Die Weis­heit von Mut­ter Erde nüt­zen

Vom visio­nä­rem Schöp­fungs­geist der Erde und dem Sinn des Mensch­seins – Zum Inter­na­tio­na­len Tag der Erde am 22. April

Es ist Januar 1989. Wie­der bin ich an einem Punkt in mei­nem Leben ange­langt, an dem sich alle Zukunfts­ge­dan­ken als Sack­gas­sen und Illu­sio­nen offen­ba­ren. Auf der Suche nach letz­ten Wahr­hei­ten, nach einem leben­di­gen grö­ße­ren Geist und einer umfas­sen­de­ren Füh­rung bin ich am Rande mei­ner kör­per­li­chen, emo­tio­na­len und ratio­na­len Belast­bar­keit ange­langt. In mei­nem Ohr höre ich immer wie­der die Stimme von Brave Buf­falo, einem all­seits aner­kann­ten Lakota-Medizinmann, sagen:
"Only the spot­ted eagle can talk to Tun­ka­shila. – Nur der gefleckte Adler kann zum Gro­ßen Geist reden."
Auch rück­bli­ckend muss ich sagen, meine Suche war echt, rück­halt­los und unei­gen­nüt­zig. Ich war ein guter Schü­ler auf dem rich­ti­gen Weg. Die Wahr­heit war mir erst ein­mal wich­ti­ger als ich selbst. Das Feuer der Erkennt­nis­su­che hat mich mit aller Lei­den­schaft gepackt. Ich war jung und wollte ES wis­sen und erfah­ren. In die echte Kraft zu kom­men war mein Ziel, mein Weg, mein Talent.

Der Geist der Erde ant­wor­tet auf unsere Gebete
Mit den elementar-Kreisen bin ich in Bre­genz, um eine Schwitz­hüt­tenze­re­mo­nie durch­zu­füh­ren. Wir sind auf dem Pfän­der, auf etwa 2.000 m Höhe. Unter uns seit Wochen Smog. Im Tal fah­ren die Autos am Tag mit Nebel­schein­wer­fern. Stin­kige Luft und hus­tende Men­schen weit und breit. Wir beten für Hei­lung der Erde, für gute Luft im Tal und für Ein­sicht, für innere Ord­nung und für ein sinn­vol­les Dasein. Die Gebete kom­men aus dem Her­zen. Der Kreis ist stark und geprägt von der Sehn­sucht nach einem erfüll­ten Leben.
Nach etwa drei Stun­den kom­men wir geläu­tert und gestärkt aus der Schwitz­hütte. Unser Blick geht zum Him­mel. Er ist klar, die Sterne leuch­ten, keine Wolke trübt den Blick in die Tiefe des Kos­mos. Mein Blick wan­dert nach unten ins Tal. Ich sehe die Autos, die Lich­ter, den Boden­see. Der Smog hat Bre­genz ver­las­sen. Unsere Zere­mo­nie, mit unse­ren Gebe­ten hatte direkte hei­lende Wir­kung. Mut­ter Erde ist wie­der gerei­nigt. Die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Mensch und Natur hatte – wie­der ein­mal – hei­lende und stär­kende Wir­kung auf das Leben­dige.
Ich spre­che an die­sem Wochen­ende über die Kraft der Vision und unsere Ein­heit mit der Erde, dass wir zual­ler­erst Earth People sind, Maka Oyate. Dass wir Men­schen hier sind, um unser Bewusst­sein und all unsere wun­der­ba­ren Fähig­kei­ten dem Wohl und der Hei­lung aller Lebe­we­sen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dass der Sinn unse­res Daseins als Mensch und Mensch­heit in der Heil– und Erkennt­nis­kraft liegt. Letzt­lich dass wir Gutes tun und das Leben zu erhal­ten und zu pfle­gen haben. Der Mensch als Gärt­ner und Hei­ler für alle Lebe­we­sen. Der Mensch als ord­nende und stüt­zende Kraft in der Schöp­fung.
