Auf der Suche nach dem Weg – Gesund­heit, Hei­lung und Sym­ptome aus scha­ma­ni­scher Sicht

Scha­ma­nis­mus ist ein spi­ri­tu­el­ler Weg, der zu einem gro­ßen Geheim­nis führt, das für uns unbe­greif­lich bleibt. Seine Wur­zeln rei­chen in Aus­tra­lien 40.000 Jahre und in Sibi­rien 30.000 Jahre zurück. Er ist kein Heil­mit­tel, keine Tech­nik oder Methode – seine Basis ist der indi­vi­du­elle Aus­druck.

Über­setzt von Leo­nie Wer­ner

Wir sind alle auf der Suche nach unse­rem Weg, ganz gleich wo auf der Welt wir zu Hause sind. Auf die­ser Suche wer­den man­che von uns in Kon­takt mit dem Scha­ma­nis­mus kom­men und hof­fen, dort Ant­wor­ten auf ihre Fra­gen zu fin­den. Lei­der blei­ben dann oft mehr Fra­gen als Ant­wor­ten zurück und des­halb möchte ich hier über die scha­ma­ni­sche Per­spek­tive des Hei­lens schrei­ben. Viel­leicht kann ich damit einige Ant­wor­ten geben, deut­li­cher machen, was Scha­ma­nis­mus ist und zei­gen, wel­che Mög­lich­kei­ten er für unsere Gesund­heit und unser Wachs­tum bereit­hält.

Scha­ma­nis­mus ist ein spi­ri­tu­el­ler Weg, der zu einem gro­ßen Geheim­nis führt, das für uns unbe­greif­lich bleibt. Seine Wur­zeln rei­chen in Aus­tra­lien 40.000 Jahre und in Sibi­rien 30.000 Jahre zurück. Scha­ma­nis­mus fin­det man über­all auf der Welt. Er ist kein Heil­mit­tel, keine Tech­nik oder Methode. Man kann nichts direkt dar­über lesen, nur indi­rekt über die Erfah­run­gen, die andere damit gemacht haben. Scha­ma­nis­mus ist keine Reli­gi­ons­ge­mein­schaft - seine Basis ist der indi­vi­du­elle Aus­druck. Man­che haben auf die­sem Weg Hei­lung gefun­den, andere wie­derum haben eine neue Lebens­art für sich ent­deckt.

Der Kör­per aus scha­ma­ni­scher Sicht Im Scha­ma­nis­mus sehen wir fünf Kör­per oder fünf Aspekte einer Per­son - den phy­si­schen Kör­per, den Ver­stand, das Herz, den Geist und die Seele. Diese Aspekte sind im Kreis ange­ord­net, die Seele liegt in der Mitte und wird umringt von den ande­ren vier Aspek­ten. Die­ser Kreis bewegt und ver­än­dert sich stän­dig, wobei kei­ner der Aspekte dem ande­ren über­ge­ord­net ist. Es wird viel­mehr die Ent­wick­lung, der Aus­druck und das Gleich­ge­wicht aller Aspekte ange­strebt und um die­ses zu errei­chen, sind viele Jahre Arbeit unter Anlei­tung nötig.

Die Bega­bung, das Trauma und der Beginn des WegsDen­ken wir an Krank­heit oder an Sym­ptome, dann geht es dabei im all­ge­mei­nen um einen Kör­per­teil oder eine Emp­fin­dung irgendwo im Kör­per. Doch wenn ich mit jeman­dem arbeite, will ich soviel wie mög­lich über die­sen Men­schen erfah­ren. Ich schaue mir alle fünf Aspekte die­ser Per­son an und dazu noch ihr Leben, ihre Arbeits­si­tua­tion, ihre Bezie­hun­gen und ihre Träume. Ich gehe so vor, weil es wich­tig ist zu ver­ste­hen, an wel­cher Stelle sei­nes Weges die­ser Mensch steht. Bei zehn ver­schie­de­nen Men­schen kann das glei­che Sym­ptom zehn ver­schie­dene Bedeu­tun­gen haben, und dies ist schwer zu begrei­fen, wenn wir nicht vor­her den Gesamt­zu­sam­men­hang erfas­sen.

Wir wer­den mit einer bestimm­ten Bega­bung gebo­ren, um mit die­ser Gabe auch ande­ren zu nüt­zen. Zu Beginn unse­res Lebens ist uns unsere Ver­bin­dung mit dem gro­ßen Geheim­nis und die Ver­bin­dung von uns Men­schen unter­ein­an­der noch ver­traut. Doch bald dar­auf ver­ges­sen wir unver­meid­lich die­ses Wis­sen. Die Ver­bin­dung ist nicht unter­bro­chen, wir sind nicht getrennt, doch es kann sich für uns so anfüh­len als wären wir es. Dar­auf­hin setzt der Schmerz über diese ver­meint­li­che Tren­nung ein. Das geschieht meist als Folge einer trau­ma­ti­schen oder scho­ckie­ren­den Erfah­rung. Auch wenn diese nicht not­wen­dig erschei­nen mag - was sie aber ist -, ist sie auf jeden Fall ein wich­ti­ger Schritt für unser Wachs­tum und unsere Erfah­rung der mensch­li­chen Exis­tenz.

