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Lebenselixier Licht
Welche Bedeutung hat das Sonnenlicht für den menschlichen Organismus? Wie können wir die Energie des Sonnenlichtes nutzen, um damit Krankheiten positiv zu beeinflussen und um unser Wohlbefinden zu steigern? Günter Klügl über die Folgen von Lichtmangel und gesunde Alternativen.
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Licht ist Leben. Das ist sicher keine neue Erkenntnis, denn jedes Jahr im Frühling erleben wir es wieder: Wenn die Tage länger werden, die Sonne öfter scheint, erwacht die Natur. Die Menschen werden fröhlicher, die sogenannte "Winterdepression" ist wie weggeblasen. Wie wichtig Licht für das Leben von uns allen ist, zeigt sich deutlich am Nord-Süd-Gefälle Europas. Nirgendwo gibt es so viele schwermütige Menschen wie in den skandinavischen Ländern, in Schottland oder Island, besonders in den dunklen Monaten. Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Rheumatismus und Bronchial-Asthma treten dort gehäuft auf. Wie in den nördlichsten Ländern Europas so bekommen auch in unseren Breiten die Menschen zu wenig Sonnenlicht. Und das nicht nur in den tristen Wintermonaten. Wer kann sich schon unter der Woche täglich zwei Stunden im Freien aufhalten und Sonne tanken? Die Vollspektrumbeleuchtung und deren Anwendungsmöglichkeiten Ein Mangel an Sonnenlicht bedeutet nicht, dass wir uns in unser Schicksal ergeben müssen, dass Krankheit und Depression automatisch folgen. Denn sobald der Körper in ausreichendem Umfang ein der Sonne gleichendes Licht aufnehmen kann, reagiert er darauf genauso positiv. Beschwerden können beseitigt oder auf ein erträgliches Maß reduziert werden.
Aus dieser Erkenntnis heraus wurden Lampen für jeden Einsatz entwickelt. Ihr Lichtspektrum gleicht dem der Sonne. Allerdings emittiert sie dabei nur UV-Strahlen in einer für den Menschen unbedenklichen Dosis. Mögliche negative Begleiterscheinungen eines Sonnenbades entfallen daher. Sonne stärkt die Widerstandskraft des Menschen. Ein starkes Immunsystem hilft nicht nur einen Menschen gegen eine Erkältung zu schützen, gegen eine Grippe oder andere infektiöse Krankheiten, sondern es ist gleichsam ein Schutzschild und ein Stimulans der Selbstheilungskräfte des Organismus. Die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten Die Vollspektrum-Therapie-Leuchten können zur Prävention und als Therapie bei vielen Krankheitsbildern angewandt werden. Weil sie aber auch das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit steigern können, sind sie ein Lebenselixier für jedermann. Herz- und Kreislauferkrankungen Fibrinogen ist zunächst als ein Blutgerinnungsfaktor bekannt, ohne Fibrinogen könnte sich die offene Wunde bei einer Verletzung nicht wieder schließen. Dieser Blutbestandteil gilt unter Medizinern aber auch als ein Risikofaktor für Patienten, die Probleme mit dem Herzen haben. Denn ein erhöhter Fibrinogenspiegel lässt das Blut in den Adern zäher fließen.
Nähere Untersuchungen der Wissenschaftler ergaben, dass das Fibrinogen saisonalen Schwankungen unterliegt. In den Wintermonaten ist der Fibrinogenspiegel durchschnittlich höher als in den Sommermonaten. Durch eine Lichttherapie lässt sich der erhöhte Fibrinogenspiegel normalisieren. Eine regelmäßige Anwendung der Vollspektrumlampe empfiehlt sich deshalb besonders in den sonnenarmen und kalten Monaten des Jahres. Befindlichkeitsstörungen und Depressionen Lange bevor moderne Psychopharmaka in den Handel kamen, wurden Depressionen, Melancholie, aber auch Übererregbarkeit bereits mit Licht behandelt.
Nach 14 Tagen war bei den nur mit Johanniskraut behandelten Patienten eine Besserung festzustellen. Bei denjenigen, die zusätzlich eine Lichttherapie erhielten, trat der klinische Effekt jedoch deutlich schneller ein. Ihre Beschwerden besserten sich innerhalb weniger Tage, die Depressionen verschwanden in viel kürzerer Zeit. Noch überraschender waren die Ergebnisse bei Patienten mit einer begleitenden Entzündung. Das C-reaktive Protein wurde innerhalb von zwei Wochen signifikant verringert. Vitamin D-Bildung In den westlichen Industrieländern leiden über 75 Millionen Menschen an Osteoporose (Knochenschwund), von der vorwiegend Frauen betroffen sind. Allein in Deutschland gibt es rund fünf Millionen Frauen und eine Million Männer, die an fortschreitendem Abbau ihrer Knochensubstanz leiden.
In den Wintermonaten reicht die verminderte Sonneneinstrahlung fast nicht mehr aus, um eine ausreichende Produktion von Vitamin D zu gewährleisten. Gerade bei älteren Menschen, die sich relativ wenig im Freien aufhalten können, kommt es dann zu einem akuten Vitamin D-Mangel. Sie erkranken an Osteoporose. Häufige Frakturen können die Folge sein, ebenso wie der sogenannte ,"Altersbuckel". An Osteoporose erkrankte Menschen leiden häufig an Schmerzen, es tritt eine Leistungsminderung ein, und nicht selten werden sie dann pflegebedürftig.
