­zess" mobi­li­siert wird: Die Jugend-Hormone DHEA und STH wer­den als "Geheim­waf­fen gegen das Altern" geprie­sen, jede Menge Anti-Aging–Stra­te­gien wer­den pro­pa­giert, Vitamin-Power wird beschwo­ren.
Warum tritt man der Natur bloß mit so viel Feind­se­lig­keit ent­ge­gen? Die wirk­lich erfolg­rei­chen weil zeit­er­prob­ten Gesund­heits­leh­ren raten doch, sich selbst, der Umge­bung und der Wirklichkeit-wie-sie-ist freund­lich und fried­fer­tig zu begeg­nen, denn Kampf ist Stress, und Stress ver­kürzt das Leben.
Zugleich redet man davon, dass der "Traum von ewi­ger Jugend", der Traum von Unsterb­lich­keit oder zumin­dest von einem lan­gen Leben der Erfül­lung näher gerückt sei. Ja, sind wir denn Träu­mer? Offen­sicht­lich ja. Ein­mal mehr wird die mensch­li­che Anfäl­lig­keit für Illu­sion deut­lich.
Woher kommt die­ser uner­sätt­li­che Wunsch nach ewi­ger Jugend? Zum einen von der Angst vor dem Tod, denn das Altern des Kör­pers ist ein war­nen­des Zei­chen der phy­si­schen Ver­gäng­lich­keit. Diese Angst wie­derum rührt von der über­mä­ßi­gen Iden­ti­fi­ka­tion des Selbst (Seele) mit dem altern­den Kör­per. Zum ande­ren ist der Wunsch nach Unsterb­lich­keit und ewi­ger Jugend ein Ruf der Seele selbst, die in ihrer Essenz ewig, ohne Anfang und ohne Ende, alters­los ist und daher nach Erlö­sung oder Befrei­ung aus dem Kreis­lauf von Wer­den und Ver­ge­hen in der mate­ri­el­len Welt oder, um es mit den Wor­ten des Bud­dha aus­zu­drü­cken, nach "Tod­lo­sig­keit" strebt. Aber lei­der miss­ver­ste­hen wir die­sen Ruf der Seele, hal­ten ihn für ein Signal des Kör­pers …
Wirk­lich wirk­same Anti-Aging-Maßnahmen wer­den also nicht aus­schließ­lich an der materiell-physischen Front, d.h. im Kör­per anset­zen, son­dern den geis­ti­gen Hin­ter­grund und die Bedürf­nisse der Seele nach Selbst­er­kennt­nis und Befrei­ung berück­sich­ti­gen. So hat die alte indi­sche "Wis­sen­schaft vom lan­gen Leben" – Ayur­veda genannt – mit ihrem ganz­heit­li­chen Ansatz nicht nur ein star­kes Reper­toire an natür­li­chen Mit­teln und Ver­jün­gungs­me­tho­den zu bie­ten, son­dern auch eine Reihe von Emp­feh­lun­gen zur Lebens­füh­rung, die neben der kör­per­li­chen Vita­li­tät bis ins hohe Alter eine lang­fris­tige Per­spek­tive der see­li­schen Zufrie­den­heit gewäh­ren. Hier eine Aus­wahl von Ayurveda-Tipps für die zweite Lebens­hälfte, mit denen Sie Ihre Vital­kraft (Ojas) mit wenig Auf­wand opti­mie­ren kön­nen.

  1. Ler­nen Sie eine Medi­ta­ti­ons– oder Kon­tem­pla­ti­ons­tech­nik, bei der Sie Kon­zen­tra­tion und Gedan­ken­stille erle­ben! In die­sem Zustand erken­nen Sie deut­lich die wesent­li­che Unter­schied­lich­keit zwi­schen Geist und Kör­per und erfah­ren die Unver­gäng­lich­keit des Geis­tes. For­schun­gen haben erge­ben, dass Medi­tie­rende weni­ger rasch altern. Dies wird auf eine höhere Pro­duk­tion des Neben­nie­ren­rin­den­hor­mons DHEA zurück­ge­führt, das für gute Stim­mung, gute Gedächt­nis­leis­tun­gen und jugend­li­che Haut sorgt. Und: mit Medi­ta­tion lebt es sich ent­spann­ter.