Als Folge die­ses Trau­mas ent­wi­ckeln wir Ver­hal­tens­mus­ter und Über­le­bens­stra­te­gien. Jeder von uns fin­det seine eigene, ein­zig­ar­tige Ein­stel­lung zum Leben und durch unsere Hand­lun­gen und Bezie­hun­gen bestä­ti­gen wir diese immer wie­der. Wir ent­wi­ckeln Angst, Zorn, Depres­sio­nen, Iso­la­tion oder Trug­bil­der, um nur einige Ver­hal­tens­mus­ter zu nen­nen. Diese Mus­ter sind so tief in unse­rem Leben ver­an­kert, dass wir sie nicht län­ger erken­nen kön­nen - an die­sem Punkt ent­ste­hen dann die ers­ten Sym­ptome. Mir ist dabei auf­ge­fal­len, dass gerade die Men­schen mit der größ­ten Bega­bung durch die schwers­ten Erfah­run­gen gehen müs­sen.

Die Hei­lung – Die Ent­fal­tung unse­rer Bega­bung und die Ein­stim­mung auf unser inners­tes Ziel Hei­lung ist der Pro­zess, in dem wir unsere Ver­hal­tens­mus­ter zu ihrem Ursprung zurück­ver­fol­gen, so zu unse­rer inners­ten Bega­bung zurück­keh­ren und diese nach außen tra­gen. Im Laufe die­ses Zurück­fin­dens wird aus Angst Mut, aus Trug­bil­dern wird Rea­li­tät und Zorn ver­wan­delt sich in Liebe. Auf die­sem Weg erin­nern wir uns wie­der, dass wir mit dem gro­ßen Geheim­nis und allem um uns herum ver­bun­den sind. Schließ­lich kom­men wir wie­der in Kon­takt mit unse­rer Bega­bung und wer­den fähig, sie auch für andere ein­zu­set­zen.

Von mei­nen Leh­rern weiß ich, dass Hei­lung zu 70% von dem eige­nen, per­sön­li­chen Ein­satz abhängt, nur zu 20% von der Hilfe von Great Spi­rit und nur zu 10% von der Hilfe eines Hei­lers oder The­ra­peu­ten. Das heißt, dass wir für den Groß­teil der Hei­lungs­ar­beit selbst zustän­dig sind. Dabei kön­nen unsere Sym­ptome uns zei­gen, wo wir als nächs­tes anset­zen sol­len. Arbei­ten wir nicht selbst für unsere Hei­lung, kön­nen wir nur ein Sym­ptom gegen ein ande­res ein­tau­schen - also ein Pro­blem los­wer­den und unter Umstän­den zwei neue dabei schaf­fen. Wir müs­sen akzep­tie­ren, dass Sym­ptome kom­men und gehen. Es gibt Zei­ten, in denen wir uns wohl füh­len und Zei­ten, in denen es uns schlecht geht. Erst wenn wir genug haben von unse­ren ein­ge­fah­re­nen Ver­hal­tens­wei­sen und dem Schmerz, den sie uns brin­gen, machen wir uns auf die Suche nach unse­rem Weg. Lei­der gibt es hier keine ein­fa­chen Ant­wor­ten und nicht nur einen ein­zi­gen Weg.

Der erste Schritt auf dem Weg Der wich­tigste Schritt besteht darin, in unse­rem Leben Platz für Hei­lung zu schaf­fen und natür­lich auch für alle Ver­än­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen, die sie mit sich bringt. In fast allen Fäl­len, die ich kenne, hatte die Hei­lung Aus­wir­kun­gen auf alle Berei­che des Lebens. Wenn wir her­aus­fin­den wol­len, was wir brau­chen und wo wir in die­sem Pro­zess gerade ste­hen, kön­nen die fol­gen­den Fra­gen eine gute Hilfe sein.

  • Will ich über­haupt gesund wer­den?
  • Was habe ich davon, wenn ich krank bleibe?
  • Was müsste ich auf­ge­ben oder weg­ge­ben, um gesund zu wer­den?
  • Wel­che Hilfe brau­che ich, um mein Ziel zu errei­chen?
  • Wel­che Unter­stüt­zung brau­che ich, wel­che habe ich bereits?

Die Hilfe von Great Spi­rit Eine alte Geschichte erzählt von einem Mann, der nur noch zwei Stun­den zu leben hat. Der Mann betet zu Great Spi­rit, und Great Spi­rit ant­wor­tet ihm: "Mache dir keine Sor­gen, es wird alles gut, ich werde dir hel­fen." Kurz dar­auf kommt ein Hei­ler nach dem ande­ren zu dem alten Mann und bie­tet ihm seine Kräu­ter, Tees und Gebete an. Doch der alte Mann schickt sie alle weg und sagt, dass Great Spi­rit ihm hel­fen wird. Zwei Stun­den spä­ter stirbt er. Völ­lig ver­wirrt und ärger­lich fragt er Great Spi­rit: "Was ist denn pas­siert? Ich dachte, du woll­test mir hel­fen?" Dar­auf ant­wor­tet Great Spi­rit: "Was glaubt du denn, wer dir all die Hei­ler geschickt hat?"
Es stimmt schon, heute gibt es so viele ver­schie­dene The­ra­pien und Metho­den, dass dies uns leicht ver­wir­ren kann. Genauso leicht kann es gesche­hen, dass wir auf unse­rem Weg ste­hen blei­ben, weil wir den Wegen ande­rer nach­ja­gen und her­aus­fin­den wol­len, ob diese bes­ser für uns geeig­net sind. Doch das ist eine Falle, denn so kön­nen wir jah­re­lang auf der­sel­ben Stelle unse­res Weges ste­hen blei­ben. Wenn du auf dei­nem eige­nen Weg bleibst, bie­ten sich dir viele ver­schie­dene Mög­lich­kei­ten. Du musst selbst her­aus­fin­den, wel­che für dich am bes­ten geeig­net sind - das kann dir nie­mand abneh­men. Doch das wich­tigste dabei ist, dass du auf dem Weg bleibst, den du begon­nen hast.

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