Ich bemühe mich die Teil­neh­mer dahin­ge­hend zu inspi­rie­ren, dass wir unsere Wur­zeln und unsere Zuge­hö­rig­keit zu unse­rem Platz im Uni­ver­sum nicht ver­ges­sen dür­fen und dass wir mit Mut­ter Erde in tele­pa­thisch beten­der Weise reden kön­nen und sie uns hört und ant­wor­tet – durch die Ele­mente, durch Tiere, Pflan­zen und Steine. Es liegt mir am Her­zen zu ver­mit­teln, dass wenn wir den Weg des Her­zens und der Erde gehen wol­len, wir uns frei machen müs­sen von einem Welt­bild, wel­ches die Schöp­fung auf ihre mate­ri­elle Erschei­nung begrenzt. Doch im Hin­ter­grund all mei­ner Reden bleibt die Frage: "Stimmt das mit dem Spot­ted Eagle und der Kor­re­spon­denz zu Tun­ka­shila, dem Gro­ßen Geist?"
Wir trom­meln, beten, ras­seln. Der Kreis stärkt sich, baut ein immer durch­drin­gen­de­res und gleich­zei­tig leich­tes Ener­gie­feld auf. Die Men­schen sind berührt, und man­che hal­ten mich immer noch für einen Spin­ner. Es kommt zum Schluss­kreis. Der Abschied liegt nahe. Der Him­mel ist blau, die Sonne scheint, plötz­lich: ein Sekun­den­re­gen. Ich sage noch: "Das sind die Trä­nen der Groß­el­tern, die berührt sind von der auf­rich­ti­gen Arbeit, die wir hier für unsere Seele und für die Schöp­fung voll­bracht haben." Der Sekun­den­re­gen zwingt uns, unse­ren Blick senk­recht nach oben zu wen­den. Und da steht er! Der Adler! Direkt über unse­rem Kreis und um ihn herum ein kreis­run­der Regen­bo­gen, mit dem Adler in der Mitte. Einem Mann in den Sieb­zi­gern fällt die Ziga­rette aus dem Mund, und er sagt: "Jetzt weiß ich, was du meinst. Jetzt ver­stehe ich, und jetzt glaube ich dir." Der Geist der Erde hat geant­wor­tet.
In mei­nem Ohr Brave Buf­fa­los Stimme: "Nur der Spot­ted Eagle kann mit dem Gro­ßen Geist kom­mu­ni­zie­ren." Und ich spüre bis hin­un­ter in meine Kno­chen die Rich­tig­keit die­ser Worte.

Visi­ons­tanz: Bit­tet unei­gen­nüt­zig, so wird euch gege­ben
August 2003. Tro­cken­heit in Ita­lien. Wie seit 12 Jah­ren tref­fen wir uns auf unse­rem Platz in Cana/Toskana, um 4 Tage und 4 Nächte lang gemein­sam Visio­nen zu suchen für Mut­ter Erde, die Lebens­ge­mein­schaft und für jedes ein­zelne Wesen. Wir tref­fen uns zum Visi­ons­tanz. Alles ist gut vor­be­rei­tet. Wir haben nur ein Pro­blem – die Tro­cken­heit. Ein Funke kann einen Groß­brand aus­lö­sen. Wie­der gehen wir in die Schwitz­hütte und beten, ent­schlos­sen und durch­drin­gend. Und wir bit­ten um Regen. Wir bit­ten Mut­ter Erde mit ihrem durch­drin­gen­den Geist, uns zu hel­fen und uns Regen zu sen­den.
Unglaub­lich, aber wahr: am Ende der Schwitz­hütte hören wir, wie sich die Trop­fen nähern und ein mil­der, freund­li­cher, frucht­ba­rer Regen eine vier­mo­na­tige Tro­cken­pe­riode been­det. Unser Visi­ons­tanz kann begin­nen. Er ent­wi­ckelt sich zu einer mei­ner größ­ten Erfah­run­gen. Alle Tän­zer kom­men in die Kraft. Kin­der, Jugend­li­che, Väter, Müt­ter und Groß­el­tern geben sich tan­zend dem visio­nä­ren Gebet der Erde hin. Hei­lung und Befrei­ung fin­det statt.
