Das Medi­zin­rad der Kris­talle – Die Psy­cho­lo­gie der Kris­tall­struk­tu­ren

Michael Gien­ger, einem der füh­ren­den Kristall-Experten in Deutsch­land, ist es nach jah­re­lan­gen empi­ri­schen Unter­su­chun­gen gelun­gen, die Form der Kris­talle mit psy­chi­schen Struk­tu­ren in Bezie­hung zu set­zen. In der Stein­heil­kunde ist es damit mög­lich gewor­den, die hei­lende Wir­kung der Steine auf die Men­ta­li­tät der Per­son abzu­stim­men und dadurch wesent­lich effek­ti­ver ein­zu­set­zen.

Schon als Kind fas­zi­nier­ten mich die Kris­tall­for­men der Mine­ra­lien mehr als ihre Far­ben, und ich hatte mein ers­tes Erleb­nis mit den Kris­tal­len als Acht­jäh­ri­ger mit einem wun­der­bar geform­ten Gra­nat, den ich im Som­mer 1972 in Süd­ti­rol selbst gefun­den hatte. Ein Freund klärte mich über die­sen selt­sa­men Fund auf und gab mir ein Buch (Dr. J.Ladurner/Dr. F. Purt­schel­ler: Mein klei­nes Mine­ra­li­en­buch, Pin­guin Ver­lag, Inns­bruck 1968), das eine neue Lei­den­schaft in mir erweckte: das Mine­ra­li­en­sam­meln.
Ich lernte aus dem Büch­lein, dass alle Steine aus Mine­ra­lien beste­hen, min­des­tens aus einem, meis­tens jedoch aus meh­re­ren, die in der Regel klein und unauf­fäl­lig blei­ben und nur sehr sel­ten schön, groß und auf­fäl­lig in Form und Farbe wer­den kön­nen, so wie eben der von mir gefun­dene Gra­nat. Ich lernte wei­ter, dass Mine­ra­lien tat­säch­lich wach­sen, mit einem klei­nen Keim begin­nen und dann im Laufe vie­ler Jahre immer grö­ßer wer­den, und sich dabei an einen wun­der­ba­ren Bau­plan hal­ten, der exakte und regel­mä­ßige For­men ent­ste­hen lässt. Diese For­men, so erfuhr ich, wer­den dann Kris­talle genannt, von denen es nur sie­ben Grup­pen auf der gan­zen Welt gibt.
Die Stein­heil­kunde kam erst spä­ter hinzu. Ein Freund emp­fahl mir im Herbst 1985, als ich an immer wie­der­keh­ren­den Stirn– und Neben­höh­len­ent­zün­dun­gen litt, mei­nen ers­ten "Heil­stein". "Kleb? dir mit Pflas­ter über Nacht einen Sma­ragd auf die Stirn", sagte er, "und du wirst sehen, das hilft!" – Sma­ragde hatte ich natür­lich in mei­ner Samm­lung, und trotz einer gewis­sen Skep­sis befolgte ich sei­nen Rat. Mit Erfolg! Inner­halb von drei bis vier Tagen war nicht nur die akute Erkran­kung, son­dern die gesamte Krank­heits­se­rie been­det. Die­ses Erleb­nis weckte sowohl ungläu­bige Zwei­fel, als auch Neu­gier in mir. Das Inter­esse an der Stein­heil­kunde ent­brannte.
In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren betrieb ich inten­sive stein­heil­kund­li­che Stu­dien, die 1988 in der Grün­dung der "For­schungs­gruppe Stein­heil­kunde Stutt­gart" gip­fel­ten. Das Ziel die­ser Gruppe war es, die Wir­kungs­weise von Stei­nen unab­hän­gig von jeg­li­chem esoterisch-philosophischem Über­bau auf empirisch-wissenschaftlicher Grund­lage zu erfor­schen. Alle Grup­pen­mit­glie­der tru­gen den jewei­li­gen Test-Stein über einen ver­ein­bar­ten Zeit­raum und doku­men­tier­ten – zunächst form­los, spä­ter mit­hilfe von Fra­ge­bö­gen – alle beob­ach­te­ten Erschei­nun­gen.
Die Aus­wer­tung die­ser Doku­men­ta­tio­nen ergab ganz deut­li­che Über­ein­stim­mun­gen im per­sön­li­chen Erle­ben und den in der Test­zeit auf­ge­tre­te­nen Phä­no­me­nen. Auf diese Weise konnte in weni­gen Jah­ren nicht nur die Wir­kung vie­ler Heil­steine genau ermit­telt wer­den, es zeigte sich dar­über hin­aus, dass diese Wir­kung nicht zufäl­lig ist! Es offen­bar­ten sich uns vier ver­schie­dene Grund­prin­zi­pien, die der Heil­wir­kung von Stei­nen zugrunde lie­gen: Die spe­zi­el­len Eigen­schaf­ten der Mine­ral­farbe, der im Stein ent­hal­te­nen Mine­ral­stoffe, der Cha­rak­te­ris­tik sei­ner Ent­ste­hungs­weise sowie sei­ner Kris­tall­struk­tur. Für jede die­ser vier Eigen­schaf­ten fin­den sich Ent­spre­chun­gen in der mensch­li­chen Natur, so dass anhand die­ser Prin­zi­pien für einen bestimm­ten Men­schen in einer bestimm­ten Situa­tion bei einem bestimm­ten Pro­blem oder einer bestimm­ten Krank­heit genau der pas­sende Heil­stein ermit­telt wer­den kann.

