Die ayur­ve­di­schen Tri­doshas im Horo­skop – Eine Syn­these zwi­schen west­li­cher Astro­lo­gie und indi­scher Ver­an­la­gungs­lehre

Aus­schlag­ge­bend für unser Wohl­be­fin­den ist oft die genaue Kennt­nis der eige­nen kör­per­li­chen Kon­sti­tu­tion. Ein Instru­ment zur Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­ons­typs in Ver­bin­dung mit der astro­lo­gi­schen Horo­sko­pana­lyse bie­tet die von Hen­drik Woorts ent­wi­ckelte A.D.E.V.A.-Methode (Astro*Dosha – Ener­gie– und Veranlagungs-Analyse). Sie stellt eine Syn­these zwi­schen west­li­cher und öst­li­cher Ver­an­la­gungs­lehre dar.

Die Kon­sti­tu­ti­ons­frage ist nicht etwas, was uns Men­schen erst seit die­sem Jahr­hun­dert beschäf­tigt. Nein, noch weit vor Christi Geburt war es den Men­schen bereits ein Anlie­gen, hier­auf eine Ant­wort zu fin­den. In Indien befasste man sich schon etwa 3.500 Jahre v. Chr. mit der kör­per­li­chen Ver­fas­sung der Men­schen. Über die Ent­ste­hung die­ses "Wis­sens vom Leben", des Ayur­veda, gibt es die ver­schie­dens­ten Mythen, die aber alle in einer Aus­sage über­ein­stim­men: Das erstaun­li­che Wis­sen die­ser kom­ple­xen Men­schen– und Lebens­kunde mit all ihren bio­lo­gi­schen, medi­zi­ni­schen, reli­giö­sen und phi­lo­so­phi­schen Aspek­ten wurde den Men­schen von den Göt­tern über­ge­ben.
Die über Jahr­tau­sende erprobte Heil­kunst Indi­ens – Ayur­veda genannt – ist dem Kos­mos eng ver­bun­den. Des­halb bie­tet sie auch die Grund­lage der von mir ent­wi­ckel­ten soge­nann­ten A.D.E.V.A.-Methode zur astro­lo­gi­schen Horo­sko­pana­lyse bzw. Kon­sti­tu­ti­ons­er­mitt­lung (Astro*Dosha – Ener­gie– und Veranlagungs-Analyse).

Die ayur­ve­di­schen Tri­doshas Ein wesent­li­cher Bestand­teil des Ayur­veda ist die Lehre der Tri­doshas. Tri­doshas sind die drei fein­stoff­li­chen Ener­gien, die in jedem Men­schen vor­han­den sind und jeweils indi­vi­du­ell ihre Wir­kung ent­fal­ten. Es sind die Ener­gien KAPHA – sie regu­liert die Kör­per­funk­tio­nen und ist für die bio­lo­gi­sche Stärke und Abwehr­kraft ver­ant­wort­lich, PITTA – sie regu­liert den Stoff­wech­sel und steu­ert die gesamte Ver­dau­ung, und VATA – sie ist für alle Bewe­gungs­ab­läufe und –vor­gänge im Kör­per ver­ant­wort­lich und regu­liert die Akti­vi­tä­ten des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems und der Aus­schei­dungs­or­gane. Befin­den sie sich im Gleich­ge­wicht, so ist laut Ayur­veda der Mensch gesund. Ein Ungleich­ge­wicht kann auf eine Stö­rung im Orga­nis­mus hin­wei­sen. Der Ayur­veda sieht aber gleich­zei­tig eine Tridosha-Verbindung zu der Kon­sti­tu­tion des Men­schen. So wie es in der west­li­chen Kon­sti­tu­ti­ons­lehre Kret­sch­mers bei­spiels­weise den pykni­schen Typ gibt, so nennt der Ayur­veda die­sen Typus den Tri­dos­ha­typ KAPHA. Der ath­le­ti­sche Typ ähnelt dem Tri­dos­ha­typ PITTA und der lepto­some Typ ähnelt dem Tri­dos­ha­typ VATA. Die Tridosha-Konstitutionstypen wer­den u.a. fol­gen­der­ma­ßen beschrie­ben:

