Geist­hei­lung inner­halb von zwei Tagen

Drei Geist­hei­ler küm­mer­ten sich zwei Tage lang um chro­nisch Kranke – mit beacht­li­chem Erfolg, wie beauf­sich­ti­gende Ärzte fest­stell­ten. Blo­ßes Hand­auf­le­gen half 12 von 15 Pati­en­ten. Der '48-Stunden-Test' bil­dete einen Höhe­punkt der 19. Bas­ler Psi-Tage 2001; in ihrem Rah­men fand vom 30. Novem­ber bis zum 2. Dezem­ber der 5. Welt­kon­gress für Geis­ti­ges Hei­len im Kon­gress­zen­trum Basel statt.

Seit Jah­ren schwer­krank, aus schul­me­di­zi­ni­scher Sicht "the­ra­pie­re­sis­tent": Ist sol­chen Pati­en­ten noch durch Geis­ti­ges Hei­len zu hel­fen, und dies bin­nen weni­ger Tage? Den Beweis dafür ver­such­ten drei der nam­haf­tes­ten Hei­ler Euro­pas bei den 19. Bas­ler Psi-Tagen anzu­tre­ten. Geoff­rey Bolt­wood aus Gross­bri­tan­nien küm­merte sich um Men­schen mit stei­fen Gelen­ken und ande­ren Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen. Chris­tos Dros­si­na­kis aus Grie­chen­land betreute Pati­en­ten, die an schwe­rem Asthma bron­chiale lei­den. Horst Krohne aus Deutsch­land behan­delte Betrof­fene von hart­nä­cki­gen All­er­gien, z.B. gegen bestimmte Nah­rungs­mit­tel.
Die ins­ge­samt 15 Test­per­so­nen wur­den aus über 200 Bewer­bern aus­ge­wählt, die durch Teil­nah­me­auf­rufe in Presse, Funk und Fern­se­hen auf den Test auf­merk­sam gewor­den waren. Berück­sich­tigt wurde nur, wer seit min­des­tens einem Jahr an einer schwe­ren All­er­gie, Stö­run­gen des Bewe­gungs­ap­pa­rats oder Asthma bron­chiale litt; bis­her eine nur geringe oder gar keine Bes­se­rung durch her­kömm­li­che medi­zi­ni­sche Maß­nah­men und Medi­ka­mente erlebte; seine Dia­gnose sowie den bis­he­ri­gen Krank­heits­ver­lauf durch ärzt­li­che Unter­la­gen bele­gen konnte. Die medi­zi­ni­sche Kon­trolle des Bas­ler "48-Stunden-Tests" über­nahm ein eigens für den Kon­gress zusam­men­ge­stell­tes Ärz­te­team, beste­hend aus dem Inter­nis­ten Dr. Beat Schaub aus Basel, dem Kin­der­arzt Dr. Pierre Bovet aus Zürich sowie dem Radio­lo­gen Dr. Horst Schöll aus Salz­kot­ten, Nie­der­sach­sen.
Die aus­ge­wähl­ten Pati­en­ten sowie die betei­lig­ten Hei­ler wur­den vom Vor­mit­tag des ers­ten Kon­gress­ta­ges an (Frei­tag, 30.11.2001) bis zum Mor­gen des drit­ten Kon­gress­ta­ges (Sonn­tag, 2.12.2001) min­des­tens ein­mal täg­lich durch Hand­auf­le­gen behan­delt – kos­ten­los.

