Ein­füh­rung: Atem­the­ra­pie

Tiefe und Heil­kraft des Atems sind von weit grö­ße­rer Dimen­sion, als sich dies in Wor­ten aus­drü­cken lässt. So kön­nen durch die Akti­vie­rung der Lun­gen– wie auch der Zel­l­at­mung viele kör­per­li­che, aber auch see­li­sche Lei­den posi­tiv beein­flusst wer­den. Atem­the­ra­pie ent­spannt zutiefst und führt schließ­lich hin­aus aus den engen Gren­zen der Ich-Strukur.
Atemtherapie - Heilung und Linderung

Geschichte/Begründer Die Wur­zeln der Atem­the­ra­pie grün­den in jahr­tau­sen­de­al­ten Erfah­run­gen des Bud­dhis­mus, Tao, Tai Chi, Yoga etc. Im "Wes­ten" wurde die Kraft des Atems vor allem seit Beginn die­ses Jahr­hun­derts inten­siv erforscht. Einige Namen die­ser Pio­niere wur­den sehr bekannt: Schlaff­horst, Ander­son, Dürck­heim, Mid­den­dorf, Gla­ser, Vening, Schmitt … um nur einige zu nen­nen. Sie haben weit­ge­hend auch ihre Ate­mer­fah­run­gen publi­ziert. Doch muss wohl auch Hil­de­gard von Bin­gen schon außer­ge­wöhn­lich große Kennt­nisse des Atems gehabt haben, ohne die z.B. ihre Gesangs­kom­po­si­tio­nen nicht prak­ti­ka­bel gewe­sen wären.

Tiefe und Heil­kraft des Atems sind von weit grö­ße­rer Dimen­sion, als sich dies in Wor­ten aus­drü­cken lässt. Intel­lek­tu­el­les Wis­sen kann ihn nicht erfas­sen, sein uner­meß­li­cher Reich­tum kann nur in der per­sön­li­chen unmit­tel­ba­ren Erfah­rung erkannt wer­den. Tra­di­to­nel­ler Weise wurde das Wis­sen um den Atem immer vom Leh­rer zum Schü­ler unmit­tel­bar wei­ter­ge­ge­ben.

Man­che der Atem­schu­len bezie­hen sich nur auf den Atem, andere sind tie­fen­psy­cho­lo­gisch fun­diert und der Huma­nis­ti­schen bzw. der Trans­per­so­na­len Form der Psychothera-pie zuzu­ord­nen. Namen wie A. Lowen, W. Reich, C.G. Jung, Wil­ber, Adler sind in die­sem Zusam­men­hang zu nen­nen. Neben der Ent­wick­lung der indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­keit gewinnt die Anbin­dung an die Uni­ver­selle Ord­nung mehr und mehr an Bedeu­tung. Ver­bin­dun­gen zum Zen-Buddhismus wer­den deut­lich.

Auf der psycho-physischen Ebene tan­giert das Wis­sen um den Atem die Berei­che der Psy­cho­lo­gie, Medi­zin, Phi­lo­so­phie und der reli­gi­ons­über­grei­fen­den Spi­ri­tua­li­tät.

Methode bzw. Idee und Erklä­rung der Wir­kung
Atem ver­mag die stoff­li­che und die geis­tige (= spi­ri­tu­elle) Welt mit­ein­an­der zu ver­bin­den, da er aus dem Äther durch Nase und Haut ein­strömt und jede Zelle unse­res Kör­pers durch­dringt. So ver­bin­det er unser Innen mit dem Außen. Das mate­ri­elle Sein struk­tu­riert sich aus Infor­ma­tio­nen des Nicht­ma­te­ri­el­len oder Geis­ti­gen. So kann durch die Akti­vie­rung der Lun­gen– wie auch der Zel­l­at­mung so ziem­lich jedes kör­per­li­che, aber auch see­li­sche Lei­den geheilt oder zumin­dest posi­tiv beein­flusst wer­den. Atem­the­ra­pie ent­spannt zutiefst und führt schließ­lich hin­aus aus den engen Gren­zen der Ich-Strukur, för­dert gesell­schaft­li­che Kon­takte und den Bezug zu Leben schlecht­hin.

