Aikido – Die Kunst des Nicht-Kämpfens

Aikido ist ein Weg kör­per­li­cher und geis­ti­ger Schu­lung, wobei nicht Sieg oder Nie­der­lage, son­dern die Wei­ter­ent­wick­lung des Men­schen im Vor­der­grund ste­hen. Es ist nicht Wett­kampf­sport, son­dern klas­si­sche Kampf­kunst im wah­ren Sinne des Wor­tes.

Aikido ist eine japa­ni­sche Kampf­kunst, die in den 20er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts von Mori­hei Ues­hiba als eine Syn­these aus den alten Kampf­tech­ni­ken des Daito Ryu Aiki Jutsu und den pazi­fis­ti­schen Idea­len der Omoto Kyo Reli­gion ent­wi­ckelt wurde.
Das japa­ni­sche Wort Aikido ist aus drei Begrif­fen zusam­men­ge­setzt, näm­lich Ai = Har­mo­nie; Ki = Ener­gie, Kraft; Do = Weg; über­setzt bedeu­tet das: "der Weg, mit der Ener­gie des Geg­ners in Har­mo­nie zu sein".
Aikido ist ein Weg kör­per­li­cher und geis­ti­ger Schu­lung, wobei nicht Sieg oder Nie­der­lage, son­dern die Wei­ter­ent­wick­lung des Men­schen im Vor­der­grund ste­hen. Es ist nicht Wett­kampf­sport, son­dern klas­si­sche Kampf­kunst im wah­ren Sinne des Wor­tes.

Shin Shin Toitsu Aikido Im Ki no Ken­kyu­kai (Ki Society Inter­na­tio­nal, Welt­dach­ver­band für Shin Shin Toitsu Do,Shin Shin Toitsu Aikido und Kiatsu®) betrei­ben wir eine sehr moderne, wei­ter­ent­wi­ckelte Form des Aikido, näm­lich Shin Shin Toitsu Aikido (Aikido in Ein­heit des Geis­tes und des Kör­pers), in Europa übli­cher­weise Ki-Aikido genannt. Wodurch also unter­schei­det sich Ki-Aikido vom Aikido Mori­hei Ues­hi­bas?

Begrün­der des Ki-Aikido ist Koichi Tohei. Er stu­dierte Aikido bei Mori­hei Ues­hiba, erhielt von ihm den 10. Dan und war Chef-Trainer in Ueshiba's Aikido Dach­ver­band. Koichi Tohei war der erste japa­ni­sche Aikido-Lehrer, der Aikido in den Wes­ten brachte, zunächst nach Hawaii. Dort ergab sich auf­grund der kör­per­lich wesent­lich grö­ße­ren Trai­nings­part­ner die Not­wen­dig­keit, viele Aikido-Techniken zu ver­än­dern; in ihrer ursprüng­li­chen Form waren sie näm­lich nicht geeig­net für die Anwen­dung bei erheb­lich grö­ße­ren Übungs­part­nern. Außer­dem ver­mißte er ein Unter­richts­kon­zept, denn Mori­hei Ues­hiba hatte zwar viele Tech­ni­ken gezeigt, sie jedoch nur mit reli­giö­sen Meta­phern erläu­tert. Also begann Koichi Tohei, all­ge­mein ver­ständ­li­che Kon­zepte für das Aikido-Training zu ent­wi­ckeln. Eine Beson­der­heit des Ki-Aikido ist das Ki-Training. Hier ler­nen wir mit Hilfe der von Koichi Tohei ent­wi­ckel­ten Ki-Prinzipien und Ki-Tests, unse­ren eige­nen Geist und Kör­per zu kon­trol­lie­ren und in Ein­heit zu brin­gen. Das schafft die Vor­aus­set­zung dafür, im Ki-Aikido unsere Part­ner mit Ki zu füh­ren.

