Dich­ter Kör­per und elek­tro­ma­gne­ti­scher Kör­per – die Zukunft der Bio­lo­gie und Medi­zin

Der Bio­phy­si­ker Prof. Dr. Zhang ent­wi­ckelte aus neu­es­ten Erkennt­nis­sen der Phy­sik für die Medi­zin und Bio­lo­gie ein neues Kon­zept des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers, der zusätz­lich zu unse­rem phy­si­schen, dich­ten Kör­per exis­tiert. Viele Krank­hei­ten und Hei­lungs­me­tho­den sind nur unter Berück­sich­ti­gung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers zu ver­ste­hen.
Darstellung der Energiesysteme des Körpers mit Akupunkturmeridianen, Chakren und Schichten der Aura. Bild von Alex Grey

Aus dem Eng­li­schen von Ronald Engert

Auf­grund der Begrenzt­heit unse­rer Sin­nes­or­gane haben sich die Wis­sen­schaft und die Medi­zin unver­meid­lich aus dem Stu­dium und dem Ver­ständ­nis des sicht­ba­ren Kör­pers sowie dem fes­ten, stoff­li­chen Teil unse­rer Welt und unse­rer Kör­per ent­wi­ckelt. Dann bewegte sich die For­schung lang­sam zum unsicht­ba­ren Kör­per und dem unsicht­ba­ren Feld hin, das Teil unse­rer Rea­li­tät und unse­rer Kör­per ist.
Wir ken­nen den fes­ten, dich­ten Kör­per, der aus fes­ten Kno­chen, Mus­keln, ver­schie­de­nen durch Blut­ge­fäße ver­bun­de­nen Orga­nen, Ner­ven­fa­sern usw. besteht, die aus Zel­len zusam­men­ge­setzt sind; diese beste­hen wie­derum aus Pro­te­inen, DNS, RNS, Enzy­men, Coen­zy­men und zahl­rei­chen klei­nen Mole­kü­len und Ionen.
All dies wurde wäh­rend der her­vor­ra­gen­den Ent­wick­lung der Mole­ku­lar­bio­lo­gie der letz­ten vier Jahr­zehnte aus­führ­lichst erforscht. Nun scheint es in unse­rem Kör­per nichts mehr zu geben, was uns unbe­kannt ist. Des­halb ist die Medi­zin, die auf dem Stu­dium und dem Ver­ständ­nis des fes­ten, dich­ten Kör­pers beruht, zu einer klas­si­schen Dis­zi­plin gewor­den.

Kurze Beschrei­bung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers Abge­se­hen von dem dich­ten Kör­per gibt es jedoch auch einen elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per, der eine ebenso wich­tige, wenn nicht eine noch wich­ti­gere Rolle als der dichte Kör­per spielt. Er stellt ein gro­ßes unbe­kann­tes König­reich in unse­rem Kör­per dar und rückt nun mehr und mehr von dem Bereich mys­ti­scher Erfah­rung, wis­sen­schaft­li­cher Phan­ta­sie oder nack­ter Spe­ku­la­tion in die Reich­weite der moder­nen Wis­sen­schaf­ten. Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per ist weit­aus kom­pli­zier­ter als der dichte Kör­per. Ange­nom­men, wir hät­ten die Fähig­keit, den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per zu sehen, so wür­den wir ein völ­lig ande­res Bild wahr­neh­men. Wir sähen die sie­ben leuch­ten­den "Cha­kras" (die aus den Yoga-Schulen bekann­ten Ener­gie­spi­ra­len), sowie viele kleine Cha­kras in ver­schie­de­nen Far­ben. Wir wür­den Dut­zende von Aku­punk­tur­me­ri­dia­nen erbli­cken, Hun­derte von Aku­punk­tur­punk­ten und zahl­rei­che Mikro-Akupunkturmeridiane und –punkte, die sich nicht nur zu einem kom­pli­zier­ten Netz­werk ver­we­ben, son­dern auch zu einem kon­ti­nu­ier­li­chen Inter­fe­renz­mus­ter mit holo­gra­fi­schen Eigen­schaf­ten. Um den Kör­per herum ist eine »Aura«, an deren Exis­tenz Men­schen ver­schie­de­ner Reli­gio­nen glau­ben und die nun in den Erfas­sungs­be­reich moder­ner Tech­no­lo­gien gelangt. Das Phä­no­men der Aura ist zu einem neuen Bereich ernst­haf­ter wis­sen­schaft­li­cher For­schung gewor­den.
Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per ist nicht nur sehr kom­pli­ziert, son­dern auch extrem dyna­misch. Anders als der dichte Kör­per, in dem die Kno­chen, Organe, Blut­ge­fäße und Ner­ven feste Posi­tio­nen, bestimmte Volu­men und genaue Begren­zun­gen haben, befin­den sich die "Organe" des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers – die Cha­kras – und die "Gefäße" – die Aku­punk­tur­me­ri­diane – nur in einer rela­ti­ven Posi­tion ohne genaue Begren­zun­gen und defi­nierte Volu­men. Sie sind in einem per­ma­nen­ten Wech­sel begrif­fen. Sie leuch­ten stän­dig mit kon­ti­nu­ier­lich wech­seln­den Far­ben, gleich einem Ozean, über dem ein Sturm tost. Wenn wir aus­ge­präg­tere Fähig­kei­ten hät­ten, das elek­tro­ma­gne­ti­sche Feld zu sehen, könn­ten wir einen unglaub­lich kom­pli­zier­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zeß beob­ach­ten, der sich mit­tels elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len in einer extrem schnel­len Geschwin­dig­keit inner­halb der Zelle, zwi­schen Zel­len und zwi­schen Kör­pern voll­zieht, abge­se­hen von der bes­ser bekann­ten Kom­mu­ni­ka­tion durch Ner­ven­fa­sern, Hor­mo­nen und ande­ren Mole­kü­len. Gleich der draht­lo­sen Kom­mu­ni­ka­tion oder dem Fern­se­hen trans­por­tiert die Kom­mu­ni­ka­tion mit­tels elek­tro­ma­gne­ti­scher Fel­der weit mehr Infor­ma­tio­nen und hat wesent­lich wei­tere Kanäle, als dies bei iso­lier­ten Ner­ven­fa­sern und der lang­sa­men Inter­ak­tion zwi­schen den Ober­flä­chen von Mole­kü­len der Fall ist. Die Kom­mu­ni­ka­tion inner­halb des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers hat somit einen viel tie­fe­ren und sub­ti­le­ren Ein­fluß auf unsere Kör­per und unsere Gesund­heit.

Darstellung der Chakren, der elektromagnetischen Schwingungszentren des Menschen. Indien 18. Jh.

Die Pro­bleme bei der Erfor­schung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers Augen­schein­lich ist es weit­aus schwie­ri­ger, den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per zu stu­die­ren als den fes­ten und dich­ten Kör­per.
Zunächst ein­mal ist der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per gleich den elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len in unse­ren Wohn­zim­mern unsicht­bar. Es ist all­ge­mein bekannt, daß unsere Woh­nun­gen vol­ler elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len sind, die unzäh­lige Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten, mit denen unsere Radios, Fern­seh­ge­räte und Mobil­te­le­fone arbei­ten. Aber wir sind nicht in der Lage, sie direkt wahr­zu­neh­men. Wir kön­nen die Struk­tur und das Mus­ter die­ser Wel­len nur indi­rekt in unse­rer Vor­stel­lung kon­stru­ie­ren. In der glei­chen Weise sind wir nicht dazu fähig, die elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len mit unse­ren blo­ßen Augen, mit dem Mikro­skop oder durch che­mi­sche Ana­ly­sen zu erfas­sen, wie wir dies mit dem fes­ten Kör­per tun kön­nen. Aus die­sem Grund war bis­her selbst die Exis­tenz eines elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers ein offe­nes Pro­blem in der Bio­lo­gie und Medi­zin. Es ist daher für Bio­lo­gen und Medi­zi­ner eine echte Her­aus­for­de­rung, den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per auf indi­rekte Weise in ihrer Vor­stel­lung zu kon­stru­ie­ren, anstatt ihn direkt mit­tels kon­ven­tio­nel­ler Instru­mente der Bio­lo­gie und Medi­zin wahr­zu­neh­men.
