Zazen

Zen-Vereinigung Deutschland e.V.

Die Essenz des Zen ist die Ausübung einer korrekten Meditation: Zazen. Zazen heißt, in einer aufrechten Haltung tiefer Konzentration einfach zu sitzen. Körper und Geist sind dabei völlig wach und wie eins in der kraftvollen Stille der gegenwärtigen Zeit zentriert.

Zazen

Die Essenz des Zen ist die Ausübung einer korrekten Meditation: Zazen.

Zazen heißt, in einer aufrechten Haltung tiefer Konzentration einfach zu sitzen. "Einfach" heißt, die Vitalität von Körper und Geist sind intensiv gesammelt, konzentriert, versenkt in die Zazen-Haltung. Körper und Geist sind dadurch völlig wach und wie eins in der kraftvollen Stille der gegenwärtigen Zeit zentriert. Unser individuelles Dasein wird so wieder im Urgrund des Lebens verankert. Körper und Geist können aus einer inneren Quelle schöpfen, sich selbst erneuern, und werden unabhängig vom Erreichenmüssen eines Ziels, einer äußeren Bestätigung. Die Begrenzung durch ein Bewusstsein, das alles zählen und messen muß und immer auf der Suche nach persönlichem Gewinn ist, fällt ab. Leben offenbart sich in seiner unmittelbaren Qualität.
Die Zazen-Haltung besteht darin, auf einem Kissen mit gekreuzten Beinen in aufrechter, natürlicher Haltung zu sitzen. Die Aufmerksamkeit wird auf die Spannkraft der Haltung und eine lange Ausatmung konzentriert. Im Raum des gesammelten Geistes auftauchende Gedanken und Bilder werden weder zurückgewiesen noch beurteilt, noch verfolgt. Bewusstsein und Unterbewusstsein können sich entleeren. Körper und Geist kehren so zu ihrer ursprünglichen, ungetrübten Verfassung zurück. Zen ist in seinem Wesen Erfahrung einer tieferen Qualität der Wirklichkeit. Diese Erfahrung gründet sich auf Ausübung und kann durch das Denken weder vorweggenommen noch ersetzt werden. Worte und Begriffe können die lebendige Wirklichkeit nicht wirklich einfangen.
Der Zen-Weg ist Aktualisierung einer tieferen Wirklichkeit durch Ausübung.

Zazen

Das Zen-Dôjô - der Raum, in dem Zazen praktiziert wird - ist der Ort der Übung des Zen-Weges. Aufgrund der Übung von Zazen herrscht eine kraftvolle, von Stille durchdrungene Atmosphäre, das "Schweigen der Berge".
Wenn man das Dôjô betritt, ist es wesentlich, alle Handlungen mit konzentrierter Aufmerksamkeit zu tun, hier und jetzt. Man geht zu seinem Platz, drückt durch Gasshô (achtsame Verbeugung) seinen Respekt und Dank gegenüber den anderen aus, setzt sich auf sein Kissen und beginnt mit Zazen.
Im Dôjô werden alle zu "Menschen des Weges", unabhängig von Geschlecht und Rasse, sozialer Stellung etc.
Im Mittelpunkt steht die Zazen-Praxis und die gemeinsame Übung. Im Dôjô ist es nicht wichtig, der Erste zu sein, oder sich von den anderen abheben zu wollen. Man ist mit sich allein und doch mit den anderen verbunden. Unbewusst, natürlich, vor dem Denken, kann man so die wechselseitige Anhängigkeit aller Dinge untereinander verstehen, durch den ganzen Körper, durch die eigenen Knochen und Sehnen, mit jeder Körperzelle.
Durch die Praxis des Zazen im Dôjô, die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit in jeder Handlung, findet das Gehirn sein tiefes, ursprüngliches Gleichgewicht wieder, das Bewusstsein wird ruhig, tief, umfassend. Ein solcher Geist kann das Leben in Freiheit lenken, statt durch Wünsche und Ängste bestimmt zu werden. Wir können die Hast und Unsicherheit, die uns nicht zur Ruhe kommen lässt, ablegen.
Wenn uns diese Praxis in Fleisch und Blut übergeht, so ist das Dôjô kein irgendwo begrenzter Ort, sondern durch diese Geisteshaltung wird unser tägliches Leben zum Dôjô, zu unserem authentischen Lebensweg.

