Gesundheitsförderung mit NLP

Barbara Zuber

NLP versteht sich zunächst einmal als ein neutrales Modell, das zum Ziel hat, Kommunikationsstrukturen des Menschen mit sich selbst und mit anderen zu erforschen. Die zentrale Frage des NLP ist eine WIE-FRAGE: Wie genau funktioniert Kommunikation im System Mensch, wie gehen wir mit uns selber um, wie kommunizieren wir mit anderen?

Was ist NLP und wie kam das NLP zum Thema Gesundheit? NLP versteht sich erst einmal als ein neutrales Modell, das zum Ziel hat, Kommunikationsstrukturen des Menschen mit sich selbst und mit anderen zu erforschen. Die zentrale Frage des NLP ist eine WIE-FRAGE: Wie genau funktioniert Kommunikation im System Mensch, wie gehen wir mit uns selber um, wie kommunizieren wir mit anderen? Was führt dabei zu Erfolg und guten Ergebnissen? Was ist eher hinderlich? Die Konzentration im NLP liegt auf der Frage: Wie schaffen es Menschen, gut und erfolgreich zu sein?
Dazu hat das NLP eine Fülle von hilfreichen Interventionen und Modellen entwickelt, die sich als wirksame Instrumente zur Unterstützung von Veränderungsprozessen erwiesen haben.
Robert Dilts, ein NLP`ler der ersten Stunde, kam in die schwierige Situation, dass seine Mutter an Krebs erkrankte und er gefordert war, seine Mutter in dieser schweren Situation zu unterstützen. Als überzeugter NLP-Entwickler arbeitete er mit den Vorannahmen und Erkenntnissen des NLP mit seiner Mutter und ihrer Krankheit und war damit erfolgreich. Roberts Mutter lebt noch heute, obwohl die Ärzte ihr damals nur wenige Monate gegeben haben. Das war sozusagen die Geburtsstunde des Themas "NLP und Gesundheit". Seitdem hat sich eine Bewegung entwickelt, die auf diesem Gebiet forscht und arbeitet.


Was sind die wesentlichen Grundannahmen des NLP zum Thema Gesundheit? Körper und Geist stehen miteinander in Beziehung. Krankheitssymptome beinhalten wichtige Informationen und sind ein Mittel des Körpers, mit dem System Mensch in Kommunikation zu treten. Es ist unsere Aufgabe, diese Sprache, mit der der Körper zu uns spricht, wieder verstehen zu lernen. Informationen können auf sehr unterschiedlichen Ebenen oder Kanälen angesiedelt sein: Umwelt, Ernährung, Physisches, Sport/Bewegung, Hygiene, Beziehungen, Identität, Spirituelles, Systemisches.

Gesunde Menschen haben unbewusst gute Strategien für Gesundheit entwickelt, von denen wir alle lernen können. Für gesunde Menschen ist zum Beispiel Gesundheit nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit. Dies ist auch der Ansatz der sogenannten Salutogenese, die gesundheitsförderliche Faktoren untersucht, anstatt sich mit der "Bekämpfung" von Krankheit zu beschäftigen. Vieles passiert dabei hauptsächlich in unserem Kopf, d.h. auf der Ebene unserer Überzeugungen und unserer Art, die Welt zu sehen und zu bewerten. Eine wichtige Frage, die wir im NLP oft stellen, lautet: Habe ich überhaupt die Erlaubnis, gesund zu sein?

Wir handeln oft gegen uns selbst wider besseren Wissens. Wir rauchen, trinken, ernähren uns nicht wirklich gut, schlafen zu wenig oder bewegen uns zu wenig, etc. Wir tun das zumeist, weil wir irgend etwas davon haben, meist einen Lustgewinn, manchmal sind es auch nur einfach alte liebgewonnene Gewohnheiten. Was auch immer der Grund sein mag, der Effekt ist, dass wir mit diesem Verhalten eine Art Gleichgewicht geschaffen haben, das der Körper gewohnt ist. Und dieses Gleichgewicht, auch Homöostase genannt, ist ein Grundgesetz, das für alle Systeme gilt. Homöostase ist an sich nicht gut oder schlecht. Es ist einfach ein Zustand, den wir und unser Körper mögen, weil wir uns da eingerichtet haben und uns gut fühlen. Dieses Gleichgewicht zu verändern, um es in ein besseres, gesünderes Gleichgewicht zu bringen, ist eine echte Herausforderung.


