Don´t hurry, be happy: Mehr Zeit für Lebens(t)räume

Wer möchte nicht aus dem cir­cu­lus vitio­sus hek­ti­scher Betrieb­sam­keit aus­bre­chen, um genie­ße­risch der Muße zu frö­nen, ohne schlech­tes Gewis­sen? – nach dem Motto: "Arbeite weni­ger, genieße mehr – und lass uns dabei gemein­sam faul sein!".

Faul­tiere haben mehr vom Leben
Von der Weis­heit des Faul­tiers kön­nen wir viel ler­nen. Sie lau­tet: "Das Leben auf das Wesent­li­che redu­zie­ren." Unsere wich­tigste täg­li­che Quelle ist die Faul­heit, die Kunst des Müßig­gangs: sich Zeit neh­men zum Kaf­fee trin­ken, Blu­men gie­ßen, Tiere strei­cheln. Diese neue Minuten-Faulheit müs­sen die meis­ten von uns aber erst wie­der ler­nen. Doch sie ist ele­men­tar wich­tig für uns, um unsere Bat­te­rien wie­der auf­zu­la­den.

Über die Kunst, faul zu sein
Diese Kunst ist eine gött­li­che Gabe, doch wir tun uns schwer damit. Denn Faul­heit ist Frei­heit, fernab jeden Zwangs. Selbst an die Stelle der Frei-Zeit ist heut­zu­tage die Aktiv-Zeit getre­ten. Unser Gefäng­nis der Moderne heißt orga­ni­sierte Betrieb­sam­keit. Auch unser Kon­sum­ver­hal­ten hat sich auf den Zeit­be­griff aus­ge­dehnt: wir kon­su­mie­ren und ver­trei­ben Zeit, anstatt sie aktiv zu leben.

Haben Sie wie­der Mut zur Muße! Pro­bie­ren Sie ein­mal aus, wie es ist, eine ganze Stunde lang "nichts" zu tun! Pla­nen Sie täg­lich einen fes­ten Ter­min in Ihrem Tages­ab­lauf mit und für sich selbst ein. Sie wer­den sehen, sol­che Muße­stun­den sind auch die beste Medi­zin, um dau­er­haft gesund zu leben! Sol­che Inseln der Ent­span­nung hel­fen Ihnen, Stress abzu­bauen, Kräfte zu spa­ren und erfül­lende statt zeh­rende Stun­den zu erle­ben. So berei­chert Muße all Ihre Lebens­be­rei­che (Arbeit, Bezie­hun­gen, Kör­per und Lebens­sinn) und gibt ihnen die nötige Balance.

Ent­wi­ckeln Sie Ihre Lebens-Sicht von einem sur­vi­val of the fit­test zu einem sur­vi­val of the laziest. Der beste Faultier-Typ ist hier nicht der un-lustige Lahme, son­dern der krea­tive Müßig­gän­ger. Jener arbei­tet sei­nen Schreib­tisch nicht ein­fach ab, son­dern kon­zen­triert sich so sinn– wie lust-voll auf die wesent­li­chen Fra­gen und Anlie­gen. Dazu gehört auch mal ein Schwätz­chen zu hal­ten, ein paar Schritte zu gehen, zu dösen. Er lebt ein krea­ti­ves Brain­stor­ming by tal­king, wal­king, dozing.

1. Schritt: Ver­schwende keine Ener­gie
Die Lebens­dauer hängt ab von der Arbeit, die ein Orga­nis­mus leis­tet, und von der Ener­gie, die er dabei ver­braucht. Scho­nen Sie ihr Ener­gie­konto. Dazu gehört eine gesunde Ernäh­rungs­weise. Essen Sie weni­ger süß, weni­ger fett, weni­ger viel, damit Ihr Kör­per mög­lichst wenig Stoff­wech­sel­schad­stoffe erhält und so auch mög­lichst stress– und belas­tungs­frei bleibt. Ver­mei­den Sie Fer­tig­pro­dukte, Zucker, Kaffe und Wurst und gön­nen Sie sich täg­lich drei Liter Was­ser oder Kräu­ter­tees, viel Fisch, und fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse. Ab und zu am Abend fas­ten ist außer­dem die beste Ver­jün­gungs­kur für den Kör­per.

