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Einführung: Traditionelle Chinesische Medizin
Als ganzheitlich orientiertes Medizinsystem findet die chinesische Medizin ihre Grundlagen in der taoistischen Naturphilosophie, nach der sich alle Phänomene der Natur, des Lebens in zwei Polaritäten teilen lassen - Yin und Yang. Alle Erscheinungen der Natur wie auch die Vorgänge im menschlichen Organismus lassen sich aus dem Wechselspiel dieser polaren Wirkkräfte interpretieren.
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Geschichte/Begründer Die erste schriftliche Erwähnung der Akupunktur und Moxibustion stammt aus dem 2. Jahrhundert v.Chr. Nach aktuellen Grabfunden geht man jedoch davon aus, dass schon 4.000-6.000 Jahre zuvor Steinnadeln, Bambussplitter oder Fischgräten als therapeutische Instrumente Anwendung fanden. Im "Innerer Klassiker des Gelben Fürsten" (Huangdi Neijing) wird die Akupunktur erstmals in das gesamte chinesische Medizinsystem eingegliedert. Leitbahnen, Akupunkturpunkte und deren Indikationen und Stichtechniken werden beschrieben. Es bildet das grundlegende Werk der Traditionellen Chinesischen Medizin. | ||||||||||
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Die Moxibustion wird etwa im 4. Jahrhundert v.Chr. erstmals schriftlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das System weiter differenziert und es entstanden wichtige Grundlagenwerke der Akupunktur, wie der "Klassiker der Einwendungen" (Nanjing), der "Systemische Aku-Moxi-Klassiker" (Zhenjiu jiayjing) von Huang Fumi (215-282), "Erläuterungen der 14 Hauptleitbahnen" (Hua Boren,1341), "Untersuchungen über die 8 unpaarigen Leitbahnen" (Li Shizhen 1518-1593), sowie die "Summe der Aku-Moxi-Therapie" (1601 von Yang Jizhon). Eine ähnlich lange Geschichte hat die chinesische Arzneimittellehre hinter sich. Der Legende nach geht sie auf den "Göttlichen Bauern" (Shenong), einem der Urväter des chinesischen Volkes, zurück. Wichtige Meilensteine der Entwicklung sind das Buch der "Infektions-/Kälteerkrankungen" (Shang Han Za Bing Lun) von Zhang Zhongjing aus der Han Dynastie, die "Rezepte, die tausend Goldstücke wert sind" von Sun Simiao aus der Tang Dynastie sowie der "Goldene Spiegel der Medizin" von Wu Qian aus der Qing Dynastie („Yi Zong Jin Jian“). | ||||||||||
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Bereits vor 1.000 Jahren breitete sich die chinesische Medizin über die Landesgrenzen nach Japan, Korea und Vietnam aus und stellt auch dort die entscheidende Therapieform dar. Mit den Opiumkriegen und der Kolonialisierung etablierte sich zunehmend die westliche Medizin in China, was zum Niedergang der TCM führte, die zeitweise sogar verboten wurde. Unter Mao Zedong erfuhr die TCM ab 1944 eine Rehabilitation. Heute werden beide Medizinsysteme parallel praktiziert und die TCM wird in einer Reihe von Forschungsprojekten wissenschaftlich untersucht. Seit Mitte des vorangegangenen Jahrhunderts findet sie nunmehr zunehmende Ausbreitung nach Europa, Amerika und Australien. Methode bzw. Idee und Erklärung der Wirkung Als ganzheitlich orientiertes Medizinsystem findet die chinesische Medizin ihre Grundlagen in der taoistischen Naturphilosophie, nach der sich alle Phänomene der Natur, des Lebens in zwei Polaritäten teilen lassen - Yin und Yang. Alle Erscheinungen der Natur wie auch die Vorgänge im menschlichen Organismus lassen sich aus dem Wechselspiel dieser polaren Wirkkräfte interpretieren. Nun geht es jedoch nicht um ein statisches Gleichgewicht, sondern um gegenseitige Beeinflussung, Umwandlung, Veränderung - also grundlegende Aspekte des Lebens überhaupt. Um die vielfältigen Prozesse im menschlichen Körper differenzierter beschreiben zu können, wurde als Weiterentwicklung des Yin & Yang-Prinzips, die Lehre der Wandlungsphase oder Funktionsbereiche herausgearbeitet. Hierbei werden fünf Funktionsbereiche im menschlichen Organismus definiert, denen bestimmte Körperfunktionen, emotionale Befindlichkeiten, klimatische Einflussfaktoren etc. zugeordnet werden. Bindeglied für die vielseitigen Wechselbeziehungen ist das Qi, hier im Westen häufig als Lebensenergie übersetzt. Alle Phänomene des Lebens (Herzschlag, Atmung, Verdauung, Schlafrhythmus, Wachstum und Fortpflanzung, Gesundheit und Krankheit) sind Ausdruck des Aktivitätsgrades dieser Energie. | ||||||||||