Die heu­tige Situa­tion der Medi­zin und Bio­lo­gie ist an einem ähn­li­chen Punkt, wie ihn die Phy­sik im letz­ten Jahr­hun­dert erreicht hatte, als die Men­schen gezwun­gen waren, die Exis­tenz unsicht­ba­rer draht­lo­ser Wel­len zu akzep­tie­ren. In die­ser Zeit glaubte nie­mand an die Exis­tenz unsicht­ba­rer elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len und Fel­der, obwohl der Raum rund um die Men­schen voll von ihnen war, bis Michael Fara­day die Bezie­hung zwi­schen Elek­tri­zi­tät und Magne­tis­mus ent­deckte, J. C. Max­well die Dyna­mik des elek­tro­ma­gne­ti­schen Fel­des for­mu­lierte und die Exis­tenz elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len vor­aus­sagte und schließ­lich Mar­coni die Exis­tenz der rie­si­gen draht­lo­sen Welt durch die Erfin­dung des Tele­gra­phen bewies.
Trotz­dem sind wir uns auch heute noch der Exis­tenz die­ser Wel­len und Fel­der nicht bewußt, wenn wir unsere Fern­seh­ge­räte ein­schal­ten, Radio hören oder unsere Mobil­te­le­fone benut­zen. Auf­grund der Unsicht­bar­keit des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers ist seine Erfor­schung ein stän­di­ges Pro­blem.
Das zweite Pro­blem besteht darin, daß der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per anders als der dichte Kör­per, der so fest wie ein Gebäude und des­halb leicht zu beob­ach­ten, zu stu­die­ren und zu mes­sen ist, so dyna­misch wie der end­lose, manch­mal von star­ken Stür­men gepeitschte Ozean ist. Des­halb ist er schwie­rig zu beob­ach­ten, zu for­mu­lie­ren und selbst zu mes­sen. Mehr noch: je prä­zi­ser unsere Meß­in­s­tu­mente wer­den, umso unbe­stän­di­gere Werte erhal­ten wir. Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per leuch­tet nicht nur per­ma­nent, mit Farb– (Frequenz-) ver­än­de­run­gen, son­dern ver­än­dert auch seine Form und selbst sei­nen Ort in unter­schied­li­chen patho­lo­gi­schen, phy­sio­lo­gi­schen und psy­cho­lo­gi­schen Zustän­den. Des­halb sind das Bild und das Kon­zept des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers völ­lig anders als das des dich­ten Kör­pers, wie es in unse­ren Lehr­bü­chern der Ana­to­mie und Zyto­lo­gie (Zell­kunde) beschrie­ben ist und mit dem wir so ver­traut sind. Wir hal­ten das feste Bild für bewie­sen und haben alle erdenk­li­chen Schwie­rig­kei­ten, den über­aus dyna­mi­schen elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per anzu­er­ken­nen. Es ist zudem eine zusätz­li­che Her­aus­for­de­rung, ein theo­re­ti­sches System zu fin­den, mit dem die Cha­rak­te­ris­tika und die Bewe­gung einer der­art hoch­dy­na­mi­schen Stuk­tur for­mu­lier­bar sind.
Das dritte Pro­blem besteht darin, daß wir nicht in der Lage sind, den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per mit der kon­ven­tio­nel­len Art der Sepa­ra­tion und Iso­la­tion zu unter­su­chen, wie dies in der Ana­to­mie der Fall ist, und auch kein Elek­tro­nen­mi­kro­skop oder eine Chro­ma­to­gra­fie her­an­zie­hen kön­nen. Der elek­tro­ma­gne­ti­scher Kör­per ist nicht nur unsicht­bar, son­dern auch unbe­rühr­bar. Alleine die Annä­he­rung an den Kör­per mit einem Sezier­mes­ser ver­mag durch elek­tro­ma­gne­ti­sche Wech­sel­wir­kun­gen seine Fein­struk­tur emp­find­lich zu stö­ren. Wenn das Sezier­mes­ser in den Kör­per schnei­det, ver­mag es große Schä­den in der ursprüng­li­chen Struk­tur des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers zu ver­ur­sa­chen. Je mehr wir einen Kör­per oder eine Zelle in Teile zer­schnei­den, um so mehr beschä­di­gen wir den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per. Wenn wir uns dem Grund der soge­nann­ten mole­ku­la­ren Ebene der Bio­lo­gie auf dem kon­ven­tio­nel­len Weg der Unter­su­chung nähern, haben wir aller­größ­ter Wahr­schein­lich­keit nach die feine Struk­tur des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers bereits voll­stän­dig zer­stört. Es ist des­halb anzu­neh­men, daß der kon­ven­tio­nelle Weg des Reduk­tio­nis­mus, der so erfolg­reich in dem Stu­dium des dich­ten Kör­pers und in der Mole­ku­lar­bio­lo­gie war, mit­nich­ten im Stu­dium des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers funk­tio­niert. Nicht nur die Anwen­dung eines Mes­sers, das in den Kör­per schnei­det, ist aus­zu­schlie­ßen, son­dern auch der Ein­satz von Son­den im Kör­per. Damit wird die Erfor­schung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers noch schwie­ri­ger.