Erwar­tun­gen über­trof­fen Die Bilanz über­traf die Erwar­tun­gen sowohl der betei­lig­ten Ärzte als auch der Kon­gress­ver­an­stal­ter. Zwar blie­ben "Wun­der" aus: Nie­mand genas im Nu voll­stän­dig. Doch bei immer­hin 12 der 15 Pati­en­ten kam es in nur zwei Tagen zu Bes­se­run­gen wie zuvor, trotz aller ärzt­li­chen Kunst, seit Mona­ten und Jah­ren nicht mehr. Eine spas­tisch Gelähmte konnte ohne Krück­stö­cke wie­der lau­fen, das Gang­bild eines neu­ro­pa­thisch behin­der­ten Mäd­chens bes­serte sich erheb­lich. Eine Frau mit aus­ge­präg­ter Knie­ge­lenks– und Hüft­ar­throse wurde völ­lig schmerz­frei. Bei zwei Asth­ma­ti­kern erhöhte sich das Atem­vo­lu­men um bis zu 40 Pro­zent, wie Lun­gen­funk­ti­ons­mes­sun­gen erga­ben; Cor­ti­sons­prays und andere Medi­ka­mente konn­ten voll­stän­dig abge­setzt wer­den. Bei zwei hoch­gra­di­gen All­er­gi­kern tra­ten kei­ner­lei krank­hafte Reak­tio­nen mehr auf, als sie am Ende des Tests, vor über tau­send Augen­zeu­gen, genau jene Nah­rungs­mit­tel zu sich nah­men, deren Ver­zehr zuvor zu lebens­be­droh­li­chen Schock­zu­stän­den geführt hätte.
Wo nichts mehr zu errei­chen war, müs­sen es nicht unbe­dingt die Hei­ler gewe­sen sein, die "ver­sagt" haben. Nicht anders als Ärzte sind sie auf die Com­pli­ance von Pati­en­ten ange-wiesen, ihre Bereit­schaft zur Mit­ar­beit bei the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men. Und damit war es auch in Basel nicht immer zum bes­ten bestellt. Einer Asth­ma­kran­ken wollte es nicht gelin­gen, inner­lich zur Ruhe zu kom­men; sie pro­fi­tierte in ihrer Gruppe am wenigs­ten. Auch ein MS-kranker Medi­zi­ner sah sich ent­täuscht – viel­leicht des­we­gen, weil er auch in Basel jener aus­ge­prägte "Kopf­mensch" blieb, als den ihn sein beglei­ten­der Arzt ken­nen­lernte: Ver­mut­lich, so Dr. Schöll, hat er "alle Emp­fin­dun­gen stark hin­ter­fragt und intel­lek­tua­li­siert, wahr­schein­lich glaubt er auch über­haupt nicht an sol­che Dinge", was dem Behand­lungs­er­folg alles andere als för­der­lich war.
Doch alles in allem wur­den die drei betei­lig­ten Hei­ler ihrem Spe­zia­lis­ten­ruf gerecht. Denn gerade bei den Krank­heits­bil­dern des Bas­ler "48-Stunden-Tests" wer­den ihnen außer-ordentliche, erstaun­lich rasche Erfolge nach­ge­sagt, teil­weise bestä­tigt durch ärzt­li­che Gut-achten. So betreute Chris­tos Dros­si­na­kis 1995 in einer Mann­hei­mer Arzt­pra­xis elf Asth­ma­ti­ker, die im Durch­schnitt seit 17 Jah­ren in ärzt­li­cher Behand­lung waren; nach acht Test­wo­chen stellte der Arzt "in allen Fäl­len deut­li­che kli­ni­sche Bes­se­run­gen" fest, wie er in der Fach­zeit­schrift Erfah­rungs­heil­kunde (Nr. 7/1996) berich­tete. Bei 46 Asth­ma­ti­kern, denen Dros­si­na­kis wäh­rend zweier drei­tä­gi­ger Fach­kon­gresse in Ita­lien die Hand auf­legte, beschei­nig­ten ärzt­li­che Gut­ach­ter Bes­se­rungs­quo­ten von über 75 Pro­zent.

Auch Befin­den und see­li­sche Ver­fas­sung gebes­sert Über die jeweils vor­lie­gen­den Sym­ptome hin­aus bes­ser­ten sich bei der Mehr­zahl der Pati­en­ten aller­dings auch das kör­per­li­che All­ge­mein­be­fin­den und die psy­chi­sche Ver­fas­sung deut­lich: Sie fühl­ten sich kräf­ti­ger, inner­lich har­mo­ni­scher und aus­ge­gli­che­ner, sie fass­ten neue Hoff­nung und Zuver­sicht. Auf einer Skala, die von 1 ("sehr schlecht") bis 10 ("aus­ge­zeich­net") reichte, schätz­ten ein­zelne Teil­neh­mer ihr Befin­den nach zwei Behand­lungs­ta­gen um bis zu sechs Punkte höher ein als vor Test­be­ginn. Von ihren Hei­lern waren sie aus­nahms­los ange­tan: Selbst jene, die weni­ger Fort­schritte mach­ten als erhofft, äußer­ten sich über­aus beein­druckt von der herz­li­chen Zuwen­dung und lie­be­vol­len Anteil­nahme, die das Hand­auf­le­gen beglei­tete.
Auch die betei­lig­ten Ärzte spar­ten nicht mit Lob: "Im gro­ßen und gan­zen betrachte ich den Test als einen ein­deu­ti­gen Erfolg", resü­mierte Dr. Pierre Bovet. "Ich bin wirk­lich ver­blüfft", äußerte Dr. Beat Schaub, der aus nächs­ter Nähe die Hei­lung sei­nes all­er­gie­kran­ken elf­jäh­ri­gen Soh­nes mit­er­lebte. "Ich bin offen für alles, aber als Arzt auch ein knall­har­ter Wissen-schaftler. Doch was ich bei den Psi-Tagen gese­hen habe, gibt mir zu den­ken." Sein Kol­lege Dr. Horst Schöll beein­druckte, wie "lie­be­voll und sanft die Hei­ler mit den Pati­en­ten umgin­gen und ihnen spür­bar ihre ganze Auf­merk­sam­keit wid­me­ten. Auch Skep­ti­ker konn­ten sich die­ser Zuwen­dung nicht ent­zie­hen."

