Die christ­li­che Reinkar­na­ti­ons­lehre

Der Reinkar­na­ti­ons­the­ra­peut und Medi­zin­tech­ni­ker Dr. Jan Erik Sig­dell, der sich seit vie­len Jah­ren mit dem Thema der Reinkar­na­tion im Zusam­men­hang mit Chris­ten­tum und Kir­che beschäf­tigt, geht hier der Frage nach: Ist die Idee von der Wie­der­ge­burt der Seele in ver­schie­de­nen Kör­pern unchrist­lich, oder bloß unkirch­lich?

Ein wider­sprüch­li­cher Titel? Sogar ket­ze­risch? Das auf Jesu Lehre bau­ende Urchris­ten­tum und das kirch­li­che Dogma sind zwei­er­lei! Das Dogma ist nach Mei­nung vie­ler eine macht­stra­te­gisch geprägte Abwand­lung von Jesu Lehre, die sich außer­dem mehr auf Pau­lus als auf Jesus bezieht. Dem Urchris­ten­tum war die Reinkar­na­ti­ons­idee nicht fremd. Der Nach­weis dafür wurde aber in der Kir­chen­ge­schichte ver­gra­ben. Es sollte wohl mög­lichst nie­mand mehr dar­über Bescheid wis­sen … Die Bibel äußert sich nir­gends gegen die Reinkar­na­tion. Die Bemü­hun­gen der Dog­ma­ti­ker, eine Ableh­nung die­ser Lehre aus den Wor­ten der Bibel her­aus­zu­le­sen, hal­ten einer nähe­ren (u.a. sprach­li­chen) Über­prü­fung nicht stand (vgl. Jan Erik Sig­dell: Reinkar­na­tion, Chris­ten­tum und das kirch­li­che Dogma, Ibera, Wien 2001).

Gnos­ti­zis­mus – Säule des frü­hen Chris­ten­tums Die Gnos­ti­ker ("die Wis­sen­den") gehör­ten zu den Urchris­ten. Sie zu Ket­zern zu erklä­ren war eine spä­tere Tak­tik von Kir­chen­dog­ma­ti­kern, um für das eigene abge­wan­delte Chris­ten­tum der Kon­kur­renz den Boden mög­lichst zu ent­zie­hen. Zwar gab es ver­schie­dene gnos­ti­sche Rich­tun­gen und ein paar Aus­wüchse, denen weni­ger Bedeu­tung zuzu­mes­sen ist – jedoch war die Haupt­strö­mung eine starke Säule des Chris­ten­tums der ers­ten Jahr­hun­derte. Man hat die Gno­sis gerne als im Grunde unchrist­lich dar­stel­len und ihren Ursprung in einer vor­christ­li­chen Gno­sis sehen wol­len. Diese Tak­tik wurde vor allem von der deut­schen For­schung ver­folgt. Jedoch haben die bahn­bre­chen­den kri­ti­schen Arbei­ten von C. Colpe die­ses Bild ver­än­dert. In der angel­säch­si­schen und fran­zö­si­schen For­schung hin­ge­gen ist man der Ansicht, dass kei­ner der Texte die Annahme einer vor­christ­li­chen Gno­sis zulässt. Man erkennt auch keine Vor­stu­fen. Es gibt keine Beweise für eine vor­christ­li­che jüdi­sche Gno­sis (vgl. TRE – Theo­lo­gi­sche Rea­len­zy­klo­pä­die, hrsg. v. Ger­hard Mül­ler, Bd. XIII, Wal­ter de Gruy­ter, Ber­lin 1984, S. 519–550).