Zazen im Freien

Sesshin ist eine Periode von intensiver Zen-Praxis. Der Ausdruck Sesshin meint sowohl "vertraut werden mit dem eigenen Geist", als auch "das Ursprüngliche, das Wesentliche berühren".
Das geschieht in fortdauerndem, durchdringendem Zazen unbewusst, natürlich, wie von selbst, ohne dass man bewusst danach suchen müsste. Individuum und Kosmos sind nicht zwei sich gegenüberstehende Komponenten, sondern das eine ist das Kind des anderen, und das Dasein betrachtet sich selbst durch das Auge des geklärten Geistes.
Diese Erfahrung findet einen tiefen Widerschein in Körper und Geist des Übenden und ist die Grundlage für die Verwirklichung einer ruhigen, vollständigen Gegenwärtigkeit in den konkreten alltäglichen Handlungen. - Dies zusammen praktizieren, aufstehen, Zazen, Kinhin (Gehmeditation), Sampai, essen, arbeiten - für einige Tage oder auch einen längeren Zeitraum - entfacht eine ruhige Wirkkraft, vergleichbar mit einem Feuer, in dem mehrere Holzscheite eine kraftvolle Flamme entstehen lassen. Innere Hindernisse, Verblendung, Zorn und Gier können darin zerschmelzen und werden umgewandelt zur Kraft des Geistes selbst. Die ursprüngliche, lautere Natur des Geistes, das ursprüngliche Wesen des Lebens scheinen dann ganz von selbst hervor und spiegeln sich in allen Dingen.

Zen-Zentrum Schönböken - Herrenhaus

Das Zen-Zentrum Schönböken ist eine über hundertfünfzig Jahre alte ehemalige Gutsanlage, die aus einem Herrenhaus im neugotischen Stil und einem Torgebäude aus Backstein mit Glockenturm besteht. Das ganze Grundstück umfasst etwa fünf Hektar Grünfläche (ein ehemals als englischer Garten angelegter Park mit Teichen, Brücken und vielen alten Bäumen). Die Lage (Nähe Neumünster/Plön in Schleswig-Holstein) am Rande eines kleinen Dorfes ist sehr reizvoll und ruhig - ein idealer Ort für die Zen-Praxis.
In Schönböken werden vor allem Zen-Sesshins veranstaltet (als Anfänger erhalten Sie eine Einführung); die Sesshin-Termine entnehmen Sie bitte dem Jahresprogramm. Darüber hinaus steht das Zen-Zentrum Interessenten offen, die regelmäßig Zazen praktizieren möchten oder andere Zen-Aktivitäten besuchen wollen.

Zen-Meister Tenryû Tenbreul

L. Tenry Tenbreul, Jahrgang 1956, war langjähriger Schüler des großen Zen-Meisters Taisen Deshimaru Rôshi. Nach dessen Tod wurde er Schüler von Narita Shûyu Rôshi, von dem er 1986 Shihô, die Übermittlung des Dharma in der Linie von Kôdô Sawaki Rôshi, erhielt.
L.Tenryû Tenbreul ist Präsident der Zen-Vereinigung Deutschland sowie Leiter des Berliner Zen-Tempels Shôgôzan Zenkôji und des Zen-Zentrums Schönböken Mokushôzan Jakkoji.
Kôdô Sawaki Rôshi (1880-1965), einer der berühmtesten japanischen Meister unseres Jahrhunderts, der große Reformator des Zen, führte das Zen wieder zur ursprünglichen Frische und Einfachheit.
Taisen Deshimaru Rôshi (1912-1982) war 1936-1965 Schüler von Kôdô Sawaki und kam 1967 nach Frankreich, wo er begann, die Praxis des Zen zu lehren - Zazen. Er hatte sehr viele Schüler und gründete über 100 Dôjôs. Meister Deshimaru gilt als einer der größten Zen-Meister unserer Zeit.
Shûyu Narita Rôshi, geb.1914, ist Leiter des Tempels Tôdenji im Norden Japans und war Bruderschüler von Meister Deshimaru. Er war der erste, der von Kôdô Sawaki das Siegel der Transmission des authentischen Dharma erhielt.

