Was heißt für Dich "gesund leben"? Axel de Schrevel: Gesund zu leben heißt für mich in erster Linie, immer aufmerksam mit allen Meldungen meines Körpers umzugehen, keine zu ignorieren und ihm möglichst alles zu geben, was er braucht. Also außer gesunder Ernährung in vernünftigen Mengen auch die richtigen Mittel zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Dosis anzuwenden, um jede sich ankündigende Krankheit schon im Vorfeld zu vertreiben. Je besser die körpereigene Abwehr (RES = Retikulo Endotheliales System) funktioniert, um so mehr Krankheiten bleiben einem erspart. Gesund zu leben heißt für mich auch, psychische Spannungen in meinem direkten Umfeld möglichst schnell abzubauen und auch mal herzhaft lachen zu können. Inwiefern kann uns die Astrologie helfen, gesund bzw. gesünder zu leben? Axel de Schrevel: Die Astrologie ist als Erkenntnisinstrument hervorragend geeignet, um sich seiner Anlagen bewusst zu werden – das fördert grundsätzlich die Gesundheit, denn je besser ich mich kenne und meinen Entwicklungsweg verstehe, desto gesünder kann ich leben. Darüber hinaus kann sie Hinweise darauf geben, ob es Schwachstellen oder neuralgische Punkte im Persönlichkeitssystem gibt, auf die man besonders achten sollte. Durch die Astrologie sind bestimmte Lebenszyklen als Problemstellungen leichter definierbar. Mit Hilfe der Progressionen und Transit-Vergleiche kann man sich auf bevorstehende kritische Zeiten besser einstellen und von vornherein danach leben (ohne dass einen erst eine Krankheit niederschmettert und zum Nachdenken zwingt). Außerdem lassen sich gesundheitliche Probleme leichter zuordnen bzw. ihre Ursachen besser ableiten als physische oder psychosomatische Dispositionen. Bei manifest gewordenen Krankheitszuständen kann die Astrologie nicht mehr viel helfen. Sie kann dann nur Ursachen- und Umstandserkennung und eine zeitliche Prognose liefern, ab wann Konstellationen, die zu einer Krankheit geführt haben, wieder vorbei sind. Was sind Deiner Meinung nach die wesentlichen krankmachenden Faktoren in unserer Gesellschaft? Axel de Schrevel: Dazu fällt mir eine ganze Menge ein, aber um den Rahmen dieses Interviews nicht zu sprengen, skizziere ich hier nur kurz die wichtigsten Punkte in der Reihenfolge ihrer Bedeutsamkeit: 1. Eine veraltete Rauschkultur mit krankmachenden Gewohnheiten wie Kampftrinken, Fluchtalkoholismus, der die Lage nur verschlimmert, übermäßiger dumpfmachender Bierkonsum mit der Folge gärungsfäulnisgeblähter Bäuche und entgleister Elektrolythaushalte, die Kopfschmerzen nach sich ziehen etc. Verharmlosung auf Gegenseitigkeit sowie gesellschaftlich sanktionierte Sitten und Gebräuche haben eine Fehlentwicklung etabliert, die von den meisten Mitmachern viel zu unkritisch übernommen und nachgeeifert werden, anstatt individuell Unverträglichkeiten zuzugeben und Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Folgen: Symptome und Krankheiten ohne Ende, erheblich gestiegenes Aggressionspotential bei Trinkern und Alkoholikern mit verheerenden Auswirkungen für die nächsten Angehörigen und auf alle sozialen Kontakte. Abschreckendstes Beispiel für den Niedergang einer ganzen Nation durch hartnäckigen Alkohol-Missbrauch ist für mich Russland/GUS. 2. Eine fehlende Erziehung und Aufklärung in der Schule über körpereigene Gesetzmäßigkeiten, gesundheiterhaltende Notwendigkeiten z.B. mit welchen einfachen Hausmitteln oder Kräutern die Vitalität im Krankheitsfall gestärkt oder wiedererlangt werden kann. Statt dessen wird nur die Verdummung in Bezug auf die eigene Körperlichkeit gefördert, was dazu führt, dass schon junge Patienten die Verantwortung für sich an der Praxiseingangstüre mit dem Krankenschein abgeben. Die Folgen sind allseits bekannt: Ein