Kapha-Konstitution Diese Per­so­nen sind von stäm­mi­ger und robus­ter Sta­tur und ver­fü­gen über eine gut aus­ge­bil­dete und aus­dau­ernde Mus­ku­la­tur. Sie besit­zen von Natur aus große Kör­per­kraft, Abwehr­kraft und Leben­dig­keit und leben lange und gesund. Sie haben sanfte und tiefe Stim­men und sehen häu­fig gut aus. Ins­ge­samt ist ihre Ver­dau­ung und ihr Stoff­wech­sel sehr lang­sam; daher benö­ti­gen sie wenig Nah­rung und Getränke. Sie erwe­cken einen ruhi­gen und lei­sen Ein­druck.
Kapha-Typen kön­nen Arbei­ten aus­füh­ren, die schwer oder anstren­gend sind. Sie eig­nen sich her­vor­ra­gend für Public-Relations-Aufgaben. Aller­dings soll­ten sie nicht in kal­ter und feuch­ter Atmo­sphäre arbei­ten.
Sie wer­den leicht dick und sind anfäl­lig für Gelenk­krank­hei­ten und Herz­pro­bleme.

Pitta-Konstitution Diese Per­so­nen haben eine hohe Ver­dau­ungs– und Stoff­wech­sel­ak­ti­vi­tät. Sie müs­sen daher regel­mä­ßig essen und küh­lende und fett­hal­tige Getränke zu sich neh­men. Ihre Haut ist weich, ölig und glatt. Sie nei­gen zu früh­zei­ti­gem Haar­aus­fall und Grau­wer­den der Haare. Trotz ihres dyna­mi­schen Natu­rells sind sie nur mit­tel­mä­ßig stark und arbeits­fä­hig. Auf­nah­me­ver­mö­gen und Intel­li­genz sind gut aus­ge­prägt. Pitta-Typen ver­fü­gen im all­ge­mei­nen über gutes Wis­sen in ihrem Fach, sind krea­tiv und als Folge davon auch wohl­ha­bend und gesell­schaft­lich ange­se­hen.
Diese Per­so­nen brau­chen eine Arbeit in einer küh­len Umge­bung, bei der Krea­ti­vi­tät und Intel­li­genz gefor­dert sind. Sie soll­ten nicht mit Che­mi­ka­lien, Far­ben oder Erd­öl­pro­duk­ten umge­hen. Sie nei­gen zu allen Arten von Ent­zün­dungs­krank­hei­ten und zu Magen– und Zwölf­fin­ger­darm­ge­schwü­ren.

Vata-Konstitution Per­so­nen mit einer Vata-Konstitution sind im all­ge­mei­nen groß, dünn und nicht beson­ders kräf­tig. Ihr Kör­per­ge­wicht ist eher gering, ebenso die Wider­stands­fä­hig­keit gegen Krank­hei­ten. Die Qua­li­tät ihrer Ver­dau­ung und des Stoff­wech­sels ist eher schwan­kend. Diese Per­so­nen brau­chen eine Arbeit, die kör­per­lich nicht anstren­gend ist, bei der es nicht auf dau­er­hafte Auf­merk­sam­keit ankommt und die nicht in einer kal­ten oder kli­ma­ti­sier­ten Atmo­sphäre aus­ge­führt wird. Wenn sie den­noch zu einer der­ar­ti­gen Arbeit gezwun­gen sind, erkran­ken sie am ehes­ten an den Ner­ven oder Kno­chen; sie lei­den ten­den­zi­ell unter Ver­stop­fung und kön­nen an Gewicht ver­lie­ren.

Nun gibt es laut der Ayur­ve­di­schen Tri­doshal­ehre sel­ten reine Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen, also aus­schließ­lich Kapha-, Pitta– oder Vata-Typen. In den meis­ten Fäl­len ver­mi­schen sich die Typen in einer Per­son. Fol­gende Misch­ty­pen sind daher außer­dem noch mög­lich:

Vata-Pitta-Typ: Ein Misch­typ, bei dem VATA vor­herrscht.
Vata-Kapha-Typ: Ein Misch­typ, bei dem VATA vor­herrscht.
Pitta-Kapha-Typ: Ein Misch­typ, bei dem PITTA vor­herrscht.
Vata-Pitta-Kapha-Typ: Hier sind die drei Doshas gleich­wer­tig vor­han­den; die­ser Typ wird auch Sama­pra­kriti genannt.