Die Gnos­ti­ker lehr­ten die Reinkar­na­tion, einige von ihnen behaup­te­ten sogar, dass Jesus zu sei­nen Jün­gern über diese gespro­chen habe. Das Bibel­zi­tat: "Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könn­tet es jetzt nicht ertra­gen" (Joh. 16:12) unter­stützt diese Behaup­tung. Was Jesus nicht in der Öffent­lich­keit sagte, sagte er ohne Zwei­fel sei­nen Jün­gern im klei­nen Kreis.
Die Kir­che in ihrer heu­ti­gen Gestalt ent­stand durch das Kon­zil in Nicäa 325. Es ist wie­der­holt behaup­tet wor­den, dass erst bei die­sem Kon­zil die Reinkar­na­ti­ons­lehre ver­wor­fen wurde, was sich aber nicht durch die bis heute erhal­ten geblie­be­nen Kon­zils­un­ter­la­gen bele­gen lässt. Jedoch sind diese sehr unvoll­stän­dig, was die Mög­lich­keit offen lässt, dass ver­lo­ren­ge­gan­gene Unter­la­gen diese Behaup­tung hät­ten bestä­ti­gen kön­nen. Bezeugt ist aber, dass Kai­ser Kon­stan­tin viele der Anwe­sen­den nicht zu Wort kom­men ließ und eine Anzahl von Anträ­gen und Bitt­schrif­ten unge­öff­net dem Feuer über­gab. Ver­tre­tern einer gnos­ti­schen Reinkar­na­ti­ons­lehre wurde also keine Chance gege­ben, ihre Auf­fas­sung dar­zu­brin­gen.
Trotz die­sem Kon­zil leb­ten urchrist­li­che Leh­ren noch lange wei­ter, v.a. in der Fas­sung des Gnos­ti­kers Orig­e­nes (185 – ca. 253) und auch sei­nes Nach­fol­gers Didy­mos (313 – 398), des letz­ten ori­ge­nis­ti­schen Leh­rers der gnos­ti­schen Chris­ten­ge­meinde in Alex­an­drien. Orig­e­nes hat offen­sicht­lich die Reinkar­na­ti­ons­lehre ver­tre­ten, auch wenn sich Kir­chen­dog­ma­ti­ker sehr bemüht haben, das Gegen­teil nach­zu­wei­sen. Die­ser "Nach­weis" basiert auf spä­ter ent­stan­de­nen zen­sier­ten und mani­pu­lier­ten Text­ver­sio­nen, da die Ori­gi­nal­texte des Orig­e­nes zer­stört wur­den (aus­führ­li­che Dar­stel­lung in Jan Erik Sig­dell: Reinkar­na­tion, Chris­ten­tum und das kirch­li­che Dogma, Ibera, Wien 2001).

Im 6. Jahr­hun­dert kam es zu einer Ver­dam­mung der ori­ge­nis­ti­schen Lehre von der Vor­exis­tenz der Seele vor der Zeu­gung. Diese Ver­dam­mung ist aber nicht Bestand­teil des Kon­zils in Kon­stan­ti­no­pel 553, obwohl man offen­sicht­lich gerne die Welt dies hat glau­ben las­sen – son­dern wurde bereits 543 in einer Sit­zung einer stän­di­gen Syn­ode auf Befehl des Kai­sers Jus­ti­nian fest­ge­legt. Der Kai­ser hat sie aber – 10 Jahre spä­ter – vor der Eröff­nung jenes Kon­zils noch ein­mal bestä­ti­gen las­sen (vgl. ebd.).
Gnos­ti­sche Leh­ren leb­ten trotz Bekämp­fung durch die Kir­che wei­ter. Die Bogu­mi­len brach­ten sie aus dem Bal­kan nach Süd-Frankreich, wo das Katha­r­er­tum ent­stand. Im Manich­äis­mus leb­ten sie auch wei­ter, wenn auch ein wenig mit öst­li­chem Gedan­ken­gut ver­mischt. Da auch zoroa­s­tri­sche Ele­mente mit ein­ge­flos­sen sind, hat man den Manich­äis­mus manch­mal als eine eher per­si­sche Reli­gion dar­stel­len wol­len. Aber "wenn man bedenkt, dass Mani aus dem juden­christ­li­chen Täu­fer­tum, dann aus einem dem Mar­kio­ni­tis­mus ähn­li­chen Gnos­ti­zis­mus her­stammt …, wenn er sich selbst als Apos­tel Jesu Christi bezeich­net, so muss der His­to­ri­ker die Initia­tive für die Gestal­tung von Manis System in einem häre­ti­schen Chris­ten­tum suchen … kann man den Manich­äis­mus nicht als ira­ni­sche Reli­gion anse­hen." (vgl. TRE – Theo­lo­gi­sche Rea­len­zy­klo­pä­die, hrsg. v. Ger­hard Mül­ler, Bd. XXII, Wal­ter de Gruy­ter, Ber­lin 1992, S. 25–45).