Die Kris­tall­struk­tu­ren Da waren sie nun wie­der – die Kris­tall­struk­tu­ren! Ein selbst bei den Heil­wir­kun­gen domi­nie­ren­des Merk­mal der Mine­ra­lien, wie sich schon bald her­aus­stellte. Zwar bestim­men Farbe und Mine­ral­stoffe eines Heil­steins, wie und wo er wirkt, d.h. bei wel­chen Stö­run­gen, Blo­cka­den, Krank­hei­ten und see­li­schen Beschwer­den er hilft – die Kris­tall­struk­tur jedoch bestimmt, bei wem er über­haupt wir­ken kann! Es zeigte sich, dass die innere Ord­nung eines Mine­rals, das soge­nannte Kris­tall­git­ter mit bestimm­ten Ord­nungs­sys­te­men, Ver­hal­tens­mus­tern und Cha­rak­ter­zü­gen des Men­schen in Reso­nanz steht. Heil­steine wer­den nur dann auf allen Ebe­nen wirk­sam, wenn hier eine gewisse Über­ein­stim­mung exis­tiert. Die Kris­tall­struk­tur bezieht sich also nicht auf ein bestimm­tes Lei­den, son­dern auf den gan­zen Men­schen, wie er sich in sei­nem per­sön­li­chen Lebens­stil offen­bart.
Dadurch wurde ein gro­ßes Pro­blem gelöst, wel­ches wohl jeder Prak­ti­ker der Stein­heil­kunde kennt: Beach­ten wir die Ent­spre­chung der Kris­tall­struk­tur mit den ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen unse­rer mensch­li­chen Natur näm­lich nicht, wer­den sich immer wie­der uner­war­tete Wir­kungs­aus­fälle ein­stel­len. Das bedeu­tet, dass Heil­steine trotz ein­deu­ti­ger Indi­ka­tion (im Blick auf die vor­lie­gen­den Sym­ptome) ihre typi­sche Wir­kung in bestimm­ten Fäl­len nicht zei­gen. So lässt z.B. Helio­trop (das "Echin­acin" unter den Stei­nen) begin­nende Erkäl­tun­gen in der Regel im Nu abklin­gen – in man­chen Fäl­len blieb jedoch jede Wir­kung aus! Oder das Bei­spiel Bern­stein: Ein her­vor­ra­gen­der Heil­stein bei Magen­be­schwer­den, jedoch nur in ca. 60 – 70% der Fälle. Diese Wir­kungs­aus­fälle mach­ten die stein­heil­kund­li­chen Anwen­dun­gen frü­her sehr zufalls­ab­hän­gig und unsi­cher – was seriöse Natur­heil­ver­fah­ren jedoch nicht sein dür­fen!

Doch was hat es nun mit die­ser Bezie­hung von Kris­tall und Mensch auf sich? Um dies zu ergrün­den, müs­sen wir zunächst einen Blick auf die kris­tal­line Beschaf­fen­heit der Mine­ra­lien und Edel­steine wer­fen. Diese bil­den mit­un­ter regel­mä­ßige, durch natur­ge­wach­sene Flä­chen und Kan­ten begrenzte For­men aus, die sog. "Kris­talle". Ein bekann­tes Bei­spiel ist hier der Berg­kris­tall mit sei­nem stets sechs­sei­ti­gen, von einer Spitze gekrön­ten Prisma. Aber auch die rund­lich wir­ken­den, aus zwölf Rau­ten­flä­chen beste­hen­den For­men der Gra­nate oder die per­fek­ten Wür­fel des Pyrits sind sol­che Kris­talle.
Auf­fäl­lig ist dabei, dass bestimmte Mine­ra­lien immer nur ganz bestimmte For­men auf­wei­sen und von die­ser Regel fast nie abwei­chen. Dies hängt mit der inne­ren Anord­nung ihrer Atome und Mole­küle zusam­men. Grö­ßen­ver­hält­nisse und Bin­dungs­win­kel bestim­men die Lage der ein­zel­nen Teil­chen, die im Mine­ral oder Edel­stein regel­mä­ßige drei­di­men­sio­nale Struk­tu­ren, die sog. "Kris­tall­git­ter" bil­den. Diese Git­ter sind lücken­los aus iden­ti­schen geo­me­tri­schen For­men zusam­men­ge­setzt.
Diese Kris­tall­sys­teme zei­gen eine Art "Ver­an­la­gung" des Mine­rals, ein Grund­mus­ter im wahrs­ten Sinne des Wor­tes. Das Kris­tall­sys­tem ist für ein Mine­ral cha­rak­te­ris­ti­scher, als seine Farbe. Wäh­rend letz­tere in den meis­ten Fäl­len vari­ie­ren kann, ist die innere Struk­tur für fast alle Mine­ra­lien ein­deu­tig fest­ge­legt. Und bei güns­ti­gen Wachs­tums­be­din­gun­gen führt diese Struk­tur schließ­lich zur sicht­ba­ren, regel­mä­ßi­gen Form des Kris­talls.

Die Lebens­struk­tu­ren Da alle kris­tal­line Mate­rie, nicht nur Mine­ra­lien, son­dern auch orga­ni­sche Kris­talle wie z.B. Zucker (wer­fen Sie ein­mal einen genauen Blick auf Ihren Kan­dis­zu­cker und Sie wer­den das Par­al­le­lo­gramm ent­de­cken) die­sen Gesetz­mä­ßig­kei­ten folgt, blei­ben auch wir Men­schen hier­von nicht unbe­rührt. Aller­dings fin­den wir die Kris­tall­struk­tu­ren bei uns nicht direkt in kör­per­li­chen Struk­tu­ren, son­dern in "Lebens­struk­tu­ren" wider­ge­spie­gelt, bestimm­ten Lebens­the­men, die für uns eine beson­dere Wich­tig­keit besit­zen, wenn wir mit die­ser Kris­tall­struk­tur in Reso­nanz sind.
Eines soll an die­ser Stelle jedoch gleich vor­aus­ge­schickt wer­den: Die "eine" Lebens­struk­tur, die ein gan­zes Men­schen­le­ben hin­durch unver­än­dert bleibt, gibt es nicht bzw. nur rela­tiv sel­ten. Wir Men­schen sind sehr wand­lungs­fä­hig und ver­än­dern uns ent­spre­chend unse­rer Ziele bzw. ent­spre­chend der Umstände unse­rer Umwelt. Dabei sind wir grund­sätz­lich bestrebt, unse­ren eige­nen inne­ren Zie­len treu zu blei­ben, und sie – unter­stützt oder gebremst durch die Umge­bung – zu ver­wirk­li­chen. Natür­lich geben sich Erfolge und Miss­er­folge hier regel­mä­ßig die Hand. In unse­rem Bestre­ben, aus die­sen Erfah­run­gen zu ler­nen, um zukünf­tig bes­sere Erfolge und weni­ger Miss­er­folge zu ver­zeich­nen, ent­wi­ckeln wir nun grund­le­gende Lebens­stra­te­gien, d.h. Ver­hal­tens­mus­ter und Struk­tu­ren, die uns erfolg­ver­spre­chend erschei­nen.
So kann das Fazit einer Zeit, in der wir durch Chaos und Ver­wir­rung gin­gen, darin beste­hen, dass Ord­nung und Regel­mä­ßig­keit von nun an die wich­tigste Grund­lage für ein glück­li­ches, geis­tig gesun­des Leben dar­stel­len. Wir wer­den in der Folge daher bestrebt sein, uns ein siche­res Heim, eine sichere beruf­li­che Posi­tion und einen bestän­di­gen Lebens­rhyth­mus zu erschaf­fen – auch wenn wir dafür viel­leicht etwas von unse­rer Fle­xi­bi­li­tät, Spon­ta­nei­tät und Frei­heit opfern müs­sen. Auf diese Weise hält – mehr oder weni­ger bewusst – eine neue Struk­tur Ein­zug in unser Leben: Stand­punkt, Lebens­stil und Betrach­tun­gen wan­deln sich, alles nimmt eine "neue Form" an. Wir wer­den – um es in der Ter­mi­no­lo­gie der Stein­heil­kunde aus­zu­drü­cken – "kubisch".
Auf diese Weise ent­steht nun zu allen kubi­schen Mine­ra­lien eine beson­dere Bezie­hung, diese Mine­ra­lien wer­den zu beson­ders wirk­sa­men Heil­stei­nen für uns. Der bekannte Edel­stein­be­ra­ter und frü­here Vor­stand des Stein­heil­kunde e.V. Wal­ter von Holst for­mu­lierte ein­mal den tref­fen­den Ver­gleich mit der For­ma­tie­rung eines Daten­trä­gers, der nur gele­sen wer­den kann, wenn der betref­fende Rech­ner genau diese For­ma­tie­rung ver­ar­bei­ten kann. Offen­bar kön­nen wir bestimmte Heil­steine eben­falls dann am bes­ten "lesen", wenn ihre "For­ma­tie­rung" der unse­ren ent­spricht. Es wird jedoch nicht nur der Umgang mit Heil­stei­nen hier­von bestimmt – wie sich inzwi­schen erwie­sen hat, "ver­kör­pern" Kris­talle (im wahrs­ten Sinne des Wor­tes) uni­ver­selle Grund­prin­zi­pien, die weit über die Stein­heil­kunde hin­aus wirk­sam und anwend­bar sind. Diese Grund­prin­zi­pien oder Lebens­the­men möchte ich daher zunächst ein­mal vor­stel­len:

