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Einführung: Makrobiotik

Michaela Himmel

Die Makrobiotik (übersetzt 'Großes Leben') ist eine Ernährungsform, die ihre Wurzeln in der Philosophie des Zen-Buddhismus hat und die sich am fernöstlichen Yin-Yang-Prinzip orientiert. Die Polaritäten, die sich in dem Symbol von Yin und Yang widerspiegeln, werden in der Makrobiotik auch auf die Nahrung übertragen, das heißt beide Energien sollen in der Ernährung gleichmäßig vorhanden sein. Die Ernährung gilt als wichtiger Faktor, um den Menschen im Gleichgewicht mit dem Energiefluss zu halten.

Die Makrobiotik (übersetzt "Großes Leben") ist eine Ernährungsform, die ihre Wurzeln in der Philosophie des Zen-Buddhismus hat und die sich am fernöstlichen Yin-Yang-Prinzip orientiert. Demnach besteht alles Leben aus einer Spannung zwischen zwei Gegensätzen, die Yin und Yang genannt werden. Yin wird als Energie dem weiblichen und Yang dem männlichen Prinzip zugeordnet. Die Polaritäten, die sich in dem Symbol von Yin und Yang widerspiegeln, werden in der Makrobiotik auch auf die Nahrung übertragen, das heißt beide Energien sollen in der Ernährung gleichmäßig vorhanden sein. Die Ernährung gilt als wichtiger Faktor, um den Menschen im Gleichgewicht mit dem Energiefluss zu halten; sie ist die Grundlage der Harmonie zwischen Yin und Yang. Eine gleichrangige Bedeutung kommt neben der physiologischen Seite der geistigen Ebene zu: Makrobiotik ist nicht nur eine praktische Lebensweise, sondern auch eine Weltanschauung, die zu größerer Offenheit, Flexibilität und verfeinerter Wahrnehmung führen soll.

Geschichte/Begründer Der Japaner George Ohsawa (1893 – 1966) hat die beiden grundlegenden Prinzipien oder Polaritäten, die in dem Symbol von Yin und Yang zum Ausdruck kommen, als erster auf die menschliche Nahrung übertragen. Die ursprüngliche Form der Makrobiotik Ohsawas gipfelte in der Forderung, sich ausschließlich von möglichst naturbelassenem Getreide zu ernähren. Michio Kushi, ein Schüler Ohsawas, modernisierte den makrobiotischen Speiseplan und passte ihn an westliche Ernährungsgewohnheiten an, wodurch sich die Makrobiotik zu einer ausgewogeneren, vollwertorientierten Kost entwickelte.

Methode bzw. Idee und Erklärung der Wirkung Nach Ansicht der Makrobioten gilt es, bei der Ernährung wie im übrigen Leben Extreme zu vermeiden. Im Rahmen der makrobiotischen Ernährung werden alle Nahrungsmittel in die zwei Kategorien Yin und Yang aufgeteilt. Ein stabiles Gleichgewicht kann aufrechterhalten werden, wenn man überwiegend Lebensmittel zu sich nimmt, die mäßig yin- und yang-geprägt sind. Die verzehrten Lebensmittel sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und so dem Grundgedanken des Zen-Buddhismus Rechnung tragen, der besagt, dass ein ausgeglichenes Leben nur dann möglich ist, wenn alle Dinge gleichgewichtig verteilt sind. Entsprechend wird die Makrobiotik auch als "Weg der Mitte" interpretiert, der Ausgewogenheit ermöglichen und ein Gleichgewicht zwischen körperlicher und geistiger Energie herstellen soll.

Durchführung Die Makrobiotik legt den Schwerpunkt auf pflanzliche Nahrungsmittel. Naturbelassenheit ist oberstes Gebot, das nicht nur die Nahrungsmittel betrifft, sondern auch Töpfe und Kochmethoden mit einbezieht. Gut die Hälfte der makrobiotischen Kost sollte aus Naturreis und anderem Vollgetreide bestehen. Gemüse ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Mahlzeiten. Rohkost gehört durchaus zur makrobiotischen Küche, die meisten Speisen werden jedoch erhitzt, wobei schonende Garmethoden bevorzugt werden. Auf Milchprodukte wird verzichtet. Sojaprodukte und Seitan (Weizenfleisch) sind die bedeutendsten Eiweißquellen in dieser zumeist fleischlosen Kost. Auch Algen runden die makrobiotischen Mahlzeiten ab. Beim Thema "Trinken" vertritt die ursprüngliche Makrobiotik eine von den gängigen Ernährungslehren abweichende Position: Getrunken werden soll nur, wenn man Durst verspürt. Die meisten Vertreter der makrobiotischen Lehre halten diese alte Devise, die dazu führen kann, dass man nur wenig trinkt, allerdings für überholt. Obwohl die Makrobiotik ohne Verbote auskommt, also etwa keinen generellen Vegetarismus predigt, rät sie zu Vorsicht und Zurückhaltung bei den tierischen Produkten (Fleisch, Käse, Eier), weil diese extrem yang-betont sind. Das gilt auch für Salz und auf der anderen Seite für extrem yin-betonte Nahrungsmittel wie z.B. Zucker, Honig, schwarzer Tee, Alkohol, tropische Früchte, Kuhmilch und scharfe Gewürze. Der regelmäßige Verzehr von solchen extremen Nahrungsmitteln verhindert eine Ausgeglichenheit und führt nach der makrobiotischen Lehre langfristig zu Krankheit.

Risiken/Kritik Kritiker der makrobiotischen Ernährung warnen häufig vor einer möglichen Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen; hier wird insbesondere auf einen möglichen Vitamin B12- und Vitamin D-Mangel hingewiesen. Auch sei die makrobiotische Kost insgesamt zu eiweißarm.

Empfehlung/Eignung Als positiv werden die hohe Ballaststoffzufuhr, der sehr eingeschränkte Verzehr von Fett und Zucker und der Alkoholverzicht betrachtet. Makrobiotische Ernährung sollte auf der Basis einer sehr sorgfältigen und ausgewogenen Nahrungsmittelauswahl erfolgen. Als Dauerkost sollten bei dieser Ernährungsweise Wege berücksichtigt werden, eventuelle Nährstoffdefizite auszugleichen bzw. ihnen vorzubeugen. Die Lebensmittel sollten aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen. Für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder wird empfohlen, die makrobiotische Ernährung nicht allein zu praktizieren, sondern einen Ernährungsberater hinzuzuziehen.


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