Einführung: Trennkost

Michaela Himmel

Trennkost beruht auf einem relativ einfachen Prinzip: der konsequenten Einteilung aller Nahrungsmittel in drei Gruppen, nämlich in eiweißreiche, neutrale und kohlenhydratreiche Lebensmittel. Die zwei wichtigen Grundregeln der Trennkost besagen, dass erstens Eiweiße und Kohlenhydrate getrennt verzehrt werden sollen, und zweitens das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper stabil gehalten werden soll.

Trennkost beruht auf einem relativ einfachen Prinzip: der konsequenten Einteilung aller Nahrungsmittel in drei Gruppen, nämlich in eiweißreiche, neutrale und kohlenhydratreiche Lebensmittel. Die zwei wichtigen Grundregeln der Trennkost besagen, dass erstens Eiweiße und Kohlenhydrate getrennt verzehrt werden sollen, und zweitens das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper stabil gehalten werden soll. Das heißt, dass entweder Lebensmittel der Eiweißgruppe mit denen der neutralen Gruppe kombiniert werden oder aber Lebensmittel der Kohlenhydratgruppe mit neutralen Lebensmitteln. Niemals aber dürfen Lebensmittel der Eiweißgruppe mit denen der Kohlenhydratgruppe gemischt verzehrt werden.

Geschichte/Begründer Die Idee stammt von dem amerikanischen Arzt Dr. Howard Hay (1866 – 1940). Er litt an einer schweren Nierenerkrankung, die er mit Hilfe der Trennkost sehr positiv beeinflussen konnte. Der deutsche Arzt Dr. Ludwig Walb machte die Hay´sche Trennkost in abgewandelter Form in Deutschland bekannt.

Methode bzw. Idee und Erklärung der Wirkung Nach Hay kann der Magen nicht gleichzeitig säurebildende und basenbildende Lebensmittel verdauen. Werden Eiweiße und Kohlenhydrate gleichzeitig gegessen, bleiben nach Hay´s Auffassung die Kohlenhydrate unverdaut und vergären im Darm; als Folge bilden sich Abfallprodukte im Körper, die Übergewicht und Krankheiten verursachen. Die getrennte Aufnahme der Nahrung soll mehr Gesundheit und Energie stiften, „Durcheinanderessen“ mache müde und schlapp. Zudem wirke die Trennkost entgiftend und gleiche den Blutzuckerspiegel aus, was nicht zuletzt auch das Körpergewicht positiv beeinflusse.

Durchführung Die Trennkost ist eine überwiegend laktovegetabile Ernährungsform. Sie soll zu 80% aus Basenbildnern (Obst, Gemüse, Salat, Milch, Butter, Joghurt) und zu 20 % aus Säurebildnern (Käse, Fisch, Fleisch, Kartoffeln, Vollkornbrot) bestehen. Als neutral gelten Nüsse, viele Gemüse und Gewürze. Eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel sind zu trennen. Neutrale Lebensmittel können sowohl mit eiweißhaltigen als auch mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden. Morgens sollen überwiegend basenbildende Lebensmittel, mittags Eiweißmahlzeiten und abends kohlenhydratreiche Mahlzeiten gegessen werden. Zwischen den Mahlzeiten werden Abstände von etwa vier Stunden empfohlen.

Risiken/Kritik Kritisiert wird vor allem die Hay´sche These der Unvereinbarkeit von Kohlenhydrat- und Eiweißverdauung, da nahezu alle Naturprodukte Kohlenhydrate und Eiweiße in unterschiedlich großen Anteilen enthielten, in der Natur also keine Nährstofftrennung vorkomme. Auch widersprechen Kritiker dem von Hay behaupteten Gärungsprozess der Kohlenhydrate im Dünndarm. Die Einteilung der Lebensmittel nach ihrem vorwiegenden Nährstoff Kohlenhydrat oder Eiweiß wird teilweise in Frage gestellt: Grünkohl z.B. wird bei Hay als Kohlenhydrat geführt, obwohl er nahezu gleich hohe Anteile an Kohlenhydraten und Eiweißen enthält; Quark wird trotz des hohen Eiweißanteils zu den neutralen Lebensmitteln gezählt. Auch werden gegen die in den inzwischen zahlreichen Varianten der Trennkost zum Teil recht unterschiedlichen Einteilungen der Lebensmittel in die drei Gruppen Einwände erhoben. Darüber hinaus gestalte sich die genaue Einhaltung der Trennkost-Regeln ohne professionelle Hilfe mitunter als schwierig.

Empfehlung/Eignung Neben den Kritikern gibt es viele begeisterte Anhänger der Trennkost, die die deutlich positiven gesundheitlichen Auswirkungen und eine merkliche Gewichtsreduktion loben. Ein weiterer Vorteil wird in dem "Vorsortierungseffekt" gesehen, den die Trennung der Lebensmittel bewirkt: Sie erleichtert dem Verdauungssystem die Arbeit. Eine generelle Empfehlung auszusprechen, scheint unangemessen; auch im Fall der Trennkost sollte eine Eignung individuell ausprobiert werden. Als günstige Ansätze der Trennkost gelten jedoch die Empfehlung, langsam zu essen und die Nahrung gründlich zu kauen, die überwiegend vegetarische Orientierung der Nahrung, der niedrige Fettanteil und die Verwendung natürlicher bzw. naturbelassener Lebensmittel. Da die Trennkost fast immer auf der Basis einer vollwertigen Ernährungsweise angeboten wird, gibt es deutliche Parallelen zur Vollwerternährung.


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