Die Mischung macht´s

Dr. med. Ruediger Dahlke

Bei einer bewussten Ernährung ist zuerst einmal die Mischung der Lebensmittel im richtigen Verhältnis wichtig, meint Ruediger Dahlke. Seine Grundgedanken zum Thema Ernährung erläutert er im Interview.

Was heißt für Sie bewusste Ernährung?

Ruediger Dahlke: Für mich ist das eine Ernährungsart, bei der nicht nur danach gefragt wird, was ist in der Nahrung drinnen, sondern auch wo kommt diese her und wie wurde sie produziert. Bei einer bewussten Ernährung ist zuerst einmal die Mischung der Lebensmittel im richtigen Verhältnis wichtig, also ca. 60% der Kalorien aus Kohlenhydraten, 20% aus Fett und 20 aus Eiweiß. Das heißt also schon mal für viele runter von der Fett- und Eiweißmast.
Als nächstes ist darauf zu achten, dass es sich wirklich um Lebensmittel handelt, die wirklich vollwertig sind, und nicht etwa nur um Nahrung. Hier führt kein Weg an den Biobauern vorbei.
Schließlich ist darauf zu achten, dass die Lebensmittel zu mir passen, dass ich also meinem Typ entsprechend esse, ein Mensch mit geringem Verdauungsfeuer müsste sich also um wärmende Lebensmittel im Sinne der TCM bemühen.

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt – Stichworte Massentierhaltung, Bodenverseuchung, Abholzung der Regenwälder – ist heute unbestritten. Was kann der einzelne tun, um aus diesem Kreislauf auszusteigen bzw. sich (umwelt-)bewusst zu ernähren?

Ruediger Dahlke: Der einzelne kann in Ländern wie Deutschland inzwischen sehr gut seine Versorgung im wesentlichen über Bio-Bauern und Bio-Läden organisieren, wodurch er den Schaden immerhin drastisch minimieren kann, der beim Anbau angerichtet wird. Wenn er sich allerdings anschaut, wie Fleisch bei uns produziert wird, gibt es wenig Auswege. Auch wenn der Mensch biologisch eindeutig ein Allesfresser ist, kann er trotzdem auf Fleisch verzichten. Ich selbst tue das seit Jahrzehnten, ohne dass mir etwas fehlen würde.

Oft widersprechen sich die Aussagen der verschiedenen Ernährungslehren. Was sind Ihre Tipps für "Anfänger", die die für sie "richtige" Ernährung suchen?

Ruediger Dahlke: Bezüglich Tipps für Anfänger würde ich gern auf das Buch "Die Säulen der Gesundheit" verweisen, da es auf knappem Raum die drei wichtigen Punkte leicht verständlich bringt. Da wäre zuerst eine artgerechte Ernährung der richtigen Aufteilung, dann die Vollwertigkeit und schließlich der eigene Typ zu bestimmen, um eine typgerechte individuelle Ernährung zu finden.

Welche "Grundbausteine" gehören für Sie zu gesunder Ernährung?

Ruediger Dahlke: Grundgedanken zur gesunden Ernährung:
Über den Darm wird man nicht heilig, jedenfalls ist bisher kein Fall bekannt geworden.
Vor dem "Was" das "Wie" des Essens, wir haben überwiegend Mahlzähne und sollten Mahlzeit statt Schlingzeit halten.
Ein- bis zweimal im Jahr empfiehlt sich eine Unterbrechung des Essens im Sinne bewussten Fastens. Dabei sollten nicht nur die Rock- und Hosenbünde, sondern vor allem das Bewusstsein weiter werden.
Was ich esse, sollte ich auch von Anfang bis Ende selbst zubereiten können. Wenn mir vor dem Ausweiden eines Tieres graut, könnte ich es auch nicht essen. Wenn ich bei der Herstellung des Ketchups nicht einmal zuschauen kann vor lauter Ekel, sollte ich darauf verzichten.
Keinesfalls sollte ich versuchen, über Ernährung oder Diäten Gewichtsprobleme zu lösen. Dazu ist immer die Seele gefragt.


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