Pyritwürfel, Kristallstruktur: kubisch

Kubisch: Ord­nung und Sicher­heit In unse­rem Den­ken und Han­deln sind wir tag­ein, tag­aus bestrebt, Ord­nung zu schaf­fen. Wenn wir ver­su­chen, ein Erleb­nis, einen Gegen­stand oder eine Infor­ma­tion zu ver­ste­hen, begin­nen wir, Wahr­neh­mun­gen und Gedan­ken zu ord­nen, in Zusam­men­hang zu brin­gen und zu einem Gan­zen zu ver­bin­den. Dies tun wir so lange, bis wir die jewei­lige Ange­le­gen­heit "begrei­fen" kön­nen. Und so lange uns dies nicht gelingt, haben wir keine Ruhe. Ler­nen ist ein Ord­nungs­pro­zess! Je schnel­ler wir Dinge "ein­ord­nen", "zuord­nen" und "unter­schei­den" kön­nen, desto leich­ter fällt uns das Ler­nen. Und wann immer wir etwas ler­nen, haben wir mehr Ord­nung in unse­rem Leben gewon­nen. Eine jede Fähig­keit besteht aus einer Ord­nung ein­zel­ner Aktio­nen, jedes Pro­dukt, das wir erschaf­fen aus einer Ord­nung von Tei­len oder Hand­lun­gen, jede Idee aus einer Ord­nung ein­zel­ner Ele­mente. Wo Durch­ein­an­der exis­tiert, brin­gen wir es "in Ord­nung" und nicht zuletzt möch­ten wir eigent­lich alle "in Ord­nung sein" …
"Ord­nung ist das halbe Leben" sagt das Sprich­wort völ­lig zurecht. Das "halbe Leben"! – Denn wo Ord­nung zum "gan­zen Leben" wird, geht das Spie­le­ri­sche, die Frei­heit, Fle­xi­bi­li­tät und Leben­dig­keit ver­lo­ren. Der "Ord­nungs­fim­mel" kann die Folge sein, ebenso der gewalt­sam durch­ge­setzte Wille, die Ver­haf­tung an bestimmte Ver­hal­tens­mus­ter und das Fest­hal­ten an der ver­gan­ge­nen schö­nen Zeit sowie der freud­lose Lebens­kampf mit end­lo­sen Durch­hal­te­pa­ro­len. Ein Über­maß an Ord­nung macht eng, steif, ver­bohrt und dog­ma­tisch, die per­fekte Regel­mä­ßig­keit macht das Leben auf Dauer lang­wei­lig sowie arm an Wun­dern und Über­ra­schun­gen.
Hier kön­nen kubi­sche Heil­steine hel­fen, der­art fest­ge­fah­rene Zustände zu lösen und die posi­ti­ven Sei­ten die­ser Lebens­struk­tur zu ent­wi­ckeln: Lern­fä­hig­keit und einen Sinn für "höhere Ord­nun­gen" (Fluo­rit), Groß­mut und Wohl­wol­len (Lapis­la­zuli), Fähig­keit zur Ver­än­de­rung und geis­ti­ges Da-Sein (Scha­len­blende) sowie Selbst­an­nahme und bes­se­res Ein­schät­zen der eige­nen Fähig­kei­ten und Gren­zen (Gra­nat). Und das Ziel all des­sen? – Eine Ord­nung, die Sicher­heit gibt im Leben, ohne Frei­heit und Krea­ti­vi­tät unnö­tig zu begren­zen!