  2. Beu­gen Sie mit Sattva-Eigenschaften dem Stress vor! Eine posi­tive Geis­tes­hal­tung ver­län­gert das Leben, weil sie vor emo­tio­na­len Pro­ble­men schützt und für see­li­sche Aus­ge­gli­chen­heit sorgt. Sattva bedeu­tet "rein, hilf­reich", und zu die­sen Eigen­schaf­ten zäh­len neben Gedan­ken­rein­heit und gene­rel­ler Sau­ber­keit: Gemüts­ruhe und Gott­ver­trauen, Fried­fer­tig­keit, lie­bende Güte, Ein­fach­heit, Beschei­den­heit, Stand­fes­tig­keit, Selbst­lo­sig­keit (im Gegen­satz zu Ego­is­mus), die Bereit­schaft zu hel­fen, geben und tei­len, Verzichten-Können, Zufrie­den­heit, Balance von Ruhe und Akti­vi­tät …

  3. Har­mo­ni­sche soziale Bezie­hun­gen sind ein Jung­brun­nen! Der Ayur­veda emp­fiehlt ein sozia­les Ver­hal­ten (Yama), das Kon­flikte mit ande­ren und der Gesell­schaft als Gan­zes auf ein Mini­mum redu­ziert, denn zwi­schen­mensch­li­che Kon­flikte füh­ren zu nega­ti­ven Emo­tio­nen, Stress und Krank­heit. Um Frie­den und Har­mo­nie im sozia­len Umfeld zu för­dern, gel­ten ethi­sche Ver­hal­tens­nor­men wie Respekt, Gewalt­lo­sig­keit, Ehr­lich­keit, Groß­zü­gig­keit, Hilfs­be­reit­schaft und der­glei­chen als ideal.

  4. Wäh­len Sie die Bil­der und Gedan­ken kri­tisch aus, denen Sie Ihre Auf­merk­sam­keit schen­ken! Betrei­ben Sie Men­tal­hy­giene und sam­meln Sie in Ihrem Bewusst­sein keine unnö­ti­gen nega­ti­ven Ein­drü­cke, die Ihre Gedan­ken und Gefühle in Auf­ruhr ver­set­zen. Sol­che Bytes brin­gen Sie um Ihre Gemüts­ruhe und sind der Ver­fei­ne­rung des Geis­tes nicht zuträg­lich. Der rechte Gebrauch der Sinne, des Wil­lens und des Ver­stan­des ist ein wesent­li­cher Fak­tor zur Erhal­tung der Gesund­heit.

  5. Schla­fen Sie aus­rei­chend! Der Ayur­veda emp­fiehlt 7–8 Stun­den Nacht­ruhe, damit sich der Kör­per opti­mal rege­ne­rie­ren und Zel­len repa­rie­ren, Gewebe auf­bauen und Schla­cken­stoffe abtrans­por­tie­ren kann. Ohne aus­rei­chen­den Beauty-Sleep altern die Kör­per­zel­len um das Zehn­fa­che. Der beste Zeit­punkt, um schla­fen zu gehen, liegt zwi­schen 21 und 22 Uhr.

  6. Machen Sie 15–20 Minu­ten täg­lich Ver­jün­gungs­übun­gen! Zu emp­feh­len sind Surya Namas­kar (Son­nen­gruß) und all­ge­mein Hatha Yoga, die "Fünf Tibe­ter" oder die Kaiser-Übungen aus China. Es han­delt sich um eine Kom­bi­na­tion von Atem­übun­gen mit ener­ge­ti­sie­ren­den Bewe­gungs­ab­fol­gen, die Geschmei­dig­keit von Mus­keln und Gelen­ken bewir­ken, die Bio­en­er­gien har­mo­ni­sie­ren und die Drü­sen­tä­tig­keit regu­lie­ren. (Mehr dazu: Maru­scha Magya­rosy, Intel­li­genz des Her­zens durch die Fünf "Tibe­ter". Scherz Ver­lag 2001.) Jog­ging stellt aus ayur­ve­di­scher Sicht Stress für den Kör­per dar. Neu­es­ten For­schun­gen zufolge för­dert aber ein sanf­tes Mus­kel­trai­ning die Aus­schüt­tung des Jung-Hormons Soma­to­tro­pin (STH), das für glatte Haut sorgt und Arte­ri­en­ver­kal­kung ent­ge­gen­wirkt.

