The Work bei Arbeitsstress

Michaela Himmel

Die Amerikanerin Byron Katie hat 'The Work' entwickelt, eine einfache Methode, die aus vier Fragen und einer Umkehrung besteht. The Work kann unsere Sichtweise radikal verändern und uns Erleichterung bei Leiden aller Art verschaffen – ob geistiger, emotionaler oder körperlicher Natur.


Oftmals machen wir uns
den Stress selbst durch
unsere eigenen Gedanken
und Gefühle

Byron Katie sagt: "Ein Gefühl, das mir Stress verursacht, entsteht aus dem 'Anhaften' an eine Überzeugung." Sie lädt uns ein, ein belastendes oder unangenehmes Gefühl mithilfe von The Work zu untersuchen und festzustellen, dass sich das Gefühl verändert – "Ordnung tritt an die Stelle von Chaos".

Die vier Fragen lauten:
1) Ist das wahr?
2) Kann ich wirklich wissen, dass das wahr ist?
3) Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken denke??
4) Wer oder was wäre ich ohne diesen Gedanken?

Abschließend kehren Sie den Gedanken um, indem Sie Ihren Namen anstelle des anderen einsetzen (s. Beispiel).

Bei The Work geht es darum, dass wir in uns hineinhören und Satz für Satz jeden Gedanken – jedes Gefühl – anhand der vier Fragen untersuchen.

Ein Beispiel bei Arbeitsüberlastung Das unangenehme Gefühl könnte z.B. wie folgt formuliert werden:
"Mein Chef sollte mir nicht so viel Arbeit aufladen und mich damit allein lassen."

Ist das wahr?
Seien Sie ganz still. Lassen Sie die Frage in Ihr Herz sinken und warten Sie auf die Antwort. Können Sie in letzter Konsequenz wissen, wie sich Ihr Chef verhalten sollte?
Wie sieht die Realität aus? Lädt er ihnen tatsächlich so viel Arbeit auf?
Überlegen Sie noch einmal sorgfältig. Kann Ihr Chef wissen, dass Sie überlastet sind? Sind Sie wirklich allein oder gibt es Auswege?

Kann ich wirklich wissen, dass das wahr ist?
Seien Sie still, während Sie nach innen hören. Erfahren Sie Ihre eigene Weisheit.

Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken denke?
Was habe ich davon, an dieser Meinung festzuhalten? Wie fühle ich mich damit und wie verhalte ich mich meinem Chef gegenüber, wenn ich so denke?
Was passiert, wenn ich denke: "Mein Chef sollte mir nicht so viel Arbeit aufladen" und er tut es doch?
Ich empfinde Wut, Stress und Frustration. Diese Empfindungen fühlen sich nicht gut an. Meinem Chef gegenüber verhalte ich mich angespannt und zeige, dass ich sauer bin.
Gibt es einen friedvollen Grund, an diesem Gedanken weiter festzuhalten?
Nicht wirklich ... ich würde ihn ja gerne loslassen.

Wer oder was wäre ich ohne diesen Gedanken?
Wie sähe die Situation ohne diesen Gedanken aus?
Ohne diesen Gedanken, diese Überzeugung, würde ich mich freier, leichter und freudvoller fühlen. Bin ich bereit, ihn loszulassen? Vielleicht sollte ich mal mit meinem Chef über die Situation sprechen und ihm sagen, dass ich mich überlastet fühle. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung.

Die Umkehrung Wenn in Ihnen ein Gedanke auftaucht wie z.B.: "Ich bin wütend auf meinen Chef, weil er mir zu viel Arbeit auflädt und mich damit allein lässt", dann lautet die Umkehrung: "Ich bin wütend auf mich selbst, weil ich mir zu viel Arbeit auflade (oder aufladen lasse) und mich damit allein lasse." Und eine weitere Umkehrung könnte lauten: "Ich bin wütend auf mich selbst, weil ich anderen (z.B. meinem Ehemann, dem Gärtner oder der Putzfrau) zu viel Arbeit auflade und sie damit allein lasse."
Es ist möglich, dass Sie mehr als nur zwei oder drei Umkehrungen finden, die alle genauso wahr oder wahrer sind als Ihre ursprüngliche Aussage. Gehen Sie jedes Mal, wenn Sie eine Umkehrung gemacht haben, nach innen. Seien Sie still und fühlen Sie die Umkehrung.

Weitere Beispiele Der Gedanke "XY sollte mich verstehen." wird umgekehrt zu: "Ich sollte ihn verstehen." Und: "Ich sollte mich selbst verstehen." Vielleicht sogar: "Ich sollte verstehen, warum er mich nicht versteht."
"Meine Freundin sollte mich häufiger anrufen." wird umgekehrt zu: "Ich sollte sie häufiger anrufen." Oder: "Ich sollte häufiger Zwiegespräche mit mir selbst führen/mir mehr Zeit für mich selbst nehmen."

Die Umkehrungen sind Ihr persönliches Rezept für Frieden, Gesundheit und Glück. Probieren Sie es selbst ...


"Katie-ismen"

"Ich weiß es nicht" ist meine Lieblingshaltung. Es ist die einzig wahre Haltung.

Kommen Sie einfach immer weiter zu sich "nach Hause". Sie sind die Person, auf die Sie gewartet haben.

Stellen Sie sich selbst alle Fragen, die Sie einen Lehrer fragen möchten, und warten Sie auf die Antwort in Stille.

Es gibt keine körperlichen Einschränkungen – nur gedankliche.

Wenn ich ein Gebet hätte, dann wäre es dies: "Lieber Gott, bewahre mich vor dem Verlangen nach Liebe, Anerkennung und Wertschätzung."

Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu mögen – das ist meine Aufgabe.

Ich schaffe mir mein eigenes Leiden – allerdings nur alles davon.

Ich lasse meine Konzepte nicht los – ich begegne ihnen mit Verständnis. Dann lassen sie mich los.

Mangelnde Klarheit ist das einzige Leiden.

(entnommen aus: The Work of Byron Katie, hrsg. von The Work Foundation, Inc.)


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