Ayurveda-Urlaub: Sich gesund ver­wöh­nen las­sen

Immer mehr Men­schen in aller Welt schwö­ren heute auf Ayur­veda. Als zeit­er­probte ganz­heit­li­che Natur­heil­kunde kann es Zivi­li­sa­ti­ons­ge­schä­dig­ten und Umwelt­be­las­te­ten zu neuem Wohl­be­fin­den ver­hel­fen.

Avur­veda stellt für alle jene Men­schen, die aktiv und bewusst ihre per­sön­li­che Gesund­heit erhal­ten wol­len, eine Berei­che­rung dar. Im Zen­trum steht die Vor­sorge, Erhal­tung und För­de­rung der Gesund­heit. Wie auch in der chi­ne­si­schen Medi­zin war die Prä­ven­tion von Krank­hei­ten von jeher die vor­ran­gige Auf­gabe. Im Ayur­veda geht es nicht darum, Sym­ptome zu besei­ti­gen, die das Krank­sein anzei­gen, son­dern die gesamte Lebens­welt des Pati­en­ten wird in den Hei­lungs­pro­zess ein­be­zo­gen.

Die Ursprünge die­ser indi­schen Gesund­heits­lehre las­sen sich 5.000 Jahre bis zu den vor-arischen Kul­tu­ren im Indus-Tal zurück­ver­fol­gen. Dort lebte eine hoch­zi­vi­li­sierte und wohl­ha­bende Gesell­schaft, die der "Gött­li­chen Mut­ter" diente. Die Über­lie­fe­rung sagt, dass die Wei­sen die­ser fort­schritt­li­chen Kul­tur sich in die Berge des Hima­laya zurück­zo­gen, um sich mit dem Pro­blem der Krank­heit und ihrer Aus­wir­kung auf das Leben zu befas­sen. Aus ihren spi­ri­tu­el­len Ein­ge­bun­gen auf die­sem "Retreat" ent­stand das Heil­ver­fah­ren, wel­ches heute als Ayur­veda – "die Wis­sen­schaft vom Leben" – bekannt ist.
Eben weil Ayur­veda der Über­lie­fe­rung zufolge von den Göt­tern offen­bart wurde, sollte es mit Mit­ge­fühl und Edel­mut prak­ti­ziert wer­den, und nicht aus Ego­is­mus oder Hab­gier.
Das ayur­ve­di­sche Heil­wis­sen wurde zunächst münd­lich über­lie­fert in Form von Ver­sen und Gesän­gen. Der erste schrift­li­che Text, der auch heute noch erhal­ten ist, wurde von dem ayur­ve­di­schen Leh­rer Cha­raka um 700 v.Chr. ver­fasst. Ayur­veda wurde zusam­men mit dem Bud­dhis­mus im Jahre 249 v.Chr. durch den indi­schen Mönch Mahin­dra, einen Sohn des Kai­sers Ashoka, auf Sri Lanka bekannt. Inzwi­schen hat sich Ayur­veda in Indien und Sri Lanka, wo es als "Mut­ter der Medi­zin" gilt, den Erfor­der­nis­sen der jewei­li­gen Zeit gemäß wei­ter­ent­wi­ckelt und stellt sich heute den Her­aus­for­de­run­gen und Bedürf­nis­sen unse­rer moder­nen Zivi­li­sa­tion, um die Men­schen gesund zu erhal­ten bzw. sie zu hei­len.

