Vâstu Shastra - Vollkommene Baukunst für die Gesundheit und das Glück von jedermann

Christian Schweizer

Vâstu-Shastra ist heute weltweit bekannt als das älteste und umfassendste System der Architektur im Einklang mit den lebensunterstützenden Gesetzen der Natur. Die nach Vâstu-Shastra gebauten Häuser schaffen ideale Lebensbedingungen, durch die die Bewohner beste Gesundheit, Glück, innere und äußere Erfüllung genießen können.

Vâstu-Shastra ist heute weltweit bekannt als das älteste und umfassendste System der Architektur im Einklang mit den lebensunterstützenden Gesetzen der Natur. Diese Architekturlehre berücksichtigt den Einfluss von Sonne, Mond und Planeten auf die Erde und ist auf diese Weise darauf abgestimmt, das Individuum mit dem Kosmos in Einklang zu bringen. Die nach Vâstu-Shastra gebauten Häuser schaffen ideale Lebensbedingungen, durch die die Bewohner beste Gesundheit, Glück, innere und äußere Erfüllung genießen können.

Der Begriff Vâstu-Shastra stammt aus dem Sanskrit und ist Teil des Sthâpatya-Veda. Er bezeichnet das Wissen, der inneren Intelligenz einer Struktur eine optimale sichtbare Ausdrucksform zu verleihen
Das Sanskrit-Wort Sthâpan heißt erstellen oder etablieren, seine indogermanische Wurzel "stha" findet sich in vielen deutschen Wörtern wie in Stabilität, Stadt, Stand, Statue, Statue usw. Die Bedeutung von Veda ist inzwischen allgemein bekannt als "Wissen" oder genauer gesagt als "Wissen vom Naturgesetz".

Vedische Architektur Vedische Architektur ist keine von Menschen erdachte Lehre, sondern das im Naturgesetz selbst enthaltene Wissen, jede Ausdrucksform der Natur - sei es ein Atom, eine Blüte oder das gesamte Sonnensystem - so zu gestalten, dass alles im unendlichen Universum mit allem in harmonischer Verbundenheit existiert.
Sthâpatya-Veda ist das höchstentwickelte System der Formgebung, Anordnung und Ausrichtung der Natur selbst. Das beste Beispiel hierfür ist doch unser eigener Körper, der Tempel unserer Seele. Aufbau und Struktur des menschlichen Körpers, angefangen vom Aufbau der Atome und Zellen, der Organstrukturen bis hin zu Anzahl und Form der Wirbel, Rippen usw., basieren auf den Grundprinzipien des Sthâpatya-Veda. Sthâpatya-Veda ist somit nicht etwa ein indischer Tempel-Architekturstil, auch wenn er für diese angewandt wurde, sondern eine allgemein gültige, universelle Entwurfslehre, mit der in jedem Teil der Welt, egal in welcher Region, jede Art von idealen Formen und Gebäuden in jedem gewünschten Stil so gestaltet werden kann, dass sie nicht nur im Einklang mit den lokalen Gegebenheiten und Traditionen sind, sondern auch mit dem gesamten Universum.

Sthâpatya-Veda hat das Wissen, den Gebäuden Proportionen und Ausrichtungen zu geben, welche dem Individuum Kosmische Harmonie und Unterstützung durch die Natur bringen – für seinen Frieden, seinen Wohlstand und seine Gesundheit.

Die Sonne ist der stärkste Einfluss des Naturgesetzes auf der Erde. Sie erzeugt die täglichen und jahreszeitlichen Rhythmen des Lebens in all seinen Formen. Während die Sonne von Ost nach West über das Firmament zieht, strahlt sie unterschiedliche Qualitäten von Licht aus, welche spezifische Einflüsse in verschiedenen Bereichen eines Hauses erzeugen. Darum sollen Gebäude so entworfen werden, dass diese verschiedenen Lichtenergien den spezifischen Aktivitäten entsprechen, die in den verschiedenen Räumen des Hauses vollzogen werden.
Die unterschiedlichen Funktionen eines Gebäudes wie Küche, Essplatz, Wohnzimmer etc. werden entsprechend den Energiefeldern der Vedischen Geometrie angeordnet.

