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Bewegung ist die Grundeigenschaft von allem, was lebt. Bewegung ist gegenwärtig, sie geschieht in jedem Moment. Das bewusste Erleben von physischer Bewegung und kreativem Körperausdruck bzw. Tanz bergen wunderbare Entfaltungsmöglichkeiten in sich. Sie geschieht auch dort, wo sie nicht sichtbar ist. Alles was ist, ist lebendiges Pulsieren und Strömen von mehr oder weniger verdichteter Energie. Sich in diesen immerwährenden Fluss von Bewegung eingebettet, sich in ihm geborgen und getragen zu fühlen, wo immer der Strom uns auch hinführen mag, ist eine hohe Lebenskunst. Wir Menschen sind energetische, mit allem verbundene Wesen, die in sich die Kraft zur Selbstverwirklichung tragen. Dieses Selbst drückt sich durch unseren Körper aus. Unser Körper ist das sichtbare Verbindungsglied zwischen Himmel und Erde, ist Tempel und Ausdrucksinstrument unserer Seele. Unsere Seele ist ein künstlerisch veranlagtes "Wesen", das sich individuell und kreativ zum Ausdruck bringen möchte. Um für ihre feinen Impulse sensibel zu sein, ist es wichtig, dieses Instrument stimmen zu lernen. Durch ein gestimmtes Instrument klingen die Impulse ungehindert in die Welt hinein. Gleichzeitig ist ein gut gestimmter Körper flexibel und anpassungsfähig genug, um den sich ständig ändernden Anforderungen des irdischen Lebens gerecht zu werden. Er besitzt gleichzeitig die Kraft und den Mut, unkonventionelle Ideen zum Wohle und zur Freude aller zu verwirklichen. Unser physischer Körper ist im Idealfall in das lebendige Strömen des Universums eingebunden. Dieser Idealfall bedeutet gut verwurzelt auf der Erde zu stehen, zu gehen, zu handeln sowie eine ständige Offenheit und ein Angebundensein an die schöpferische Quelle zu erfahren. Das Bild eines Baumes mag das hier kurz verdeutlichen. Der Baum ist ein kraftvolles Symbol von Wachstum, Erneuerung und kontinuierlichem Wandel. Dort wo das Alte im Absterben begriffen ist, keimt bereits das Neue, das Werdende. Im Symbol des Baumes sehen wir die Pole des Seins, das Himmlische und das Irdische in vollkommener Weise vereint. So können uns die Wurzeln auf das Irdische verweisen, auf den Boden, die Mutter Erde, Wasser, Luft und Sonne, auf den Körper und seinen schöpferischen Ausdruck, die Freude und das Leben. Die Krone hingegen verbindet uns mit den himmlischen Qualitäten von Liebe und Weisheit, Kraft und Inspiration, Frieden, stillem Glück und ewigem Seins, das unserem irdischen Leben erst eine tiefere Bedeutung verleiht. Im Stamm vollzieht sich der Austausch dieser fließenden Kräfte, die wir auf der Körperebene in unserer Wirbelsäule wiederfinden. Die aufrechte Struktur des menschlichen Körpers ist Ausdruck unserer Fähigkeit, das Himmlische und das Irdische zu verbinden und unseren Körper zu einem Kanal, zu einem wirkungsvollen Instrument der universellen Schöpferkraft auszubilden. Die Kunst, dieses Instrument stimmen zu lernen, müssen die meisten von uns erst wieder neu erlernen. Die Ausgangssituation, die Motivation eines jeden Menschen ist dabei sehr unterschiedlich. Letztlich ist jedoch stets wichtig, ein perfektes Zusammenschwingen aller Ebenen unseres Seins in spiritueller, emotionaler, mentaler und physischer Hinsicht anzustreben; denn nur so kann die göttliche Schöpferkraft ungehindert durch uns wirken. Um diesem perfekten Zusammenschwingen näher zu kommen, ist Übung in freiheitlicher Disziplin notwendig. Zu welcher Art von Übung sich ein Mensch hingezogen fühlt, ist individuell sehr unterschiedlich. Oftmals ist es auch über lange Zeit zu beobachten, dass Menschen lediglich Teilbereiche "trainieren", ohne z.B. eine Verbindung zwischen ihrer Meditationspraxis und dem alltäglichen Leben in Gedanken, Worten und Taten herstellen zu können. Viele Menschen widmen sich einer spirituellen Disziplin, fühlen sich aber in ihrem Körper verspannt, unwohl und in ihrem freien Ausdruck gehemmt. Andere wiederum üben Tanztechniken, treiben Gymnastik, Fitness o.