Gesund­heit für Kör­per, Geist und Seele Die Stärke des Ayur­veda liegt in sei­ner brei­ten, umfas­sen­den Sicht. Ayur­veda ist ein ganz­heit­li­ches Gesund­heits­sys­tem, das den gan­zen Men­schen und seine Umwelt ein­schließ­lich kos­mi­scher Ein­flüsse betrach­tet, dia­gnos­ti­ziert und behan­delt. Es unter­sucht die dyna­mi­sche Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen orga­ni­schen, phy­sio­lo­gi­schen und äuße­ren Fak­to­ren (Klima, Lebens­weise, Ernäh­rung), wobei auch psy­chi­sche bzw. emo­tio­nale Zustände in die Betrach­tung mit ein­be­zo­gen wer­den.
Ayur­veda beruht auf der Erkennt­nis, dass der Mensch als eine Ein­heit aus Kör­per, Seele und Geist gese­hen und behan­delt wer­den muss. Und dass Gesund­heit vom Gleich­ge­wicht des Indi­vi­du­ums abhängt. Vom Gleich­ge­wicht im Inne­ren, wie auch nach außen, zu sei­ner Umwelt und zum Kos­mos. So wie der Ver­lust des emo­tio­na­len Gleich­ge­wichts häu­fig kör­per­li­che Lei­den zur Folge haben kann, die durch Behe­bung der psy­chi­schen Stö­rung in Ver­bin­dung mit medi­zi­ni­scher Behand­lung geheilt wer­den, so ver­mö­gen spi­ri­tu­elle Übun­gen wie Medi­ta­tion und Yoga, die ein inte­gra­ler Bestand­teil des Ayur­veda sind, von beson­de­rem Wert für die Har­mo­ni­sie­rung des gesam­ten mensch­li­chen Wesens zu sein.
Das ganz­heit­li­che Ayurveda-Heilsystem berück­sich­tigt also die indi­vi­du­elle Kon­sti­tu­tion und Lebens­si­tua­tion des Pati­en­ten und sieht spe­zi­fi­sche Unter­stüt­zung und Heil­be­hand­lun­gen auf drei Ebe­nen vor:

  1. die kör­per­li­che Behand­lung, die durch die ver­ab­reich­ten Mas­sa­gen, die ver­ord­ne­ten Säfte, Pul­ver und Pil­len geschieht;
  2. die psy­chi­sche Behand­lung, der die unter­stüt­zen­den Yoga– und Medi­ta­ti­ons­übun­gen die­nen;
  3. die spi­ri­tu­elle Unter­stüt­zung, die durch die eigene Wahl des Pati­en­ten bestimmt wird.

Die ayur­ve­di­sche Kon­sti­tu­ti­ons­lehre Im Ayur­veda geht man davon aus, dass die Welt, wel­che sich aus den fünf Ele­men­ten – Erde, Was­ser, Luft, Feuer und Raum (Äther) – zusam­men­setzt, sich in unse­rem Kör­per wider­spie­gelt. Aus der Ver­bin­dung die­ser fünf Ele­mente (nicht mit den phy­si­schen Ele­men­ten zu ver­wech­seln!) ent­ste­hen drei völ­lig unter­schied­li­che Lebens­en­er­gien, die soge­nann­ten Doshas, die mit­ein­an­der in Har­mo­nie sein müs­sen, um unsere Gesund­heit zu erhal­ten:

  1. Vata ergibt sich aus der Ver­bin­dung der Ele­mente Luft und Äther und ist das Dosha, wel­ches für das Lebens­prin­zip Bewe­gung, Fluss und Antrieb steht. In der Natur wird Vata auch mit Luft/Wind gleich­ge­setzt. In unse­rem Kör­per steu­ert die Vata-Energie alles, was für Bewe­gun­gen des Kör­pers, des Geis­tes und der Sinne ver­ant­wort­lich ist. Die Kraft von Vata regt unsere Psy­che an, sie regu­liert die Atmung und bewirkt Inter­kom­mu­ni­ka­tion und Akti­vi­tät.
  2. Pitta geht auf das Ele­ment Feuer zurück und ist in unse­rem Kör­per für alle Reak­tio­nen zustän­dig, bei denen Wärme ent­steht. Im Pitta-Dosha kommt haupt­säch­lich die Kraft des Ele­men­tes Feuer zum Tra­gen. Sämt­li­che Ver­dau­ungs– und Stoff­wech­sel­vor­gänge wer­den von die­sem Dosha gesteu­ert. Pitta stärkt den Intel­lekt, regt die Begeis­te­rungs­fä­hig­keit an und för­dert die Ziel­stre­big­keit eines Men­schen.
  3. Die Ele­mente Erde und Was­ser erge­ben zusam­men­fas­send Kapha. Die Kapha-Energie ist form­ge­bend und struk­tu­rie­rend. Sie ist für den Flüs­sig­keits­haus­halt, für den Zell– und den Ske­lett­auf­bau ver­ant­wort­lich und gibt dem Kör­per Sta­bi­li­tät und Fes­tig­keit. Gleich­zei­tig ver­leiht sie ihm seine Geschmei­dig­keit, seine Kraft und seine Aus­dauer.