4 Tage Son­nen­schein, die Tro­cken­heit kehrt zurück. Wie­der gehen wir zurück in die Schwitz­hütte, in den Bauch von Mut­ter Erde. Wir dan­ken für die gute Füh­rung wäh­rend des Tan­zes, für die Visio­nen, für die Hei­lun­gen, für den Frie­den zwi­schen den Gene­ra­tio­nen, und wir beten und bit­ten für Rei­ni­gung und Regen, damit die Luft wie­der sau­ber ist, die Natur wie­der gestärkt wird, da wir doch viel Kraft für den Visi­ons­tanz aus der uns umge­ben­den Natur neh­men muss­ten. Und: der Regen kehrt zurück.

Kom­mu­ni­ka­tion mit der beseel­ten Natur pfle­gen
Hun­derte sol­cher Erfah­run­gen beglei­te­ten mei­nen scha­ma­ni­schen Weg über die ver­gan­ge­nen 20 Jahre. Wir leben in einer beseel­ten, intel­li­gen­ten, kraft­vol­len Mit­welt. Es ist uns Men­schen mög­lich, in Kon­takt zu tre­ten mit der beseel­ten, geis­ti­gen Dimen­sion der Natur und der Mate­rie. Mut­ter Mate­rie hat See­len­kraft.
Von Natur­völ­kern mit ihren unver­bil­de­ten Zugän­gen zum Wesen des Lebens und des Leben­di­gen, letzt­lich zum Geist des Lebens, habe ich gelernt, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fel­der durch Rituale und Geis­tes­hal­tung ent­ste­hen zu las­sen, die mir eine Ver­stän­di­gung ermög­li­chen von Geist zu Geist, von Seele zu Seele, von Kraft zu Kraft und von Herz zu Herz. Das gelingt in dem Maße, wie die Liebe zum Leben grö­ßer ist als der eigen­nüt­zige Vor­teil des Egos. Es ist die Dimen­sion des Nicht-Ichs. Des ein­fa­chen Men­schen­da­seins als "Leben inmit­ten von Leben, das Leben will" und das sich sei­nes Lebens bewusst ist und sich der Ver­ant­wor­tung für die­ses Leben mutig stellt. Mein spi­ri­tu­el­ler Zieh­va­ter Wal­lace Black Elk nannte diese Hal­tung Earth War­rior (Erden­krie­ger). Es ist eine Iden­ti­tät, die tief ver­wur­zelt ist in der spi­ri­tu­el­len Kraft von Mut­ter Erde und die den Geist der Erde und das Hier­sein mit der Erde nie ver­leug­net, immer stärkt und dafür ein­steht.
Ich habe höchste Ach­tung für alle Mit­strei­ter, die sich in Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen, huma­ni­tä­ren Orga­ni­sa­tio­nen, Men­schen­rechts­ver­ei­ni­gun­gen und auch im tech­ni­schen Umwelt­schutz für den Erhalt der Schöp­fung ein­set­zen. Wis­sen­schaft­li­che Öko­lo­gie ist zwin­gend not­wen­dig und ein ent­schei­den­der Bei­trag für die Zukunft der Mensch­heit und vie­ler ande­rer Mit­le­be­we­sen. Doch Öko­lo­gie redu­ziert sich zu ein­sei­tig auf das rational-materialistische, gegen­ständ­li­che, tech­no­lo­gi­sche Welt­bild. Denn: da ist noch ein Geist hin­ter den Din­gen, der ähn­lich einem Gedan­ken unschein­bar wirkt in jeder Hand­lung.

Öko­lo­gie: Ver­ant­wor­tung in allen Dimen­sio­nen ent­wi­ckeln
Natur und Kos­mos unter­lie­gen dem Gesetz des Aus­gleichs. Sie stre­ben nach Balance zwi­schen den Kräf­ten, und auch der Satz von der Ener­gie­er­hal­tung, dass letzt­lich nichts ver­lo­ren geht, ist auf alle Dimen­sio­nen anzu­wen­den. Sen­den wir Gutes und Hei­les, so wer­den wir Gutes und Hei­les ern­ten. Säen wir Zer­stö­rung, wer­den wir unsere Lebens­grund­la­gen gefähr­li­chen Belas­tun­gen aus­set­zen. Aus einer spi­ri­tu­el­len Sicht der Erde ist es durch­aus zuläs­sig, viele Krank­hei­ten auf eine Iso­la­tion von der beseel­ten Natur zurück­zu­füh­ren. Nicht nur Men­schen weh­ren sich, son­dern auch unsere Mit­le­be­we­sen. Die Rin­der weh­ren sich durch BSE, die Schafe durch Ska­bie, die Affen durch Aids, die Hüh­ner durch die Hüh­ner­grippe, die Luft durch Pseudo-Krupp, Neu­ro­der­mi­tis, All­er­gien, und der unacht­same Umgang mit Sexua­li­tät durch zu viel Östro­gene in Trink­was­ser, was letzt­lich zu Unfrucht­bar­keit bei Män­nern führt. Alles kommt auf uns zurück. Nicht unbe­dingt auf jeden Ein­zel­nen, doch sicher auf uns als Spe­zies und ganz sicher auf uns alle als Earth-Beings (Erden­we­sen).