Aquamarin, Kristallstruktur: hexagonal

Hexa­go­nal: Ziel­stre­big­keit Jeder Mensch strebt danach, gesetzte Ziele zu errei­chen. Ob es sich dabei um "große Ziele" wie die eigene Kar­riere, eine glück­li­che Bezie­hung, die Erret­tung der Welt und die Erleuch­tung oder eher um "kleine" han­delt, wie den Auto­schlüs­sel wie­der­zu­fin­den, einen Berg­gip­fel zu bestei­gen oder in der kom­men­den Nacht nicht alleine zu schla­fen. Eines ist all die­sen Zie­len gemein­sam: Ein Ziel zu haben moti­viert, akti­viert und gibt dem Leben (zumin­dest im Moment) einen Sinn – am Errei­chen des Ziels gehin­dert zu wer­den, macht dage­gen übel­lau­nig, aggres­siv oder bei schein­bar unüber­wind­ba­ren Hin­der­nis­sen auch depres­siv.
Ein Leben völ­lig ohne Ziele gibt es daher nicht. Die Art und Weise dage­gen, wie wir unsere Ziele errei­chen, kann sehr unter­schied­lich sein. Man­che ver­wirk­li­chen ihre Ziele in einer Art "gelas­se­nem Spa­zier­gang", andere durch "zufäl­li­ges Dar­über­stol­pern" und wie­der andere durch Fleiß, Ehr­geiz, Effi­zi­enz und kom­pro­miss­lose Ziel­stre­big­keit. Letz­tere leben einen soge­nann­ten "hexa­go­na­len" Lebens­stil. Hier ist das Ziel ein und alles im Leben. Alles wird auf das aktu­elle Ziel aus­ge­rich­tet und die­sem unter­ge­ord­net. Das Ziel ist oft hoch gesteckt und soll zügig erreicht wer­den. Daher wird jeder "Hemm­schuh", alles was uns bremst, sehr kraft­rau­bend erlebt, Ablen­kun­gen sind uner­wünscht und ander­wei­tige Bedürf­nisse wie Essen, Schla­fen etc. wer­den leicht ver­nach­läs­sigt. Aus Ziel­stre­big­keit kann so Fana­tis­mus ent­ste­hen, aus Gerad­li­nig­keit Scheu­klap­pen­men­ta­li­tät, aus Effi­zi­enz Unge­duld. Zu hoch gesteckte Ziele füh­ren dar­über hin­aus oft zu Mut­lo­sig­keit oder Zwei­feln am eige­nen Leis­tungs­ver­mö­gen, Erschöp­fung oder dau­ern­der Unzu­frie­den­heit – und das Errei­chen des Ziels stürzt mit­un­ter in eine Leere und Ori­en­tie­rungs­krise – bis end­lich ein neues gefun­den ist.
"Der Weg ist das Ziel" sagt das Sprich­wort, doch genau diese Weis­heit wird igno­riert. Man ver­gisst, dass das Leben selbst schon "unter­wegs" statt­fin­det und ver­schiebt es gerne in eine unbe­kannte Zukunft: "Wenn ich dies und das erreicht habe, dann lasse ich es mir gut­gehn!" (Sofern mir dann nicht gerade wie­der etwas Neues ein­fällt …) Hier ver­hel­fen hexa­go­nale Heil­steine zu mehr Gelas­sen­heit (Aqua­ma­rin), Selbst­an­nahme (Covel­lin), Min­de­rung des Anspruchs­den­kens und der Auf­dring­lich­keit (Mor­ga­nit), Frei­raum (Sugi­lith), Erho­lung (Apa­tit) und Rück­sicht auf die eige­nen Bedürf­nisse (Beryll). Dadurch kommt zur Ori­en­tie­rung auf das Ziel auch die Freude am Unter­wegs­sein ?

Turmalin, Kristallstruktur: trigonal

Tri­go­nal: Ein­fach­heit Wer wünscht sich nicht mit­un­ter ein ein­fa­che­res Leben? Weni­ger Kom­pli­ka­tio­nen, weni­ger Auf­wand, ein leich­te­res Gelin­gen aller not­wen­di­gen Ver­rich­tun­gen! Ruhe, Zeit, Erho­lung, sinn­li­che Genüsse … Ein­fach ein­mal abschal­ten und die Welt Welt sein las­sen. Die­ser Rück­zug ist oft not­wen­dig, um neue Kraft zu schöp­fen, sich ein­mal "gehen zu las­sen", einen gesun­den Ego­is­mus zu pfle­gen. Wenn wir nicht gut zu uns selbst sind, wie kön­nen wir es dann gegen­über ande­ren sein? Inso­fern hat ein jeder Mensch das Recht auf seine "pri­vate Insel", eine Sphäre, in der er tun und las­sen kann, was er will. "My home is my castle" sagt das eng­li­sche Sprich­wort ("mein Zuhause ist meine Burg").
Ein ein­fa­ches Leben nach der Devise "mini­ma­ler Auf­wand – maxi­ma­ler Erfolg" hat viele Vor­züge: Es spart die eige­nen Kräfte, da man sich nicht von Ehr­geiz, Erfolg und ande­ren Ver­lo­ckun­gen ver­füh­ren lässt, es schützt vor Kon­flik­ten, die man lie­ber von vor­ne­her­ein ver­mei­det (der Weg des gerings­ten Wider­stan­des), als sie im nach­hin­ein zu kon­fron­tie­ren, und es macht prag­ma­tisch und geschickt: Man fin­det ohne gro­ßes Nach­den­ken meist sehr schnell ein­fa­che, rea­li­sier­bare Lösun­gen. Schließ­lich wer­den die meis­ten Erfin­dun­gen aus Faul­heit erschaf­fen, schlicht aus dem Gedan­ken her­aus, wie etwas ein­fa­cher gehen könnte.
Ein ein­fa­ches, beque­mes Leben kann jedoch auch träge und unbe­weg­lich machen und genau darin liegt die Gefahr: Träg­heit kann ver­schlos­sen, miß­trau­isch, kon­flikt­scheu oder gar gleich­gül­tig machen. Was küm­mern uns die Pro­bleme ande­rer Leute, was küm­mert uns die Welt? Wir nör­geln zwar gerne an allem herum, was uns nicht passt, doch solange unser eige­nes "klei­nes Leben" so bleibt, wie es ist, besteht kein Hand­lungs­be­darf, kein Drang nach Ver­bes­se­rung.
Tri­go­nale Heil­steine kön­nen hier nun hel­fen, nega­tive Erschei­nun­gen die­ses Lebens­stils zu wan­deln und die posi­ti­ven Sei­ten her­vor­zu­he­ben. Sie ver­mit­teln Offen­heit, Tole­ranz (blauer Tur­ma­lin), Ver­trauen (Chry­so­pras), Kon­flikt­fä­hig­keit (Ame­thyst), hel­fen "abzu­schal­ten" und klare Gedan­ken zu fas­sen (Saphir) oder brin­gen Klar­heit und Stärke (Berg­kris­tall). Es ist immer ein gutes Zei­chen, wenn unser Leben von innen her­aus ein­fa­cher wird, denn nicht umsonst sagt das Sprich­wort: "In der Ein­fach­heit liegt die Wahr­heit!"