Das Zusam­men­spiel der fünf Ele­mente ist für die Beson­der­hei­ten, die Stär­ken und Schwä­chen, eines jeden indi­vi­du­el­len Kör­pers ver­ant­wort­lich (zu den Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen siehe unten). So hat jeder Mensch von Geburt an seine eigene unver­wech­sel­bare Natur auf­grund der spe­zi­fi­schen Mischung der Doshas in sei­nem Wesen, deren Domi­nanz jedoch sich nach Alter, Jah­res– und Tages­zei­ten und durch Lebens­um­stände ändern kann.

Reine Vata-, Pitta– oder Kapha-Typen sind sel­ten. Häu­fi­ger sind Misch­ty­pen, bei denen zwei der drei Wirk­prin­zi­pien vor­herr­schen, also Vata-Pitta, Pitta-Kapha und Vata-Kapha. Die ayur­ve­di­sche Konstitutions-Typologie erlaubt nicht nur Aus­sa­gen über Krank­heits­dis­po­si­tio­nen, son­dern auch über unter­schied­li­che psycho-physiologische Reak­tio­nen auf Ernäh­rung, Medi­ka­mente, Klima, etc. Sie spielt bei der Gestal­tung vor­beu­gen­der und the­ra­peu­ti­scher Maß­nah­men eine wich­tige Rolle.

Aus­gleich des dyna­mi­schen Gleich­ge­wichts
Die ayur­ve­di­sche Medi­zin geht davon aus, dass Krank­heits­sym­ptome die lang­fris­tige Folge eines gestör­ten Gleich­ge­wichts der drei Lebens­en­er­gien – Doshas – sind, und somit auch Stö­run­gen des kör­per­li­chen und see­li­schen Gleich­ge­wichts ver­ur­sa­chen. Ayurveda-Ärzte mit lan­ger Erfah­rung kön­nen mit­tels Puls­dia­gnose die Aus­prä­gung und das Zusam­men­spiel der Doshas ermit­teln und damit gesund­heit­li­che Pro­bleme im Detail fest­stel­len.

Die Grund­ver­fah­ren des Ayur­veda die­nen der Stär­kung des Immun­sys­tems, der Rege­ne­ra­tion, der Vita­li­tät und Ver­jün­gung – ins­ge­samt einer Stei­ge­rung des all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­dens. Große Erfolge wur­den jedoch auch bei fol­gen­den Beschwer­den erzielt: Erkran­kun­gen der Atem­wege, des Herz– und Gefäß­sys­tems, des Magens und Darms, der Nie­ren und Harn­wege, des Ner­ven­sys­tems und des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes, rheu­ma­ti­sche Beschwer­den, Migräne, Depres­sio­nen, Impo­tenz, Stress, Schlaf­lo­sig­keit, all­ge­meine Schwä­che­zu­stände, Fett­sucht, Ekzeme, Pso­ria­sis, Akne u.a.

Ayur­ve­di­sche Heil­mit­tel Ayur­ve­di­sche Arz­nei­mit­tel sind Sub­stan­zen mine­ra­li­schen, pflanz­li­chen und tie­ri­schen Ursprungs, jeweils abge­stimmt auf den Pati­en­ten und des­sen Dosha. Im Ayur­veda gibt es viele Metho­den und For­men Heil­mit­tel zuzu­be­rei­ten, die zu ver­schie­de­nen the­ra­peu­ti­schen Wir­kun­gen füh­ren. Zum einen gibt es Zube­rei­tun­gen aus ver­schie­de­nen Heil­pflan­zen: Abko­chun­gen, Auf­güsse, Pul­ver, Öle und Ein­rei­be­mit­tel. Des wei­te­ren wer­den arz­nei­li­che Weine, Gelees, Zube­rei­tun­gen mit Harz, Pil­len und Tablet­ten ver­wen­det. Andere Prä­pa­rate wer­den aus Mine­ra­lien, Metal­len, Aschen, Sal­zen, Alka­len und Zucker­for­men her­ge­stellt.

Es ist eine Wis­sen­schaft für sich, die große Arten­viel­falt von Pflan­zen, Kräu­tern, Bäu­men, Blü­ten, Wur­zeln und Mine­ra­lien, die es vor allem auch auf der Tro­pen­in­sel Sri Lanka gibt, zu einer wirk­sa­men Medi­zin zu ver­ar­bei­ten. Diese wir­ken nicht nur auf ein ein­zel­nes Sym­ptom, son­dern wer­den ent­spre­chend der Dia­gnose dar­auf abzie­len, die Ursa­chen der ein­zel­nen gesund­heit­li­chen Beschwer­den zu hei­len.