Das letzte Pro­blem besteht darin, daß sich elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len sehr schnell fort­be­we­gen, eine Mil­lion mal schnel­ler als die Bewe­gung von Mole­kü­len oder Ner­ven­im­pul­sen. In die­sem Fall tritt das soge­nannte »ergo­dic pheno­me­non« auf. Weil sich die elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len so schnell bewe­gen, kön­nen sie den Kör­per viele Male über­que­ren und alle Infor­ma­tio­nen von allen Tei­len des Kör­pers sam­meln. Wenn wir den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per stu­die­ren, kann prak­tisch kein Ereig­nis im Orga­nis­mus vom Rest des Kör­pers iso­liert wer­den. Es ist des­halb fast unmög­lich, die Unter­su­chun­gen in der ana­ly­ti­schen Art durch­zu­füh­ren, die einst so erfolg­reich war und eine so wich­tige Rolle in der Ent­wick­lung der Wis­sen­schaf­ten gespielt hat.
Auf­grund der Träg­heit unse­res Den­kens ist es nicht nur schwer, ein neues Feld zu betre­ten, son­dern es ist auch schmerz­voll, den kon­ven­tio­nel­len Weg der Tren­nung, Iso­la­tion und selbst der Ana­lyse auf­zu­ge­ben, um sich nach einem völ­lig neuen Rah­men und den damit ver­bun­de­nen For­schungs­me­tho­den umzu­se­hen, die es ermög­li­chen, die­sen neuen Bereich der Wis­sen­schaft und Medi­zin zu stu­die­ren.

Prak­ti­sche Lösun­gen für diese Pro­bleme Wir müs­sen prak­ti­sche Wege fin­den, um von dem Stu­dium und dem Ver­ständ­nis des dich­ten Kör­pers zu dem des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers wei­ter­zu­ge­hen.
Zunächst und vor allem hängt dies von der Ent­wick­lung einer Tech­no­lo­gie ab. Da das elek­tro­ma­gne­ti­sche Feld eines Kör­pers sehr schwach und leicht stör­bar ist, müs­sen wir sehr sen­si­ble Meß­sys­teme ent­wi­ckeln, die es ermög­li­chen, diese sub­tile fein­stoff­li­che Struk­tur zu mes­sen. Ein Fern­meß­sys­tem wäre vor­zu­zie­hen, um unnö­tige Stö­run­gen zu redu­zie­ren. Viel­leicht wären pas­sive Meß­sys­teme am bes­ten. Glück­li­cher­weise wur­den in den letz­ten fünf Jahr­zehn­ten viele sehr emp­find­li­che Meß­tech­no­lo­gien, bei­spiels­weise für Satel­li­ten, ent­wi­ckelt und kön­nen in der Unter­su­chung der medi­zi­ni­schen und bio­lo­gi­schen Pro­bleme ange­wen­det wer­den, so daß die tech­no­lo­gi­sche Basis für eine ernst­hafte Unter­su­chung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers nun gege­ben ist.
Auf der ande­ren Seite müs­sen wir eine neuen Theo­rie und Metho­do­lo­gie für die Daten­ana­lyse, oder prä­zi­ser für die Daten­syn­these, ent­wi­ckeln, um die äußerst dyna­mi­schen und insta­bi­len Meß­werte von dem unun­ter­bro­chen fluk­tu­ie­ren­den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per zu bewäl­ti­gen. Wegen unse­rer begrenz­ten Begriffs­fä­hig­keit ent­wi­ckelte sich die Wis­sen­schaft und die Medi­zin unver­meid­lich von der ana­ly­ti­schen Vor­ge­hens­weise für fest­ste­hende Daten zur syn­the­ti­schen Vor­ge­hens­weise für dyna­mi­sche Daten.