Ki-Aikido ist die anspruchs­volle, dyna­mi­sche, gewalt­lose und ele­gante Wei­ter­ent­wick­lung der japa­ni­schen Kampf­kunst Aikido. Ki-Aikido ist für Kin­der, Jugend­li­che sowie Frauen und Män­ner jeden Alters glei­cher­ma­ßen geeig­net. Die Bewe­gungs­tech­ni­ken des Ki-Aikido erfor­dern ledig­lich Übungs­be­reit­schaft und Auf­merk­sam­keit; sie för­dern Kör­per­be­herr­schung und Selbst­ver­trauen. Freude am Bewe­gen, Offen­heit für neue Erfah­run­gen, Intel­li­genz, Respekt vor den ande­ren und ein wenig Dis­zi­plin sind wich­ti­ger als pure Kör­per­kraft. Auf der Matte gibt es keine Geg­ner und beim gemein­sa­men Üben keine Gewin­ner oder Ver­lie­rer. Im Part­ner­trai­ning über­neh­men die Teil­neh­mer abwech­selnd die Rolle des Angrei­fers (Uke) und des Ange­grif­fe­nen (Nage), wobei alle Angriffe gewalt­los neu­tra­li­siert wer­den. Ziel des Trai­nings ist nicht der zer­stö­rende Sieg über einen Geg­ner, son­dern der Sieg über die eigene Aggres­sion. Mit geschmei­di­gen und schwung­vol­len Bewe­gun­gen wird jeder Angriff auf eine unge­fähr­li­che Bahn umge­lei­tet, so dass der Angrei­fer die Sinn­lo­sig­keit sei­ner Atta­cke erken­nen kann. Der japa­ni­sche Begriff Ki-Aikido bedeu­tet: "der Weg mit der Welt (bzw. der eige­nen Umwelt) in Har­mo­nie zu sein". Ki-Aikido ist die Kunst des Nicht-Kämpfens.

Ki Medi­ta­tion Ki Medi­ta­tion ist eine Methode um die Wil­lens­kraft zu stär­ken und die Ein­heit von Geist und Kör­per zu errei­chen. Je mehr wir tun, Resul­tate erwar­ten oder Kon­trolle aus­üben, desto mehr wer­den wir hier ver­sa­gen. Stel­len sie sich ein­mal eine Schale mit Was­ser vor, des­sen Ober­flä­che sehr unru­hig ist. Das ent­spricht ziem­lich genau dem Zustand unse­res Geis­tes. Nie­mand käme doch auf die Idee, die Bewe­gung der Wel­len mit den Hän­den zu stop­pen. Statt des­sen wür­den wir ein­fach war­ten, bis sie sich von selbst beru­hi­gen. In der Medi­ta­tion ist Wil­lens­kraft die Fähig­keit, die die Hände aus dem Was­ser hält und es dem inne­ren Selbst erlaubt, gedul­dig abzu­war­ten, wäh­rend die Wel­len des Geis­tes lang­sam und all­mäh­lich begin­nen, sich selbst zu beru­hi­gen. Mit ande­ren Wor­ten: Medi­ta­tion ist ein Pro­zess, dem wir Raum und Zeit geben, statt ihn erzwin­gen zu wol­len.

Mit­un­ter ist diese "ein­fachste" Art der Medi­ta­tion zugleich die schwie­rigste, denn oft ist das gedul­dige War­ten auf die Beru­hi­gung des Geis­tes frus­trie­rend. Koichi Tohei Sen­sei hat des­halb eine sehr effek­tive Methode ent­wi­ckelt, um uns den Zugang zu erleich­tern:
Wäh­rend wir ruhig, in auf­rech­ter Kör­per­hal­tung, im Seiza (dem Fer­sen­sitz) sit­zen, stel­len wir uns vor, den unend­li­chen Raum um uns herum wahr­zu­neh­men. Aus der Unend­lich­keit des Uni­ver­sums kom­mend, hal­bie­ren wir die­sen Raum wei­ter und wei­ter, bis er sich in einem Punkt in unse­rem Unter­bauch zen­triert. Wenn es unmög­lich wird, sich eine wei­tere Ver­klei­ne­rung vor­zu­stel­len, las­sen wir diese Vor­stel­lung los, fol­gen jedoch der Emp­fin­dung, die die­ser Pro­zess erzeugt hat. Die­ser Akt der Samm­lung wird Shu­chu Ho genannt.