Vor­ge­hens­weise der A.D.E.V.A.-Methode Das Anlie­gen mei­ner Methode ist es, die Tri­dos­ha­ty­pen dem Geburts­horo­skop zu ent­neh­men. Aus­gangs­punkt für den prak­ti­schen Umgang mit die­ser Methode ist das Geburts­horo­skop. Um die­ses Geburts­horo­skop nun in ein soge­nann­tes Tridosha-Horoskop (ein Geburts­horo­skop mit sechs Fel­dern, die sich in Kapha-, Pitta– und Vata-Felder unter­tei­len) umzu­wan­deln, ist es not­wen­dig, die bio­rhyth­mi­schen Tri­dos­ha­zei­ten zu ken­nen. Gemein­sam mit die­sen Zei­ten wer­den die Aszendent-Positionen notiert und im Horo­skop in Form einer Sechs-Häuser-Einteilung sicht­bar gemacht.
Diese Häu­ser, auch "Bha­vas" genannt, fin­den ihre Beto­nung in drei ver­schie­de­nen fein­stoff­li­chen Ener­gien, den Tri­doshas, und ori­en­tie­ren sich an den bio­rhyth­mi­schen Tri­dos­ha­zei­ten: Tag-Kapha: ab 06:00 Uhr, Tag-Pitta: ab 10:00 Uhr und Tag-Vata: ab 14:00 Uhr; Nacht-Kapha: ab 18:00 Uhr, Nacht-Pitta: ab 22:00 Uhr und Nacht-Vata: ab 02:00 Uhr.

Um den Kli­en­ten ganz­heit­lich erfas­sen zu kön­nen, sind zur Ana­lyse des Veranlagungs-Typs neben den in den Bha­vas befind­li­chen Pla­ne­ten und sen­si­ti­ven Punk­ten auch fol­gende astro­dia­gnos­ti­sche Kri­te­rien zu berück­sich­ti­gen, da sie zur indi­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­ons­bil­dung bei­tra­gen:

KALAM - Sans­krit­wort für Zeit. Dabei wird fest­ge­stellt, zu wel­cher Tages– und Jah­res­zeit die ers­ten Sym­ptome einer sich anbah­nen­den Krank­heit auf­tra­ten. Auch die Geburts­zeit spielt eine wesent­li­che Rolle. Die­ses Kri­te­rium ist wich­tig, weil die Tri­doshas Kapha, Pitta und Vata tages– und jah­res­zeit­li­chen Rhyth­men unter­lie­gen. Im Tridosha-Horoskop wer­den diese Zei­ten – wie bereits erwähnt – berück­sich­tigt und im Zusam­men­hang mit der Anzahl der Pla­ne­ten und der sen­si­ti­ven Punkte aus­ge­wer­tet, die zu die­sem Zeit­punkt eine bestimmte Posi­tion in einem der sechs Bha­vas ein­nah­men.

VAYAS – Sans­krit­wort für Lebens­al­ter. Aus dem Geburts­horo­skop kann man die Ver­an­la­gung eines Men­schen ent­neh­men. Was der Gebo­rene mit die­ser Ver­an­la­gung macht – im posi­ti­ven wie auch im nega­ti­ven Sinne – ist aus den aktu­el­len Pla­ne­ten­po­si­tio­nen, den Tran­si­ten, zu ent­neh­men. Daher spielt das Lebens­al­ter auch eine wich­tige Rolle in der Gesamt­be­trach­tung. Die Lebens­zeit wird bei einer ange­nom­me­nen Dauer von etwa 100 Jah­ren in vier Perio­den, die Vata-, Pitta-, Kapha– und die Catur-Ashrama-Periode – auch die vier "Stütz­punkte" genannt – ein­ge­teilt. Dadurch ergibt sich eine Unter­tei­lung in Lebens­ab­schnitte von jeweils 25 Jah­ren, wobei jeder Abschnitt eine bestimmte (geis­tige) Ent­wick­lung sym­bo­li­siert.