Es ist wesent­lich ein­fa­cher, auf reduk­tio­nis­ti­sche Art zu arbei­ten, um mehr und mehr in die Details einer sta­bi­len Struk­tur zu gehen, als auf holis­ti­sche Art eine dyna­mi­sche Struk­tur zu hand­ha­ben. Glück­li­cher­weise hat das Stu­dium nicht-linearer Pro­bleme in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten eine ganze Reihe von neuen Metho­den her­vor­ge­bracht, wie z.B. die Theo­rie der Bifur­ka­tion, die Kata­stro­phen­theo­rie, die Cha­os­theo­rie, Frak­tale, viele neue sta­tis­ti­sche Theo­rien u.a. Gleich­zei­tig bie­tet uns die schnelle Ent­wick­lung der Com­pu­ter­tech­no­lo­gie ein mäch­ti­ges Werk­zeug, um mit Daten­men­gen umzu­ge­hen, die bis­her nicht zu bewäl­ti­gen waren.
Das wich­tigste ist jedoch viel­leicht, immer in Erin­ne­rung zu behal­ten, daß Bio­lo­gie und Medi­zin heute auf einer ähn­li­chen Stufe ste­hen wie die Phy­sik vor hun­dert Jah­ren, als der Wech­sel von der klas­si­schen Phy­sik zur Elek­tro­dy­na­mik und Quan­ten­phy­sik statt­fand. Es ist natür­lich sehr schmerz­haft, von einem gewohn­ten For­schungs­ge­biet soli­der Objekte mit sicht­ba­ren und ver­läß­li­chen Bil­dern auf ein Gebiet zu wech­seln, in dem unbe­rühr­bare Objekte mit einem unsicht­ba­ren und zwei­fel­haf­ten Bild erschei­nen, das nicht wahr­nehm­bar ist und nur unse­rer Vor­stel­lung ent­springt. Wir sind bereits seit lan­gem an die bild­haf­ten Dar­stel­lun­gen der Atome und Sub­atome, ja selbst an die furcht­ba­ren schwar­zen Löcher in der Phy­sik gewöhnt. Aber wir sind es noch nicht gewohnt, uns den unsicht­ba­ren Teil unse­res Kör­pers vor­zu­stel­len. Um die­ses Pro­blem zu über­win­den, ist es not­wen­dig, die Aus­bil­dung in Mathe­ma­tik und moder­ner Phy­sik für Stu­den­ten der medi­zi­ni­schen und bio­lo­gi­schen Fakul­tä­ten wie­der zu ver­stär­ken, zusätz­lich zu dem umfas­sen­den Aus­bil­dungs­an­ge­bot, das bereits in der Che­mie und Bio­che­mie besteht. Gleich­zei­tig soll­ten mehr Mathe­ma­ti­ker und Phy­si­ker in die Arbeits­grup­pen der bio­lo­gi­schen und medi­zi­ni­schen For­schung ein­ge­la­den wer­den, denn ein Groß­teil der theo­re­ti­schen Grund­la­gen für das Stu­dium des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers ist in der Mathe­ma­tik und moder­nen Phy­sik bereits fer­tig, wurde aber bis jetzt noch nicht in das Stu­dium der Bio­lo­gie und Medi­zin ein­ge­führt.

Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per und die alter­na­tive Medi­zin Im Lichte der Erfor­schung des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers wer­den viele ver­wir­rende Pro­bleme und Mecha­nis­men in der alter­na­ti­ven Medi­zin sehr leicht ver­ständ­lich. Z.B. die Sub­stanz der Aku­punk­tur­me­ri­diane und –punkte, die Mecha­nis­men der Homöo­pa­thie, die holis­ti­sche Sicht­weise und auch viele mys­te­riöse Erfah­run­gen in fern­öst­li­chen medi­zi­ni­schen Tra­di­tio­nen.