ä., fühlen sich aber in der Welt nicht verbunden, weil sie keinen Zugang zu ihren Gefühlen und keine spirituelle Anbindung haben. Letztlich ist es sicher nebensächlich, an welcher Stelle ein Mensch anfängt, sein Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen; denn die Erfahrung zeigt, dass der Weg der Bewusstwerdung unaufhaltsam weiterführt, wenn wir einmal begonnen haben, ihn zu gehen. Ich möchte mit diesen Zeilen hier die wunderbaren Entfaltungsmöglichkeiten aufzeigen, die das bewusste Erleben von physischer Bewegung und kreativem Körperausdruck/Tanz in sich bergen. Dazu werde ich im folgenden zunächst meine persönliche Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die meinen Weg aus dem Schmerz, der Bewegungs- und Orientierungslosigkeit hin zur Lebendigkeit, Sinnfindung und persönlichen Berufung beschreibt. Eine Geschichte, die einmal mehr zeigt, dass hinter Einschränkungen und scheinbaren Hindernissen stets ein großer Schatz verborgen liegt, der gehoben werden will. Diese Geschichte beginnt damit, dass ich mit einem Hüftleiden in diese Welt geboren wurde. Das bedeutete für mich als Kleinkind verschiedene Operationen, beinahe zwei Jahre Krankenhausaufenthalt sowie das Eingesperrt sein in ein Gipsbett. Ca. dreijährig wurde ich dann endlich auf meine kleinen Füße gestellt und durfte laufen lernen. Es folgte eine Kindheit, in der aller natürliche Bewegungsdrang im Keime erstickt wurde. Auf Anordnung der behandelnden Ärzte durfte ich nicht turnen, nicht toben, nicht klettern. Der nächste Stolperstein war die Berufswahl. Es war klar, dass es ein Beruf sein musste, bei dem ich sitzen konnte. Ich fügte mich in mein Schicksal und erlernte den Beruf der Industriekauffrau. Mittlerweile völlig unglücklich mit meinem Leben, begann ich Alkohol und Drogen zu konsumieren, und sofort nach Beendigung meiner Lehrzeit stieg ich aus dem "geregelten" Berufsleben aus. Ich war 19 Jahre alt und rebellierte gegen alles - gegen die Kirche, gegen die Unterdrückung von Frauen, gegen Krieg, gegen Atomkraft .... Es folgten viele Jahre, in denen mein lebenslang unterdrückter Bewegungsdrang sich in einem äußerst unsteten Leben seinen Ausdruck suchte. Die Suche nach einer gerechten und liebevollen Welt war der Motor, mich in immer neue Welten und Bewegungen vorzuwagen, doch fühlte ich mich nirgendwo zuhause. Mittlerweile war ich Vegetarierin geworden, interessierte mich für alternatives Heilen, Yoga .... doch konnte ich nie all diese Dinge wirklich mit mir selbst in Verbindung bringen. Ich fühlte mich getrennt von allem, ohne dass ich mein permanentes Leiden damals hätte so benennen können. Was ich jedoch benennen konnte, waren die mittlerweile sehr stark gewordenen Schmerzen in den Hüften, den Knien, dem Rücken und eine seit dem Tod meines Vaters nun schon über zehn Jahre andauernde massive Atemnot. Die vielen Ärzte, die ich konsultierte, waren hilflos, und die Möglichkeit, aktiv an der Verbesserung meiner Situation zu arbeiten, war mir bis dahin völlig fremd. Erst die Aussage eines Orthopäden, mir könne nur noch mit Schmerzmitteln geholfen werden, ließ mich aufwachen; denn ein Leben