Das Glück in uns selbst fin­den

'Advaita Yoga' ist ein Yog­a­sys­tem, das von Chris­tian Weber aus alten, tra­di­tio­nel­len Quel­len und neuen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen ent­wi­ckelt wurde. Im Mit­tel­punkt steht die 'innere Reise' zu uns selbst, ein Weg, um dau­er­haf­tes Glück zu fin­den, das wir meist ver­geb­lich im 'Außen' suchen. Das Enve­da­Ma­ga­zin sprach mit Chris­tian Weber über diese ganz­heit­li­che Methode.

Yoga: Übun­gen zur
Har­mo­ni­sie­rung von
Kör­per, Geist und Seele

Herr Weber, Sie haben das Advaita Yoga-System selbst ent­wi­ckelt. Was ist das Beson­dere an Advaita Yoga, inwie­fern unter­schei­det er sich von ande­ren Yoga-Systemen?
Chris­tian Weber: Advaita Yoga ist ein ganz­heit­li­ches Yog­a­Sys­tem, das auf kul­tur­be­dingte Rituale und Dog­men ver­zich­tet und sich des­halb für jeden Men­schen eig­net, unab­hän­gig von sei­ner Welt­an­schau­ung oder Kon­fes­sion. Das System ist des­halb ganz­heit­lich, weil es dem Prak­ti­zie­ren­den hilft, in allen Berei­chen sei­nes Lebens aus­ge­gli­che­ner zu wer­den und seine Gedan­ken und Gefühle mit mehr Abstand zu erle­ben. Dadurch ent­fal­tet er innere Qua­li­tä­ten (wie z.B. Lebens­freude, Selbst­wert­ge­fühl, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, Tole­ranz, Geduld, Gelas­sen­heit, inne­ren Frie­den, Mit­ge­fühl, Unter­schei­dungs­fä­hig­keit, kla­res Den­ken und rei­nes Bewusst­sein), die sich bis­her nur durch zufäl­lige, güns­tige äußere Bedin­gun­gen ein­stel­len konn­ten.
Advaita Yoga ist sehr sys­te­ma­tisch und wirkt – wenn die Übun­gen kor­rekt und regel­mä­ßig aus­ge­führt wer­den – mit wis­sen­schaft­li­cher Genau­ig­keit. Im Gegen­satz zu ande­ren Yog­a­sys­te­men stam­men die Metho­den nicht alle aus dem tra­di­tio­nel­len, indi­schen Yoga, son­dern auch aus ande­ren Tra­di­tio­nen wie z.B. Tao­is­mus, Bud­dhis­mus, Sufis­mus und Scha­ma­nis­mus. Die Grund­lage des Sys­tems bil­det jedoch das zeit­lose Wis­sen der Veden.
Das Beson­dere am Advaita Yoga System ist die Berück­sich­ti­gung der mensch­li­chen Indi­vi­dua­li­tät. Jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig, die Natur wie­der­holt sich in der Tat nicht ein ein­zi­ges Mal und des­halb sollte man einen Men­schen nicht in ein fes­tes System pres­sen! Wir kön­nen nicht ein­fach in die Fuß­stap­fen ande­rer tre­ten, son­dern müs­sen unse­ren eige­nen Weg fin­den und gehen. Aus die­sem Grund gibt es im Advaita Yoga nicht nur Metho­den, die auf­ein­an­der auf­bauen und sich ergän­zen, son­dern auch viele unter­schied­li­che Metho­den mit glei­cher Wir­kung. So fin­det jeder Prak­ti­zie­rende seine eigene Übungs­reihe, obwohl das System als sol­ches unver­än­dert bleibt.

Was bedeu­tet Advaita?
Chris­tian Weber: Advaita ist das Sans­krit­wort für ein non-duales, ein­heit­li­ches Bewusst­sein. Damit die­ser Begriff nicht zu abs­trakt wirkt, will ich die Bedeu­tung die­ses Wor­tes kurz näher erläu­tern:
Nor­ma­ler­weise neh­men wir unsere Umwelt aus unse­rer sub­jek­ti­ven Sicht her­aus wahr. Die Welt erle­ben wir als eine Summe von Objek­ten, die sich außer­halb unse­res "Ich" befin­den und die wir als getrennt von uns selbst emp­fin­den. Wenn wir es jedoch durch bestimmte Übun­gen schaf­fen, wäh­rend wir ein Objekt wahr­neh­men, uns selbst zu beob­ach­ten (Sub­jekt und Objekt wer­den gleich­zei­tig wahr­ge­nom­men), dann ent­steht ein Abstand zu unse­rem sub­jek­ti­ven "Ich" mit sei­nen Gedan­ken und Gefüh­len sowie ein Gefühl tie­fer Ver­bun­den­heit mit allen Lebe­we­sen.