Es ist hin­rei­chend bekannt, daß es in den letz­ten fünf­zig Jah­ren im ana­to­mi­schen Stu­dium der Sub­stanz der Aku­punk­tur­me­ri­diane und –punkte zu vie­len Feh­lern gekom­men ist. Der Grund für so viele Feh­ler ist, daß sich die Struk­tur der Aku­punk­tur nicht auf der Ebene des dich­ten Kör­pers befin­det. Aber aus der Sicht eines elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers könn­ten wir die Annahme tref­fen, daß das Aku­punk­tur­sys­tem im wesent­li­chen ein Inter­fe­renz­mus­ter ist, beste­hend aus der Über­la­ge­rung von nicht sicht­ba­ren elek­tro­ma­gne­ti­schen ste­hen­den Wel­len. Unter die­sem Aspekt wer­den viele ver­wir­rende Pro­bleme lös­bar, wie z.B. die Form, Größe und Sta­bi­li­tät der Aku­punk­tur­punkte und –meri­diane, die Bezie­hung zwi­schen Orga­nen und Aku­punk­tur­punk­ten, die Bezie­hung zwi­schen der ana­to­mi­schen Struk­tur und der Ver­tei­lung der Meri­diane und Aku­punk­tur­punkte, der Effekt der Nadel­be­hand­lung ohne Medi­ka­mente, die Über­tra­gung der Signale ent­lang den Meri­dia­nen und ihre Geschwin­dig­keit, das Phä­no­men der Bio­ho­lo­gra­phie und die sta­tis­ti­sche Selb­stähn­lich­keit der Werte der Leit­fä­hig­keits­mes­sun­gen.
Homöo­pa­thie ist eben­falls ein gro­ßer Mythos in der Medi­zin. Fritz A. Popp gab eine sehr ein­fa­che und klare Erklä­rung für das Ähn­lich­keits­prin­zip und das Gesetz der homöo­pa­thi­schen Poten­zen am Bei­spiel von zwei schwach gekop­pel­ten Pen­deln. In die­sem Sinne kann und muß die Homöo­pa­thie mit dem Reso­nanz­ef­fekt im elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per arbei­ten, wo es zahl­rei­che Oszil­la­to­ren (Pen­del) gibt, die durch das elek­tro­ma­gne­ti­sche Feld schwach mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Das ein­zige Pro­blem ist die Meß­bar­keit eines der­ar­tig schwa­chen Reso­nanz­ef­fekts durch Instru­mente. Es scheint, daß diese Frage auf die wei­tere tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung war­ten muß.
In der tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Medi­zin wird die Emo­tion als die Haupt­ur­sa­che von Krank­hei­ten ange­se­hen, wohin­ge­gen in der klas­si­schen west­li­chen Schul­me­di­zin der mensch­li­che Kör­per als eine kom­pli­zierte Maschine betrach­tet wird und der Arzt als ein erfah­re­ner Experte in der Repa­ra­tur die­ser Maschine gilt. Darin ist offen­sicht­lich keine Emo­tion ent­hal­ten. Den­noch hat in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten die psy­cho­so­ma­ti­sche Medi­zin mehr und mehr an Bedeu­tung gewon­nen, und die Psy­cho­lo­gie spielt heute in der Gesund­heits­vor­sorge und Kran­ken­ver­si­che­rung eine immer grö­ßere Rolle. Für lange Zeit unter­nah­men die Psy­cho­lo­gen große Anstren­gun­gen, um Erklä­run­gen für psy­cho­lo­gi­sche Zustände in Begrif­fen der Phy­sio­lo­gie und ande­ren Zwei­gen der Bio­lo­gie zu fin­den, jedoch ohne gro­ßen Erfolg. Das Pro­blem besteht darin, daß der dichte Kör­per nur eine sehr begrenzte und indi­rekte Ver­bin­dung zu psy­cho­lo­gi­schen Zustän­den hat. Dem­ge­gen­über hat der Zustand des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers, ins­be­son­dere die Kom­mu­ni­ka­tion über das elek­tro­ma­gne­ti­sche Feld, eine sehr enge Ver­bin­dung mit psy­cho­lo­gi­schen Zustän­den und Emo­tio­nen. Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per ist wesent­lich sen­si­bler bezüg­lich der Emo­tio­nen und Umwelt­ein­flüsse als der dichte Kör­per, so daß eine Ver­än­de­rung im elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per lange vor einer sub­stan­ti­el­len patho­lo­gi­schen Ver­än­de­rung im dich­ten Kör­per statt­fin­den würde. Des­halb ist die Erfor­schung und Aus­wer­tung der Zustände des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers für die Gesund­heits­vor­sorge und die Kran­ken­ver­si­che­rung sehr wich­tig, um die Men­schen vor dem Kran­ken­haus zu bewah­ren, anstatt sie im Kran­ken­haus zu repa­rie­ren, nach­dem bereits Ver­än­de­run­gen im dich­ten Kör­per ein­ge­tre­ten sind.