Dann, nach etwa 60 Sekun­den, stel­len wir uns einen unend­lich klei­nen Raum als Zen­trum eines Punk­tes im Unter­bauch vor, den wir nach und nach immer grö­ßer wer­den las­sen, indem sich seine Größe stän­dig ver­dop­pelt, um schließ­lich unend­lich groß zu wer­den. Wenn wir uns seine Größe schließ­lich nicht mehr vor­stel­len kön­nen, las­sen wir auch diese Vor­stel­lung los und fol­gen erneut der Emp­fin­dung, die uns jetzt prä­sent ist. Das nen­nen wir Kaku­dai Ho. Shu­chu Ho und Kaku­dai Ho erzeu­gen das glei­che inner­li­che Gefühl und sind tat­säch­lich das­selbe, von zwei ver­schie­de­nen Sei­ten aus betrach­tet wie zwei Sei­ten einer Münze. Die­ser gesamte Pro­zess, der unse­ren Geist beschäf­tigt hält, hat einen äußerst beru­hi­gen­den Effekt; er ist eine exzel­lente Übung, um eine Erfah­rung von ent­spann­ter Medi­ta­tion zu machen – das Gefühl für die Bewe­gung des Uni­ver­sums.

Die Ein­heit des Geis­tes und des Kör­pers lässt sich von außen am bes­ten anhand des Zustan­des des Kör­pers über­prü­fen, da der Geist nicht so ein­fach getes­tet wer­den kann. Daher wer­den immer wie­der soge­nannte Ki-Tests bei den Teil­neh­mern prak­ti­ziert, die die Kraft der durch die Ki-Meditation erlang­ten Ein­heit des Geis­tes und des Kör­pers ver­an­schau­li­chen.

Ki im täg­li­chen Leben Es ist rela­tiv ein­fach, Geist und Kör­per in Ein­heit zu brin­gen, wenn man sei­nen Kör­per nicht bewegt. Die Schwie­rig­keit besteht darin, die Ein­heit auch dann zu wah­ren, wenn man in Bewe­gung ist. Wenn man zehn oder zwan­zig Jahre lang in der Ein­sam­keit der Berge übt und so die Ein­heit von Geist und Kör­per erreicht, sie aber wie­der ver­liert, sobald man in die Stadt zurück­kehrt, war alles sinn­los. Wir alle müs­sen arbei­ten, um zu leben. Also müs­sen wir so üben, dass wir die Ein­heit des Geis­tes und des Kör­pers immer bei­be­hal­ten kön­nen, gleich­gül­tig was wir tun.

Ki Atmung Eine der wesent­lichs­ten Vor­aus­set­zun­gen zur Erlan­gung der Ein­heit von Geist und Kör­per ist ein ruhi­ger Geist. Da alle unsere Emp­fin­dun­gen untrenn­bar mit unse­rer Atmung ver­bun­den sind, ist es von größ­ter Wich­tig­keit, unsere Atmung zu trai­nie­ren. Zu die­sem Zweck hat Koichi Tohei Sen­sei die soge­nannte Ki Atmung ent­wi­ckelt. Das ist eine geführte Atmung, die einer­seits den Kohlendioxyd/Sauerstoffaustausch im Blut­kreis­lauf opti­miert, ande­rer­seits den Aus­tausch von Ki (über­ge­ord­nete, uni­ver­selle Kraft) zwi­schen dem Indi­vi­duum und der Umwelt för­dert und, durch die völ­lige Hin­gabe an den Atmungs­pro­zess, den Geist in einen Zustand kleins­ter, schnellst­mög­li­cher Bewe­gung ver­setzt. Diese Art der Bewe­gung ist ver­gleich­bar mit der eines Krei­sels, der dann am ruhigs­ten erscheint, wenn er sich am schnells­ten dreht. Diese unend­lich schnelle, unend­lich kleine Bewe­gung des Geis­tes nen­nen wir Fudo­shin – der unbe­wegte Geist.

Taigi und Kata Die Taigi wur­den von Koichi Tohei Sen­sei ent­wi­ckelt, um die Prä­zi­sion und Schön­heit der Bewe­gung sowohl von Uke (der Angrei­fer) wie auch von Nage (der Ange­grif­fene) zu för­dern. Außer­dem sol­len beide Teil­neh­mer für die gesamte Dauer der Taigi (ca. 1 Minute) ruhig, ent­spannt und effek­tiv agie­ren. Eine Taigi ist nicht als fest­ge­legte Rei­hen­folge von Angrif­fen und Abwehr­tech­ni­ken zu betrach­ten, son­dern als for­melle Ein­heit, als Dar­bie­tung von Schön­heit und Har­mo­nie vom Moment der ers­ten Ver­beu­gung an bis zur Schluss­ver­beu­gung.

