Der sanfte Weg zum Nicht-Rauchen

Der Abschied von der Ziga­rette kann nur gelin­gen, wenn die enge Ver­zah­nung zwi­schen Kör­per und Psy­che berück­sich­tigt wird und wenn mit allen Sin­nen erlebt wird, wel­chen Gewinn in allen Lebens­be­rei­chen das Nicht-Rauchen bedeu­tet. Vera Kalt­was­ser beschreibt den Weg ins rauch­freie Dasein.

Nie­mand, der nicht die Qua­len der Nikotin-Abhängigkeit kennt, kann sich das boh­rende Ver­lan­gen vor­stel­len, das Kör­per, Geist und Seele pei­nigt, wenn der treue Beglei­ter Ziga­rette nicht zur Stelle ist.
Raf­fi­niert setzt das Niko­tin in der hoch­sen­si­blen Schalt­stelle des Men­schen an und bemäch­tigt sich der Schnitt­stelle zwi­schen Kör­per und Geist. Sie sagen nicht: "Ein Abfall der Dopamin-Konzentration in mei­nem Gehirn erfor­dert es, dass ich jetzt rau­che!", son­dern Sie sagen: "Ich will jetzt rau­chen!", d.h. das "Ich", wel­ches ihre Per­son, Ihren Wil­len, Ihre Psy­che umfasst, will rau­chen – aus freien Stü­cken, ohne gezwun­gen zu sein, und es ist doch gezwun­gen, von mate­ri­el­len kör­per­li­chen Vor­gän­gen im Gehirn, die das "Ich" nicht durch­schaut. Dazu kommt, dass diese phy­si­sche Abhän­gig­keit ergänzt wird durch die psy­chi­sche, da Sie "gelernt" haben, dass die Ziga­rette in unter­schied­lichs­ten Situa­tio­nen das Leben erleich­tert. Immer, wenn Sie in die­sen Situa­tio­nen sind, grei­fen Sie auto­ma­tisch zur Ziga­rette.

Der Abschied von der Ziga­rette kann nur gelin­gen, wenn die enge Ver­zah­nung zwi­schen Kör­per und Psy­che berück­sich­tigt wird und wenn mit allen Sin­nen erlebt wird, wel­chen Gewinn in allen Lebens­be­rei­chen das Nicht-Rauchen bedeu­tet.

Seit vie­len Jah­ren beschäf­tige ich mich mit dem Gebiet der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung: Unter wel­chen Bedin­gun­gen gelingt es uns, unser Poten­tial zu ent­fal­ten? Was macht es uns so schwer, unsere Fähig­kei­ten in ihrem vol­len Umfang zu ent­wi­ckeln? Wes­halb wird so oft selbst­schä­di­gen­des Ver­hal­ten (und dazu gehört das Rau­chen ja) ein­ge­setzt, und zwar wider bes­se­res Wis­sen.
Wie kann es also gelin­gen, "Herr oder Frau im eige­nen Haus" zu wer­den?
Hier gibt es Ant­wor­ten in der west­li­chen Psy­cho­lo­gie und in der Hirn­for­schung, die mich inter­es­siert haben, und dazu kam meine lang­jäh­rige Beschäf­ti­gung mit Qi Gong und der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schem Medi­zin. Viele Men­schen, die Qi Gong prak­ti­zie­ren berich­ten davon, dass ihr Rauch­ver­lan­gen, ihre Lust auf Süßig­kei­ten oder auf alko­ho­li­sche Getränke abneh­men oder ganz ver­schwin­den.
In mei­ner Arbeit habe ich eine Ver­bin­dung zwi­schen tra­di­tio­nel­len psy­cho­lo­gi­schen Ansät­zen zur Rau­cher­ent­wöh­nung und den fern­öst­li­chen, auf Erfah­rungs­wis­sen basie­ren­den Metho­den ent­wi­ckelt.

Der Schlüs­sel ist die Acht­sam­keit – das Beob­ach­ten des eige­nen Rauch­ver­hal­tens – ohne Ver­ur­tei­lung und Selbst­vor­würfe. Die Ziga­rette kann da wie ein Lotse in die eige­nen, bis­lang nicht bewusst wahr­ge­nom­me­nen Per­sön­lich­keits­be­rei­che sein.