Im Ayur­veda liegt ein völ­lig ande­res Grund­ver­ständ­nis bei der Dia­gnose und der Her­stel­lung von Heil­mit­teln vor, als in der west­li­chen Medi­zin. Ein Ayurveda-Heilmittel wirkt nicht nur gezielt auf ein ein­zi­ges spe­zi­fi­sches gesund­heit­li­ches Pro­blem, son­dern wirkt sich gleich­zei­tig auf andere Berei­che aus. Daher ist es von ent­schei­den­der Wich­tig­keit, dass nur ein erfah­re­ner Ayurveda-Arzt (Vaidya) nach ein­ge­hen­der Dia­gnose ein Ayurveda-Heilmittel ver­ab­reicht bzw. ver­schreibt. Nor­ma­ler­weise stellt ein Vaidya die ent­spre­chen­den Heil­mit­tel auch selbst her. Etli­che Heil­mit­tel müs­sen frisch her­ge­stellt bzw. ver­schie­dene Pul­ver müs­sen mit einer Mischung von fri­schen Kräu­tern auf­ge­kocht und sofort ein­ge­nom­men wer­den. Wenn es aus­schließ­lich um Krank­heit und nicht um Erhal­tung von Gesund­heit geht, emp­fiehlt es sich daher, bevor man aus einem Gewürz­gar­ten in Sri Lanka oder einem Ver­sand­haus oder Natur­kost­la­den in Europa Ayurveda-Produkte aus Indien kauft, einen Ayurveda-Arzt oder erfah­re­nen Ayurveda-Therapeuten zu kon­sul­tie­ren.

Ent­schla­ckung und Ver­jün­gung durch Pan­chakarma Panchakarma-Kuren sind das Herz der ayur­ve­di­schen Behand­lung. Es emp­fiehlt sich im all­ge­mei­nen eine Panchakarma-Kur von zwei bis vier Wochen. Ein Ayurveda-Urlaub, ob in einer euro­päi­schen Kli­nik oder einem Zen­trum in Indien oder Sri Lanka, ist eine Inves­ti­tion in die Gesund­heit des gan­zen Men­schen, die nach­hal­tige und tief­grei­fende Wir­kung zeigt.

Die Panchakarma-Behandlungen haben das Ziel, die Organe und Gewebe von Stoff­wech­sel­schla­cken zu rei­ni­gen und die Abwehr­kräfte des Kör­pers zu stär­ken. Hand in Hand mit der phy­sio­lo­gi­schen Rege­ne­ra­tion kann sich das geistig-seelische Gleich­ge­wicht sta­bi­li­sie­ren. Pan­chakarma bedeu­tet, dass eine sys­te­ma­ti­sche Lösung und Aus­schei­dung von Gif­ten aus jeder Zelle geför­dert wird. Wobei die natür­li­chen Aus­schei­dungs­or­gane, wie z.B. Schweiß­drü­sen, Blut­ge­fäße, Harn­wege und Darm akti­viert wer­den. Pan­chakarma ist eine Abfolge von Schrit­ten, die auf den Kon­sti­tu­ti­ons­typ des Behan­del­ten abge­stimmt sind. Es umfasst unter ande­rem: innere Ölbe­hand­lung (snee­hara), Abfüh­ren (virechana), Ölmas­sa­gen (abhyanga).
Syn­chron– und Ganzkörper-Intensivmassagen bil­den den Kern eines ganz­heit­li­chen umfas­sen­den Pro­zes­ses. Syn­chron­mas­sa­gen wer­den von zwei Therapeuten/innen syn­chron mit einem Ayurveda-Kräuteröl, das auf Ihren Kon­sti­tu­ti­ons­typ abge­stimmt ist, durch­ge­führt. Dabei mas­sie­ren vier Hände syn­chron den Kör­per des Pati­en­ten. Schlack­stoffe wer­den mobi­li­siert, die Durch­blu­tung inten­si­viert, die bei­den Gehirn­hälf­ten und die ent­spre­chen­den Kör­per­hälf­ten har­mo­ni­siert. Inten­siv­mas­sa­gen sind kräf­tig und behan­deln spe­zi­ell Gelenk-, Seh­nen– und Rücken­pro­bleme. Sie sind beson­ders wir­kungs­voll bei rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen und Ver­span­nun­gen.
Kopf­mas­sa­gen schüt­zen vor Infek­ti­ons­krank­hei­ten des Nasen-/Stirnhöhlenbereichs. Kopf und Nacken wer­den mit einem spe­zi­el­len Öl mas­siert, die Kopf­haut wird somit bes­ser durch­blu­tet, ner­vöse Ver­span­nun­gen lösen sich, der Haar­wuchs wird geför­dert.
Kräuter-Dampfbäder wer­den im Ayur­veda in einer tra­di­tio­nel­len Sauna-Holzbox sit­zend oder lie­gend durch­ge­führt. 18 erhitzte Kräu­ter durch­wär­men den Kör­per, wäh­rend der Kopf her­aus­ragt und somit kühl bleibt. Die Kräu­ter wir­ken durch die Haut ein, hei­len und der Schweiß schei­det Schlack­stoffe aus.
Kräuter-Inhalation: Eine Kräu­ter­mi­schung wird auf­ge­kocht und inha­liert. Diese Inha­la­tion löst Schleim­ab­la­ge­run­gen im Lun­gen– und Nasen-/Stirnhöhlenbereich und rei­nigt somit die Atem­wege.
Shirod­hara oder der Stirn-Ölguss ist "die könig­li­che The­ra­pie". Dabei fließt war­mes Öl in einem fei­nen Strahl pen­delnd über die Stirn. Es führt zu tie­fer geis­ti­ger und see­li­scher Ent­span­nung, för­dert die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und hilft bei Kopf­schmerz und Schlaf­lo­sig­keit. Dar­über hin­aus kann es, je nach Bereit­schaft, zu außer­ge­wöhn­li­chen spi­ri­tu­el­len Erfah­run­gen füh­ren.