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Den Funktionsbereichen sind auch bestimmte Areale der Zunge sowie Pulspositionen und -qualitäten zugeordnet, die gemeinsam den grundlegenden diagnostischen Zugang bilden. Aus den vom Patienten geschilderten Symptomen und Befindlichkeiten wird gemeinsam mit Puls -und Zungenbild, gleich einem Puzzle, eine chinesische Diagnose gestellt, aus der sich folgerichtig und eindeutig eine konkrete Behandlungsanweisung ergibt. Die fünf Hauptsäulen der Therapie in der Chinesischen Medizin bilden neben der Akupunktur, vor allem die chinesische Arzneimitteltherapie, meditative Bewegungsübungen (Qigong und Tai Chi), ganzheitlich orientierte Massagetechniken (Tuina) und die chinesische Ernährungslehre. 5 Säulen: Anwendung vor allem von Pflanzen (Wurzeln, Stengel, Blätter, Blüten), Mineralien und seltenen tierischen Bestandteilen zu therapeutischen Zwecken, als Abkochung (Decoct, Teesud) oder Granulat zur inneren Anwendung; als Waschung, Pulver oder Salben zur äußeren Anwendung. In China werden viele Fertigrezepturen auch in Pillenform oder als Infusionen verabreicht. Alle Nahrungsmittel werden nach den gleichen Kategorien wie die Arzneipflanzen eingeteilt und können entsprechend der chinesischen Diagnose in therapeutischer Absicht eingesetzt werden. Viele Arzneimittel sind Nahrungsmittel und umgekehrt. | ||||||||||
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Anwendungsbereiche Obgleich auch in Akutsituationen (z.B. Schmerzsyndrome, Schlaganfall, Epilepsie) anwendbar, ist die Domäne der chinesischen Medizin in Westeuropa, Amerika/Australien neben der Gesundheitsprophylaxe vor allem die Behandlung chronischer Erkrankungen. Der ganzheitlich orientierte Behandlungsansatz ermöglicht aufgrund einer genauen Symptomdiagnostik frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Krankheitsentwicklungen. So sind allgemein wenig beachtete Symptome wie Schweregefühl, Müdigkeit schon erste Zeichen einer Fehlregulation und können adäquat behandelt werden. Bei chronischen Erkrankungen ermöglicht die grundlegend andere Sicht und Interpretation von Beschwerden ein neues Verständnis von den häufig so komplexen Krankheitsbildern und ein Vordringen zu den eigentlichen Ursachen der Erkrankungen. Von der WHO ist in diesem Zusammenhang eine Liste der Behandlungsindikationen herausgegeben worden. WHO-Indikationsliste für Akupunktur: Durchführung | ||||||||||
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Risiken/Kritik Grundsätzlich sollte eine westliche medizinisch-diagnostische Abklärung erfolgen. Erkrankungen, die einer chirurgischen Interventionspflicht bedürfen, werden nicht behandelt. Akupunktur: Chinesische Arzneimittel: Qigong: Tuina: Diätetik Wie bei jeder medizinischen Methode, ist ein differenzierter Einsatz erforderlich, teils im Sinne einer begleitenden Therapie zu den konventionellen Verfahren, teils im Sinne einer Alternative. | ||||||||||
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Empfehlung/Eignung Wie schon erwähnt gibt es bestimmte psychiatrische Patienten, bei denen der Einsatz schwierig ist. Bei Kindern unter 10 Jahren verzichtet man grundsätzlich auf Akupunktur und arbeitet mit Massagetechniken, Laserakupunktur oder Moxa. Ansonsten ist aufgrund der großen Indikationsbreite der größte Teil der Patienten geeignet für diese Methode. Wie jede naturheilkundliche Therapie ist jedoch die Mitarbeit des Patienten sowie Geduld gefragt, denn es geht nicht um Symptomunterdrückung, sondern um Regulation grundlegender Lebensvorgänge - und das braucht häufig Zeit! | ||||||||||
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Fotos: mit freundlicher Genehmigung von www.china-klinik.de |









