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Die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der fleischorientierten Ernährungsweise
Die Fleischproduktion steigt weiter an. 1997 wurden weltweit 210 Millionen Tonnen Fleisch produziert (1970 waren es erst 170 Mio. Tonnen und 1994 erst 194 Millionen Tonnen). Allein auf die Schweiz entfallen jährlich über 600.000 Tonnen. Mengenmäßig hat das Fleisch den Brotkonsum in der Schweiz (und bestimmt auch in manch anderen Ländern) bereits überholt. Dies hat weltweit enorme ökologische und ökonomische Folgen, die leider bisher viel zu wenig Beachtung fanden.
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Die Fleischproduktion steigt weiter an. 1997 wurden weltweit 210 Millionen Tonnen Fleisch produziert (1970 waren es erst 170 Mio. Tonnen und 1994 erst 194 Millionen Tonnen). Allein auf die Schweiz entfallen jährlich über 600.000 Tonnen. Mengenmäßig hat das Fleisch den Brotkonsum in der Schweiz (und bestimmt auch in manch anderen Ländern) bereits überholt. Dies hat weltweit enorme ökologische und ökonomische Folgen, die leider bisher viel zu wenig Beachtung fanden. Gülle verursacht Waldsterben Neueste wissenschaftliche Untersuchungen weisen eindeutig darauf hin, dass die heutige Massentierhaltung ein Hauptverursacher des Waldsterbens ist. Der Biologe Dr. Hans Mohr schreibt im "Spektrum der Wissenschaft" vom Januar 1994: Zerstörung der Gewässer Ammoniak hat jedoch nicht nur verheerende Auswirkungen auf den Wald, sondern auch auf die Gewässer. Die Überdüngung bewirkt unter anderem ein unnatürlich starkes Wachstum der Algen, die dadurch dem Gewässer den Sauerstoff entziehen. Die heutigen bodenunabhängigen Tierfabriken produzieren eine solche Menge an Gülle, dass dadurch das Grundwasser ernsthaft gefährdet wird. In der Schweiz müssen z.B. der Sempachersee und der Baldeggersee wegen Überdüngung bereits mit riesigen Sauerstoffgebläsen künstlich «beatmet» werden. Über 50 % der Wasserverschmutzung in Europa ist auf die Massentierhaltung zurückzuführen. Das Nitrat aus der Landwirtschaft ist heute schon soweit ins Grundwasser vorgedrungen, dass deshalb bereits einige Mineralwassermarken nicht mehr Trinkwasserrichtwerte erfüllen. In den USA ist der Anteil der Landwirtschaft an der Wasserverschmutzung größer als alle Städte und Industrien zusammen! Übersäuerung des Bodens Ammoniak und Stickoxide (NOX) tragen auch wesentlich zur Übersäuerung des Bodens bei. In den Niederlanden hatte dies bereits 1989 ein solches Ausmaß angenommen, dass sich ein Ministerium mit diesem Problem befassen musste. Das Resultat des niederländischen Instituts für Gesundheit und Umweltschutz: "Das Nitrat aus der Gülle entweicht auch als Ammoniakgas in die Luft; es ist ein Umweltgift, das den sogenannten Sauren Regen und andere säurehaltige Ablagerungen hervorruft. In Holland stammt der größte Teil der Niederschläge von den Ammoniakgasen aus den Kuhställen – sie schaden dem Land mehr als alle Automobile und Fabriken." Treibhauseffekt Für den Treibhauseffekt wurden bisher fast ausschließlich der Verkehr und die Industrie verantwortlich gemacht. Auch hier wurde lange der Einfluss der landwirtschaftlichen Tierhaltung fast gänzlich vernachlässigt. Der Leiter des Wuppertal - Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker, dazu: Ressourcenverschwendung Die Konsumenten, die für die Fleischproduktion verantwortlich sind, sind auch zu einem großen Teil für einen verschwenderischen Umgang mit unseren Ressourcen verantwortlich: Auf der Fläche eines Grundstückes, das benötigt wird, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, könnte man im selben Zeitraum 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln ernten. Auf einem Landstück können folgende Mengen Nahrungsmittel erzeugt werden: In der Schweiz werden rund 67 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Tierhaltung und den Futtermittelanbau verwendet. Seit 1970 wurden über 20 Mio. Hektar der feuchten Tropenwälder in Rinderweiden umgewandelt. Viehweiden bedecken bereits ein Drittel der Landfläche unseres Planeten. Zur Erzeugung von 1 kg Getreide braucht es ca. 100 Liter Wasser. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, braucht es 2.000 - 15.000 Liter Wasser. Nahrungsmittelverschwendung Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7 - 16 kg Getreide oder Sojabohnen. Dies kann ohne weiteres als die effektivste Form von Nahrungsmittelvernichtung bezeichnet werden. Bei der «Umwandlung» von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiß, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Hinzu kommt, dass vom Körper der sogenannten Nutztiere nur ein kleiner Teil tatsächlich das gewünschte Fleisch ausmacht. Beim Rind ist der Gewichtsanteil an Fleisch (ohne Knochen) nur gerade 35%, beim Kalb 39%. Gesundheitliche Auswirkungen Durch das Verlängern der Nahrungskette, indem man pflanzliche Nahrungsmittel zuerst an Tiere verfüttert und dann erst deren Fleisch isst, ergibt sich ein weiterer Nachteil: Im Körper der Tiere summieren sich die Pestizide, Schwermetalle und andere Gifte aus den Futtermitteln. Dies hat zur Folge, dass z. B. der Pestizidgehalt im Fleisch ca. 14 mal höher ist als in pflanzlichen Nahrungsmitteln, bei Milchprodukten ist er 5,5 mal höher. Der massenhafte Konsum von tierischen Produkten hat in den letzten Jahrzehnten so stark zugenommen, dass auch die gesundheitlichen Nachteile einer solchen Ernährung jetzt offensichtlich werden: Bluthochdruck, Herz- Kreislauferkrankungen, Rheuma, Gicht, Neurodermitis und einige Krebsarten sind nur einige der sogenannten Zivilisationskrankheiten, von denen man weiß, dass der Konsum von tierischen Produkten ein Hauptauslöser ist. Die früher oft gehörte Behauptung, dass der Mensch Fleisch brauche, um gesund zu bleiben, ist übrigens von der Wissenschaft längst widerlegt worden und wird nur noch von einzelnen Fleisch- Wirtschaftsvertretern geäußert. Ökonomie Wie ist es möglich, dass trotz der oben beschriebenen immensen Nachteile einer fleischorientierten Gesellschaft der Fleischkonsum weltweit weiterhin ansteigt? Neben einigen psychologischen und sozialen Gründen, die meist durch die Werbung hervorgerufen werden (Fleisch gibt Kraft etc.), ist ein weiterer Aspekt kaum zu unterschätzen: das Geld. Auf den ersten Blick scheint dies ein Widerspruch, denn unter normalen Umständen müsste ein Wirtschaftszweig, der auf die Vernichtung von Nahrungsmitteln und Ressourcen programmiert ist, längst von selbst zusammenbrechen. Die Kosten, die die heutige Fleischproduktion weltweit verursacht, stehen längst in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu ihrem Nutzen. |