Ayur­ve­di­sche Nah­rung als Medi­zin Im Ayur­veda wird auch die Ernäh­rung als Medi­zin gese­hen. Sie wird ähn­lich sorg­fäl­tig aus­ge­sucht und dosiert wie die Medi­ka­mente. Die rich­tige Ernäh­rung ist ebenso wich­tig wie die rich­tige Medi­zin. Im Ayur­veda gibt es zwi­schen der Ernäh­rung und den Heil­mit­teln flie­ßende Über­gänge. Die Heil­mit­tel kön­nen auch als Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel ver­stan­den wer­den, die uns bei guter Gesund­heit hal­ten kön­nen.

Im Grunde ist die ayur­ve­di­sche Ernäh­rung nicht kom­pli­ziert, sie ist nur anders und erfor­dert etwas Umden­ken. Den Wert der Ernäh­rung beur­teilt Ayur­veda nicht pri­mär anhand des Gehalts an Kalo­rien, Eiweiß­stof­fen, Fet­ten, Koh­le­hy­dra­ten, Vit­ami­nen, Mine­ral­stof­fen, Spu­ren­ele­men­ten und Bal­last­stof­fen. Es kommt zwar auch auf eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Nah­rung an, aber den Doshas und der indi­vi­du­el­len Ver­träg­lich­keit der Nah­rung wird eine weit grö­ßere Bedeu­tung beige­mes­sen. Die Nah­rungs­zu­sam­men­set­zung rich­tet sich nach dem Kon­sti­tu­ti­ons­typ (Vata, Pitta, Kapha), nach der Jah­res­zeit und der even­tu­el­len Krank­heits­sym­pto­ma­tik. Die indi­vi­du­elle Ver­träg­lich­keit einer Speise hängt von den jewei­li­gen Doshas ab. Die Spei­sen sol­len ein zu stark aus­ge­präg­tes Dosha redu­zie­ren bzw. ein schwa­ches Dosha stär­ken.

Nah­rung sollte aus ayur­ve­di­scher Sicht frisch, bekömm­lich, warm, gut gekocht, nähr­stoff­reich und schmack­haft sein. Die Ayurveda-Küche muss nicht unbe­dingt cey­lo­ne­sisch oder indisch sein. Auch die ita­lie­ni­sche, grie­chi­sche, fran­zö­si­sche oder deut­sche Küche kann ayur­ve­disch sein, wenn man bei der Aus­wahl und Zube­rei­tung der Nah­rungs­mit­tel die Doshas berück­sich­tigt. Dabei spie­len sowohl Geschmack als auch Qua­li­tät der Nah­rungs­mit­tel und Nah­rungs­zu­sätze eine ent­schei­dende Rolle.