Fort­schritte blie­ben meist sta­bil Wie sta­bil sind die erziel­ten Fort­schritte? Auch eine Woche nach Abschluss des Tests hat­ten die erziel­ten Bes­se­run­gen zumeist Bestand. Nur in drei Fäl­len kam es zu Rück­schlä­gen: Schmer­zen kehr­ten zurück, asth­ma­ti­sche Atem­not nahm wie­der zu, Geh­hil­fen wur­den erneut nötig. Den "48-Stunden-Test" an nach­träg­li­chen Rezi­di­ven zu mes­sen, täte ihm frei­lich unrecht: Kei­ner der betei­lig­ten Hei­ler hatte erwar­tet und ver­spro­chen, dass zwei Behand­lungs­tage aus­rei­chen, um dau­er­hafte Erfolge zu erzie­len; gerade bei lang­jäh­ri­gen, schwe­ren Lei­den erfor­dert Geis­ti­ges Hei­len erfah­rungs­ge­mäß viel­mehr fast immer min­des­tens ein Dut­zend Sit­zun­gen über meh­rere Monate hin­weg. Um Lang­zeitef­fekte fest­zu­stel­len, hät­ten die Pati­en­ten wei­ter­be­han­delt wer­den müs­sen; doch für die meis­ten endete der Kon­takt zu ihrem Hei­ler, sobald der Bas­ler Kon­gress zu Ende war. "Kein Arzt würde auf die Idee kom­men, den Nut­zen einer Che­mo­the­ra­pie bei Krebs daran zu mes­sen, was sie bewirkt, wenn sie nach 48 Stun­den abge­bro­chen wird", geben die Kon­gress­or­ga­ni­sa­to­ren zu beden­ken.
In meh­re­ren Fäl­len über­deck­ten kör­per­li­che Sym­ptome offen­kun­dig schwer­wie­gende psy­chi­sche Pro­bleme; diese zunächst behut­sam frei­zu­le­gen und aus­zu­räu­men, ist ver­mut­lich eine ent­schei­dende Vor­aus­set­zung für jeg­li­che Hei­lung, erst recht eine "geis­tige" – doch allein dies erfor­dert mehr Zeit als nur zwei Tage. Eine 61jährige Asth­ma­ti­ke­rin, die auf das Hand­auf­le­gen in kei­ner Weise ansprach, hatte Ehe­mann und Sohn ver­lo­ren, ihre anhal­tende Ver­zweif­lung dar­über ließ sie allem Anschein nach am Leben resi­gnie­ren. Bei einem Nah­rungs­mit­tel­all­er­gi­ker began­nen Sym­ptome erst abzu­klin­gen, nach­dem sein Hei­ler ihn dazu bewegt hatte, über tief­lie­gende Ängste zu spre­chen.

Außer­ge­wöhn­li­che Umstände Eine offene Frage bleibt, was der "48-Stunden-Test" von Basel über die Mög­lich­kei­ten Geis­ti­gen Hei­lens im all­ge­mei­nen lehrt. Nach Über­zeu­gung der betei­lig­ten Hei­ler selbst waren die Test­be­din­gun­gen äußerst ungüns­tig, inso­fern unty­pisch für die übli­che Heil­pra­xis: Behand­lun­gen im Sit­zungs­zim­mer eines moder­nen Kon­gress­zen­trums, meist in Gegen­wart wei­te­rer Pati­en­ten; die zeit­wei­lige Anwe­sen­heit neu­gie­rig fra­gen­der, foto­gra­fie­ren­der und fil­men­der Jour­na­lis­ten; der Kon­gres­stru­bel mit über 2.500 Besu­chern; viel­fach wohl auch das ungute Gefühl, öffent­lich zur Schau gestellt zu wer­den: All dies mag viele Pati­en­ten "blo­ckiert" haben. Andere Beson­der­hei­ten hin­ge­gen könn­ten sich posi­tiv aus­ge­wirkt haben: das "Aus­er­wählt­sein" unter meh­re­ren hun­dert Bewer­bern; die Begeg­nung mit einem der angeb­lich fähigs­ten Hei­ler der Welt; die mehr oder min­der auf­wen­dige Anreise zu einem unver­trau­ten, mut­maß­lich magi­schen Ort ("Lourdes-Effekt"), der "Über­na­tür­li­ches" ver­spricht (Psi-Tage); der betont wis­sen­schaft­li­che Rah­men; die Beglei­tung durch meh­rere Ärzte; der unter­schwel­lige Erwar­tungs­druck von Ver­an­stal­tern und Kon­gress­be­su­chern, die alle auf Außer­ge­wöhn­li­ches hoff­ten. Inso­fern war der Bas­ler Test alles andere als reprä­sen­ta­tiv. Zu Hoff­nung berech­tigt er trotz­dem.


Infor­ma­tio­nen über den 5. Welt­kon­gress für Geis­ti­ges Hei­len 2001 beim Ver­an­stal­ter:
Kon­gress­zen­trum Basel
Bas­ler Psi-Tage 2001
Post­fach
CH-4021 Basel
Schweiz
Tel. +41 58 206 28 28
Fax +41 58 206 21 85
E-Mail: psi-tage@messe.ch
Inter­net: www.psi-tage.ch


Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum "48-Stunden-Test":
Dr. Harald Wie­send­an­ger (Ver­suchs­lei­tung)
Zol­ler­wald­strasse 28
D-69436 Schön­brunn
Deutsch­land
Fax +49 6271 7 21 80
E-Mail: wiesendanger@t-online.de
Inter­net: www.psi-infos.de.

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