Mit wel­chen Metho­den arbei­tet der Advaita Yoga?
Chris­tian Weber: Im Advaita Yoga wird ein Wis­sen ver­mit­telt bezüg­lich der Lebens­ge­setz­mä­ßig­kei­ten und der Funk­ti­ons­weise des mensch­li­chen Geis­tes, um die Not­wen­dig­keit regel­mä­ßi­ger Pra­xis bewusst zu machen. Kör­per und Geist wer­den mit Körper-, Atem– und Ent­span­nungs­übun­gen sys­te­ma­tisch har­mo­ni­siert, und mit einer stil­len Medi­ta­tion wird die Auf­merk­sam­keit im gegen­wär­ti­gen Augen­blick gesam­melt, so dass ein Abstand zu unse­ren Gedan­ken und Gefüh­len ent­ste­hen kann. Die von G.I. Gurdjieff ent­wi­ckelte Methode "Hören, Spü­ren und Schauen" sowie Ele­mente des Tai Chi hel­fen uns, die gesam­melte Auf­merk­sam­keit in den All­tag zu inte­grie­ren. Übun­gen, die uns hel­fen sol­len, das So-Sein des Lebens anzu­neh­men und unse­rer inne­ren Stimme zu fol­gen, kom­plet­tie­ren die Pra­xis ebenso wie Übun­gen zur Schaf­fung einer har­mo­ni­schen Wohn­at­mo­sphäre, eine auf unsere indi­vi­du­elle Kon­sti­tu­tion abge­stimmte Ernäh­rung sowie Übun­gen zur Ent­schla­ckung des Kör­pers.

Yoga ist eine Methode, die Kör­per und Bewusst­sein mit­ein­an­der ver­bin­det. Inwie­weit kön­nen Yoga­übun­gen uns hel­fen, auch im All­tag bewuss­ter zu leben?
Chris­tian Weber: Wenn wir regel­mä­ßig üben und dadurch aus­ge­gli­che­ner wer­den, sowie mehr Abstand zu unse­ren Gedan­ken und Gefüh­len haben, dann erle­ben wir das täg­li­che Leben inten­si­ver und posi­ti­ver. Viele Dinge, die uns nicht beson­ders wich­tig waren, erschei­nen plötz­lich in einem ande­ren Licht, so dass uns auch unsere Ver­ant­wor­tung unse­rem Kör­per und unse­rer Umwelt gegen­über immer bewuss­ter wird.

Für wen ist Yoga Ihrer Ansicht nach ein emp­feh­lens­wer­ter Weg? Auch für Men­schen, die ein­fach nur Bewe­gung und Ent­span­nung suchen?
Chris­tian Weber: Durch die Pra­xis des Advaita Yoga erhal­ten wir unse­ren Kör­per beweg­lich und gesund und erle­ben tiefe Ent­span­nung. Aber unab­hän­gig davon, aus wel­chen Beweg­grün­den her­aus jemand mit dem Yoga begin­nen will, stelle ich immer wie­der fest, dass die tie­fer lie­gende Ursa­che aller Motive der Wunsch nach einem glück­li­chen Leben ist.
Nor­ma­ler­weise suchen wir unser Glück immer außer­halb von uns, ob in Bezie­hun­gen, mate­ri­el­len Gütern oder beruf­li­chen Zie­len (Bezie­hun­gen, mate­ri­elle Güter und Lebens­ziele sind nichts Nega­ti­ves, ganz im Gegen­teil, wir dür­fen nur unser Glück und unser Wohl­be­fin­den nicht von ihnen abhän­gig machen). Durch die regel­mä­ßige Pra­xis des Advaita Yoga fin­den wir die­ses Glück aber in uns selbst, und weil die­ses Glück unab­hän­gig von äuße­ren Bedin­gun­gen ist, gewinnt unser Leben an inne­rer Sta­bi­li­tät und Selbst­be­stim­mung, aus der her­aus wir auch die äuße­ren Freu­den des Lebens mehr genie­ßen kön­nen, da wir nichts mehr zwang­haft fest­hal­ten.

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