Das erwachende Gehirn - Ein Weg zu neuen Dimensionen innerer Freiheit

Christian Opitz

Im Gegensatz zu den Aussagen von Systemen wie positivem Denken, NLP, Avatar etc. ist eine Umstrukturierung unserer kognitiven Überzeugungen und Denkmuster niemals eine ursächliche Heilung von emotionalem Konflikt, sondern bestenfalls eine Symptomlinderung. Kognitive Veränderungen können nicht einen Bereich heilen, der traumatisiert wurde, bevor wir kognitive Kapazitäten hatten.

Wir Menschen sind unter allen uns bekannten Lebensformen am zugänglichsten für eine enorme Vielfalt an Erfahrungen. Wenn ein Kind zur Welt kommt, taucht es in eine neue, unglaublich vielfältige Welt von Eindrücken ein, die das gesamte Spektrum menschlicher Gefühle als Reaktion provozieren. Säuglinge und Kleinkinder sind absolut authentische Gefühlswesen (ausgenommen in Fällen massiver prenataler Traumatisierung), deren Gehirn in purer Form auf die Eindrücke des Lebens reagiert.
In anderen Worten, Kleinkinder sind ihre Gefühle und der natürliche Reifungsprozess besteht darin, Gefühle zu haben, d.h. eine losgelöste Perspektive zum Leben zu entwickeln, ohne die ursprüngliche Authentizität zu verlieren. Im Gehirn würde dies ein Gleichgewicht der emotionalen Funktionen des limbischen Systems und der kognitiven Funktionen des Cortex, vermittelt durch den prefrontalen Cortex und das Septum Pellucidum darstellen. Allerdings finden wir dieses Gleichgewicht nie vor, auch nicht bei Menschen, die tiefe spirituelle Erfahrungen oder viele Jahre Therapie hinter sich haben.
Als Menschheit insgesamt haben wir einen rapiden Entwicklungsprozess unserer intellektuellen Kapazitäten durchlaufen, ohne dass unser emotionales Wesen sich gleichermaßen entwickelt hat. Doch auf der menschlichen Ebene unseres Seins sind wir in erster Linie emotional und erst in zweiter Linie mental, was dadurch bedingt ist, dass wir als emotionale Wesen zur Welt kommen und erst Jahre später nennenswerte mentale Komponenten entwickeln. Im Gegensatz zu den Aussagen von Systemen wie positivem Denken, NLP, Avatar etc. ist eine Umstrukturierung unserer kognitiven Überzeugungen und Denkmuster niemals eine ursächliche Heilung von emotionalem Konflikt, sondern bestenfalls eine Symptomlinderung. Kognitive Veränderungen können nicht einen Bereich heilen, der traumatisiert wurde, bevor wir kognitive Kapazitäten hatten.
Die präkognitive emotionale Traumatisierung, die wir alle durchlaufen haben, wird nicht in erster Linie durch traumatische Erlebnisse verursacht, sondern durch die unbeabsichtigte nicht-Authentizität auch gutmeinender und liebevoller Eltern. Als Kleinkinder sind wir emotional so authentisch, dass wir es als zutiefst verwirrend und schmerzhaft empfinden, wenn wir fühlen, dass unsere Eltern nicht authentisch sind, d.h. Teile ihrer Gefühlswelt ablehnen und verleugnen. Dies geschieht völlig unschuldig und ist kein Vorwurf an Eltern, die ihr Bestes tun, sondern lediglich eine Feststellung, die neue Möglichkeiten innerer Heilung eröffnet. Die einzige Schlussfolgerung, die uns als Kleinkind bleibt, ist die, dass etwas mit uns fundamental nicht stimmt, da Eltern in dieser Kindheitsphase immer als ideal angesehen werden. Diese Grundüberzeugung ist unbewusst/emotional und kann daher nicht mit bewussten, mentalen oder energetischen "Programmierungen", Visualisierungen oder Auflösungstechniken beseitigt werden. Aus dieser Grundüberzeugung entwickeln sich emotional abgespaltene Anteile, d.h. Subpersönlichkeiten, die eine bestimmte emotionale Ladung festhalten und nicht vom Gefühl sein zum Gefühl haben reifen können. C.G. Jung hat einen wichtigen Schritt zur Identifizierung dieser Subpersönlichkeiten getan, doch seine Archetypen sind Kombinationen noch tiefer in der Psyche verborgener Subpersönlichkeiten, die durch den amerikanischen Tiefenpsychologen Daniel Barron identifiziert wurden. Barrons Arbeit zeigt auf, dass wir alle eine universale unbewusste Struktur von abgespaltenen Anteilen haben, die durch keine der bisher bekannten Transformationssysteme geheilt werden. Solange diese Subpersönlichkeiten ungeheilt bleiben, leben wir nicht bewusst in der Vollkommenheit des Seins und unser Gehirn steuert unser Leben in einem unnatürlichen Ausmaß durch Überlebensinstinkte, nicht durch sein höheres Potential.