Es ist bekannt, dass vor allem das Kochen die Nah­rungs­mit­tel ver­än­dert. Gekochte Nah­rung ist roher Nah­rung vor­zu­zie­hen, denn sie ist leich­ter ver­dau­lich – der Orga­nis­mus absor­biert die Nähr­stoffe leich­ter. Dies ist beson­ders wich­tig bei schwa­cher Ver­dau­ung und bei erhöh­ten Kapha-Werten.

Zur opti­ma­len Zube­rei­tung gehört auch eine ent­spre­chende geis­tige Ein­stel­lung des Kochs bzw. der Köchin. Auch die Atmo­sphäre und Bedin­gun­gen, unter denen die Mahl­zei­ten ein­ge­nom­men wer­den, haben eine ent­schei­dende Aus­wir­kung.

Bei der Zube­rei­tung und Auf­nahme ayur­ve­di­scher Nah­rung ist es wich­tig zu wis­sen, wel­che Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen sich nicht eig­nen und somit unsere Gesund­heit ungüns­tig beein­flus­sen. Fisch und Fleisch z. B. soll­ten nie zusam­men mit Milch­pro­duk­ten geges­sen wer­den. Nach dem Kon­sum von Ret­tich, Knob­lauch, Zitrus­früch­ten und ande­ren sau­ren Sub­stan­zen sollte eben­falls keine Milch oder Milch­pro­dukte getrun­ken bzw. geges­sen wer­den. Unab­hän­gig von den ent­spre­chen­den Doshas emp­fiehlt Dr. G.A.B. Ala­wat­te­gama, Pan­dit in Indi­ge­neous Medi­cine, Chef­arzt des Ayurveda-Zentrums Lanka Prin­cess in Beru­wela, einige Nah­rungs­mit­tel völ­lig zu ver­mei­den. Dies sind: Schwei­ne­fleisch, Rind­fleisch, Thun­fisch, Mee­res­früchte, gekochte Toma­ten, Ana­nas. Dr. Ala­wat­te­gama rät nicht grund­sätz­lich von Fleisch ab, emp­fiehlt jedoch vor­wie­gend wei­ßes Fleisch vom Geflü­gel und Fisch. Auch Alko­hol ist nicht ver­bo­ten. In den alten Schrif­ten ist jedoch detail­liert beschrie­ben, wel­che alko­hol­hal­ti­gen Getränke in wel­chem Maße und zu wel­chem Zweck getrun­ken wer­den soll­ten. Sri Lanka hat eine Jahr­tau­sende alte Tra­di­tion in der Her­stel­lung von ayur­ve­di­schen Kräu­ter­wei­nen, die weit in das vor­christ­li­che Zeit­al­ter zurück­reicht. Als Zuta­ten die­nen u. a. San­del­holz, Ira­musu, Pfef­fer, Rosi­nen, Bie­nen­ho­nig und Kar­da­mon.

Essen nach Typ Im Ayur­veda unter­schei­det man Spei­sen und Getränke nach ihren Wir­kungs­ei­gen­schaf­ten wie süß, sal­zig, scharf, bit­ter, heiß und kalt und somit nach ihrer Wir­kung auf die drei Doshas. Wich­tig ist es, alle Geschmacks­rich­tun­gen zu berück­sich­ti­gen, und zwar in dem jeweils für den Ein­zel­nen aus­ge­wo­ge­nen Ver­hält­nis:

  1. Der Vata-Typ sollte beson­de­ren Wert legen auf warme, eher kräf­ti­gende, auch ölige Spei­sen, Nah­rungs­mit­tel, die süß, sal­zig und/oder sauer schme­cken und sät­ti­gend sind (Reis, Nudeln, Milch­pro­dukte, Sup­pen und Ein­töpfe, Getrei­de­brei).
  2. Der Pitta-Typ sollte heiße Spei­sen mei­den, statt des­sen eher tem­pe­rierte Nah­rung essen, bei der die Geschmacks­rich­tun­gen bit­ter, süß und herb über­wie­gen. Dies hilft ihm auch, sei­nen über­mä­ßi­gen Appe­tit etwas zu dämp­fen.
  3. Der Kapha-Typ isst am bes­ten warme, leichte Spei­sen, bei denen wenig Fett, wenig Zucker und wenig Salz ver­wen­det wer­den. Sehr zu emp­feh­len ist für ihn hei­ßer Ing­wer­tee, die Geschmacks­rich­tun­gen scharf, bit­ter und herb sowie Gewürze, die die Ver­dau­ung anre­gen.