Apophylit, Kristallstruktur: tetragonal

Tetra­go­nal: For­scher­geist Etwas Neues zu ent­de­cken, ist span­nend, inter­es­sant und mit­un­ter auf­re­gend, Unbe­kann­tes zu erfor­schen eine Her­aus­for­de­rung, die trotz Gefah­ren magisch anzie­hen kann. Etwas "Neu­gier" steckt in jedem Men­schen, wie sich an spon­ta­nen Ansamm­lun­gen von Schau­lus­ti­gen erken­nen läßt, sobald etwas außer­ge­wöhn­li­ches geschieht. Wer das Neue und Unbe­kannte liebt, ver­mei­det Wie­der­ho­lun­gen und gestal­tet jeden Tag anders. Alte Kon­zepte wer­den blitz­ar­tig durch neue ersetzt und man strebt stän­dig nach Ver­bes­se­rung. Darin liegt die Chance zu einer enor­men Ent­wick­lungs­fä­hig­keit, die von Außen­ste­hen­den jedoch oft als Unbe­re­chen­bar­keit emp­fun­den wird.
Das liegt vor allem daran, daß wir bei einem sol­chen "tetra­go­na­len" Lebens­stil oft sehr spon­tan und aus dem Gefühl her­aus han­deln (um einer neuen Situa­tion gerecht zu wer­den), die­ses Han­deln im Nach­hin­ein jedoch sofort ratio­nal erklä­ren kön­nen. Unser aus­ge­prägt rational-logisches Den­ken ver­mit­telt der Umwelt den Anschein einer beson­ne­ne­ren Lebens­weise und macht unsere spon­ta­nen Kehrt­wen­dun­gen umso über­ra­schen­der. Mit­un­ter set­zen wir diese Ver­än­der­lich­keit auch gezielt ein: Durch Klei­dung, Hal­tung und Auf­tre­ten kön­nen wir uns sehr ver­schie­den dar­stel­len und es fällt uns meist leicht, einen ganz bestimm­ten Ein­druck zu ver­mit­teln. Gefühle, Stim­mun­gen, Schlaf­man­gel und selbst kör­per­li­che Schmer­zen über­spie­len wir gekonnt. Doch gerade darin liegt der Keim für eine gewisse "Unehr­lich­keit" und undurch­dring­li­che Fas­sa­den, da wir oft ver­ber­gen möch­ten, wie es uns wirk­lich geht. Zwar kann das Hüten der eige­nen Geheim­nisse auch ein Schutz sein, doch die bestän­dige kon­trol­lierte Selbst­dar­stel­lung macht ein­sam, zudem droht die Gefahr umso hef­ti­ge­rer Aus­brü­che, wenn uns die Kon­trolle doch ein­mal ent­glei­tet.
Tetra­go­nale Heil­steine kön­nen in einer sol­chen Situa­tion hel­fen, uns zu öff­nen und das Risiko zu wagen, uns so zu zei­gen, wie wir sind (Vesu­vian). Wird ins­be­son­dere die Angst vor einem »Gesichts­ver­lust« über­wun­den, kön­nen wir unsere Gefühle, Spon­ta­nei­tät und Neu­gier wahr­haf­tig zei­gen und aus­le­ben (Apo­phyl­lit). Außer­dem wird es uns in unglück­li­chen und ver­zwei­fel­ten Momen­ten mög­lich, uns mit­zu­tei­len und um Hilfe zu bit­ten (Zir­kon). Ande­rer­seits wird auch der typisch "tetra­go­nale" Feh­ler kor­ri­giert, Dinge so schnell zu ver­än­dern, dass sie "ver­schlimm­bes­sert" wer­den bzw. bestimmte Feh­ler immer wie­der zu wie­der­ho­len, da wir unsere Erfah­run­gen nicht genü­gend aus­wer­ten, um dar­aus zu ler­nen (Chal­ko­py­rit). Wir haben dann die Mög­lich­keit, unsere enor­men Ent­wick­lungs­chan­cen zu nut­zen, ohne zu ver­ein­sa­men oder andere zu über­for­dern.

Baryt, Kristallstruktur: rhombisch

Rhom­bisch: Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Gemein­schafts­sinn Eine gute Gemein­schaft, Zusam­men­sein mit Freun­den und Weg­ge­fähr­ten, Aus­tausch und gegen­sei­tige Unter­stüt­zung sind wesent­li­che Ele­mente in einem erfüll­ten Leben. Im Grunde wün­schen wir uns das alle, doch wie­viel sind wir bereit, dafür zu tun? Wie wich­tig ist es uns tat­säch­lich, die Ver­bin­dung zu ande­ren zu hal­ten, aktiv einen Bei­trag für die Gemein­schaft zu leis­ten? Wenn wir einen "rhom­bi­schen" Lebens­stil pfle­gen, ist ein sol­cher Bei­trag selbst­ver­ständ­lich für uns. Ein­fühl­sam und mit­un­ter auf­op­fernd set­zen wir uns ein, sind als gute Gast­ge­ber oder treue Mit­ar­bei­ter bekannt, stets mit einem guten Gespür dafür, was im Moment erfor­der­lich ist.
Dabei stel­len wir in der Regel wenig eigene Ansprü­che. Es geht uns gut, wenn es allen ande­ren gut geht, und wir enga­gie­ren uns selbst als Aus­hilfs­kräfte bei einem Pro­jekt so, als wäre es unser eige­nes. Doch gerade das "eigene Leben" kommt uns des­halb mit­un­ter abhan­den. Wir erfül­len ganz selbst­ver­ständ­lich die Ansprü­che unse­rer Eltern, Part­ner, Kin­der, Freunde, Vor­ge­setz­ten und Kol­le­gen und ver­su­chen es jedem recht zu machen; doch die eige­nen Wün­sche und Bedürf­nisse sind mit­un­ter längst ver­ges­sen. – Bis sie uns eines Tages wie­der bewusst wer­den und wir plötz­lich erwa­chen, um fest­zu­stel­len, dass wir unser eige­nes Leben ver­säumt haben und die Jahre hin­durch völ­lig fremd­be­stimmt waren.
Die­ser Moment des Erwa­chens ist oft­mals auch der Moment eines Aus­bruchs oder Ein­bruchs. Ein plötz­li­cher Aus­bruch aus dem bis­he­ri­gen Spiel – die Kün­di­gung des Jobs, der Bruch mit der Bezie­hung, eine gra­vie­rende Ver­än­de­rung der Lebens­um­stände – oder ein see­li­scher Ein­bruch (wenn wir zur not­wen­di­gen Ver­än­de­rung nicht bereit sind): Nie­der­ge­schla­gen­heit, Ängste, Zwei­fel, kör­per­li­che Krank­hei­ten, Hadern mit den Umstän­den, Depres­sion. Gleich­zei­tig ist die­ser Moment jedoch die Chance zur Ver­bes­se­rung, wenn wir nicht flie­hen oder ver­su­chen, Ver­lo­re­nes fest­zu­hal­ten, son­dern nun bewusst und offen unsere eige­nen Inter­es­sen ver­tre­ten.
Rhom­bi­sche Heil­steine kön­nen uns darin unter­stüt­zen, unsere eigene Selbst­ver­wirk­li­chung anzu­stre­ben (Peri­dot). Doch ist es wich­tig, dabei nicht ins Gegen­ex­trem der Rück­sichts­lo­sig­keit zu ver­fal­len, son­dern nach wie vor ein­füh­lend und hilfs­be­reit gegen­über ande­ren zu blei­ben (Topas). Dies ist dann der opti­male »rhom­bi­sche« Zustand: Die per­sön­li­che Selbst­ver­wirk­li­chung im Ein­klang mit dem Wohl der Gemein­schaft (Prehnit), ein gleich­wer­ti­ger Aus­tausch in einem Spiel, bei dem alle gewin­nen und glück­lich sein kön­nen.

