Brain-Gym

'Ler­nen ist anstren­gend, schwer und erfor­dert viel Aus­dauer und Sitz­fleisch.' Die­ser Glau­bens­satz ist lei­der weit ver­brei­tet. Kin­der ler­nen intui­tiv durch Spiel und Spaß. Eine gesunde Methode zur Ver­bes­se­rung der Lern­fä­hig­kei­ten stellt Ofir Tou­val vor.

"Ler­nen ist anstren­gend, schwer und erfor­dert viel Aus­dauer und Sitz­fleisch."
Die­sen Glau­bens­satz und ähn­li­che habe ich so oft zuhause und in der Schule gehört, dass ich am Ende daran geglaubt habe. Wie viele Kin­der sit­zen täg­lich vor ihren Haus­ar­bei­ten und bewäl­ti­gen die Anfor­de­run­gen nur mit gro­ßer Mühe und nur sehr lang­sam.
Babys und Kin­der ler­nen intui­tiv durch Spiel und Spaß. Der Lern­pro­zess ist ein­ge­bet­tet ins Spiel. Spie­le­risch lernt das Kind, wie man die Ras­sel ergrei­fen und zum Mund füh­ren kann und – spä­ter – wie man den Turm so baut, dass er nicht umkippt. Der Spaß, den es dabei hat, ver­bin­det den Lern­pro­zess mit posi­ti­ven Gefüh­len und moti­viert es, wei­ter zu spie­len und zu ler­nen.
In vie­len Fäl­len ver­ur­sacht allein schon der Über­gang vom intui­ti­ven, spie­le­ri­schen Ler­nen im Kin­der­gar­ten zum sys­te­ma­ti­sier­ten und leis­tungs­be­zo­ge­nen schu­li­schen Ler­nen enorm viel Stress. Durch struk­tu­rier­tes und abstrakt-logisches Den­ken sol­len die Kin­der auf das Berufs­le­ben vor­be­rei­tet wer­den, dabei blei­ben oft Spaß und Spiel und damit die wich­tigs­ten Ver­stär­kun­gen für intui­ti­ves Ler­nen auf der Stre­cke.
Wenn die Bezie­hung zum Leh­rer oder zur Lern­um­ge­bung stress­reich ist, sin­ken auch die Lern­leis­tun­gen rapide ab. Es hat sich in der Pra­xis gezeigt, dass es bei einem Kind mit Lern­schwie­rig­kei­ten allein durch den Wech­sel des Leh­rers oder der Klasse zu sofor­ti­ger Bes­se­rung kom­men kann.
Jedes Kind ent­wi­ckelt für sich eine indi­vi­du­elle Lern­stra­te­gie, die sich aus sei­nen Lern­er­fah­run­gen ergibt. Man­che Kin­der ler­nen gut über die visu­elle Wahr­neh­mung, d.h. sie brau­chen viele Bil­der, die den Lern­stoff illus­trie­ren. Andere Kin­der wie­derum ler­nen bes­ser über den audi­tiven Wahr­neh­mungs­ka­nal, d.h. sie behal­ten am bes­ten, was sie in einem Vor­trag gehört haben. Es gibt auch Kin­der, die gut über Nach­ah­mung ler­nen, also brau­chen sie jeman­den, der ihnen etwas wie­der­holt vor­macht. Das sind die eher hand­werk­lich begab­ten Kin­der, die schon früh Uhren zer­le­gen, um zu sehen wie sie funk­tio­nie­ren.
Kin­der ler­nen durch eine Mischung aus Hören, Sehen, Tas­ten, Rie­chen und Schme­cken. Sie benut­zen ihre indi­vi­du­el­len Stär­ken, um Lern­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, die sie immer wie­der anwen­den, wenn sie vor neuen Situa­tio­nen oder Auf­ga­ben ste­hen. Auch als Erwach­sene ent­wi­ckeln wir neue Lern­stra­te­gien. Unser Ler­nen hat System und folgt meis­tens logi­schen Regeln.
Leg­as­the­nie ist eine erheb­li­che Stö­rung im Lern­pro­zess und bezieht sich meis­tens auf Recht­schreib– oder Lese­schwä­che. Folge davon sind Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­chen, Müdig­keit, Kopf­schmer­zen und vor allem über­mä­ßig große Anstren­gun­gen beim Arbei­ten und Ler­nen. Diese Men­schen müs­sen einen erheb­li­chen Auf­wand leis­ten, um ihre täg­li­chen Auf­ga­ben (Schule/Arbeit) zu bewäl­ti­gen. Für Schü­ler droht oft die Son­der­be­schu­lung, für berufs­tä­tige Erwach­sene wird jede neue Auf­gabe zur Qual.