Was hat das NLP zum Thema Gesundheit zu bieten? Zuerst einmal Information. Wir wissen oft nicht um die Zusammenhänge unserer Körper-Geist-Ganzheit und der Regeln, die dort herrschen. NLP leistet einen Beitrag, Licht ins Dunkel zu bringen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

NLP erforscht und hinterfragt unsere mentalen Modelle zum Thema Gesundheit. (Im Englischen gibt es den wunderbaren Begriff "mind". Der Begriff umfasst sowohl unser Gehirn, als auch unseren Geist und unser Nicht-Bewusstsein. In der deutschen Sprache haben wir nicht wirklich einen guten äquivalenten Begriff. Mentale Modelle möchte ich deshalb synonym verwenden.) Beispiel: Angenommen Sie haben Rückenbeschwerden und einen wunderbaren Physiotherapeuten, der ganzheitlich arbeitet. Sie fühlen sich wohl aufgehoben und das Symptom ist nach einer angemessenen Behandlungszeit behoben. Nach einem halben Jahr merken Sie, dass die Symptome wieder da sind. Kann sein, dass Sie an Ihren Lebensumständen rein gar nichts verändert haben und es eher natürlich ist, dass die gleichen Symptome sich wieder melden. Vielleicht gibt es aber auch eine Art von Sabotageprogramm oder einen Gedankenvirus, die Sie davon abhalten, dass sich wirklich etwas ändert. Das sind Gedanken und Fragen, die einen NLP-Therapeuten leiten, natürlich nur, wenn der Klient bereit ist, sich diesen Fragen zu stellen.

Viele Gewohnheiten und sogenannte Laster haben einen sogenannten Sekundärgewinn. Wenn ich diesen Gewinn nicht betrachte und mir selber nicht die Frage stelle: Was will ich statt dessen?, wird jede Veränderung ein Kampf mit der eigenen Disziplin. NLP möchte es leichter machen. Lust- und lösungsorientiert ist der Ansatz. Er beinhaltet damit auch immer eine gewisse Selbstreflexion und Innenschau.

Jenseits dieser eher reflektiven Ansätze, hat das NLP auch konkrete Interventionen entwickelt zu ganz speziellen Themen:

  • Allergiebehandlung
  • Versöhnung mit Menschen, die in mir Haß/Neid oder ähnliche negative Gefühle auslösen, die sich wiederum in Krankheitssymptomen äußern können
  • Behandlung von Traumata, bzw. traumatisch erlebten Situationen
  • Kommunikation mit einem Symptom
  • Aufspüren von Sekundärgewinnen von Krankheitssymptomen
  • etc.


Wie sieht eine Gesundheitsberatung mit NLP konkret aus? Ein Patient oder Klient kommt zu einem NLP-Berater mit einem Anliegen oder Symptom oder Problem. Der NLP Berater hört sich das kurz an und stellt dann die Frage: "Was möchten Sie statt dessen erreichen?" Meistens kommt als Antwort: "Na, ist doch logisch. Ich will das Symptom/Problem XY nicht mehr haben." Dann stellt der NLP-Berater die Frage noch einmal: "Was möchten Sie statt dessen?" Oder auch: "Was soll wie genau anders sein?" Diese Frage allein löst bei vielen Klienten schon eine Verwirrung aus, da sie tief in sich selbst keine genaue Vorstellung davon haben, wie es denn anders aussehen könnte. Oder die Vorstellung ist so weit von ihnen entfernt, dass sie wie ein Wunschtraum ist, den sie nicht wagen zu träumen oder zu denken.

Gemeinsam wird dann eine Zielvorstellung entwickelt, die für viele Klienten schon wie eine Herausforderung des Schicksals wirkt. "Darf ich das wirklich überhaupt denken?" Der Berater muss an der Stelle sehr sensibel sein, seine Aufmerksamkeit auf die unbewussten Körpersignale richten und die sogenannte "Ökologie" abfragen. Er/sie tut das über verschiedene Fragen und die Szenariotechnik, z.B.: "Angenommen, Sie hätten Ihren Wunschtraum erfüllt, wo, wie und von wem gibt es Einwände?"
Wenn es Einwände gibt, wird an den Einwänden weiter gearbeitet. Das klingt einfach, erfordert aber das gesamte Repertoire an Wissen und Einfühlungsvermögen der Beraterin/des Beraters. Hilfreich im Sinne des NLP ist die Vorannahme, dass jeder Einwand/jeder Widerstand eine wichtige und wertvolle Information enthält, die es zu entschlüsseln gilt.

Danach erst wird der Ist-Zustand ermittelt, um deutlich zu machen, wie groß die systemische Spannung ist zwischen Ist- und Zielzustand. Ist das Ziel wirklich erstrebenswert? Ist in dem ganzen Vorhaben ausreichend Energie? Lohnt es sich überhaupt, auf das Ziel zuzugehen? Denn nur wenn diese Frage kongruent beantwortet werden kann, ist genug Energie für das Erreichen des Ziels vorhanden.

Erst wenn diese Phase erfolgreich abgeschlossen ist, kann man davon sprechen, dass die Klientin eine Geisteshaltung einnimmt, die Gesundung zulässt, und sie bereit ist, für den Gesundungsprozess Selbst-Verantwortung zu übernehmen. Dies ist häufig die Voraussetzung dafür, dass andere therapeutische Maßnahmen überhaupt wirksam langfristig greifen können.
Danach können Berater und Klient über notwendige Schritte und Maßnahmen nachdenken, die nicht notwendigerweise alle aus dem NLP stammen müssen.


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