Naturkosmetik & Körperpflege

Hans-Peter Lindemann

Gerade in der heutigen Zeit, in der wir ständig Beeinträchtigungen durch äußere Einflüsse ausgesetzt sind, ist die innere Gesundheit so wichtig für unser Wohlbefinden – für die Harmonie von Körper, Geist und Seele. Dieses Wohlbefinden fängt beim täglichen Essen an und setzt sich in der Körperpflege fort.

Körperpflege beschäftigt die Menschen schon seit Jahrtausenden. Man denke nur an die "Königin von Saba" oder an "Cleopatra", die mit ihrer Ausstrahlung seit jeher die Menschen begeisterten. Eine gesunde und attraktive Ausstrahlung ist immer mit der Körperpflege und der Vitalität verbunden. Ein gesunder Mensch "strahlt" diese Gesundheit auch über seine Schönheit aus. Ein kranker Mensch kann noch so viele Anstrengungen unternehmen - seine Ausstrahlung wird immer durch seine Krankheit beeinträchtigt.

Deshalb ist auch in unserer heutigen modernen Zeit die innere Gesundheit mit ausschlaggebend für die äußere Gesundheit – sprich für unsere Ausstrahlung, Schönheit, Eleganz und Ästhetik. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir ständig durch verschiedene äußere Einflüsse beeinträchtigt werden, ist die innere Gesundheit so wichtig für unser Wohlbefinden – für die Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Dieses Wohlbefinden fängt beim täglichen Essen an und setzt sich in der Körperpflege fort. Leider ist es vor allem in Deutschland vielen Menschen nicht so wichtig, wie sie sich ernähren. Man muss kein Moralapostel sein, um gravierende Missstände in der Qualität unserer Lebensmittel festzustellen. Vom verseuchten Fleisch über minderwertige Eier bis hin zum zwar optisch schönen Gemüse, welches inhaltlich jedoch nichts mehr zu bieten hat, lässt sich die Liste qualitativ minderwertiger Lebensmittel beliebig verlängern.

Wie schon der Name "Lebens"mittel sagt, essen wir täglich Produkte, die uns eigentlich am Leben erhalten sollen. Warum sparen wir eigentlich an dem, was uns am wichtigsten sein sollte? Was nützt uns das große Auto in der Garage, wenn es mit uns gesundheitlich bergab geht?

Eigentlich ist es doch so einfach, sich gut und gesund zu ernähren, wenn wir mehr auf die Herkunft und Qualität schauen und nicht nur auf den Preis. Ein gutes Lebensmittel, wie z.B. ein qualitativ hochwertiges, kaltgepresstes Olivenöl, zeigt uns auch aufgrund wissenschaftlicher Analysen, dass die Bevölkerung in den mediterranen Ländern unter weitaus weniger Herzkrankheiten leidet als die Menschen in Deutschland, Japan und den USA. So gibt es im Bereich der Pflanzenöle eine enorme Vielfalt an wahren Energieträgern, die zweifelsohne der Gesundheit und der Körperpflege zugute kommen. Nahezu berühmt sind inzwischen in diesem Bereich das altbekannte Schwarzkümmelöl, das Nachtkerzen- und Borretschöl, das fast in Vergessenheit geratene Hanföl, nicht zu vergessen das Leinöl und ... und ... und ... Alle diese Öle haben unterschiedliche Anteile an wertvollen ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht von alleine bilden kann und die deshalb von außen zugeführt werden müssen. Alpha-Linolensäure zählt zu den kostbarsten Fettsäuren überhaupt. Sie stärkt das Abwehrsystem immens und sichtbar. Nicht zu vergessen die vielen fettlöslichen Vitamine A, D und E.

Eine tägliche Einnahme von nur einem halben bis einem ganzen Teelöffel reicht vollkommen aus, um dem Körper die wertvollen Fettsäuren zuzuführen. Auch das Sanddornfruchtfleischöl machte in letzter Zeit von sich reden. Durch seinen hohen Anteil an Beta-Carotinen belegt es die freien Radikale, so dass man ohne weiteres auch von einer Krebs-Vorsorge sprechen kann. Zudem ist es ein ausgesprochenes Schönheitsmittel von innen heraus, da es z.B. bei einer regelmäßigen Einnahme, beginnend zwei Wochen bevor man sich im Urlaub in die Sonne legt, die Haut vor der schädlichen UV-Strahlung schützt und pflegt - und dadurch das Risiko eines Sonnenbrandes oder Hautkrebses wesentlich verringert.