Dr. Phil. Paul Den­ni­son, ein Päd­agoge und Kine­sio­loge, hat in den 70er Jah­ren in einem Heim für Kin­der mit Lern­schwä­che gear­bei­tet. Er hat fest­ge­stellt, dass Lern­stress uns immer wie­der in ein kind­li­ches Ver­hal­tens­mus­ter zurück­wirft. Leg­as­the­ni­ker nutz­ten ihre intel­lek­tu­el­len Fähig­kei­ten nicht aus. Sie fal­len viel­mehr in alt­be­währte Denk­mus­ter zurück und brau­chen dadurch wesent­lich län­ger für den Lern­vor­gang.
Den­ni­son stellte auch fest, dass Ler­nen mit Bewe­gung ein­her geht. Er ent­wi­ckelte eine Methode, die sol­cher­art lern­ge­stör­ten Kin­dern und Erwach­se­nen hilft, ihre Lern­stra­te­gien zu ver­än­dern und zu ver­bes­sern.
Die Behand­lungs­me­thode für Recht­schreib­schwä­che, Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che und psy­chi­schen Stress nannte Den­ni­son BRAIN-GYM, was auf deutsch soviel wie Gehirn­trai­ning bedeu­tet.
BRAIN-GYM ist eine kine­sio­lo­gi­sche Methode, d.h. Mus­kel­re­ak­tio­nen gel­ten als Indi­ka­tor für kör­per­li­che und psy­chi­sche Abläufe. Mit ihrer Hilfe gelingt es, den kri­ti­schen Lern­stress zu iden­ti­fi­zie­ren und durch ein­fa­che Übun­gen und Bewe­gungs­ab­läufe zu kor­ri­gie­ren. Mit BRAIN-GYM kann man seine Lern­stra­te­gien ver­bes­sern und sie an die eige­nen Fähig­kei­ten anpas­sen. Ein­ge­fah­rene und nicht adäquate Ver­hal­tens­mus­ter kön­nen abge­legt wer­den, so dass wir unsere Lebens­auf­ga­ben leich­ter bes­ser bewäl­ti­gen kön­nen.
Durch die Ziel­set­zung in einer BRAIN-GYM-Sitzung wer­den stö­rende Glau­bens­sätze (z.B.: "Ler­nen ist anstren­gend"), die wir jah­re­lang mit uns tra­gen, ver­än­dert und gelöscht.
Leh­rer in der Schule bekom­men durch BRAIN-GYM die Mög­lich­keit zu erken­nen, in wel­chen Berei­chen des Ler­nens ihre Schü­ler beson­dere Blo­cka­den haben. Durch meh­rere ein­fa­che Übun­gen kann man die Gehirn­in­te­gra­tion und –orga­ni­sa­tion för­dern und damit auch das Ler­nen ver­bes­sern. Für die betrof­fe­nen Schü­ler bedeu­tet dies, dass sie ihre Lern­schwä­chen gezielt und mit viel Spaß abbauen kön­nen.
BRAIN-GYM ist kei­nes­wegs nur eine Methode zur Behand­lung von Lern­schwä­chen, son­dern bie­tet auch eine Mög­lich­keit, die Funk­tion der Sin­nes­or­gane zu opti­mie­ren (z.B. die Hand-Auge-Koordination, wie sie beim Golf­spie­len, bei vie­len ande­ren Sport­ar­ten, aber auch bei Künst­lern beson­ders gefor­dert ist). Die Arbeit mit BRAIN-GYM ist sehr viel­fäl­tig und eröff­net neue Wege, das Leben bes­ser zu ver­ste­hen und zu meis­tern.
Dazu möchte ich ein Bei­spiel aus der Pra­xis brin­gen:
J., ein 13-jähriges Mäd­chen, kann sehr gut malen und ist sehr krea­tiv, hatte aber seit gerau­mer Zeit Lern­pro­bleme in Mathe­ma­tik. Sie brauchte für ein­fa­che Rechen­auf­ga­ben wie das Addie­ren und Sub­tra­hie­ren viel Zeit und machte dabei oft Feh­ler. Für sie war der Mathe­ma­tik­un­ter­richt eine Qual. Für ihre Mut­ter war der täg­li­che Kampf um die Schul­ar­bei­ten eben­falls ein erheb­li­cher Stress­fak­tor.

Sie kam mit J. in die Pra­xis, um her­aus­zu­fin­den, ob ihr BRAIN-GYM hel­fen kann. Wir haben zusam­men für sie ein Ziel for­mu­liert. Mit ver­schie­de­nen Übun­gen aus BRAIN-GYM haben wir gemein­sam daran gear­bei­tet, alle Hin­der­nisse, die ihr bei der Ziel­er­rei­chung im Weg stan­den, zu besei­ti­gen. Zum Schluss bekam J. noch ein paar Übun­gen für zuhause mit, die ihr hel­fen soll­ten, ihr Ziel end­gül­tig zu inte­grie­ren.
Zwei Wochen spä­ter rief mich die Mut­ter auf­ge­regt an und erzählte, dass sich bei ihrer Toch­ter etwas geän­dert habe. Seit unse­rer Sit­zung mache J. ihre Schul­ar­bei­ten ohne wei­tere Auf­for­de­rung. Die Mut­ter berich­tete erstaunt, dass J. jetzt sogar Spaß an ihren Haus­auf­ga­ben habe. Wenn sie nach Hause komme, setze sie sich hin und mache direkt Haus­auf­ga­ben. Auch 6 Monate nach die­ser ein­zi­gen Sit­zung berich­tete die Mut­ter über einen anhal­ten­den Effekt. Das Pro­blem in Mathe­ma­tik sei zwar noch nicht beho­ben, aber der Stress, der damit ver­bun­den war, sei durch die Sit­zung ver­schwun­den. Das ist die beste Vor­aus­set­zung für intui­ti­ves Ler­nen.

Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.81 von 5.00) durch 22 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.