Gesundheitssystem, das kurz vor dem Kollaps steht, weil es volkswirtschaftlich kaum mehr vertretbare oder tragbare Ausmaße angenommen hat. Die breite Masse zollt einen viel zu hohen Tribut für eine Medizin, die ihr Geld nicht wert ist, weil sie die Menschen immer kränker statt gesünder macht, um sie in Abhängigkeit zu halten (zur Folgegeschäft-Sicherung). Allgemein gestiegene Lebenserwartung (Durchschnittsalter) ist kein Verdienst der Pharmaindustrie oder der Ärzteschaft, sondern eine Folge der allgemein verbesserten Versorgungslage mit Lebensmitteln im Vergleich z.B. zum vorigen Jahrhundert und hygienischerer Lebensumstände. 3. Eine überteuerte Apparate- und technikorientierte Schulmedizin, die zu einseitig nur Symptome bekämpft oder unterdrückt, was letztlich zu Verschiebungen führt, weil Medikamente eingesetzt werden, die genügend Nebenwirkungen haben, um das nächste Symptom heranreifen zu lassen. Patienten, die erst mal richtig drinhängen im Teufelskreis der Medikamentenabhängigkeit, haben kaum eine Chance, dort aus eigener Kraft wieder herauszufinden, weil es an ganzheitlich orientierten Heilweisen mangelt und Pflichtkassen den Weg aus dieser Misere nicht ausreichend unterstützen. Ärzte werden an Universitäten zu Handlangern der Pharmaindustrie ausgebildet, anstatt einen eigenen beruflichen Ehrenkodex hochzuhalten, der die Entgleisungen der Vergangenheit (die aus Geldgier begangenen Pharmaindustrie- und Krankenkassenskandale) hätte verhindern können. 4. Eine Medien- und Unterhaltungsindustrie (z.B. Spielekonsolen), die nicht zu mehr Ganzheitlichkeit oder gesunder Persönlichkeitsentwicklung führt, sondern junge Menschen in einer Scheinwelt Werte suggeriert, die zu Entfremdung und Aushöhlung sozialer Kontakte untereinander führen. Die seelische Degeneration, unter der ein junger Mensch leidet, der acht Stunden oder länger seine geistigen Kräfte von solchem elektronischen Nonsens binden lässt, kommt wahrscheinlich erst als Spätfolge zum Ausdruck, wenn irreversible Schäden eingetreten sind. Die Freigabe durch den Gesetzgeber, ohne vorher in langfristigen Tests die Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung junger Menschen beobachtet zu haben, ist ein Beweis dafür, dass Verantwortung von Staats wegen eine Illusion ist und letztlich jeder selber wissen muss, was er tut. Aber wie viele wissen das schon? Was kann der Einzelne tun, um gesünder (oder bewusster) zu leben? Axel de Schrevel: Das Wichtigste ist das Erkennen und die Einhaltung des Polaritätsgesetzes, das die ganze Schöpfung durchzieht. Wer erkannt hat, dass das eine das andere bedingt, hört auf, Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben und die Dinge zu einseitig zu sehen. Um ein konkretes Beispiel zu geben: Gesundheit entsteht oder wird stabiler, wenn die verschiedenen Polaritäten des Daseins in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen: Tag/Aktivität zu Nacht/Schlaf, Essen und Trinken zu Fasten und Verdauen etc. Im Grunde macht unser Körper sehr gutmütig alles mögliche mit, was wir ihm zumuten, wenn wir hinterher nur für genügend Ausgleich sorgen: Nach einer durchtanzten Nacht lange ausschlafen; nach einer langen Kinonacht eine Woche keine weiteren Filme gucken etc. Richtig Sorgen braucht sich praktisch nur zu machen, wer zu einseitig lebt: z.B. täglich 12 Stunden im Internet surft und darüber ausgewogene Ernährung oder Bewegung an der frischen Luft vernachlässigt. Eigentlich genügt es, nur auf die Signale des Körpers zu achten und sie für voll zu nehmen. Schwer wird´s allerdings, wenn jemand dies durch hartnäckiges Ignorieren oder falsche Gewohnheiten (z.B. starke Raucher) verlernt hat. Dann muss erst mal wieder gelernt werden, die körperliche Ebene zu fühlen und wahrzunehmen. |