Im 13. Jahr­hun­dert wur­den die Katha­rer – die wohl christ­lichste aller Bewe­gun­gen seit der Kir­chen­grün­dung – in einem veri­ta­blen Völ­ker­mord durch die Kir­chen­mächte aus­ge­rot­tet. Für die Katha­rer war die Liebe das wahre Sein, und sie bezeich­ne­ten sich als "gute Chris­ten". Man hat sie als unchrist­lich hin­stel­len wol­len, aber "die Christ­lich­keit ihres Lebens, aber auch ihres Glau­bens, ist an allen Punk­ten nach­weis­bar … Vor allem die jün­gere fran­zö­si­sche For­schung … beweist, dass die Wer­tung der Katha­rer als 'unchrist­lich' nicht mehr auf­recht­er­hal­ten wer­den kann." (vgl. TRE – Theo­lo­gi­sche Rea­len­zy­klo­pä­die, hrsg. v. Ger­hard Mül­ler, Bd. XVIII, Wal­ter de Gruy­ter, Ber­lin 1989, S. 21–30.)
Der Manich­äis­mus ver­si­ckerte spä­ter auch in den Sand der Geschichte. Zurück blie­ben nur Reste der gnos­ti­schen Leh­ren als Bestand­teil ver­schie­de­ner Geheim­leh­ren.

Ist das Fege­feuer eine Abwand­lung der Reinkar­na­ti­ons­lehre? Die reinkar­na­ti­ons­gläu­bi­gen Katha­rer wur­den also im 13. Jahr­hun­dert aus­ge­rot­tet. Unge­fähr gleich­zei­tig ent­stand im Kir­chen­tum die Fegefeuer-Lehre, die dem Urchris­ten­tum fremd und durch die Bibel nicht beleg­bar ist. Es ist behaup­tet wor­den, dass diese Lehre von einem "Rei­ni­gungs­pro­zess" (das ist die eigent­li­che Bedeu­tung des latei­ni­schen Wor­tes pur­ga­to­rium, das mit Feuer nichts zu tun hat) eine dog­ma­tisch umge­münzte Reinkar­na­ti­ons­lehre sei (vgl. Ged­des Mac­G­re­gor: Rein­car­na­tion as a Chris­tian Hope, MacMil­lan, Lon­don 1982, und Ged­des Mac­G­re­gor: Reinkar­na­tion und Karma im Chris­ten­tum, Bd. 1, Aqua­ma­rin, Gra­fing 1985). Ich sehe diese Mei­nung dadurch bestärkt, dass die Fegefeuer-Lehre gleich­zei­tig mit der blu­ti­gen Ver­nich­tung der Katha­rer ent­stand. Sie könnte sehr wohl auf­ge­stellt wor­den sein, um sie der katha­ri­schen Reinkar­na­ti­ons­lehre ent­ge­gen­zu­stel­len (vgl. Jan Erik Sig­dell: Reinkar­na­tion, Chris­ten­tum und das kirch­li­che Dogma, Ibera, Wien 2001)!

Einige dog­ma­ti­sche Lehr­sätze des Kir­chen­tums sind absurd und wider­sprüch­lich, und durch die Bibel nicht begründ­bar (vgl. ebd.). Hierzu gehö­ren:
1. Die Seele würde erst bei der Zeu­gung erschaf­fen. Dies steht u.a. in Wider­spruch zu Punkt 4 unten.
2. Die­ses Leben würde end­gül­tig ent­schei­den, ob wir in den Him­mel oder in die Hölle gera­ten. Ein lie­be­vol­ler Gott würde uns unreife und unwis­sende Men­schen mit einer sol­chen end­gül­ti­gen Ent­schei­dung nie­mals über­for­dern.
3. Die Lehre von der ewi­gen Ver­damm­nis. Sie wider­spricht eben­falls der Liebe Got­tes. Eine ewige Hölle würde das Böse ver­ewi­gen, und der End­zu­stand – so wie es nun ein­mal in der Welt aus­sieht – wäre ein klei­nes Him­mel­chen nebst einer rie­si­gen Hölle …
4. Der Mensch sei sün­dig gebo­ren. Eine abscheu­li­che Unge­rech­tig­keit, wenn – wie die Kir­che lehrt! (Punkt 1) – der Mensch noch gar nicht exis­tierte, als in ural­ten Zei­ten eine angeb­li­che "Ursünde" began­gen wurde!
5. Kör­per und Seele seien untrenn­bar eins. Diese Behaup­tung führt zu einer gan­zen Reihe von tief­grün­di­gen Absur­di­tä­ten (vgl.ebd.). Sie ist nicht in der Bibel beleg­bar, son­dern ist eine tak­ti­sche Umdeu­tung der See­len­lehre des vor­christ­li­chen Phi­lo­so­phen Aris­to­te­les.