Alles ist Geist und Geis­tes­hal­tung. Alles ist Ener­gie und Kraft, die im Ein­klang mit der Schöp­fung Gesund­heit und Glück bringt und in ego­zen­tri­scher, iso­lier­ter Ein­sei­tig­keit zu Krank­heit und Unglück führt.
Geprägt von Theo­rien einer jen­sei­ti­gen Befrei­ung, von einem Welt­bild, das das Para­dies jen­seits der Erde sucht (und des­halb nicht fin­det), ist unsere maß­geb­li­che Geis­tes­schu­lung auf Ich, Besitz, Macht, Kon­kur­renz und Leis­tung aus­ge­rich­tet. Wir leben mit einer Hal­tung, die man umgangs­sprach­lich mit "nach uns die Sint­flut" beschreibt. Herz­los und gie­rig ver­schleu­dern wir die Res­sour­cen für die nächs­ten Gene­ra­tio­nen. Das ist dumm und kurz­sich­tig. Denn es könnte ja tat­säch­lich sein, dass jeder von uns wie­der zurück in den Daseinskreis­lauf muss, was letzt­lich bedeu­tet, dass jeder in dem Elend leben wird, das wir heute pro­du­zie­ren. Darum lasst uns in Ver­ant­wor­tung gehen. Damit meine ich in Anleh­nung an das eng­li­sche Wort Respons-ability (Ver­ant­wor­tung): Lasst uns an unse­rer Fähig­keit – abi­lity – arbei­ten, um auf die Welt und ihre Her­aus­for­de­run­gen für das Leben mensch­lich zu ant­wor­ten (to respond).
Diese mensch­li­che Ver­ant­wor­tungs­ka­pa­zi­tät und unsere Fähig­kei­ten bezie­hen sich auf manu­elle Fer­tig­kei­ten (z. B. Tech­no­lo­gie), auf emo­tio­nale Fähig­kei­ten (z. B. Nächs­ten­liebe und Mit­ge­fühl), auf ratio­nale Fähig­kei­ten (Ein­sicht, Klug­heit und Weis­heit) und auch auf unsere spirituell-telepathischen Fähig­kei­ten (geis­tige Kom­mu­ni­ka­tion mit der Schöp­fung).

Nach Hause kom­men ins ver­bor­gene Para­dies hin­ter den Din­gen
Der spi­ri­tu­elle Weg der Erde ist ein Weg in der Befrei­ung in Kon­takt und Ein­klang mit der Erde bis tief hin­ein ins eigene Herz und in das Herz der Erde, das, wie wir heute aus der geo­lo­gi­schen For­schung wis­sen, eine pul­sie­rende Kugel aus Gold und Edel­me­tal­len ist. Es ist die Welt des gebor­ge­nen Nicht-Ich-Seins, als rei­nes Bewusst­sein und kraft­vol­les Dasein in Ver­wandt­schaft zu allem Leben. Es ist das Nach­hau­se­kom­men in das ver­bor­gene Para­dies hin­ter den Din­gen und den Erschei­nun­gen. Das klingt ver­mes­sen, ist aber eine ernst­haft anzu­neh­mende ver­bor­gene Kraft­quelle, aus der her­aus sich auch die Hei­ter­keit und natür­li­che Demut erklä­ren las­sen, mit der viele Natur­völ­ker ihr Schick­sal in Würde zu tra­gen wis­sen.