Von Kompensation zu echter Heilung Eine der großen Erkenntnisse Buddhas war Tathata, die Vollkommenheit allen Seins. Die emotionale Version von Tathata ist Urvertrauen, das intrinsische Wissen, dass alles gut ist, so wie es ist. Urvertrauen ist nicht zu verwechseln mit Selbstbewusstsein, Optimismus etc., die Eigenschaften der bewussten Persönlichkeit sind und antrainiert werden können. Ein Mensch mit hohem Ausmaß an Urvertrauen braucht keine bewussten Gründe, um sich gut zu fühlen, keine Affirmationen oder spirituellen Slogans. Wenn uns die Erfahrung von Tathata fehlt, bedingt, zumindest teilweise durch den Verlust an Authentizität in der Kindheit, fehlt uns etwas zutiefst Natürliches. Die Suche nach dem gewissen Etwas, das uns vollständig werden lässt, ist die zwangsläufige Folge. Da aber diese Suche aus dem Verlust von Urvertrauen und Authentizität entspringt, sind die Lösungen, die wir entwickeln, fast immer nicht-authentische Kompensationen, mental oder intuitiv kreierte Nachahmungen, nicht das Original.
Zu populären Kompensationssystemen gehören alle Formen von positivem Denken/Manifestationstechniken, kathartische Methoden und rein transzendente spirituelle Ansätze.
Positives Denken als Strategie und der Versuch, sich das optimale Leben zu manifestieren, sind Versuche, eine Vollkommenheit zu erzeugen, die in Wirklichkeit immer da ist. Mein Zen–Lehrer sagt dazu: “Wie manifestierst Du das Leben, das Du haben willst? Sei hundertprozentig in dem anwesend, das du bereits hast.”
In der Erfahrung von Tathata werden solche Strategien absurd, da die natürliche Vollkommenheit des Seins keine manipulative Nachbesserung braucht.
Kathartische Techniken sind effektiv, um unbewusste Gefühle bewusst zu machen, doch in vielen Fällen überwältigen solche Techniken unsere inneren Widerstände gegen Transformation. In einem echten Heilungsprozess müssen jedoch auch unsere Widerstände eine Chance haben, zu reifen. All unsere Ego–Fixierungen und Blockaden versuchen schließlich nur, uns vor weiterem Schmerz zu schützen und sind somit durch Liebe motiviert. Das Ego, das viele spirituelle Sucher vernichten wollen, ist nichts anderes, als Liebe in einem Zustand von Verwirrung. Solange wir die Blockaden des Egos einfach mit energetischen Techniken überwältigen, gewinnen wir vielleicht viele Schlachten, aber nie den Krieg, einfach deshalb, weil wir nicht aufhören, ihn zu führen.
Transzendenz gibt uns Freiheit von den Begrenzungen des menschlichen Lebens, aber nicht unbedingt Freiheit als die menschliche Verkörperung des transzendenten Seins. Im Zen wird das ausschließliche Verweilen als der unbeteiligte Beobachter des Lebens als der Gestank der Erleuchtung bezeichnet. Die transzendente Komponente unseres Seins ist natürlich enorm wichtig, aber wie bringen wir die unbegrenzte Freiheit, die wir dort erfahren, bis in die tiefen Schichten unserer Psyche, so dass uns Tathata nicht nur befreit, sondern auch transformiert?
Neue Ansätze, die über Kompensation hinausgehen und die Freiheit des Seins in die tiefe Psyche des Menschen integrieren, bieten nachvollziehbare Antworten auf diese Frage. Zu diesen gehören z.B. Daniel Barrons ESH oder A.H. Almaas’ Diamantweg. Aufbauend auf Erkenntnissen über die Rolle des Gehirns für die tiefe Psyche sowie Barrons ESH-Prozess habe ich eine weitere Zugangsmöglichkeit zu natürlicher Transformation entwickelt. Diese Methode, die in Deutschland unter dem Namen InfiniteMind in Intensivseminaren angeboten wird, vereinigt in sich folgende Bestandteile:

  1. Direkte, spontane Zugänge zur Erfahrung von Tathata, der Vollkommenheit des Seins. InfiniteMind bietet hierzu eine Integration von traditionellen taoistischen und buddhistischen Methoden mit Erkenntnissen der modernen Neurophysik an.
  2. Das Entwickeln einer bewussten Beziehung zu unbewussten Subpersönlichkeiten. Aus meiner Sicht genügt es nicht, unbewusste Emotionen zu erleben, auch die Subpersönlichkeiten, aus denen diese Emotionen stammen, müssen in diesen Heilungsprozess einbezogen werden. Dies führt nach und nach zu einem Zurückfinden zu echtem Urvertrauen und damit zur Grundlage für eine Heilung der tiefen Psyche. Dies ist ein langfristiger Prozess, der durchaus herausfordernd ist, aber er ist auch unendlich lohnenswert.
  3. Ein natürliches Lernsystem, mit dem unser Gehirn schnell, effektiv und stressfrei lernen kann. Dies ist in unserem Informationszeitalter sehr hilfreich, da das an Schulen gelehrte Lernsystem für das menschliche Gehirn eine Form von Gewalt darstellt, die nicht nur unsere Lernfähigkeit, sondern auch unsere Entwicklung insgesamt massiv blockiert. Das InfiniteMind Lernsystem führt zu einer erheblichen Erhöhung der Lesegeschwindigkeit, einem verbesserten Gedächtnis sowie einer natürlichen Befreiung von Lernblockaden, ADS etc.


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