Dem­ge­gen­über besagt die gnos­ti­sche Reinkar­na­ti­ons­lehre fol­gen­des:
1. Die See­len wur­den mit der Schöp­fung des Alls als Licht­we­sen erschaf­fen. Eine große Zahl die­ser Wesen fie­len aber aus der gött­li­chen Licht­welt her­aus und wur­den in nied­ri­gere Bewusst­seins­zu­stände ver­setzt. Viele davon wur­den, in Orig­e­nes? Wor­ten, zu "See­len, die zur Strafe in Kör­per ver­setzt wur­den, wie in Gefäng­nisse".
2. Die­ses mensch­li­che Leben ist nur eine von vie­len Ver­kör­pe­run­gen der Seele, die wie Trep­pen­stu­fen zurück zur gött­li­chen Licht­welt füh­ren.
3. Es gibt keine ewige Ver­damm­nis. Es gibt jedoch auch eine Welt der dunk­len Mächte. Nicht nur alle See­len, son­dern schließ­lich auch die Wesen jener Welt wer­den mit der Zeit erlöst.
4. Der Mensch trägt als Folge ungu­ter oder gar übler Taten ein dem­ent­spre­chen­des Karma und muss in auf­ein­an­der­fol­gen­den Ver­kör­pe­run­gen die­ses abar­bei­ten. Das Karma ist aber keine Strafe, son­dern eine Beleh­rung durch Lek­tio­nen. Diese las­sen uns oft am eige­nen Leibe erle­ben, was wir ande­ren zuge­fügt haben, wodurch wir auf der See­le­ne­bene zur Ein­sicht bezüg­lich unse­rer Ver­feh­lun­gen, Reue und Umkehr kom­men sol­len.
5. Kör­per und Seele sind zwei­er­lei. Die Seele hat kei­nen phy­si­schen Kör­per, aber sie trägt wie Beklei­dun­gen nach­ein­an­der ver­schie­dene Kör­per als Vehi­kel, um in der mate­ri­el­len Welt Erfah­run­gen zu machen. Sie ster­ben unwi­der­ruf­lich, wenn die Seele sie ver­lässt.

Man hat immer wie­der gegen Punkt 4 ein­wen­den wol­len, dass es so nicht gehen könne, da man im neuen Leben nichts vom frü­he­ren wis­sen würde. Die­ser Ein­wand stammt aus dem Mit­tel­al­ter, in der man vom unbe­wuss­ten Ich noch keine Ahnung hatte. Heute wis­sen wir es bes­ser, und trotz­dem holt man die­sen unzeit­ge­mä­ßen Ein­wand wie­der­holt aus der Mot­ten­kiste. Im unbe­wuss­ten Ich wis­sen wir näm­lich sehr wohl, was die Ursa­che unse­res Karma ist! Es ist nur im bewuss­ten, ratio­na­len Ver­stand, dass wir nichts mehr davon wis­sen.