Hal­ten Sie sich fit, ohne Stress-Sport zu betrei­ben. Sor­gen Sie für einen nied­ri­gen Ruhe-Puls. Jeder Mensch hat ein ande­res Fitness-Niveau; stei­gern Sie Fitness-Einheiten gemäß Ihrem inne­ren Takt und Ver­mö­gen und nicht ein­fach nach Vor­schrift. Erspü­ren Sie Ihren eige­nen Bio­rhyth­mus und leben Sie danach: Alles hat seine Zeit. Schla­fen Sie aus­rei­chend und leben Sie nach der inne­ren Uhr. Damit spa­ren Sie am meis­ten Ener­gie.

Und: Gön­nen Sie auch Ihrem Kopf Pau­sen und Leerlauf-Zeiten. Ver­su­chen Sie ein­mal, sich statt auf 1000 Dinge gleich­zei­tig nur auf eine ein­zige Sache zu kon­zen­trie­ren: die Freun­din, den Part­ner, den Schreib­tisch­stuhl, den Baum vor dem Fens­ter. Tan­ken Sie Ener­gie mit klei­nen Tag­träu­me­reien. Das ent­las­tet Ihr Gehirn – ebenso wie bei­spiels­weise Spick­zet­tel an auf­fäl­li­gen Orten zu plat­zie­ren. Mit Hilfe des Mind Map­ping kön­nen Sie auf spie­le­ri­sche Weise auch auf andere Gedan­ken und Ideen kom­men. Es hält Infor­ma­tio­nen beweg­lich und hilft dem Gehirn, der Infoflut Herr zu wer­den.

2. Schritt: Fokus­siere das Wesent­li­che
Suchen Sie Ihren inne­ren Leit­stern. Leben ist wesent­lich mehr als arbei­ten. Wel­ches ist Ihr Lebens­traum? Und wel­ches der erste Schritt dazu? Träu­men Sie nicht Ihr Leben, son­dern leben Sie Ihren Traum – und der benö­tigt einen ers­ten Schritt, um Stück für Stück wahr zu wer­den. Notie­ren Sie sich kleine Weis­hei­ten gro­ßer Den­ker und brin­gen Sie sol­che Sprü­che auf Augen­höhe in Ihren Zim­mern – und zwar dort, wo Sie mit ein wenig Zeit ver­wei­len, also am Herd oder vor dem Spie­gel – an.

Schaf­fen Sie sich Alltags-Rituale bei den Abläu­fen, die Ihnen wirk­lich wich­tig sind. Durch jene wird Zeit nicht ver­schwen­det, son­dern wert-voll gebannt. Rituale hel­fen, zur Be-Sinnung zu kom­men, ein­zu­hal­ten, los­zu­las­sen. Und sie geben dem Wesent­li­chen in ihrem Leben (das Glas Rot­wein trin­ken, das Vor­le­sen der Gute-Nacht-Geschichte) Tiefe und Bedeu­tung. Rituale schaf­fen Gefühle, Bewe­gun­gen, Düfte, Gemein­sam­keit, Begeis­te­rung – Anker­punkte in der mit­rei­ßen­den Hek­tik des Lebens­flus­ses. Und ler­nen Sie dabei zugleich auch los­las­sen von dem, was Sie beschwert und bremst.

3. Schritt: Ver­ein­fa­che das Leben
Wer­fen Sie Bal­last ab: weni­ger ist oft­mals mehr. Je kom­ple­xer unser Leben wird, desto mehr nimmt auch unsere Sehn­sucht nach Ein­fach­heit und Über­schau­bar­keit zu. Ent-Sorgen Sie sich von allem Unnö­ti­gem! Wer­fen Sie rigo­ros jeden Tag zwei bis drei über­flüs­sige, nie genutzte Dinge weg – und dies bezo­gen auf alle vier Lebens­be­rei­che. Set­zen Sie dabei Ihre Prio­ri­tä­ten neu und ganz bewusst.

Ent­schla­cken Sie Ihren Kör­per, ent­rüm­peln Sie Woh­nung und Büro-Schreibtisch. Tren­nen Sie sich von unnüt­zen Zeit­fres­sern und ler­nen Sie statt­des­sen, öfters ein­mal Nein zu sagen und sinn­voll zu dele­gie­ren. Und zwar die Dinge, die Sie ungern und wider­wil­lig tun und andere viel­leicht sogar auch bes­ser kön­nen. Und Dinge, die zwar viel Zeit in Anspruch neh­men, aber eigent­lich nicht wirk­lich wich­tig sind.