Kunzit, Kristallstruktur: monoklin

Mono­klin: Stän­dige Ver­än­de­rung "Alles ver­än­dert sich, nichts bleibt bestän­dig – und dies ist das ein­zige, was bestän­dig bleibt!" Leben ist Ver­än­de­rung, stän­di­ger Wan­del, Wei­ter­ent­wick­lung, Fort­schritt. Alles was sich nicht mehr wan­delt, erstarrt und stirbt. Inso­fern betrifft die bestän­dige Ver­än­de­rung jedes Wesen, doch scheint die Dra­ma­tik des Wan­dels sehr ver­schie­den zu sein. Man­che wer­den von sanf­ten Wel­len wei­ter­ge­tra­gen, andere haben mit hohen Bre­chern und Sturz­flu­ten zu kämp­fen. Im "mono­kli­nen" Leben tre­ten immer wie­der gra­vie­rende Ver­än­de­run­gen auf. So sehr, dass jeg­li­che Kal­ku­la­tion der Zukunft unmög­lich wird. "Ers­tens kommt es anders, zwei­tens als man denkt!" ist der pas­sende Spruch hierzu.
Für unse­ren Ver­stand, der bestrebt ist, die Zukunft zu pla­nen und vor­zu­be­rei­ten, ist dies ein mit­un­ter uner­träg­li­cher Zustand. Eine Rech­nung mit zu vie­len Unbe­kann­ten wird unlös­bar und so ist es uns oft­mals unmög­lich, wich­tige Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Wie sol­len wir uns auch heute auf etwas fest­le­gen, wenn wir dank der stän­di­gen unvor­her­seh­ba­ren Ver­än­de­run­gen doch gar nicht wis­sen kön­nen, was mor­gen sein wird? Diese Zwick­mühle ver­dammt oft zu Taten­lo­sig­keit. Ent­schei­dungs­schwie­rig­kei­ten und Ängste sind unsere größ­ten Pro­bleme. Dar­aus resul­tiert oft ein Schutz– und Abgren­zungs­be­dürf­nis, wel­ches den Kon­flikt jedoch nicht löst.
Hier kön­nen mono­kline Heil­steine hel­fen, die Unbe­re­chen­bar­keit der Situa­tion ohne Wider­stand und Ängste zu akzep­tie­ren, auf­ge­schlos­sen zu blei­ben (Kun­zit) und uns dem Auf und Ab im Leben ver­trau­ens­voll hin­zu­ge­ben (Mala­chit). Das Her­um­pro­bie­ren und Umher­tin­geln zwi­schen zahl­lo­sen Mög­lich­kei­ten weicht der Kon­zen­tra­tion auf die wirk­lich wich­ti­gen Dinge unse­res Lebens (Jade). Dabei wer­den auch Ent­schei­dungs­schwie­rig­kei­ten und Stim­mungs­schwan­kun­gen aus­ge­gli­chen (Chry­so­koll) und der Ver­stand schal­tet von sei­ner Skep­sis und sei­nen Zwei­feln auf ein offe­nes, erwar­tungs­freu­di­ges Beob­ach­ten um (Gol­dor­tho­klas).
Und siehe da: Plötz­lich gibt es viele Hin­weise, Emp­fin­dun­gen und Gefühls­re­gun­gen, die durch­aus Zukünf­ti­ges ankün­di­gen, jedoch im ver­krampf­ten Ver­such, etwas gegen den Wan­del zu unter­neh­men, stets über­se­hen und über­hört wur­den! Es ent­wi­ckelt sich die Intui­tion, wel­che nicht das Ergeb­nis der Logik, son­dern ein Ver­trauen auf den ers­ten inne­ren Impuls ist (Azu­rit). Selbst wenn das Auf und Ab des Lebens dadurch nicht gemil­dert wird, ver­liert es doch sei­nen Schre­cken. Es wird zum Aben­teuer, zur posi­ti­ven Her­aus­for­de­rung, die uns wei­ter­bringt. – Wir ver­lie­ren die Angst vor den Wel­len und ler­nen, mit ihnen zu schwim­men …