Natür­lich bin ich mir bewusst, dass der see­lisch irri­tierte und geschwächte Mensch Gefahr läuft, sich in einer Art sen­si­ti­ven Bezie­hungs­wahn zu ver­lie­ren, also alles auf sich zu bezie­hen. Auch das, was ihn gar nicht meint, wird zur "magi­schen Bot­schaft". Doch auf­ge­klär­ter Scha­ma­nis­mus ist alles andere als kindlich-magische Welt­sicht. Es ist die Bewusst­seins­kom­pe­tenz des aus­ge­reif­ten Erwach­se­nen, der über den Tel­ler­rand der Mate­rie und der eige­nen Geschichte zu bli­cken weiß.
Eine wesent­li­che Erkennt­nis aus dem Umgang mit Scha­ma­nen der Natur­völ­ker war die, dass sie alle­samt fest, klar und geord­net sich in der all­täg­li­chen, kon­kre­ten Welt bewe­gen konn­ten. Es waren keine ver­rück­ten Alten, son­dern durch Not und Leid geprüfte, wahr­heits­lie­bende Sucher in allen Dimen­sio­nen mensch­li­chen Bewusst­seins. Die spi­ri­tu­elle Tiefe und die tele­pa­thi­sche Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Ver­bor­ge­nen hin­ter den Din­gen war ihr see­li­sches, ver­ti­ka­les Gegen­ge­wicht zur hori­zon­ta­len gegen­ständ­li­chen Welt der Dinge.
Unsere Zeit hat sich auf fatale Weise auf das Pri­mat der Mate­rie fixiert. Auf kin­di­sche Weise erken­nen wir nur das an, was wir betas­ten, schme­cken, sehen, hören und rie­chen kön­nen. Albert Schweit­zer nannte diese Sicht­weise "Neo­pri­mi­ti­vis­mus". Unser Geist wird zu wenig genutzt und geschult, um über die Gren­zen des Kör­pers hin­aus die Welt zu erfah­ren. Immer noch erlie­gen wir dem Aber­glau­ben, dass diese Welt aus Mate­rie besteht und Bewusst­sein auf die Gren­zen des Kör­per begrenzt ist. Wir blei­ben iso­liert von der spi­ri­tu­el­len Exis­tenz und der tele­pa­thi­schen Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Nagual, der geis­ti­gen Dimen­sion des Leben­di­gen.
Es scheint eine Art Über­ein­kom­men dar­über zu geben, wel­che Bewusst­seins­di­men­sio­nen legal und wel­che tabui­siert sind. Die Frei­heit des Geis­tes beinhal­tet jedoch auch die Frei­heit zu ent­schei­den, wel­che Dimen­sio­nen und Aspekte der Wirk­lich­keit ich stär­ken, för­dern und auf­su­chen möchte. Gerne unter­scheide ich hier die Begriffe "Rea­li­tät" und "Wirk­lich­keit". Rea­li­tät ist die reale, gegen­ständ­li­che Welt. Wirk­lich­keit ist das, was wirkt, was emp­fun­den wird.

Das Wun­dern neu ler­nen und wahr­haf­ti­ges Mensch­sein ver­wirk­li­chen
Diese Welt ist ein Wun­der. Und wir wer­den diese Welt dann wie­der voll­stän­dig erfah­ren, wenn wir ler­nen, uns wie­der zu wun­dern, und wenn wir die­ses Wun­dern wie­der mit Men­schen tei­len kön­nen. Wenn wir wie­der mit dem unver­bil­de­ten und unvor­ein­ge­nom­me­nen Blick des Her­zens sehen ler­nen. Wenn wir wie­der ler­nen, uns auf das Wun­der Leben ein­zu­las­sen.