In stres­si­gen Sor­gen– und Pro­blem­zei­ten hilft eine Gedan­ken­reise in die Zukunft. Bli­cken Sie von dort zurück auf Ihre Gegen­wart und Sie wer­den diese aus der neuen Per­spek­tive viel gelas­se­ner wahr­neh­men. Neh­men Sie ruhig auch ein­mal den Blick­win­kel eines ande­ren Men­schen auf Sie selbst ein, auch das schafft Dis­tanz zur eige­nen Situa­tion. Wen­den Sie sich dem Guten an Ihrer Lage zu. Und: Set­zen Sie sich feste Problemlösungs-Termine.

4. Schritt: Ent­de­cke das Prin­zip Zeit­lupe
Wider­set­zen Sie sich der Alltags-Hetze und –Hek­tik und schaf­fen Sie sich kleine, aber häu­fige Inseln der Lang­sam­keit in Ihrem Leben. Gön­nen Sie sich lange Wei­len, Aus­zei­ten. Leben Sie weni­ger nach der Uhr­zeit, son­dern mehr nach der "Ereig­nis­zeit" – das heißt, las­sen Sie mehr die Ereig­nisse (Wann habe ich Hun­ger? Wann ist mir zum Lachen, wann zum Bewe­gen?) Ihren Tages­ab­lauf bestim­men.

Ent-schleunigen Sie sich in die­sen Zei­ten ste­ter Rush-hour. Im Han­deln zählt Beharr­lich­keit, nicht Eile. Bauen Sie bewusst Zeitlupen-Momente in Ihr Leben ein, zum Bei­spiel:

  • Slow­food statt Fast­food, um das Essen auch wirk­lich zu genie­ßen.
  • Radeln statt mor­gens in der Auto­schlange schon vom abge­hack­ten stop and go-Rhythmus gestresst zu wer­den.
  • Spor­teln mit dem Puls der Gemüt­lich­keit und nicht des Hyper­ven­ti­lie­rens.
  • Arbeits­zeit und Frei­zeit nicht mit Ter­mi­nen über­frach­ten, son­dern auch Pau­sen aktiv mit­pla­nen.

Ent­wi­ckeln Sie sich vom wild wüten­den Wor­kaho­lic zum schlauen Slob­bie (Slow but bet­ter working people). Nur wer die Balance zwi­schen Leis­tung und Müßig­gang wahrt, taugt auf Dauer auch im Job. Begren­zen Sie Über­stun­den, ent­rüm­peln Sie Ihren Ter­min­ka­len­der, stel­len Sie die Sinn-Frage: was will ich, was kann ich, was dele­giere ich?

Einen stär­ken­den Aus­stieg aus stres­si­gen und tur­bu­len­ten Pha­sen errei­chen Sie auch durch die Tech­nik der Medi­ta­tion. Mit dem Ein­tau­chen in die Phase abso­lu­ter Zeit­lo­sig­keit erho­len sich Kör­per, Geist und Seele und sind gestärkt und frisch für den Rest des Tages. Außer­dem ist Medi­ta­tion eine gute und hilf­rei­che Mög­lich­keit, seine innere Mitte, seine Balance neu zu fin­den.


5. Schritt: Lerne die Kunst, rum­zu­hän­gen
Schal­ten Sie Ihr schlech­tes Gewis­sen aus, wenn Sie ent-spannen. Gön­nen Sie sich Muße und vor allem: genie­ßen Sie diese dann auch! Leben Sie im Fluss der Zeit und nicht dage­gen. Gön­nen Sie sich Muße­stun­den, um den Augen­blick zu genie­ßen, Gedan­ken nach­zu­hän­gen, zu spie­len, Lebens­bü­cher, also Bücher, die ele­men­tar für das eigene Leben sind, zu lesen. Gön­nen Sie sich auch ein­mal ver-rückte Zei­ten, Zei­ten, wo Sie Gren­zen ver­schie­ben, bei­spiels­weise beim Mara­thon oder Fall­schirm­sprin­gen. Las­sen Sie sich Flü­gel wach­sen durch die Antriebs­fe­der Stress – und keine Dra­chen­haut!