Haupt­lek­tion der Reinkar­na­tion ist die Liebe Das End­ziel der See­len­schu­lung durch das Karma ist, dass wir als See­len end­lich die Liebe voll begrei­fen und danach leben. Liebe ver­bin­det, ver­eint, aber die Selbst­sucht sowie Hass, Ver­ach­tung und andere ego­be­zo­gene Gefühle tren­nen und ver­let­zen. Wir müs­sen end­lich begrei­fen, dass wir alle – ohne Aus­nahme – Geschwis­ter aus dem­sel­ben gött­li­chen Licht sind. Dabei ist es völ­lig bedeu­tungs­los, wel­che Her­kunft, Kul­tur, Glaube, Spra­che, Haut­farbe usw. der andere hat! Diese Dinge sind nur Äußer­lich­kei­ten des Kör­pers und des ego­haf­ten Ver­stan­des, die es in der Seele selbst nicht gibt. Die wahre Liebe ist bedin­gungs­los und kennt keine Dis­kri­mi­nie­rung. "Ich liebe dich, wenn …" oder: "Wenn du ? kann ich dich nicht lie­ben" ist keine Liebe, son­dern Erpres­sung!
Meine jahr­zehn­te­lange Arbeit mit der Rück­füh­rungs­the­ra­pie hat mich viel über die erschre­ckend oft vor­kom­men­den Lie­bes­ver­let­zun­gen der Men­schen gelehrt – dazu aus Platz­grün­den eine nur sehr kurze Zusam­men­fas­sung.
Die Liebe hat eine son­der­bare Eigen­schaft: Sie kann nur im Aus­tausch gedei­hen. Ist sie ein­sei­tig, ver­welkt sie. Dar­aus folgt als Faust­re­gel: "Du bekommst nicht mehr Liebe, als du gibst!" Gibt man keine, kann man keine erwar­ten. Liebe fängt in unse­rer nächs­ten Umge­bung an! Man liebt Gott durch den Mit­men­schen (Matth. 25:40).
Viele Men­schen sind emo­tio­nale Krüp­pel. Grobe Gefühle sind ihnen recht, aber feine und zärt­li­che hal­ten sie für "Gefühls­du­se­lei" und Schwä­che. Jedoch: sie nicht zu zei­gen zu wagen ist die eigent­li­che Schwä­che! Der wahr­haf­tig starke Mensch zeigt sie und steht zu ihnen, ist aber vor­sich­tig mit gro­ben Gefüh­len.
"Du weißt doch, dass ich dich liebe" (d.h.: "dann muss ich sie doch nicht zei­gen") ist eine faule Aus­rede. Es ist wie ein Kuchen, der im Kühl­schrank steht, von dem man aber nicht kos­ten darf. Diese Gefühls­ver­krüp­pe­lung wird oft von Eltern geerbt, die selbst keine Gefühle zei­gen konn­ten. Wenn wir aus die­sem Teu­fels­kreis aus­bre­chen, haben wir eine wich­tige Stufe zur Reife erklom­men!
Kin­der brau­chen Kör­per­kon­takt. Berüh­rung – hal­ten, strei­cheln, umar­men – sowie Trost und Lob näh­ren die Seele so wie die Speise den Kör­per. Viele sind in der Kind­heit see­lisch unter­er­nährt wor­den. Gute Klei­der die­nen nur dem Kör­per, und eine Aus­bil­dung nur des­sen ego­haf­tem Ver­stand, aber sie sind kein Ersatz für die Liebe.
In der Part­ner­schaft gehört die Sexua­li­tät natür­lich auch zur Liebe. Es fin­det dabei ein ener­ge­ti­scher Aus­tausch auf See­le­ne­bene statt. Wahre Spi­ri­tua­li­tät wird in der Ehe die Sexua­li­tät nicht aus­klam­mern und kör­per­be­zo­gene Gefühle ver­drän­gen (womit sie ja nur ver­steckt wären!), son­dern zulas­sen, dass sie sich in Liebe mani­fes­tie­ren. Lieb­lose und gar gewalt­same Sexua­li­tät ist eine per­verse Ent­ar­tung. Einige ganz wenige, frag­men­ta­ri­sche Hin­weise haben die Bemü­hun­gen um eine "Säu­be­rung" der Über­lie­fe­rung über­lebt, die andeu­ten, dass es bei den Gnos­ti­kern auch eine Form von christ­li­chem Tan­tris­mus gege­ben haben dürfte.

Die letzte Frage Wird uns nach dem Tode eine Frage gestellt, heißt sie sicher nicht: "Was hast du geleis­tet? Was hast du erwor­ben?" und auch nicht: "Wie oft bist du in die Kir­che gegan­gen?", son­dern: "Wie­viel Liebe hast du gelebt? Und wo hast du in der Liebe ver­sagt?" Mit jeder neuen Ver­kör­pe­rung dürf­ten unsere Ant­wor­ten wohl immer bes­ser wer­den.

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