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Wie schafft man eine gute Balance zwischen "Bewegung" und "Ruhe" in seinem Leben? Lothar Seiwert: Zeit-Management steht generell für eine ausgewogene Balance zwischen Muss und Muße, Gasgeben und Innehalten, Schaffensglück und Freiraum. Sie sollte sich grundsätzlich auf alle vier Lebensbereiche gleichermaßen beziehen, also Arbeit + Leistung, Körper + Gesundheit, Sinn + Kultur sowie Familie + Kontakte. Für Ihren Körper gilt: Halten Sie sich fit, ohne Stress-Sport zu betreiben. Steigern Sie Fitness-Einheiten gemäß Ihrem inneren Takt und Vermögen und nicht einfach nach Vorschrift. Erspüren Sie Ihren eigenen Biorhythmus und leben Sie danach.
Wie können wir in einer "beschleunigten" Welt innerlich zur Ruhe kommen, also Entspannung finden? Was sind Ihre wichtigsten Tipps für optimale Entspannung? Lothar Seiwert: Haben Sie wieder Mut zur Muße! Mußestunden als Inseln der Entspannung helfen Ihnen, Stress abzubauen, Kräfte zu sparen, die nötige Balance zu finden. Leben Sie Rhythmus statt Tempo. Entschleunigen, entdoppeln Sie Ihr Handeln und entdecken Sie das Prinzip Zeitlupe: Widersetzen Sie sich der Alltagshetze und schaffen Sie sich kleine, aber häufige Inseln der Langsamkeit (Slowfood statt Fastfood, Meditation, Rituale ...) in Ihrem Leben. Gönnen Sie sich lange Weilen, Auszeiten.
Wie können wir unser Leben wirksam "entschlacken" – wo sollte man Ihrer Erfahrung nach mit dem "Aufräumen" anfangen, um sich das Leben leichter zu machen? Lothar Seiwert: Die Grundregel heißt: Vereinfachen Sie! Entperfektionieren und entkrampfen Sie Ihr Leben großzügig und entledigen Sie sich von unnötigem Ballast. Dies gilt für Ihre Arbeit, aber insbesondere auch für Körper, Geist und Seele. Entsorgen Sie sich täglich! • Ordnen Sie Ihren Schreibtisch, trennen Sie sich rigoros von erledigtem oder uraltem Papierkram. Legen Sie neue Ablagefächer und Ordner an. • Überlegen Sie, welche Termine oder Aufgaben Sie zukünftig ganz absagen oder delegieren könnten. Fragen Sie sich: Wo sollte ich ruhig kürzer treten? • Entschärfen Sie gesundheitliche Fehlentwicklungen und gönnen Sie Ihrem Körper das, was er verdient: Entschlackung, Ruhe, Betätigung, Aufbau. • Vereinfachen Sie Ihre Beziehungen, sowohl beruflich wie privat. Was kann oder sollte entdramatisiert werden? Was wünschen Sie sich konkret von Ihren Mitarbeitern, Geschäfts- oder Beziehungspartnern?
Stehen Sie nach dieser geistigen, körperlichen, seelischen und pragmatischen Entschlackungskur auch zu Ihrem "Nein", um sich in Zukunft aktiv gegen neuen, unnötigen Ballast abzugrenzen. |