Es ist sehr wichtig, dass im Gebäude jede Funktion seinen richtigen Platz hat, denn sonst wird man im Esszimmer schläfrig oder bekommt Hunger im Arbeitszimmer. Die meisten Menschen wissen nicht, dass Unglück und Krankheiten aus falscher Orientierung und falscher Anordnung der Räume entstehen können. Die Literatur des Sthâpatya-Veda führt besondere Gesundheitsprobleme auf ganz spezielle Verletzungen von Naturgesetzen zurück. So trägt z.B. die falsche Platzierung der Küche unweigerlich zur Schwächung des Verdauungssystems bei und die falsche Platzierung des Schlafzimmers zu Schlaflosigkeit und chronischer Müdigkeit.

Die Orientierung eines Gebäude nach Osten, zu den belebenden Strahlen der aufgehenden Sonne, beeinflusst nachweislich die Funktionsweise unseres Gehirns.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Zellen des Hypothalamus in der Mitte unseres Gehirns sensibel auf Richtung und Orientierung reagieren. Diese Zellen feuern erst, wenn sich der Körper in eine spezifische – ihnen entsprechende - Richtung dreht.
So beeinflusst die Blickrichtung die gesamte Funktionsweise des Gehirns und damit alle Körperfunktionen. Im Sthâpatya-Veda wird der Eingang eines Gebäudes exakt nach Osten ausgerichtet, da die Energie des Sonnenaufgangs am größten und vitalsten ist. So fördert diese Ausrichtung in hohem Maße Gesundheit und Lebensenergie seiner Bewohner.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Zug oder fahren mit dem Autobus. Wie ist es für Sie am angenehmsten, wenn Sie schräg oder seitlich zur Fahrrichtung sitzen, nach hinten oder nach vorne schauen? Sicherlich nach vorne, in Fahrtrichtung schauend, weil Sie sich dann im Einklang mit der Fahrtrichtung befinden.
Nun, auch die Erde hat eine Fahrtrichtung, die wir daran erkennen, dass jeden Morgen für uns im Osten die Sonne auf- und im Westen wieder untergeht, da die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Wenn wir auf der Erde ein Gebäude etablieren oder errichten wollen, sollte dieses auch "in Fahrtrichtung schauen". Jedes Haus sollte nach Osten ausgerichtet oder orientiert sein, damit die Hausbewohner niemals die "Orientierung verlieren". Das Wort Orientierung kommt von Orient, der Richtung der aufgehenden Sonne, der Lebensspenderin unseres Planeten.
Sonnenblumen wenden sich der aufgehenden Sonne zu.
Vedische Astrologen berechnen ein Horoskop nach der Sternenkonstellation, die zum Zeitpunkt der Geburt genau im Osten über dem Horizont aufgeht
Statistiken zeigen, dass Menschen, die in Häusern mit Osteingang leben, mehr Lebenskraft und Lebensfreude besitzen.

Der Brahmasthân ist der zentrale Ort eines Hauses – die "energetische Mitte". Um ihn ordnen sich alle Räume gemäß ihrer jeweiligen Funktion an. Der Brahma-Sthân repräsentiert den Ort (Sthân) der Ganzheit oder Gesamtheit (Brahm), von dem aus alle Teilbereiche genährt werden.
Jeder Organismus, jedes Atom, jede Zelle hat einen Brahmasthân oder ein Informationszentrum. Genauso wie die DNS des Zellkerns in der Mitte der Zelle die Quelle aller Information für den gesamten Organismus ist, und wie die Sonne im Mittelpunkt unseres Sonnensystems der Ursprung allen Lebens für unseren und die anderen Planeten ist, genauso verbindet der Brahmasthân in der Mitte des Gebäudes alle Räume und seine Bewohner mit Intelligenz und Energie. Er unterstützt die verschiedenen Räume in ihren spezifischen Funktionen und bewahrt gleichzeitig die ganzheitliche Einheit von Haus und Grundstück.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es in den Gehirnzellen winzige "Kompass-Kristalle" gibt, die dem Körper seine Ausrichtung und Platzierung im Raum und in der Umgebung signalisieren. Sthâpatya-Veda unterstützt diese natürliche Tendenz des Gehirns sowohl durch die korrekte Ausrichtung des Gebäudes nach Osten als auch durch die Einrichtung eines Brahmasthâns. So können sich die Bewohner des Hauses immer orientieren und wissen ständig, wo sie sich im Bezug zum Brahmasthan befinden, genauso wie die Sterne immer "wissen", wo sie im Bezug zur Sonne sind.