in Abhängigkeit von Schmerzmitteln konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Im Alter von 29 Jahren gelangte ich endlich durch einen glücklichen "Zufall" in eine Gruppe von Frauen, die Bauchtanz übten. Hier erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben, was es bedeutet, sich selbst wahrzunehmen, den eigenen Körper zu spüren. Was ich bis dahin gespürt hatte, war Schmerz. Nun spürte ich hinter dem Schmerz endlich mich selbst! Es war eine echte Offenbarung für mich. Zwar war mein Körper spröde, und für viele der Übungen, die dort in der Gruppe ausgeführt wurden, war ich viel zu steif. Doch meine Bewegungsneugierde war geweckt. Ich begann intuitiv Übungen zu erfinden, probierte aus, was mir gut tat. Bereits nach kurzer Zeit fühlte ich starke Veränderungen in mir. Auch nach außen hin fiel auf, dass ich ein anderer Mensch geworden war. Die Bewusstheit, mit der ich mich zu bewegen begann, löste innere Bewegung und Wachstum auf allen Ebenen aus. Es war ein echtes Wunder für mich. Und erstmals in meinem Leben wusste ich, was ich gern tun würde: Das, was mich in so perfekter Weise unterstützte und heilte, wollte ich gern an andere Menschen weitergeben. Mein autodidaktischer Lernweg begann. Für irgendeine Ausbildung in Bewegung oder Tanz konnte ich mich nicht entscheiden, zumal es aufgrund meiner ja immer noch vorhandenen Bewegungseinschränkungen ohnehin schwierig war, wirklich geeignete LehrerInnen zu finden. Wenn ich nicht bis dahin bereits ein eher unkonventionelles Leben gewöhnt gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht entmutigen lassen. So aber war mir klar, dass es einen Weg geben würde, der ganz speziell für mich gedacht war. Vom Bauchtanz wechselte ich bald über zu experimentellen Tanzformen, in denen ich mich auf meine Weise zum Ausdruck bringen konnte. Mein schwieriger und schmerzender Körper erwies sich als mein bester Lehrer. Er wies mich in meine Schranken, wenn ich zu ehrgeizig wurde und führte mich zielsicher hin zu den Übungen und Ausdrucksformen, die stimmig waren. In einer unendlichen Neugier erforschte ich den Körper, verschiedenste (Tanz-)Techniken, Methoden, Übungswege und kreierte neue, eigene Formen. Alles, war mir wesentlich erschien, integrierte ich in meine Arbeit; denn inzwischen hatte ich auch bereits begonnen, meine Erfahrungen in Gruppenkursen weiterzugeben. In dem Maße, wie ich mich selbst besser kennen lernte, verfeinerte sich auch meine Wahrnehmungsfähigkeit für andere Menschen, ihre Körper und ihre Lebensthemen. Ich lernte mehr und mehr, in den Körpern der Menschen zu lesen. Mich auf eine bereits vorhandene Methode zu spezialisieren, kam für mich nicht in Frage. Ich hatte erkannt, dass es nicht eine bestimmte Methode war, die Verbesserungen in meiner Befindlichkeit bzw. Erkenntnisprozesse ausgelöst hatte. Es war vielmehr der Grad der Achtsamkeit, den ich den Übungen zukommen ließ. Weiterhin schien der richtige Zeitpunkt in Verbindung mit meiner inneren Bereitschaft, einen weiteren Schritt in Richtung Heilung zu gehen, von Bedeutung zu sein. So fügte sich ein Mosaiksteinchen auf das andere. Die Entwicklung meiner Arbeitsweise durchlief viele verschiedene Phasen, und immer neue Aspekte kamen hinzu. Zeitweise wurden die Schmerzsymptome wieder massiv verstärkt, so dass ich sehr viel Kraft benötigte, um nicht aufzugeben. Doch es war tatsächlich so, dass ich stets, wenn ich Gruppen unterrichtete, unglaublich viel Energie zur Verfügung hatte, um Bewegungsübungen und Tanzimprovisationen anzuleiten. Es war, als wäre ich dann an einen