Disthen, Kristallstruktur: triklin

Trik­lin: Schick­sal und Daseins­sinn Die Frage nach dem "Warum?", dem Sinn unse­res Daseins oder dem Grund bestimm­ter Ereig­nisse stellt sich spä­tes­tens immer dann, wenn wir von Schick­sals­schlä­gen getrof­fen wer­den. Glück­li­che Schick­sals­wen­dun­gen neh­men wir in der Regel fast selbst­ver­ständ­lich hin, unglück­li­che, trau­rige Ereig­nisse, Ver­luste, schmerz­volle Erfah­run­gen machen uns dage­gen betrof­fen und wer­fen die Frage auf, ob es wohl höhere Mächte, Göt­ter, die Vor­se­hung oder das Schick­sal gibt, wel­che ihr Spiel mit uns trei­ben. Ein Spiel, das uns im Moment des Gesche­hens oft will­kür­lich, grau­sam oder unge­recht erscheint, und das mit­un­ter eine nega­tive Ein­stel­lung dem Leben gegen­über zur Folge haben kann: Furcht, ungüns­tige Vor­ah­nun­gen, man­geln­des Selbst­be­wusst­sein, Miss­trauen, Resi­gna­tion, Ver­bit­te­rung und Groll.
Bli­cken wir jedoch wesent­lich spä­ter auf das­selbe Gesche­hen zurück, ent­schlüs­selt sich das schein­bar uner­klär­li­che, nega­tive Ereig­nis oft als selbst­ver­ur­sacht, hilf­reich oder för­der­lich. Selbst­ver­ur­sacht, weil wir aus der Dis­tanz erken­nen, wel­che eige­nen Taten uns damals in eine bestimmte Situa­tion brach­ten; hilf­reich, weil wir plötz­lich einen höhe­ren Zusam­men­hang erken­nen; för­der­lich, wenn wir zumin­dest aner­ken­nen müs­sen, dass unser Leben sonst einen ganz ande­ren, in der Rück­schau uner­wünsch­ten Ver­lauf genom­men hätte. Spä­ter fällt es uns daher oft leich­ter, uns mit dem Ereig­nis zu ver­söh­nen. Im Moment des Gesche­hens erle­ben wir dage­gen meist Hilf­lo­sig­keit, Ohn­macht, Angst oder Ver­wir­rung.
Trik­line Heil­steine ermög­li­chen schon in der gege­be­nen Situa­tion, einen ande­ren Stand­punkt ein­zu­neh­men und das Ereig­nis von einer höhe­ren Warte aus zu betrach­ten. Sie hel­fen Schick­sals­schläge bes­ser zu ver­kraf­ten (Rho­do­nit), min­dern so das Gefühl der Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht und füh­ren aus der "Opfer­hal­tung" her­aus (Tür­kis). Ver­wir­rung löst sich auf, kla­res Den­ken stellt sich wie­der ein und Ängste wer­den abge­baut (Lar­i­mar). Dadurch gewin­nen wir wie­der Zuver­sicht und Selbst­ver­trauen, unser Leben selbst in die Hand zu neh­men und meis­tern zu kön­nen (Son­nen­stein). Aus die­ser gestärk­ten Hal­tung her­aus ent­fal­ten sich die hel­len Sinne (Lar­i­mar) sowie viele Fähig­kei­ten, die wir als Poten­tial schon immer in uns tru­gen, die wir nun jedoch mit neuem Mut umzu­set­zen begin­nen (Son­nen­stein). Unser Hori­zont erwei­tert sich und wir erken­nen uns selbst im schein­bar zufäl­li­gen Gesche­hen unse­res Lebens.

Obsidian, Kristallstruktur: amorph

Amorph: Frei­heit "Freedom?s just ano­ther word for not­hing left to loose?" ("Frei­heit ist nur ein ande­res Wort dafür, dass man nichts mehr zu ver­lie­ren hat …") sang Janis Jop­lin mit beein­dru­cken­dem Blues in dem Song "Me and Bobby McG­hee" – und brachte damit das Lebens­ge­fühl einer gan­zen Gene­ra­tion zum Aus­druck. Die 60er Jahre des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts führ­ten einen bemer­kens­wer­ten geis­ti­gen Wan­del her­bei: Nach einer Zeit, in der vor allem das Anhäu­fen irdisch-materieller Güter, Geld, Besitz und Wohl­stand zum wesent­li­chen Ziel des Daseins erklärt wor­den war, tauch­ten nun plötz­lich Fra­gen nach geis­ti­gen Wer­ten, Bewusst­seins­er­wei­te­rung und vor allem Frei­heit wie­der auf. Man wollte sich nicht in die Sach­zwänge einer wohl­ha­ben­den, aber sinn­ent­leer­ten Gesell­schaft bege­ben, in das Kor­sett von Eti­kette und (fal­scher) Moral. Die­ser Frei­heits­drang brachte eine Bewe­gung in Gang, die bis heute anhält, auch wenn die lan­gen Haare und bun­ten Hippie-Kleider der 60er längst wie­der ver­schwun­den sind. Die Frage nach Sinn und Frei­heit brachte nicht zuletzt viele The­ra­pien und die gesamte moderne Form der Eso­te­rik her­vor.
Wenn wir uns unfrei füh­len, ist "Frei­heit" zunächst die Befrei­ung aus Zwän­gen, Unter­drü­ckung und ein­en­gen­den Struk­tu­ren. Die­ser Wunsch nach "Frei­heit von?" ist eine starke Moti­va­tion, gegen etwas zu kämp­fen, sich von Ver­gan­ge­nem los­zu­sa­gen und Begren­zun­gen zu über­win­den. So ent­steht tat­säch­lich ein Frei­raum – der nun jedoch wie­der gefüllt wer­den will, denn sonst ent­ste­hen Leere, Halt­lo­sig­keit und Chaos. Zustände, mit denen wir uns eben­falls auf Dauer nicht anfreun­den wol­len. Über die­sen Punkt der Leere führt die Betrach­tung "Frei­heit für?" hin­aus, indem wir Frei­heit anstre­ben, um tätig wer­den zu kön­nen, Ideale zu ver­wirk­li­chen, unser eige­nes "Lebens­spiel" mit Genuss und Würde zu spie­len. Dadurch ver­bin­den sich Frei­heit und Sinn zu einem freu­di­gen, krea­ti­ven Dasein im Hier und Jetzt.
Amor­phe Edel­steine und bestimmte Bach-Blüten kön­nen uns hel­fen, selbst von exis­ten­zi­el­ler Angst (Obsi­dian), Zwang, Unter­drü­ckung, Hoff­nungs­lo­sig­keit (Gagat) und ande­ren ein­en­gen­den Lebens­um­stän­den frei zu wer­den, und gleich­zei­tig auch ande­ren diese Frei­heit zuzu­ge­ste­hen (Bern­stein). Dar­über hin­aus för­dern sie die "Frei­heit für?", d.h. Krea­ti­vi­tät und Lebens­freude sowie die Fähig­keit, geis­tig im Hier und Jetzt zu ver­wei­len (Mol­da­vit). Denn nur wenn wir tat­säch­lich im Hier und Jetzt sind, kön­nen wir alle Facet­ten unse­res Lebens mit allen Sin­nen wahr­neh­men, anneh­men und inten­siv durch­le­ben (Ede­lo­pal). Dadurch wird unser Leben nicht nur frei, son­dern auch viel­sei­tig, bunt und lebens­wert.