In den ers­ten drei, vier Wochen gilt es zu unter­su­chen, wel­ches die ganz per­sön­li­che Schlüs­sel­si­tua­tio­nen sind, in denen man raucht. Da gibt es ganz große indi­vi­du­elle Unter­schiede. Man­che rau­chen eher in Stress-Situationen, andere eher zur Ent­span­nung.
Schon die Phase der Selbst­be­ob­ach­tung lei­tet eine Hei­lung ein. Wenn wir unser stän­dig statt­fin­den­des inne­res Selbst­ge­spräch ein­mal genau beob­ach­ten, kom­men wir uns auf die Schli­che. Es wird klar, wo und wie die Ziga­rette ein­ge­setzt wird, um bestimmte Ängste, Wün­sche, Unsi­cher­hei­ten, aber auch Glück­ser­fah­run­gen nicht zu spü­ren.
In der Phase der Selbst­be­ob­ach­tung sollte gleich­zei­tig das "Edle Rüst­zeug" erwor­ben wer­den.
Den Aus­druck habe ich geprägt, weil ich Metho­den wie Qi Gong, Medi­ta­tion, Visua­li­sie­run­gen für einen wert­vol­len Schatz halte.
Wer sich – so wie ich es beschreibe – die­ses Edlen Rüst­zeu­ges bedient, der wird bald am eige­nen Leib erfah­ren, wie wohl­tu­end und heil­sam es ist. Beim Üben von Qi Gong wer­den Kör­per, Geist und Seele in Ein­klang gebracht. Beson­ders die von dem chi­ne­si­schen Arzt Xiao Wen Zheng ent­wi­ckel­ten Übun­gen eig­nen sich her­vor­ra­gend für den Pro­zess der Rau­cher­ent­wöh­nung. Ebenso wir­ken sie gewichts­re­gu­lie­rend und Stress abbau­end.

Qi Gong – die "Arbeit mit dem Qi" – scheint vor­der­grün­dig auf der kör­per­li­chen Ebene anzu­set­zen, aber die sanf­ten vom Atem beglei­te­ten Bewe­gun­gen wir­ken gleich­zei­tig auf die Psy­che. In der chi­ne­si­schen Medi­zin gibt es die Tren­nung zwi­schen Kör­per, Geist und Seele nicht.
Das Rauch­ver­lan­gen deu­tet an, dass der Mensch nicht in sei­ner Mitte ist, dass er ver­zwei­felt auf der Suche ist, etwas "braucht". Das täg­li­che Üben von Qi Gong beru­higt das auf­ge­wühlte Ich. Der Übende lernt, wie er Zugang zu sei­nen urei­gens­ten Kraft­quel­len fin­det und sich un-abhängig macht, einer­seits von dem Sucht­stoff, ande­rer­seits aber auch von äuße­rer Zustim­mung und Bestä­ti­gung.

Schon vor der Selbst­be­ob­ach­tungs­phase legt der Nicht­rau­cher in spe einen Auf­hör­tag fest. Es kann sein, dass schon dadurch, dass das Rauch­ver­hal­ten unter die Lupe genom­men wird, eine Ver­rin­ge­rung des Kon­sums ein­tritt.
Ab dem Tag X ist die Freude über das rauch­freie Dasein so groß, dass jeder Tag als Nicht­rau­cher genos­sen wird. Das heißt nicht, dass es keine Anfech­tun­gen geben wird. Aber auch mit Ver­füh­run­gen wie "Nur eine!" kann umge­gan­gen wer­den. Auch Visua­li­sie­run­gen kön­nen in Zei­ten der Anfech­tung sta­bi­li­sie­rend wir­ken.

Das Rau­chen hat den Rau­cher jah­re­lang in Abhän­gig­keit gehal­ten. Der stän­dige Wunsch auf­zu­hö­ren, gepaart mit dem Ohn­machts­ge­fühl, es nicht zu schaf­fen, hat dem Selbst­wert­ge­fühl schwe­ren Scha­den zuge­fügt. Die gelebte Erkennt­nis, es geschafft zu haben, wirkt sich dann auf alle Lebens­be­rei­che aus. Mehr Selbst­ver­trauen, mehr Lebens­freude sind die Fol­gen eines rauch­freien Daseins.
Der Schritt vom Rau­cher zum Nicht-Raucher bedeu­tet des­halb einen Quan­ten­sprung in der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung.

Aus Stu­dien ist zu erse­hen, dass der Königs­weg zu einer erfolg­rei­chen Rau­cher­ent­wöh­nung eine tief in der Per­son ver­an­kerte Moti­va­tion ist. In mei­ner Arbeit suche ich den Zugang zu dem Kern, der in jedem von uns schlum­mert, zu der Ener­gie, die wach­sen will, sich ent­fal­ten will, sich ent­wi­ckeln will.
Dann ist der Abschied von der Ziga­rette nicht Ver­zicht, son­dern Gewinn, und zwar Gewinn in allen Lebens­be­rei­chen (nicht zuletzt übri­gens auch ein Gewinn an Euro …).

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