Wer in Urlaub fährt, sollte sich offi­zi­ell bereits einen Tag frü­her abmel­den. Wich­tig: neh­men Sie – weder mate­ri­ell noch geis­tig – unfer­tige Pro­jekte mit in die schöns­ten Tage Ihres Jah­res, sonst haben sie von denen nicht all­zu­viele. Dele­gie­ren Sie recht­zei­tig wich­tige Dinge. Als Faust­re­gel gilt für Ihre Sekre­tä­rin oder Ver­tre­tung: nach dem Urlaub dür­fen nur so viele Vor­gänge auf dem Tisch lie­gen wie Sie Urlaubs­tage hat­ten. Las­sen Sie Handy und Uhr am bes­ten ganz zu Hause. Stim­men Sie sich mit einem net­ten Ritual auf Urlaubs­an­fang, –mitte und –ende ein. Haben Sie keine Angst, etwas zu ver­säu­men, genie­ßen Sie die lan­gen Wei­len.

Buch­tipp
Sei­wert, Lothar: Das Bumerang-Prinzip: Don´t hurry, be happy. In fünf Schrit­ten zum Lebens­künst­ler. Mün­chen: Gräfe und Unzer, 2003 (www.bumerang-prinzip.de)
Sei­wert, Lothar: Das Bumerang-Prinzip: Mehr Zeit fürs Glück. Life-Balance: Gesün­der, erfolg­rei­cher und zufrie­de­ner leben. Extra: Mit Bume­rang und Zeit-Guide. 3. Aufl. Mün­chen: Gräfe und Unzer, 2003 (www.bumerang-prinzip.de)

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7 LIFE-BALANCE-Tipps
1. For­mu­lie­ren Sie Ihre per­sön­li­che Lebens­vi­sion.
Ein per­sön­li­ches Leit­bild (Mis­sion State­ment) oder Lebens­ziel hilft Ihnen, Sinn und Rich­tung Ihres Lebens näher fest­zu­le­gen.

2. Beach­ten Sie: Weni­ger ist meis­tens mehr.
Die wirk­li­chen Zeit­pro­bleme im Leben ent­ste­hen, wenn wir zu viele Rol­len gleich­zei­tig aus­fül­len wol­len. Wer sich zuviel vor­nimmt und alles ver­plant, bleibt unfle­xi­bel und stresst sich ebenso wie andere.

3. Sor­gen Sie für eine aus­ge­wo­gene Zeit– und Lebens-Balance.
Der Schlüs­sel zum Erfolg liegt in der qua­li­ta­ti­ven Zeit-Balance zwi­schen allen beruf­li­chen und per­sön­li­chen Lebens­be­rei­chen wie Leistung/Beruf, Familie/Privates, Gesund­heit und der Frage nach dem Sinn.

4. Pla­nen Sie Zeit für Ihre Lebens­prio­ri­tä­ten.
Pla­nen Sie pro-aktiv regel­mä­ßig per­sön­li­che Zeit­fens­ter oder Ter­mine mit sich selbst ein – auch gegen die Wider­stände ande­rer, an denen Sie sich um Ihre Prio­ri­tä­ten zur Errei­chung eige­ner Ziele küm­mern.

5. Kon­zen­trie­ren Sie sich immer auf das Wesent­li­che.
Nur die kon­se­quente Kon­zen­tra­tion auf das Wesent­li­che bei den beruf­li­chen wie pri­va­ten Lebens­rol­len garan­tiert Erfül­lung, Aus­ge­wo­gen­heit und Lebens­er­folg.

6. Ent­flie­hen Sie der Dringlichkeits-Falle.
Bei drin­gen­den Din­gen re-agieren wir nur, bei wich­ti­gen Din­gen hin­ge­gen agie­ren wir. Unter­wer­fen Sie sich nicht dem täg­li­chen Dik­tat der Dring­lich­keit, son­dern fokus­sie­ren Sie sich auf die Wich­tig­keit eige­ner Ziele.

7. Gehen Sie mit Ihrer Lebens­zeit bewußt und sou­ve­rän um.
Leben in Balance oder Life-Leadership bedeu­tet bewuß­ter, eigen­ver­ant­wort­li­cher und gleich­ge­wich­ti­ger Umgang mit dem kost­ba­ren, knap­pen Gut "Zeit":

Heute beginnt der erste Tag vom Rest Ihres Lebens,
den Sie mit einem neuen Zeit­be­wußt­sein begin­nen kön­nen!

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