Die Zen-Vereinigung Deutschland e.V. wurde 1984 gegründet, um Mitgliedern und Interessenten die Übung und Vertiefung der Zen-Praxis zu ermöglichen; diese Zen-Praxis steht in der überlieferten Tradition des Sôtô-Zen von Dôgen-Zenji, das durch Meister Deshimaru nach Europa gebracht wurde und durch den authentischen, bestätigten Zen-Meister L. Tenryû Tenbreul weitergegeben wird.
Die Zen-Vereinigung hat die Aufgabe, die Arbeit der einzelnen Dôjôs und Gruppen, die ihr angeschlossen sind, zu unterstützen und zu koordinieren, Sesshin und Vorträge zu veranstalten sowie über alle Aktivitäten dieser Zen-Gemeinschaft zu informieren. In den "Zen-Informationen" und "Ishin-Denshin"-Heften werden z.B. aktuelle und traditionelle Zen-Texte, das Jahresprogramm, Adressen sowie Berichte von Sesshin, Vorträgen und Reisen veröffentlicht. Darüber hinaus organisiert die Zen-Vereinigung das Zen-Zentrum Schönböken.
Die Zen-Dôjôs und -Gruppen der Vereinigung bieten die Möglichkeit, unter Anleitung und zusammen mit anderen Menschen Zazen im täglichen Leben zu üben.

SAMU

Das allgemeine Programm eines Zen-Sesshin:

  • das Aufstehen um 5 Uhr 30 morgens
  • etwa 6 bis 7 Stunden Zazen-Übung am Tag (während der Vorbereitungszeit des Sommercamps ca. 3 bis 4 Stunden)
  • Vorträge und mündliche Unterweisungen
  • das Einnehmen der Mahlzeiten im Dôjô in der Zazen-Haltung (normalerweise nur das Frühstück und Mittagessen)
  • Samu, d.h. mehrere Stunden am Tag manuelle Arbeiten z.B. im Garten oder im Park, in der Küche, auf der Baustelle sowie die Reinigung der Räumlichkeiten.
Schloß Schönböken

Zur Teilnahme an einem Sesshin ist es ratsam, die folgenden Dinge mitzubringen bzw. zu beachten:
Schwarzer Kimono oder dunkle, bequeme Kleidung und ein Zafu (Zen-Sitzkissen) für die Praxis des Zazen; Schwarzer Samu-E oder andere angemessene, regenfeste Kleidung, Regenschirm sowie regenfeste Schuhe für Samu (Arbeiten auch draußen); Hausschuhe für den Aufenthalt im Wohnhaus; drei Essschalen ineinandergestellt (wenn möglich aus einem Material, das bei Benutzung keinen Lärm macht), Besteck, zwei Servietten, alles eingewickelt in einem Tuch; Schlafsack (auch für Zimmer) und evtl. Schlafunterlage.


Die Adresse des Zen-Zentrums lautet:
Zen-Zentrum Schönböken
Zen-Vereinigung Deutschland e.V.
Hauptstraße 1
24601 Schönböken
Telefon: 04323 - 7104

Auskünfte über das Zen-Zentrum in Schönböken sowie über alle anderen Aktivitäten erteilt die Zen-Vereinigung; Anfragen richten Sie bitte telefonisch, schriftlich oder per E-Mail an das
Büro in Berlin:
Tel.: 030 - 851 20 73 
Fax: 030 - 859 11 95
Büro-Zeiten:
Di. - Fr. 9.00 - 10.00 
Di. - Do. 17.00 - 19.00

oder an das Büro in Schönböken
Tel.: 04323 - 7104
Fax: 04323 - 96351
Zazen-Zeiten Schönböken:
Di. u. Mi. 19.30 - 21.00
Sa. 18.00 - 19.30


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