Die Kata sind eine beson­dere Form der Taigi, sie wer­den übli­cher­weise alleine mit einer Übungs­waffe aus­ge­führt. Jede Kata beinhal­tet zwei Durch­gänge, der erste gezählt, der zweite still. Die Geschwin­dig­keit des zwei­ten Durch­gangs ist höher, der Rhyth­mus bei­der Durch­gänge soll jedoch gleich sein. Die benutz­ten Waf­fen sind ein­mal das Bok­ken, die höl­zerne Vari­ante des japa­ni­schen Schwer­tes, zum Ande­ren der Jo, ein Hart­holz­stab von etwa 1,30 m Länge.

Rand­ori Rand­ori, gleich­zei­ti­ger Angriff meh­re­rer Per­so­nen auf einen Ein­zel­nen, ist eine der schwie­rigs­ten Übun­gen des Ki-Aikido. Jede Art des Angriffs ist erlaubt, jedoch sind erfah­rungs­ge­mäß Schläge und Tritte vor allem für die Angrei­fer gefähr­lich, da sie im all­ge­mei­nen Durch­ein­an­der leicht ihre Part­ner tref­fen könn­ten, wes­halb sie sich in der Regel auf den Ver­such beschrän­ken, Nage zu fas­sen und fest­zu­hal­ten oder zu Boden zu wer­fen. Vor­aus­set­zung für die Aus­füh­rung eines Rand­ori mit vier oder fünf Angrei­fern sind lang­jäh­rige Erfah­rung, eine umfas­sende Wahr­neh­mung des Gesamt­ge­sche­hens, große inner­li­che Ruhe und die Fähig­keit, durch die eigene Bewe­gungs­qua­li­tät und Aus­strah­lung Geist und Kör­per der Angrei­fer zu füh­ren.

Gesund­heit­li­che Aspekte des Ki-Aikido

  • Ki Atmung Schnel­ler Abbau von Koh­len­di­oxyd im Blut­kreis­lauf und opti­male Ver­sor­gung der Organe mit Sau­er­stoff. Posi­tive Effekte auf Kon­zen­tra­ti­ons­ver­mö­gen, emo­tio­nale Befind­lich­keit, men­tale Aus­ge­gli­chen­heit
  • Ki Medi­ta­tion Auf­rechte Kör­per­hal­tung, dadurch Stär­kung der Rücken­mus­ku­la­tur. Erken­nen der eige­nen men­ta­len Struk­tu­ren, Erler­nen des wert­freien Umgangs mit äuße­ren und inne­ren Wahr­neh­mun­gen.
  • Ki Taiso (Ki "Gym­nas­tik") Scho­nende Kör­per­ar­beit, alle Berei­che des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes wer­den ange­spro­chen. Die eige­nen Gren­zen wer­den erfah­ren, ohne über­schrit­ten zu wer­den, und nach und nach erwei­tert. Balance und Kör­per­ge­fühl wer­den ver­bes­sert. Erken­nen der Kraft öko­no­mi­scher Bewe­gun­gen.
  • Kiatsu® Auf den von Koichi Tohei ent­wi­ckel­ten Ki-Prinzipien beru­hende Heil­me­thode. Es kön­nen ver­schie­dene Krank­hei­ten und Ver­let­zun­gen des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes und der Organe, vor allem auch in Selbst­be­hand­lung, gelin­dert oder geheilt wer­den.
  • Shin Shin Toitsu Aikido all­ge­mein Ki-Aikido hilft, den Kör­per geschmei­dig und beweg­lich zu hal­ten und ver­mit­telt intui­ti­ves Wis­sen über "rich­tige" und "fal­sche" Bewe­gun­gen. Es schult die Prä­senz, Auf­merk­sam­keit und die Idee des Nicht-Kämpfens nicht nur gegen­über der Umwelt, son­dern auch auf die eigene Per­son bezo­gen. Inso­fern trägt es nicht nur zur eige­nen kör­per­li­chen und psy­chi­schen Gesund­heit bei, son­dern dient letzt­lich der Gesun­dung der gesam­ten (Um-)Welt.

Enveda.de hat für Lieferung, Warenqualität und Kundenservice die Note "Sehr gut" (4.8 von 5.00) durch 22 Trusted Shops-Bewertungen erhalten.