Tropf angeschlossen, der mich nährte. Dieses ist bis heute so geblieben, und das gibt mir die Gewissheit, dass ich mit meiner Arbeit das Richtige tue. Inzwischen hat mein Körper seine Schmerzen und Spannungen losgelassen, die tiefsten innersten Krisen sind überwunden, und ich bin glücklich, dass sich in meiner Arbeit nun alle Aspekte, angefangen von kreativem Tanz über Ganzheitliche Bewegungs-/Körperbewusstseinsschulung bis hin zu meditativem Gewahrsein verbinden. Ich bin davon überzeugt, dass "sich bewegen lernen" ein individueller Prozess ist, der alle Bereiche unseres Seins einschließt und umfassendes Wachstum begünstigt - vorausgesetzt, wir öffnen uns für ein wirklich ganzheitliches Erleben von Bewegung. Das heißt, dass wir den Körper nicht als ein von uns getrenntes "Etwas" betrachten, was es zu trainieren gilt, damit es funktioniert, sondern dass wir lernen, die Sprache des Körpers zu verstehen. Unser Körper ist das perfekte Spiegelbild unserer Sichtweisen, Gefühle, Charaktereigenschaften sowie vergangener und gegenwärtiger Erfahrungen. Die Sprache des Körpers lügt nicht. Die Haltungen und Gebärden eines Menschen sagen oftmals mehr als viele Worte. Diese lautlosen Worte verstehen zu lernen, mit ihnen zu kommunizieren und von ihnen zu lernen, ist eine große Hilfe auf dem Weg zu uns selbst. Viele Menschen sehen überhaupt keine Notwendigkeit, den Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten ihres Körpers ausreichend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Diese Tendenz ist auch sehr stark bei spirituellen Menschen zu beobachten. Das ist sehr schade; denn gerade Bewegung und Tanz sind hervorragend dazu geeignet, im Zellgedächtnis eingefrorene Informationen aufzutauen und in Fluss zu bringen. In Bewegung zu kommen, befreit uns von den Fesseln der angelernten Zwänge und Verhaltensmuster, befreit uns von aufgestauten Emotionen. So war es bei mir in den ersten Jahren, nachdem ich begonnen hatte, zu tanzen und meinen Körper zu schulen und wahrzunehmen: Ich weinte und weinte, oft wusste ich nicht mal warum. Es war, als würde sich alles auflösen, was mich all die Jahre vorher so mühevoll zusammengehalten hatte. Die Erstarrung wich von mir, und ich lernte zu fühlen. Ganz von allein geschah es, dass ich mich für spirituelle Themen und Inhalte öffnete. Die äußere Bewegung hatte die Tür zur inneren Führung aufgestoßen. Dieses kann ich mittlerweile auch bei vielen meiner SchülerInnen beobachten. Es ist, als würde die Übung am Körper, der Tanz, die Erfahrung von Raum ausgleichend wirksam werden. So finden die einen hin zu mehr Erdung, Struktur und Bodenständigkeit, während andere sich für spirituelle Ebenen und ihre innere Führung öffnen sowie neben körperlicher auch geistige Flexibilität entwickeln. Wohlgemerkt, dieses geschieht, ohne dass ich das im Unterricht ständig thematisieren würde! Sich in Bewegung und Tanz zu üben, bringt uns in die Gegenwart. Dieses will gelernt und erfahren werden. Auch gelingt es anfangs oft nicht, sich wirklich gegenwärtig zu fühlen. Doch im bewussten Üben klinken wir uns ein in die Kontinuität des Wandels. Wir erfahren, dass die Gegenwart heilt. Was gestern war, wird immer unwichtiger, weil die Körperzellen mehr und mehr freudvolle Erfahrungen im jeweiligen Moment erfahren - Freude und Leichtigkeit. Leider ist die Körpermasse oftmals bei vielen von uns sehr träge. Speziell am Anfang gilt es, Frustration und Langeweile zu überwinden, bevor mehr und mehr Freiheit erfahrbar wird. In der Bewegungserfahrung lernen wir, wieder spielerisch und