Beden­ken wir stets, dass wir nur ein Sand­korn im Uni­ver­sum sind und dass in jedem Spa­ten­stich fri­scher Erde mehr Lebe­we­sen sind als Men­schen auf die­sem Pla­ne­ten wan­deln. Das sollte uns berüh­ren und an unsere Gren­zen erin­nern, dass wir doch nur einen kur­zen Moment als Men­schen uns die­ses Lebens bewusst wer­den kön­nen, dass unsere Her­zen auf­ge­hen, wenn wir die Ein­sicht zulas­sen, wie all­mäch­tig und unsterb­lich das Leben an sich ist. Dass die Krä­mer­seele des Egos und der grö­ßen­wahn­sin­nige Tyrann in uns nur Folge einer Lebens­pra­xis und Geis­tes­schu­lung ist, die uns von der Schöp­fung iso­liert hat. Manch­mal kom­men mir Men­schen vor wie zwei Amei­sen, die sich darum strei­ten, wer nun der Besit­zer des Ele­fan­ten ist. Und manch­mal denke ich, lasst uns wie Schmet­ter­linge sein, die eine geis­tige Erneue­rung hin zur Ganz­heit in Bewe­gung set­zen.
Meis­ter bei­der Wel­ten zu sein bedeu­tet, das Wesent­li­che und das Gegen­ständ­li­che in ein fried­li­ches und freund­li­ches Gleich­ge­wicht zu brin­gen. Wir brau­chen Weis­heit und Ethik, die diese Balance noch für viele Gene­ra­tio­nen mög­lich macht. So lange und so weit bis die Mensch­heit als Gan­zes ihr Arten­ziel, näm­lich wahr­haf­ti­ges Mensch­sein, ver­wirk­licht hat. Aus mei­ner Sicht wird dies in dem Maße gelin­gen, wie wir unsere Iden­ti­tät über die Gren­zen des Ichs erwei­tern zu einer art kol­lek­ti­ven Per­sön­lich­keit oder, wie es der viet­na­me­si­sche Mönch Thich Nhat Hanh aus­drückt, ein Inter­being (ver­bin­den­des Wesen) zu sein.
Mit den elementar-Kreisen bemühe ich mich, Men­schen zusam­men zu füh­ren, die die Moderne mit ihrer ratio­na­len Welt­sicht um die spi­ri­tu­elle Dimen­sion des Geis­tes erwei­tern wol­len.
Ken Wil­ber möchte ich an die­ser Stelle zitie­ren mit dem Satz: "Lasst uns die Speer­spitze der Evo­lu­tion sein." Rupert Shel­d­rake würde es so aus­drü­cken: "Lasst uns daran arbei­ten, ein mor­pho­ge­ne­ti­sches Feld für Gesund­heit, Glück und Weis­heit zu wer­den." India­ner ver­tre­ten die Weis­heit: "Gehe so sorg­fäl­tig mit der Erde um, dass noch sie­ben Gene­ra­tio­nen nach dir gut über dich gespro­chen wird."
Es ist erstaun­lich, wie viel Kraft und Klar­heit sich in dem ein­zel­nen Men­schen ein­stellt, wenn er sich selbst nicht so wich­tig macht, um sich letzt­lich selbst als Mensch und nicht als Ich zu ver­wirk­li­chen. Es ist ein Die­nen im Geiste des Lebens. Und es ist eine Gebor­gen­heit in der Schöp­fung, die den Men­schen stark genug macht, aus­zu­hal­ten und zu ertra­gen was wirk­lich ist. Und es ist die Ver­söh­nung mit den Umstän­den und Bedin­gun­gen, die das Leid in diese Welt getra­gen haben. Es gibt kein dau­er­haf­tes Glück außer­halb der Schöp­fung. Es gibt keine authen­ti­sche Spi­ri­tua­li­tät, die sich nicht auch für das Wohl der Schöp­fung ein­setzt.
Es ist nie ein voll­stän­di­ges mensch­li­ches Bewusst­sein, das die Welt der See­len und der Spi­rits nie erfah­ren hat und in ihrer Größe nicht wahr­ha­ben will. Dies ent­spricht mei­nen Erfah­run­gen auf dem scha­ma­ni­schen Weg und mei­ner Über­zeu­gung, dass das Leben selbst die Got­tes­kraft ist und dass diese Schöp­fungs­kraft in allem wirkt. Wir Men­schen kön­nen bewusst gestal­te­risch in diese Dimen­sion hin­ein­wir­ken. Es ist nur die Frage, ob wir dies zum ego­zen­tri­schen Eigen­nutz oder zum Wohl der Ganz­heit tun.

Hugo-Bert Eich­mül­ler, natur­heil­kund­li­cher Psy­cho­the­ra­peut

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