SAT­MYA – Sans­krit­wort wel­ches über­setzt etwa bedeu­tet: "Was dem Selbst, dem Kör­per zuträg­lich ist". Hier­mit ist die Prü­fung der Kon­di­tion in Ver­bin­dung mit den erb­li­chen Anla­gen, dem Milieu, der Gesell­schaft, dem Klima, der Ernäh­rungs­weise usw. gemeint. Aus astro­lo­gi­scher Sicht sind daher die Posi­tio­nen der Geburts­häu­ser, die Aus­sa­gen erlau­ben über die anfangs auf­ge­führ­ten Lebens­be­rei­che, in Bezie­hung zu den Tri­doshas zu set­zen.

DESHA – Sans­krit­wort für Land. Ergän­zend zum Abschnitt Sat­mya wird hier auch der Wohn­ort des Kli­en­ten berück­sich­tigt, Höhen­lage und Vege­ta­tion in Betracht gezo­gen und fest­ge­stellt, ob der Kli­ent in einer Stadt (Groß­stadt, Klein­stadt oder Dorf) lebt und ob Gewäs­ser (Meer, Flüsse, Seen) vor­han­den sind. Auch diese sind unab­ding­bare Aspekte der Astro-Dosha-Analyse, denn ohne die Anga­ben des Geburts­or­tes bzw. den Wohn­ort (für die aktu­ell herr­schen­den Tri­doshas eines Kli­en­ten) ist kein exak­tes Tridosha-Horoskop zu erstel­len.

Wei­tere unmit­tel­bare Kri­te­rien für die Erstel­lung eines Tri­dos­haho­ro­skops sind:
- Die Ele­mente: Was­ser, Feuer, Luft und Erde
- Die Jah­res­zei­ten
- Die Horo­skop­de­ka­den
- Die Grad­größe der sechs Bha­vas
- Der Sama­pra­kri­ti­punkt (Energie-Zentralpunkt im Horo­skop)
- Die Bewer­tung der Pla­ne­ten und sen­si­ti­ven Punkte in den vor­her­ge­nann­ten Berei­chen.

Nut­zen der Tridoshahoroskop-Analyse Gewiss, es gibt bei der Erstel­lung und Aus­ar­bei­tung eines Tri­dos­haho­ro­skops eini­ges zu berück­sich­ti­gen, aber die­ses ganz­heit­li­che Ana­ly­se­sys­tem hat sich in mei­ner Astrologie-Praxis als über­aus nütz­lich erwie­sen, wenn es darum geht, die Kon­sti­tu­tion eines Kli­en­ten zu ermit­teln und ein dif­fe­ren­zier­tes und umfas­sen­des Gesamt­bild einer Per­son zu erhal­ten. Diese Methode kann für den Astro­lo­gen nicht nur eine gute Unter­stüt­zung bei wei­te­ren Indi­vi­dua­li­täts­ana­ly­sen sein, son­dern auch eine wir­kungs­volle Gutachten-Ergänzung in der Pra­xis bie­ten. Sie kann, wie auch die all­ge­mein viel­fäl­ti­gen Hin­weise aus den Gestirn­kon­stel­la­tio­nen, außer­dem eine ergän­zende Hil­fe­stel­lung bei der ärzt­li­chen Dia­gnose bie­ten. Auch Ernäh­rungs­be­ra­te­rIn­nen kön­nen von die­ser Ana­lyse pro­fi­tie­ren, weil die astro­lo­gi­sche Kon­sti­tu­ti­ons­ana­lyse gleich­zei­tig eine Brü­cke zu der typ­ent­spre­chen­den ayur­ve­di­schen Ernäh­rungs­lehre bil­det.
Den größ­ten Nut­zen die­ser Ana­ly­se­me­thode hat jedoch der um Rat fra­gende ein­zelne Mensch. Für ihn kann diese Methode neue Impulse in den Berei­chen Gesund­heit und Ernäh­rung lie­fern. Die Ana­lyse ermög­licht es dem Kli­en­ten, sich ein umfas­sen­de­res Bild der eige­nen Ver­an­la­gung zu machen und die Ernäh­rung auf sei­nen Kon­sti­tu­ti­ons­typ abzu­stim­men.
Die A.D.E.V.A.-Methode stellt jedoch kei­nen Ersatz für ärzt­li­che The­ra­pien und krank­heits­be­dingte Ernäh­rungs­um­stel­lun­gen dar.

Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.86 von 5.00) durch 20 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.