neugierig zu werden wie Kinder. Bei mir war es z.B. so, dass ich die Phase des Kriechens und Krabbelns, des interessierten Erkundens meiner Umgebung, die die meisten Kleinkinder natürlich durchlaufen, nicht erleben konnte, weil ich zu dieser Zeit in einem Gipsbett lag. Später (ich war bereits mehr als 30 Jahre alt) lernte ich diese Bewegungen - Kriechen und Krabbeln. Mein Körper hatte so die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen und neue Verbindungen zum Gehirn zu schalten. Der Effekt war enorm, auch wenn ich ihn nicht im Moment des Übens selbst wahrnehmen konnte. Doch ich bemerkte, dass ich nach und nach selbstsicherer wurde, fester mit meinen Füßen auf der Erde stand und zum ersten Mal in meinem Leben begann, bewusst meine Beine zu benutzen. Ist es nicht so, dass wir erst dann weite Höhenflüge genießen können, wenn wir wirklich gelernt haben, fest verwurzelt auf dem Boden zu stehen?! Und ist es nicht auch wichtig, die Erfahrungen aus den himmlischen Höhen irdisch zum Ausdruck zu bringen? Im achtsamen Üben des Körpers sowie im kreativen, tänzerischen Erkunden von Bewegung entfalten sich Schritt für Schritt neue Facetten unseres Lebens. Dabei geht es nicht darum, bestimmten Normen zu entsprechen, sondern den ganz eigenen Weg zu gehen. Ausschlaggebend ist lediglich, dass ich mich jederzeit auf bestmögliche Entfaltung und Erfahrungen ausrichte. Wichtig ist weiterhin, Werturteile über den eigenen Körper loszulassen und sich stets an den kleinen Fortschritten in Bezug auf Flexibilität, Kraft und Vitalität zu erfreuen. Im Verlauf des Übungsprozesses richtet sich der Körper immer mehr mit Anmut und Leichtigkeit auf, Spannungen fallen förmlich nach unten und werden von der Erde verwandelt in Kraft und Freude. Wir richten uns auf zu unserer wahren Größe und werden zu einem durchlässigen Kanal für den göttlichen Atem, für die Inspiration aus der Schöpferquelle. Achtsames, hingebungsvolles Üben oder auch ein Tanz können helfen, Knoten im Kopf oder im Bauch zu lösen, damit die Ideen und die Energien wieder in Fluss kommen. Ein weiterer positiver "Nebeneffekt" ist, dass uns der Atem mit mehr Leichtigkeit durchströmt. Wir brauchen uns nicht um den "richtigen" Atem zu bemühen; denn er fließt wie von selbst, weil durch die aufmerksame Hinwendung zum Körper neue Räume erschlossen werden, in die er sich ausdehnen kann. Mit der im meditativen Gewahrsein ausgeführten Bewegungsschulung wird eine optimale Basis geschaffen für perfektes Wohlbefinden, Erdung und Standfestigkeit, Kraft und Flexibilität. Der Weg hin zu spielerischen Ausdrucksformen im Tanz ist dann nicht mehr weit, oftmals wird er regelrecht zum Bedürfnis. Tanzend können wir den Kontakt zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen, ja zu allen Daseinsformen entdecken und vertiefen sowie neue Erkenntnisse gewinnen. So sagte z.B. kürzlich eine Teilnehmerin einer von mir geleiteten Jahresgruppe nach einer Tanzimprovisation: "Plötzlich konnte ich mir vorstellen, dass es möglich ist, sich von Licht zu ernähren!" Sich bewegen lernen, ist ein kontinuierlich fortwährender Prozess, der alle Bereiche unseres Lebens umfasst. Ich wünsche mir sehr, dass sich viele Menschen für Bewegung auf allen Ebenen ihres Seins öffnen, ihre schöpferischen Kräfte zur vollen Entfaltung bringen und dass die himmlischen und die irdischen Qualitäten mehr und mehr zusammenfinden. Ich selbst bin sehr dankbar dafür, dass ich auf diesen Weg geführt wurde, der mir so viele neue Horizonte eröffnet und mich das Wunder der Heilung durch Bewegung gelehrt hat. |