Wichtigkeit des Zeitpunkts Baubeginn und Einzugstermin werden nach der Geburtszeit des Hausbesitzers berechnet, denn der Zeitpunkt, wann mit der Konstruktion begonnen wird, trägt den Samen der Zukunft des Gebäudes in sich. Auch ein Gebäude wird geboren, wächst, reift und zerfällt normalerweise. Durch Sthâpatya-Veda können wir es über einen langen Zeitraum erhalten.

Symmetrie und lebensunterstützende Maße In der Natur und im Kosmos ist alles richtig proportioniert. Da auch der Mensch seinem Wesen nach "kosmisch" ist, ist jedes Organ im menschlichen Körper nicht nur richtig platziert, sondern auch richtig proportioniert. Jede Abweichung kann Ungleichgewichte und Probleme hervorrufen. Darum gibt es im Maharishi-Stâhpatya-Veda ideale, d.h. vedische oder kosmische Maße und Proportionen, nicht nur für Grundstück und Haus, sondern auch für jedes Zimmer oder Büro, um Konflikte und Probleme zu vermeiden und die Entfaltung des vollen menschlichen Potentials zu fördern. Präzision wird deshalb großgeschrieben, denn der eigentliche Zweck des Vâstu-Vidyâ des Maharishi-Sthâpatya-Veda ist es, eine dauerhafte Verbindung zwischen Mensch und Kosmos herzustellen.

Geordneter Städtebau Im November 1999 ging folgende Meldung über einen der schwersten Wirbelstürme des 20. Jahrhunderts in Südindien durch die Medien:
"Der Fernsehturm brach zusammen, Strommasten fielen um wie Kegel und mächtige Bäume wurden entwurzelt, aber die zahlreichen Tempel der Stadt blieben unversehrt. Zwischen den Ruinen auf allen Seiten stehen die Schreine noch aufrecht. Nicht ein einziges Tempel-Gebäude, deren Mehrheit auf die Zeit zwischen dem sechsten und zwölften Jahrhundert zurückdatiert, wurde beschädigt. An einigen Orten ist selbst bei einer Windgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer die Flagge auf dem Tempeldach nicht fortgeweht worden."

Genau diesen Schutzschildeffekt Vedischer Architektur und Stadtplanung beschreibt Maharishi als Vâstu-Effekt in Anlehnung an den Meissner-Effekt der Quantenphysik, der ein ausgezeichnetes Beispiel für die Unbesiegbarkeit der Natur ist. Er zeigt, dass die Fähigkeit, störenden Einflüssen zu widerstehen und Ordnung aufrechtzuerhalten, auf einem kohärenten Kollektivverhalten des Systems beruht.
Wird beispielsweise in einer Stadt jedes Haus im Einklang mit dem Naturgesetz erbaut, dann entsteht durch den hohen Ordnungsgrad eine innige Verbindung zwischen menschlicher Intelligenz und Kosmischer Intelligenz, die in einer solchen Vâstu-Stadt zu einem ungewöhnlich hohen Maß an Harmonie und Unbesiegbarkeit führt.
Dieses Prinzip aus der Physik, dass innere Ordnung und Kohärenz störende Einflüsse abwehren, entspricht in der Städteplanung dem Maharishi-Vâstu-Effekt.

In einem gewöhnlichen elektrischen Leiter bewegen sich Elektronen in inkohärenter, ungeordneter Weise und lassen deshalb ein Magnetfeld von außen in diesen eindringen. In einem Supraleiter dagegen verhindert das kollektiv-kohärente Fließen der Elektronen spontan, dass ein Magnetfeld von außen eindringt.
In einer gewöhnlichen Stadt verlaufen die Straßen in allen möglichen Richtungen und verursachen dadurch chaotische Orientierungen der Gebäude. Dies führt zu Chaos, Problemen und Verletzung der Naturgesetze im Leben von Mensch und Gesellschaft, sowohl bei den Individuen als auch in der Gesellschaft.
Im Vâstu-Plan einer idealen Stadt verlaufen alle Straßen um einen zentralen Platz von Ost nach West und von Nord nach Süd. Dies schafft automatisch Ordnung, Kohärenz und Unterstützung durch die Naturgesetze.


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