Atemtherapie - Heilung bzw. Linderung körperlicher und seelischer Leiden

Anwen­dungs­be­rei­che Hei­lung bzw. Lin­de­rung kör­per­li­cher und auch see­li­scher Lei­den:

  • Typi­sche Frau­en­lei­den: gesenk­ter Becken­bo­den, Fri­gi­di­tät, Unfrucht­bar­keit, Aus­blei­ben der Periode
  • Sehr för­der­lich bei Schwan­ger­schaft und Geburt
  • Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Atem­stö­run­gen: Apnoe, Stot­tern, Asthma, Hoch­a­tem, ver­eng­ter Brust­korb, man­gelnde Bauch­at­mung, Luft­an­hal­ten, zu gerin­ger Atem
  • Schlaf­stö­run­gen, Stress, Man­gelnde Kon­zen­tra­tion, Rücken­be­schwer­den, zu viel Den­ken, Kopf­schmerz, Angst, Panik
  • Psy­cho­so­ma­ti­sche Beschwer­den, Ein­sam­keit, ein­ge­schränkte Beweg­lich­keit
  • Depres­sion, Manie
  • Gelenk­be­schwer­den
  • Vor allem ältere Men­schen wer­den die ver­jün­gende Wir­kung des Atems schät­zen ler­nen.

Dar­über hin­aus öff­net Atem­the­ra­pie die Atem­räume bei Sän­gern und Red­nern, erwei­tert die Reso­nanz und för­dert die Büh­nen­prä­senz bei Schau­spie­lern.

Atemtherapie

Durch­füh­rung Atem­the­ra­pie ist in Form von Ein­zel­ar­beit und Grup­pen­un­ter­richt mög­lich.
Ein­zel­ar­beit: Gezielt kann hier der Therapeut/die The­ra­peu­tin mit seinen/ihren Hän­den den Atem­fluss erspü­ren und len­ken, Blo­cka­den lösen, Atem­räume öff­nen bzw. erwei­tern, den Boden­kon­takt för­dern, Ener­gie­über­schuss aus dem Kopf– und Schul­ter­be­reich abflie­ßen las­sen.
Grup­pen­un­ter­richt: Durch sehr leichte, medi­ta­tive Übun­gen wird der Schü­ler ange­lei­tet, sich in sei­nem eige­nen Kör­per wahr­zu­neh­men, den Atem auch gezielt in jede Region des Kör­pers flie­ßen zu las­sen. In einem wei­te­ren Schritt lässt man den Ausa­tem über die Stimm­bän­der strei­fen, es ent­steht das soge­nannte Tönen, durch das ver­stärkt Schlackstof-fe abge­baut wer­den. Durch diese innere Rei­ni­gung kann ver­stärkt neuer Atem – und somit Sau­er­stoff – auf­ge­nom­men wer­den, was die Nei­gung zur Krank­heit min­dert und die all­ge­meine Lebens­qua­li­tät wesent­lich erhöht.

Risiken/Kritik Wer nicht gut "geer­det" ist, sollte die Atem­ar­beit vor­sich­tig dosie­ren. Ebenso ist in Kri­sen­zei­ten - bei star­ker psy­chi­scher Belas­tung – Vor­sicht gebo­ten. Eine Abspra­che mit dem Therapeuten/der The­ra­peu­tin ist in sol­chen Fäl­len rat­sam. Schwie­rig ist die Atem­ar­beit auch, wenn man sich über­haupt nicht kon­zen­trie­ren kann. Ande­rer­seits för­dert sie das Kon­zen­tra­ti­ons­ver­mö­gen sehr.

Empfehlung/Eignung Alle bedeu­ten­den Atem­schu­len haben sich in Deutsch­land in der AFA (Arbeits– und For­schungs­ge­mein­schaft für Atem­pflege e.V.) zusam­men­ge­schlos­sen. Ein AFA-Diplom ist also ein Hin­weis auf ein beson­ders hohes Qua­li­täts­ni­veau der Atem­leh­rer– und Therapeu-ten. Doch ver­mit­telt auch die Atem­schule Köln ein sehr qua­li­fi­zier­tes Wis­sen, um mit Men­schen auch in sen­si­blen Berei­chen arbei­ten zu kön­nen.

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