Hier kommen wir nun in den direkten Bereich der äußeren Körperpflege, die heutzutage noch wesentlich an Gewicht zugenommen hat gegenüber früheren Jahrhunderten. Durch die immer stärker werdende Verschmutzung der Luft, des Bodens und des Wassers ist eine schützende Kosmetik unumgänglich. Das schöne an einer richtigen Naturkosmetik ist wohl die allumfassende Komplexität der natürlichen Rohstoffe.

Auf dem großen Markt der Kosmetik gibt es eine Vielzahl von Produkten, die es dem Verbraucher erschweren, sein eigenes, individuelles, für die jeweilige Person am besten geeignete Pflegeprodukt zu finden.

Vieles schmückt sich mit dem Titel "Naturkosmetik" – aus der Natur für den Menschen. Schaut man aber etwas genauer hin - und inzwischen ist es Pflicht, die Inhaltsstoffe zu deklarieren - glaubt man als Normalbürger, im Chemielabor gelandet zu sein. Und macht man sich die Mühe, noch weiter zu forschen, was sich hinter dem jeweiligen chemischen Begriff verbirgt, so packt einen häufig das kalte Grausen. Bei einer sogenannten Lotusblütencreme ist meist nur noch der Name phantasievoll, der Inhalt hat oftmals nichts mehr mit Natur und "natürlich" zu tun - geschweige denn, dass kein Quentchen an Lotusblüten darin zu finden ist. In Millionenauflage hergestellt, braucht so manche Creme und Lotion nicht mal mehr einen Konservierungsstoff, da die Rohstoffe sowieso synthetisch und chemischen Ursprungs sind und von sich aus schon bis ins Jahr 3.000 halten.

Ein beliebter Rohstoff ist z.B. das Paraffinöl. Billig und aus Erdölabkömmlingen hergestellt, ist es in vielen Kosmetika zu finden; von den synthetischen Emulgatoren ganz zu schweigen. Falls doch ein paar natürliche Rohstoffe in Verbindung mit Wasser enthalten sind, dürfen auch die Konservierungsstoffe nicht fehlen. Denn diese garantieren, verbunden mit einer hohen Produktionsauflage, eine Konservierung der Kosmetik und somit eine fast unbegrenzte Haltbarkeit. Nicht zu vergessen die Farb- und Duftstoffe. Eine alte Weisheit aus dem Fernen Osten lautet: "Ein Tag ohne Duft ist ein verlorener Tag". Ob man diese Aussage auch heute noch treffen kann, ist allerdings zweifelhaft, da wir überall mit Düften konfrontiert werden. Dies ist ja im Grunde nicht verwerflich, doch zum größten Teil sind diese Düfte synthetischen Ursprungs. Ob auf der Rolltreppe im Kaufhaus, im Waschmittel, in der Kosmetik, im Tee, im Joghurt usw. – überall treten verstärkt Düfte in Erscheinung, die ursprünglich überhaupt nichts mit dem Duft gemeinsam haben, den sie dem Namen nach vertreten. Es handelt sich um im Labor zusammengestellte Duftkompositionen und Aromen ohne jeglichen natürlichen Anteil an dem Duft, der dem Verbraucher suggeriert werden soll. Zu diesen fürchterlichen Labor-Düften zählen vor allem die billigen Produkte wie Maiglöckchen, Flieder, Apfel, Opium , Moschus etc.

Ein weiterer kritischer Aspekt ist auch das Testen von synthetischen Rohstoffen an Tieren. Für das neue Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 25 müssen, um die Verträglichkeit zu testen, viele Tiere leiden. Tausende und Abertausende von Tieren werden jährlich "verbraucht", um die Wirksamkeit neuer Entdeckungen in der Kosmetikindustrie zu testen. Wenn der Verbraucher sehen würde, welchem Leid die Tiere dadurch täglich ausgesetzt sind, ist es fraglich, ob er die Creme dann noch mit Genuss anwenden könnte.

Doch wo Schatten fällt ist auch Licht. So haben sich in den letzten Jahren einige zumeist kleine Hersteller etabliert, die in kleiner Auflage noch echte Naturkosmetik machen. Diese arbeiten zumeist nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes und verwenden natürliche Rohstoffe, die soweit wie möglich aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. So ermöglicht es echte Naturkosmetik, Körperpflege bewusst zu genießen.


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