  7. Seien Sie gewis­sen­haft bei der Mund­hy­giene! Mor­gens nach dem Zäh­ne­put­zen den Zun­gen­be­lag abscha­ben (falls Sie kei­nen Zun­gen­scha­ber besit­zen, ein Tee­löf­fel oder eine Zahn­bürste – vor­sich­tig! – geht auch) und den Mund aus­spü­len, ggf. 5–10 Minu­ten Ölzie­hen mit geläu­ter­tem Sesamöl oder einem ande­ren Pflan­zenöl. Täg­lich (abends) die Zahn­zwi­schen­räume mit Zahn­seide rei­ni­gen. Die im Mund­raum ange­sie­del­ten Bak­te­rien kön­nen dem Herz zuset­zen.

  8. Ent­schla­cken Sie täg­lich! Trin­ken Sie früh­mor­gens einen Becher war­men Zitro­nen­tee mit Honig – Vit­amin C ist ein äußerst wirk­sa­mer Radi­ka­len­fän­ger, und Honig lie­fert Ener­gie für den Ent­schla­ckungs­pro­zess. Früh­mor­gens wird das Fettverbrenner-Hormon ACTH gebil­det, das aber nur dann arbei­tet, wenn Vit­amin C zur Ver­fü­gung steht. Unter­stüt­zen Sie Ihren Kör­per bei der "Müll­ab­fuhr": Sor­gen Sie für täg­li­che Dar­ment­lee­rung und täg­li­che Rei­ni­gung der Kör­per­haut – even­tu­ell mit vor­aus­ge­hen­der Ölmas­sage.

  9. Gehen Sie umsich­tig mit Ihrer Sexu­al­kraft um! Das Fort­pflan­zungs­ge­webe (dazu gehö­ren Sperma, Ovum und Sekrete) resul­tiert laut Ayur­veda aus dem Zusam­men­wir­ken aller vor­ge­schal­te­ten Gewe­be­ar­ten oder Grund­sub­stan­zen des Kör­pers (Plasma, Blut, Mus­keln, Kno­chen etc.) und ist daher das wert­vollste Gewebe über­haupt. Die immu­ni­sie­rende Vital­kraft (Ojas) des Kör­pers ist die Essenz sämt­li­cher Kör­per­ge­webe und steht in direk­tem Zusam­men­hang mit Zustand und Quan­ti­tät des Fort­pflan­zungs­ge­we­bes. Der Ayur­veda stimmt seine Emp­feh­lun­gen für die Häu­fig­keit des Geschlechts­ver­kehrs auf die jah­res­zeit­lich beding­ten Schwan­kun­gen der Bio­en­er­gien ab. (Mehr dazu: Hans Rhy­ner, Das Praxis-Handbuch Ayur­veda, Ura­nia Ver­lag; Vasant Lad, Das Ayur­veda Heil­buch, Wind­pferd Ver­lag)

  10. Nut­zen Sie die Vital­kraft leben­di­ger Frisch­kost! und mei­den Sie tote Nah­rung (Fleisch, Eier) sowie lang gela­gerte Lebens­mit­tel, wozu auch Käse (Schnitt-, Schim­mel– und Hart­käse) gehört, der beson­ders viele Freie Radi­kale auf­weist. Bevor­zu­gen Sie fri­schen Quark und Hüt­ten­käse. Die Vit­amine A, C und E, die vor allem in fri­schem Obst und Gemüse bzw. in Nüs­sen und Getreide reich­lich vor­han­den sind, bin­den Freie Radi­kale und schüt­zen so die Kör­per­zel­len vor Schä­di­gung.

  11. Trin­ken Sie Tee! Vor­zugs­weise Ing­wer­tee oder grü­nen Tee. Nach­weis­lich senkt grü­ner Tee den Cho­le­ste­rin­spie­gel, ver­lang­samt den Zel­lab­bau und schützt vor Krebs, indem er aggres­sive Freie Radi­kale neu­tra­li­siert. Ing­wer regt das Ver­dau­ungs­feuer (Agni) an und kur­belt Stoff­wech­sel sowie Ent­schla­ckung an. Ach­ten Sie ins­ge­samt auf reich­li­che Flüs­sig­keits­zu­fuhr.