Aber nicht nur älteren Menschen ist zu empfehlen, regelmäßig Vollspektrumbeleuchtung auf sich wirken zu lassen, damit die Produktion von Vitamin D angeregt wird. Auch zur Vorbeugung der Osteoporose ist Vollspektrumlicht ein probates Mittel und dies ohne Nebenwirkungen. Hautkrankheiten Die Haut ist mit 1,5 bis 2 Quadratmetern eines der größten Organe des menschlichen Körpers. Aber sie ist nicht bloß unsere schützende äußere Hülle. Sie hat viele Aufgaben zu übernehmen, um den gesamten Organismus gesund zu erhalten. Darum reagiert sie auch sehr sensibel auf jede zusätzliche Belastung, von innen wie von außen. Hautkrankheiten können die Folge sein. Allergien Der Körper verfügt über ein kompliziertes Abwehrsystem, das eindringende Stoffe oder Mikroorganismen unschädlich macht. Im Falle einer Allergie ist dieses System aber aus dem Gleichgewicht geraten. Es kommt zu einer Überreaktion der Abwehr, bei der der Körper zuviel Histamin freisetzt. Symptome einer allergischen Reaktion sind rote Augen, eine ,"Triefnase", Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Husten bis hin zu Atemnot und asthmatischen Anfällen. Atemwegsbeschwerden Rund sechs Millionen Deutsche leiden unter Bronchial-Asthma, allein zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen sind betroffen. Asthma, so wurde festgestellt, kann unterschiedlich ausgelöst werden, durch Allergene, chemische Reize (Abgase, Medikamente, Zigarettenrauch etc.), durch Anstrengung. Gleichgewicht des Zuckerhaushaltes Rund 25 Millionen Menschen in Europa sind zuckerkrank. In Deutschland trifft das auf rund vier Millionen Menschen zu, Tendenz steigend. Besonders gefürchtet bei der Diabetes sind die schweren Spätfolgen dieser Stoffwechselerkrankung. Die Betroffenen wissen darüber Leidvolles zu berichten. Rheumaerkrankungen Rheuma ist der volkstümliche Sammelbegriff für eine Vielzahl degenerativer oder entzündlicher Störungen im Muskel-, Gelenk- und Knochenbereich. Dazu gehören Arthritis, Arthrose,Ischias, Gicht, Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden. Eine weitverbreitete endzündliche Form dieser Erkrankung, die chronische Polyarthritis, beginnt oft schon im 30. Lebensjahr. Übergewicht Schlanke Menschen sind in südlichen Ländern häufiger anzutreffen als in Regionen, in denen die Sonne seltener scheint. Der Grund: Adipositas ist in den meisten Fällen ein Zeichen für Lichtmangel, denn die Sonne ist die erste und wichtigste Quelle zur Versorgung des Körpers mit Energie. Unbewusst ersetzen Betroffene ihren ,"Hunger" nach Energie durch eine erhöhte Aufnahme von Nahrung. Praktische Behandlungsrichtlinien Derzeit empfehlen führende Experten, unter ihnen Frau Professor Dr. Anna Wirz-Justice, Psychiatrische Universitätsklinik Basel, folgendes: 1. Die Lichttherapie stellt die Behandlungsmethode erster Wahl dar. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Patienten keine relativen Kontraindikationen aufweisen. Zu den relativen Kontraindikationen der Lichttherapie gehören: Erkrankungen der Retina, Einnahme von Medikamenten mit photosensibilisierenden Eigenschaften (z.B. Chioroquin, Lithium, trizyklische Antidepressiva, Fluoxetin, Neuroleptika). Bei Patienten mit relativen Kontraindikationen muss die Lichttherapie augenärztlich überwacht werden. Eine ophthalmologische Untersuchung ist auch bei Diabetikern und bei alten Menschen (mit erhöhtem Risiko einer asymptomatischen Makuladegeneration) zweckmäßig. 2. Mit der Lichttherapie wird am Morgen nach dem Aufstehen, zwischen 7 und 8 Uhr, begonnen. Der korrekte Abstand zur Lampe muss eingehalten werden, weil sich die Beleuchtungsstärke umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstandes zwischen Lampe und Patient verhält. Während der ersten 7 bis 14 Tage dauert die tägliche Lampensitzung jeweils 30 Minuten. Etwa einmal pro Minute sollte der Patient kurz direkt in die Lichtquelle blicken. Üblicherweise ist bereits nach 3 bis 7 Tagen mit einer antidepressiven Wirkung zu rechnen. Die Lichttherapie sollte in der Regel bis in den Frühling fortgesetzt werden. Wenn Patienten auf die morgendliche Lichttherapie ansprechen, können sie auf Wunsch auch einen besser in den persönlichen Tagesablauf passenden Zeitpunkt für die Lichttherapie auswählen. Bei Patienten, die nach 1 bis 2 Wochen nicht auf die Lichttherapie ansprechen, wird eine Verlängerung der Lampensitzung bis auf 60 Minuten und schließlich als weitere Variation eine Verlegung der Lampensitzung in die Abendstunden empfohlen. Bei Patienten, die auch nach 3 bis 4 Wochen nicht auf Licht ansprechen, ist der Wechsel zu einem SSRI- Antidepressivum zweckmäßig. Bei lediglich teilweisem Ansprechen auf Licht kommt eine Kombinationsbehandlung (Licht + SSRI) in Betracht. Sollten Patienten mit einer bekannten Winterdepression prophylaktisch jedes Jahr frühzeitig im Herbst mit Licht behandelt werden? Es gibt Patienten, die jeden Winter in die saisonale Depression geraten, während andere zwischendurch mehrere Jahre lang von der Depression unbehelligt bleiben. Sowohl für den präventiven Einsatz der Lichttherapie als auch für die Frühbehandlung beim Auftreten erster Symptome gibt es gute Argumente. |