Hilfe im Leben Die Kris­tall– und Lebens­struk­tu­ren, wie sie auf den vor­aus­ge­gan­ge­nen Sei­ten beschrie­ben wur­den, kön­nen auf mehr­fa­che Weise eine Hilfe im Leben sein. Zunächst trägt allein die Erkennt­nis unse­rer (momen­ta­nen!) Natur dazu bei, Situa­tio­nen, Ent­schei­dun­gen oder (schein­bare) Zwänge aus einer höhe­ren Warte zu betrach­ten sowie ggf. neu zu über­den­ken und zu ver­än­dern. "Selbst­er­kennt­nis ist der erste Schritt zur Bes­se­rung" sagt das Sprich­wort völ­lig zu Recht, denn jede wirk­li­che Erkennt­nis bringt zugleich Frei­heit und Ord­nung ins Leben.
Dar­über hin­aus wird deut­lich, wel­che Heil­steine uns der­zeit im Leben unter­stüt­zen kön­nen. Hier­bei ist wich­tig, zu unter­schei­den, ob wir kon­krete Pro­bleme lösen wol­len, die uns auf­grund einer bestimm­ten Lebens­struk­tur ent­stan­den sind – dies wäre ein Hei­lungs­pro­zess – oder ob wir eigent­lich zufrie­den mit unse­rem Leben sind und den­noch nach einer Erwei­te­rung oder Ver­tie­fung unse­rer Fähig­kei­ten stre­ben – dies wäre ein Lern­pro­zess. Da unsere inne­ren Vor­aus­set­zun­gen bei Hei­lungs– und Lern­pro­zes­sen völ­lig ver­schie­den sind, kommt die Wir­kung der Kris­tall­struk­tu­ren hier auch unter­schied­lich zum Tra­gen: Bei einem Hei­lungs­pro­zess kör­per­li­cher oder see­li­scher Art stre­ben wir eine Problem-Lösung, also eine Auf­lö­sung an. Wir wol­len etwas (das Pro­blem und seine Ursa­che) aus unse­rem Leben ver­ab­schie­den. Dazu gilt es jedoch, unser Leben selbst, d.h. unsere Lebens­struk­tur so zu ver­än­dern, dass jene Mus­ter, die zum beste­hen­den Pro­blem führ­ten, gewan­delt wer­den, so dass das Pro­blem – bild­haft gespro­chen – kei­nen "Nähr­bo­den" mehr in unse­rem Leben fin­det. Da es hier also beste­hende Betrach­tun­gen, Ver­hal­tens­mus­ter und Lebens­stra­te­gien auf­zu­lö­sen gilt, wirkt auch die Kris­tall­struk­tur des pas­sen­den Heil­steins ent­spre­chend: Sie wirkt – nach dem homöo­pa­thi­schen Prin­zip "Ähn­li­ches heilt Ähn­li­ches" – auf­lö­send auf ent­spre­chende Lebens­struk­tu­ren. Wenn wir also einen Heil­stein ver­wen­den, des­sen Kris­tall­struk­tur unse­rer Lebens­struk­tur ent­spricht, so besteht die Hei­lung in einer Befrei­ung aus ver­fes­tig­ten Struk­tu­ren. Wir haben so die Chance, neu anzu­fan­gen und unser Leben neu zu ord­nen.
Bei einem Lern­pro­zess dage­gen stre­ben wir keine Lösung, son­dern den Erwerb neuer, bis­her nicht vor­han­de­ner "Struk­tu­ren" an, die sich dann in Form neuer Fähig­kei­ten äußern. Den­ken Sie z.B. ein­mal an die Fähig­keit des Auto­fah­rens: Hier müs­sen wir uns eine ganze Reihe von Auto­ma­tis­men ein­prä­gen, um schließ­lich mit nur zwei Hän­den und zwei Füßen ein Lenk­rad, ein Gas­pe­dal, zwei Brem­sen, eine Kupp­lung, eine Gang­schal­tung, den Blin­ker und mit­un­ter noch wei­tere Hebel und Schal­ter bedie­nen zu kön­nen, wäh­rend wir gerade im dich­ten Stadt­ver­kehr über drei Spu­ren nach links wech­seln … Ler­nen heißt "Struk­tu­ren bil­den", und aus die­sem Grund kön­nen Heil­steine mit bestimm­ten Kris­tall­struk­tu­ren uns dabei hel­fen, jene Fähig­kei­ten und Eigen­schaf­ten zu erwer­ben, die uns bis­her noch fremd sind. Für einen Lern­pro­zess wäh­len wir also nicht den Heil­stein, der unse­rer Lebens­struk­tur ähnelt, son­dern den, der jene Struk­tu­ren ver­kör­pert, die wir uns aneig­nen wol­len.
Hier­bei ist jedoch sehr wich­tig, zu beach­ten, dass Hei­lungs­pro­zesse gegen­über Lern­pro­zes­sen meist domi­nie­ren. Ler­nen fällt uns schwer, solange ein bestimm­tes Pro­blem unsere Auf­merk­sam­keit bin­det. Daher gilt es bei Krank­hei­ten oder drän­gen­den Pro­ble­men zunächst, einen pas­sen­den Heil­stein mit "ähn­li­cher Struk­tur" zu fin­den, um Gesund­heit und Wohl­be­fin­den wie­der her­zu­stel­len. Ist die­ses Ziel erreicht (oder bereits gege­ben), kön­nen Lern­steine dann im Anschluss dabei hel­fen, uns in vie­len Berei­chen wei­ter zu ent­wi­ckeln.


Lite­ra­tu­r­emp­feh­lun­gen:

  • Michael Gien­ger, Die Stein­heil­kunde, Neue Erde, Saar­brü­cken 1995.
    Ein Hand­buch mit umfang­rei­chen Beschrei­bun­gen zur Wir­kung jeder Kris­tall­struk­tur und mit sehr schö­nen Dar­stel­lun­gen der ein­zel­nen Heil­steine in Wort und Bild.
  • Michael Gien­ger, Luna S. Miesala-Sellin, Stein und Blüte, Neue Erde, Saar­brü­cken 2000.
    Hier wer­den die Betrach­tun­gen zu den ver­schie­de­nen Lebens­the­men der Kris­tall­struk­tu­ren erwei­tert und ver­tieft. Neben Heil­stei­nen wird auch die Ver­wen­dung pas­sen­der Bach-Blüten bespro­chen.
  • Cairn Elen Lebens­schule, Stein­heil­kunde – Ursprung und Ent­wick­lung …, Neue Erde, Saar­brü­cken 1999.
    Ein klei­ner, aber lesens­wer­ter Leit­fa­den zur Geschichte, aktu­el­len Situa­tion und Pra­xis der Stein­heil­kunde. Sehr emp­feh­lens­wert!

Steinheilkunde-Forschungsgruppen:

  • Stein­heil­kunde e.V.
    Ludwig-Thoma-Straße 26
    82178 Puch­heim
    Tel.: 089 – 80078500
    Fax: 089 – 89027116

Wenn Sie an einer Steinheilkunde-Forschungsgruppe teil­neh­men oder wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Stein­heil­kunde bekom­men möch­ten, wen­den Sie sich bitte an den Stein­heil­kunde e.V.

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