Heute sehen wir uns einer neuen Epo­che gegen­über. Wir müs­sen der alten For­schungs­welt des dich­ten Kör­pers und der allo­pa­thi­schen Medi­zin Lebe­wohl sagen. Die klas­si­sche Medi­zin ist heute ein schö­nes Gebäude, erbaut aus einer gro­ßen Anzahl dif­fe­ren­zier­ter For­schungs­ar­bei­ten und kli­ni­scher Erfah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit. Sie hat große Ver­dienste für die mensch­li­che Gesell­schaft errun­gen, indem sie durch die Ver­wen­dung von Sezier­mes­sern, Anti­bio­tika und ande­ren töten­den medi­zi­ni­schen Anwen­dun­gen so viele Leben vor Infek­ti­ons­krank­hei­ten und Unfäl­len geheilt hat. Heute jedoch müs­sen wir es wagen, uns in die neue Welt des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers und der regu­la­ti­ven Medi­zin zu bege­ben, um den Men­schen mit­hilfe von Selbst­re­gu­lie­rungs­me­tho­den wie etwa Kör­per­übun­gen oder Medi­ta­tion bei der Ver­bes­se­rung ihrer "Lebens­qua­li­tät" zu hel­fen und sie vor den soge­nann­ten "moder­nen Krank­hei­ten" zu schüt­zen.
Natür­lich unter­schei­den wir hier zwi­schen dem elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­per und dem dich­ten Kör­per nur, um ein ein­fa­ches und kla­res Bild zur Beschrei­bung zu geben. Tat­säch­lich gibt es zwi­schen die­sen bei­den Kör­pern gar keine Tren­nung. Sie sind mit­ein­an­der ver­bun­den und inter­agie­ren stän­dig mit­ein­an­der.
An die­sem Punkt könnte es von Inter­esse sein, die Theo­rie der sie­ben Ebe­nen des Kör­pers aus der indi­schen Phi­lo­so­phie her­an­zu­zie­hen. Der phy­si­sche Kör­per, der durch die Ana­to­mie, Zyto­lo­gie und Mole­ku­lar­bio­lo­gie aus­gie­big stu­diert wurde, ist in die­sem Falle nur der erste von sie­ben Kör­pern. Der elek­tro­ma­gne­ti­sche Kör­per, der bis­her von den bio­lo­gi­schen Wis­sen­schaf­ten und der allo­pa­thi­schen Medi­zin nicht beach­tet wurde und der die Grund­lage einer zukünf­ti­gen Bio­lo­gie und regu­la­ti­ven Medi­zin sein könnte, wäre in einer sol­chen Abfolge von Kör­pern nur die zweite Ebene. Natür­lich ist es zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt zu schwie­rig, defi­ni­tiv zu sagen, ob es jen­seits des dich­ten und des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers noch andere Kör­per gibt. Hierzu müs­sen zuerst klare wis­sen­schaft­li­che Beweise vor­lie­gen. Ver­gli­chen mit der lan­gen Geschichte der Mensch­heit ist die 300 Jahre alte Wis­sen­schaft noch ein Säug­ling. Unser Ver­ständ­nis ist von der dich­ten Mate­rie zur Welt der Fel­der gewach­sen. Wir wach­sen nun heran von dem Begriff des dich­ten Kör­pers und der allo­pa­thi­schen Medi­zin zum Ver­ständ­nis des elek­tro­ma­gne­ti­schen Kör­pers und der regu­la­ti­ven Medi­zin, die die Auf­gabe unsere Gene­ra­tion ist. Wer­den wir noch dar­über hin­aus­wach­sen? Wir sind sicher.

Biblio­gra­fie

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