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„Parkgebühr“ für Spar-Guthaben - Vorschlag zu einer intelligenteren Lösung als „Wirtschaftswachstum“
Jeder, der Geld festhält, sollte ab sofort zur Zahlung einer „Parkgebühr“ aufgefordert werden, denn er blockiert das Zirkulieren des Geldes, blockiert eine freie Fahrt der deutschen Wirtschaft und blockiert eine gerechtere Umverteilung der Geldmenge.
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Der Vergleich mit einer Parkgebühr im Straßenverkehr liegt nahe, denn dort gilt, dass Gebühren für das Parken und nicht für das Weiterfahren erhoben werden. Wenn eine Parkgebühr auf gehortetes Geld erhoben würde, wären wir gehalten, es schneller wieder auszugeben oder zu verleihen. Ein dringend erforderlicher Effekt würde entstehen: die Wirtschaft, insbesondere die Binnen-Wirtschaft, würde angekurbelt. Eine solche Lösung würde nur jene benachteiligen, die „im Schweiße anderer Angesichter“ (eine scharfzüngige, intelligente Aussage von Harald Schmidt) durch Zinserträge ihr Millionen- und Milliarden-Vermögen machten und heute die Macht haben, die sie dazu nutzen, Zinsforderungen überproportional zu der Wirtschaftskraft des Landes zu erheben, damit die Schulden in die Höhe zu treiben und ins nahezu Unermessliche zu steigern, so dass die Schere zwischen Armen und Reichen immer größer wird und wir alle heute mindestens 30 % in jedem Preis, der für eine Ware oder Dienstleistung erhoben wird, an Zinsen abzudrücken haben. - Zu einer solchen Situation sagt John Holloway, Professor für Politikwissenschaften in Puebla: „Es ist heute offensichtlicher denn je, dass das kapitalistische Gesellschaftssystem extrem ungerecht, extrem gewalttätig und sehr zerstörerisch ist. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Wenn wir nur an die Tatsache denken, dass die dreihundert reichsten Menschen auf der Welt genauso viel besitzen, wie zwei Milliarden Menschen in einem Jahr verdienen. Wenn wir daran denken, dass auch für diejenigen von uns, die eine bezahlte Arbeit haben, die Bedingungen dieser Arbeit mit jedem Tag schlechter werden. Wenn wir nur an die Zerstörung der Umwelt denken. Es gibt unzählige Beispiele. Ich denke, wenn wir das Gesellschaftsmodell nicht radikal verändern, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der Kapitalismus in absehbarer Zeit jede Menschlichkeit zerstören wird.“ Ergänzend dazu noch ein weiteres Zitat, eine Aussage von Thomas Jefferson, dem ersten Präsidenten der USA: „ Wenn das amerikanische Volk jemals erlauben wird, dass die Herausgabe ihrer Währung von den Banken kontrolliert wird, werden die Banken und die Geschäfte, welche um sie herum entstehen, erst durch Inflation und dann durch Deflation das Eigentum der Menschen an sich reißen, und ihre Kinder werden obdachlos im Kontinent aufwachen, welcher von ihren Vätern erobert wurde. Die Fähigkeit zur Geldschöpfung sollte den Banken genommen werden und wieder rechtmäßig an den Kongress und das Volk zurückfallen. Ich glaube fest daran, dass ein Bankensystem, welchem das Recht auf Geldschöpfung eingeräumt wird, eine größere Gefahr für die Freiheit ist als eine stehende Armee.“ Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass nur ein Wirtschaftssystem, in dem der Umlauf des Geldes durch kreativen Wettbewerb gesichert wird, auf Dauer einen krisenfreien Austauschprozess ohne Wachstumszwang und Zinsbelastung bewirken würde. Wir müssen mit einem solchen System nicht gleich die Welt bekehren, es genügt, vor der eigenen Türe zu kehren. Bei uns verfügt nach offiziellen Erhebungen die ärmere Bevölkerungshälfte nur über vier Prozent der Geldvermögen, die reichere über 96 %. Und auch bei dieser reicheren Hälfte konzentriert sich das Vermögen überwiegend beim letzten Zehntel. Eine solche Diskrepanz zwischen Arm und Reich bedingt durch den Automatismus des Zins- und Zinseszinseffekts, dass je geringer das Wachstum der Wirtschaft ist, sich die Ansprüche des Geldkapitals umso dramatischer auswirken, denn den Unternehmen bleibt dann nur die Entscheidung, entweder am Lohn oder an den Rückstellungen für in die Zukunft ragende Investitionen zu sparen. Beides führt aber zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einem Rückgang der Kaufkraft. Parallel dazu sinken die Steuereinnahmen des Staats - und damit steckt der Staat in derselben Falle wie die Unternehmen. Ist es da nicht ein logisches Ergebnis, dass die Kapitalansprüche durch Arbeitslosigkeit oder aber durch Inflation ausgeglichen werden müssen, und dass Kaufkraftstabilität und Vollbeschäftigung nur in den Griff zu bekommen sind, wenn die Ansprüche des Kapitals an das Wirtschaftswachstum angepasst werden? – Was meinen Sie, ist eine solche logische Konsequenz umsetzbar? Ich fürchte, nein. Dann aber ist ein Kollaps unvermeidbar: entweder im ökologischen oder im sozialen Bereich. - Leider sind die Chancen, dass diese Zusammenhänge von einer Mehrheit erkannt werden, gegen Null tendierend, denn nach Meinung des Erfolgsautors Andreas Eschbach („Eine Billion Dollar“, Gustav-Lübbe-Verlag) verstehen 99 Prozent der Menschen weniger von Geld als von Sex. |