  12. Neh­men Sie regel­mä­ßig ein Toni­kum (Rasa­yana), das die inne­ren Organe in ihrer Funk­tion unter­stützt. Der Ayur­veda kennt eine Viel­zahl sol­cher Rasa­ya­nas. Allen voran ist das aus Amla-Püree und zahl­rei­chen Gewür­zen her­ge­stellte Chya­van­prash zu emp­feh­len (über Ayurveda-Versandfirmen erhält­lich).

Nutze den Tag!

Die Wasch­ma­schine Unser Kör­per ist wie eine Wasch­ma­schine. Unser Geist ist wie Stoff. Liebe ist wie sau­be­res Was­ser. Wis­sen ist das Wasch­pul­ver. Jedes Leben ist ein Wasch­vor­gang.
Der Geist tritt in den Kör­per ein, um gewa­schen und rein zu wer­den. Wenn du jedoch Erde statt Wasch­pul­ver ein­füllst, wer­den deine Klei­der schmut­zi­ger als vor­her. Du wirst immer wei­ter damit fort­fah­ren müs­sen, die Klei­der in die Wasch­ma­schine zu ste­cken, um sie zu säu­bern. Und der Vor­gang wie­der­holt sich immer wie­der. In ähn­li­cher Weise wirst du viele wei­tere Gebur­ten haben, bis du auf­hörst, die Feh­ler zu wie­der­ho­len, die du began­gen hast.

Das Leben ist kurz – das Leben ist ewig Die Erkennt­nis, dass das Leben zu kurz ist, bringt Dyna­mik in dein Leben. Uner­wünschte Dinge und Ablen­kun­gen wer­den weg­fal­len. Wenn du han­deln oder dich bemü­hen musst, wisse, dass das Leben kurz ist.
Wenn du ein Ergeb­nis erwar­test, bist du oft frus­triert. Der unwis­sende Mensch jagt dem Ergeb­nis nach und ist unge­dul­dig. Unge­duld ver­schwin­det, wenn du weißt, dass das Leben ewig ist. Wenn du den Lohn einer guten Tat oder die Erwi­de­rung eines Gefal­lens von jeman­dem erwar­test, willst du es schnell. Wenn du aber weißt, dass es viele Leben gibt, ver­stehst du, dass du es frü­her oder spä­ter bekommst.
Wenn du erkennst, dass das Leben kurz ist, weicht das Zögern von dir. Wach auf und sieh, dass dein Leben zu kurz ist! Die Zeit läuft dir davon; was tust du also mit dei­nem Leben? Ist es von Nut­zen für dich und die Welt um dich herum?
Erkenne, dass das Leben kurz ist! Wach auf! Das Leben ist ewig!

Sri Sri Ravi Shan­kar

Sri Sri Ravi Shan­kar ist ein geis­ti­ger Leh­rer, der welt­weit Bei­träge zur mensch­li­chen Ent­wick­lung leis­tet und selbst die Werte ver­kör­pert, die er lehrt. Seine Leh­ren haben ihre Wur­zeln in der zeit­lo­sen Weis­heit indi­scher Spi­ri­tua­li­tät und sind gleich­zei­tig von gro­ßer Bedeu­tung für das prak­ti­sche Leben der heu­ti­gen Men­schen. Seit 1982 lehrt er die Kurse "Die Kunst des Lebens – die hei­lende Kraft des Atems". Kon­takt: Gesell­schaft für Inne­res Wachs­tum, Bad Anto­gast 1, D-77728 Oppenau. Tel./Fax ++49-(0)7804–910 303


Buch-Tipps:

  • Maru­scha Magya­rosy, Intel­li­genz des Her­zens durch die Fünf "Tibe­ter". (Scherz, 1997)
    Ein ganz­heit­li­ches Pra­xis­buch mit zahl­rei­chen Übun­gen zum Körper-, Atem– und Bewusstseins­trai­ning.
  • Gabi Hoff­bauer, Älter wer­den nur die ande­ren. Wie Sie fit und gesund blei­ben. (Hugen­du­bel, 2001)
    Ein umfas­sen­der medi­zi­ni­scher Rat­ge­ber mit Tipps für die phy­si­sche und psy­chi­sche Gesund­heit sowie eine kri­ti­sche Bewer­tung der gän­gi­gen Anti-Aging-Methoden.
Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.8 von 5.00) durch 22 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.