Inter­na­tio­nal, aber ori­gi­nal­ge­treu Abschlie­ßend möchte ich Frank Köch­ling zitie­ren, der das Ayurveda-Gesundheitszentrum Lanka Prin­cess in Beru­wela, Sri Lanka, lei­tet. Frank hat es sich seit etwa zehn Jah­ren zur Auf­gabe gemacht – zusam­men mit bes­ten ein­hei­mi­schen Ärz­ten – Ayur­veda in Sri Lanka für den "West­ler" so zu ent­wi­ckeln, dass es auf einem inter­na­tio­na­len Niveau ori­gi­nal­ge­treu ange­bo­ten wer­den kann:
"Ayur­veda ist eine fun­da­men­tale Quelle des Wis­sens von der Kunst und der Wis­sen­schaft des Lebens. Es bleibt zu wün­schen, dass mög­lichst viele aus die­ser Quelle schöp­fen zum Wohle des Ein­zel­nen und der mensch­li­chen Gemein­schaft.
Dabei gebührt dem Ayur­veda der not­wen­dige Respekt und sollte des­halb nur von den­je­ni­gen in Form einer pri­va­ten oder staat­li­chen Pra­xis, Kur­ein­rich­tung oder Kran­ken­haus betrie­ben wer­den, die Ayur­veda in ers­ter Linie zum Wohle der Men­schen ver­ste­hen und nicht aus­schließ­lich als Pro­fi­t­un­ter­neh­men. Dies ist beson­ders in unse­rer heu­ti­gen Zeit wich­tig, in der Ayur­veda "im Trend" liegt und mehr und mehr Anhän­ger im Wes­ten fin­det. Es sollte nicht zum Well­ness– oder Beau­ty­pro­gramm für unsere Jet-Set-Society ver­kom­men. Auch die Ayurveda-Ärzte soll­ten in der Tra­di­tion des Ayur­veda ver­wur­zelt blei­ben, sich zwar for­schend den Erfor­der­nis­sen der Zeit anpas­sen, ohne es jedoch im west­li­chen Sinne zu moder­ni­sie­ren und zu ver­mark­ten …
Schließ­lich will Ayur­veda allen Men­schen die­nen, die sich ihm respekt­voll anver­trauen."

Die Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen

  1. Der Vata-Typ: Er hat einen leich­ten Kör­per­bau mit gerin­ger Mus­ku­la­tur, zar­ten Gelen­ken, deut­lich sicht­ba­ren Seh­nen und Venen, tro­cke­ner Haut und wenig Haa­ren. Sein Appe­tit ist wech­sel­haft und seine Ver­dau­ung unre­gel­mä­ßig. Er ist agil, geis­tig rege, besitzt eine sehr rasche Auf­fas­sungs­gabe und benö­tigt wenig Schlaf.
  2. Der Pitta-Typ: Er ist von mitt­le­rer Sta­tur und schlank. Sein Teint ist röt­lich, seine Haut gut durch­blu­tet. Er schwitzt leicht und neigt zu früh­zei­ti­gem Ergrauen der Haare oder Glat­zen­bil­dung. Appe­tit und Ver­dau­ung sind sehr gut. Er ist intel­li­gent und ein guter, über­zeu­gen­der Red­ner.
  3. Der Kapha-Typ: Er hat einen wohl­pro­por­tio­nier­ten, soli­den Kör­per­bau mit aus­ge­präg­ter Mus­ku­la­tur und gut ent­wi­ckel­tem Fett­ge­webe. Er besitzt vol­les Haar und ten­diert zu leicht fet­ti­ger Haut. Stoff­wech­sel und Ver­dau­ung sind träge. Der Kapha-Typ ist ent­spannt, tole­rant, hat einen gesun­den, lan­gen Schlaf, ein aus­ge­zeich­ne­tes Gedächt­nis und ist metho­disch in sei­ner Arbeits­weise.
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