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Vollwerternährung
Seit Beginn der Industrialisierung haben sich die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern dramatisch verändert. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die meisten Menschen vom eigenen Anbau bzw. ernährten sich von pflanzlichen, weitgehend unbearbeiteten Lebensmitteln. Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchte gehörten zu den Grundnahrungsmitteln, die in ihrer 'Ganzheit' gegessen wurden.
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Geschichte Die Nahrungsaufnahme gehört zu den elementarsten Grundbedürfnissen des Menschen. Ein Blick in die Entwicklungsgeschichte zeigt, wie die Art der Nahrung schon in der Frühzeit von der Umgebung und den Lebensbedingungen des Menschen abhängig war. Über Millionen von Jahren haben sich die Menschen über fast alle Entwicklungsphasen hinweg fast ausschließlich von pflanzlicher Kost ernährt. In der Jäger– und Sammlerzeit haben sie auch Fleisch verzehrt. Sie wurden deshalb als Gemischtkost– oder Allesesser mit überwiegend pflanzlicher Kost bezeichnet. Die evolutionsgemäße Kost bedeutet deshalb für alle Menschen (Ausnahme Eskimos und Massai) der Erde eine gemischte, überwiegend pflanzliche Kost. Seit Beginn der Industrialisierung (ab ca. 1820 in England, ab 1850 in Deutschland) haben sich die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern dramatisch verändert. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die meisten Menschen vom eigenen Anbau bzw. ernährten sich von pflanzlichen, weitgehend unbearbeiteten LEBENSmitteln. Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchte gehörten zu den Grundnahrungsmitteln, die in ihrer "Ganzheit" gegessen wurden. Mit Justus von Liebig (Chemiker 1803 – 1873) und anderen hat die chemisch-analytische Betrachtungsweise große Bedeutung erlangt. Dies führte zu einer Überbewertung einzelner Stoffe in unserer Nahrung. Damit trat die ganzheitliche Sicht stark in den Hintergrund.
Entwicklungsgeschichtlich betrachtet stellen die letzten 200 Jahre einen unbedeutend kurzen Zeitraum dar. Für uns Menschen war die Zeit allerdings zu kurz, um die aufgetretenen Gesundheitsschäden durch Anpassung abzufangen. Es stellt sich heute gerade in den Industrienationen die Frage: Begründer Schon Hippokrates sagte über die Entstehung von Krankheiten: Paracelsus (Arzt und Naturforscher, 1493 – 1541) sagte: In der Neuzeit entdeckte der Schweizer Arzt MAX BIRCHER–BENNER (1867–1939) die Heilkraft der unerhitzten Pflanzenkost. Diese Heilwirkung konnte er an Patienten in seinem eigenen Krankenhaus belegen. Er sagte: "In den Frischgemüsen birgt sich eine viel zu wenig bekannte, erstaunliche Heilkraft gegen ein ganzes Heer der verbreitetsten Krankheiten. Mit den rohen Früchten zusammen bilden die Rohgemüse die einzig dastehende Heilnahrung." Die Zahnärzte DR. JOHANN SCHNITZER (Aktion Mönchweiler 1963-1969 in Schwarzwald) und Dr. Roos (Forschungen im Gomsertal, 1914-1930), beide Schweiz, sowie Dr. PRICE (1870 – 1948), Ohio, haben unabhängig voneinander eindeutig den Zusammenhang zwischen Ernährung und Zahngesundheit bzw. allgemeinem Gesundheitszustand belegt. PROF. DR. WERNER KOLLATH (Arzt, Hygieniker, Ernährungsforscher,1892–1970) hat durch jahrelange Fütterungsversuche mit Kleintieren den wissenschaftlichen Beweis für die Beobachtungen von Bircher–Benner erbracht. Er hat festgestellt, dass es in der Wirkung auf den Organismus von großer Bedeutung ist, ob Eiweiß erhitzt (d.h. zerstört, denaturiert) oder unerhitzt (unter 40° C, lebendig, nativ) gegessen wird. Die Gesundheitsschäden der mit denaturiertem Eiweiß gefütterten Versuchstiere waren vergleichbar mit den Zivilisationsschäden der Menschen heute. Aufgrund dieser bahnbrechenden Erkenntnisse kam Prof. Kollath zur wichtigsten Forderung in der Vollwerternährung: "Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich." DR. MAX OTTO BRUKER (Arzt für innere Medizin und Buchautor; 1909-2001) hat 60 Jahre lang die Erkenntnisse der o.g. Forscher in Kliniken und eigener Praxis erfolgreich umgesetzt. Er gründete 1978 die "Gesellschaft für Gesundheitsberatung (GGB)", ein gemeinnütziges Verbraucherforum, das unabhängig von wirtschaftlichen Interessen über Gesundheitsfragen aufklärt. Dort werden auch GesundheitsberaterInnen ausgebildet und Fortbildungen für Ärzte angeboten. Sein wichtigstes Ziel war es, "ursächliche Heilbehandlung statt symptomatischer Linderungsbehandlung" zu betreiben. Erst wenn die wahren Ursachen einer Erkrankung bekannt sind, kann echte Heilung beginnen. Nach Dr. Bruker gibt es drei Bereiche, in denen Ursachen für die Entstehung von Krankheiten zu finden sind:
Dr. Bruker nennt folgende ernährungsbedingte Krankheiten:
Die ernährungsbedingten Krankheiten haben ihre Ursache in jahrelanger Fehlernährung mit vitalstoffarmer Zivilisationskost. Vitalstoffe sind lebenswichtige Wirkstoffe, die für die optimale Verwertung der Nahrung in unserem Körper notwendig sind. Sie müssen sowohl in ausreichender Menge als auch im richtigen Verhältnis zueinander vorhanden sein. Die oben genannten Zivilisationskrankheiten sind im strengen Sinne nicht mehr heilbar, da sie zu ihrer Entstehung Jahrzehnte benötigten. Wenn die Krankheit ausbricht, ist damit auch das Endstadium der Krankheit erreicht. In diesem Stadium der Erkrankung ist lediglich zu erreichen, dass das Fortschreiten verlangsamt wird oder zum Stillstand kommt. Viele andere Forscher belegen ebenfalls - mit unterschiedlichen Schwerpunkten und unabhängig voneinander - die Notwendigkeit einer natürlichen Ernährung. Zum Beispiel PROF. DR. rer.nat. CLAUS LEITZMANN (Jahrgang 1933): Nach dem Studium der Chemie, Mikrobiologie und Biochemie promovierte er in den USA. Es folgten Forschungstätigkeiten in den USA und eine Tätigkeit als Gastdozent und Laborleiter in Thailand. Seit 1974 ist er am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Ernährungsprobleme in den Entwicklungsländern, Vegetarismus, Ballaststoffe, immunologische Aspekte der Ernährung, Vollwerternährung, Ernährungsökologie. Weitere Forscher mit dem Schwerpunkt "natürliche Ernährung": Methode bzw. Idee und Erklärung der Wirkung Die Ursache aller ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten liegt im Grunde an einem chronischen Vitalstoffmangel. Die menschlichen Eingriffe bei der Lebensmittelverarbeitung, wie z.B. Erhitzen, Konservieren, Sterilisieren, Präparieren und andere sog. Veredelungsprozesse zerstören die Lebendigkeit der Nahrung. Durch den Mangel an Vitalstoffen können aber die konzentrierten Nährstoffe (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate) nicht richtig verwertet werden. Der Körper kann mit dieser Art Nahrung seine vielfältigen Aufgaben nicht mehr optimal erfüllen und reagiert mit Krankheitssymptomen. Die Wirkung der vitalstoffreichen Vollwertkost beruht auf der Umsetzung des Leitsatzes von Prof. Kollath für die Auswahl von Lebensmitteln: "Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich".
Nahrungsmittel haben keine Eigenfermente und lassen keinen eigenen Stoffwechsel erkennen.
Anwendungsbereiche Mit der vitalstoffreichen Vollwertkost kann jedermann (frau) sofort beginnen.
Durchführung Die folgenden Empfehlungen zur Durchführung beruhen auf über 50 Jahren Praxiserfahrung von Dr. Bruker: Vier Speisen sollten Sie meiden:
Säfte gehören außerdem zu den Nahrungsmitteln, die für sich alleine genossen evtl. gut vertragen werden, aber zusammen mit Vollwertkost diese unverträglich machen können. Dr. Bruker hat das Problem der "Unverträglichkeit" von Vollwertkost sehr eingehend in klinischen und ambulanten Untersuchungen erforscht. Er hat festgestellt, dass es Nahrungsmittel gibt, die nicht zu den Lebensmitteln im Rahmen einer vitalstoffreichen Vollwertkost passen. Je nach Krankheitsbild und individueller Empfindlichkeit können bei falscher Zusammenstellung der Kost Beschwerden auftreten (z.B. Völlegefühl, Aufstoßen oder sog. Blähungen). Ob eine Nahrung vertragen wird oder nicht, hängt also immer von der Gesamtnahrung ab. Die Kombination von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln mit natürlichen Lebensmitteln kann Unverträglichkeiten schaffen. Besonders für Magen-Darm-Empfindliche kommt es auf die richtige Kombination der Speisen an. Für sie gilt das strikte Meiden der folgenden Speisen:
Die Umstellung auf vitalstoffreiche Vollwertkost gelingt bei Beachtung der Empfehlungen problemlos. Je konsequenter die Empfehlungen beachtet werden, desto weniger Umstellungsprobleme gibt es. Vier Speisen sollten Sie täglich essen:
Fleisch, Fisch, Wurstwaren, Milchprodukte und Eier spielen eine untergeordnete Rolle. Sie sollen eher selten verzehrt werden. Bei bestimmten Erkrankungen muss das tierische Eiweiß sogar ganz gemieden werden. Risiken/Kritik Bei Beachtung der Empfehlungen bestehen keinerlei Risiken. Die vitalstoffreiche Vollwertkost enthält durch die Vielzahl der natürlichen Lebensmittel und die Abwechslung im Speiseplan alle notwendigen Nähr- und Vitalstoffe im optimalen Verhältnis. Kritik an der dargestellten Ernährungsform kommt häufig von Menschen, die sich noch nicht so lange mit Ernährungsfragen beschäftigen. Dr. Bruker hat die Richtigkeit seiner Aussagen in 60 Jahren ärztlicher Tätigkeit belegen können und über 50.000 oft schwerkranke Patienten damit behandelt. Empfehlung/Eignung Ich selbst ernähre mich seit etwa zehn Jahren mit dieser Kostform. Unsere beiden Kinder (4 und 6 Jahre alt ) wachsen selbstverständlich mit überwiegend natürlicher Nahrung auf und gedeihen prächtig dabei. Wir wollen nicht mehr auf den guten Geschmack der Speisen verzichten und können die vitalstoffreiche Vollwertkost aus eigener Erfahrung sehr empfehlen.
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