Lebenselixier Licht

Günter Klügl

Welche Bedeutung hat das Sonnenlicht für den menschlichen Organismus? Wie können wir die Energie des Sonnenlichtes nutzen, um damit Krankheiten positiv zu beeinflussen und um unser Wohlbefinden zu steigern? Günter Klügl über die Folgen von Lichtmangel und gesunde Alternativen.

Licht ist Leben. Das ist sicher keine neue Erkenntnis, denn jedes Jahr im Frühling erleben wir es wieder: Wenn die Tage länger werden, die Sonne öfter scheint, erwacht die Natur. Die Menschen werden fröhlicher, die sogenannte "Winterdepression" ist wie weggeblasen.

Wie wichtig Licht für das Leben von uns allen ist, zeigt sich deutlich am Nord-Süd-Gefälle Europas. Nirgendwo gibt es so viele schwermütige Menschen wie in den skandinavischen Ländern, in Schottland oder Island, besonders in den dunklen Monaten. Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Rheumatismus und Bronchial-Asthma treten dort gehäuft auf.
Der Grund: Lichtmangel macht ihnen zu schaffen. Mindestens zwei Stunden Sonnenlicht braucht der Mensch pro Tag. Doch das bekommen die "Nordlichter" höchstens im Sommer. Selbst dann halten sie sich aber meistens zu wenig im Freien auf.
In südlichen Ländern, wie beispielsweise in Italien, Spanien, Südfrankreich, ist das ganz anders. Die Menschen haben wesentlich weniger unter Krankheiten zu leiden, sie sind fröhlicher und kontaktfreudiger. Auch mit Alkohol gehen sie natürlicher um. Ein Glas Wein zum Essen - kein Problem.
Kein Wunder. Das Leben im Süden findet zu einem großen Teil im Freien statt. Das Licht, das diese Menschen regelmäßig aufnehmen, hält sie gesund, fit und fröhlich.

Wie in den nördlichsten Ländern Europas so bekommen auch in unseren Breiten die Menschen zu wenig Sonnenlicht. Und das nicht nur in den tristen Wintermonaten. Wer kann sich schon unter der Woche täglich zwei Stunden im Freien aufhalten und Sonne tanken?
Bedingt durch den Beruf oder das schlechte Wetter hält sich ein Großteil unserer Bevölkerung während des Tages in geschlossenen Räumen auf. Nur wenige finden die Muße, sich einfach auf eine Parkbank zu setzen oder spazieren zu gehen. Wir werden daher sehr häufig Opfer der Zivilisationskrankheit Lichtmangel!
Die Folgen dieses Lichtmangels sind auch bei uns schwerwiegend. Stoffwechselstörungen, Depressionen, Hautkrankheiten, Allergien, Erkrankungen als Folge eines geschwächten Immunsystems nehmen immer mehr zu, weil wir nicht ausreichend Licht aufnehmen, um uns gegen eine geschädigte Umwelt zu schützen.

Die Vollspektrumbeleuchtung und deren Anwendungsmöglichkeiten Ein Mangel an Sonnenlicht bedeutet nicht, dass wir uns in unser Schicksal ergeben müssen, dass Krankheit und Depression automatisch folgen. Denn sobald der Körper in ausreichendem Umfang ein der Sonne gleichendes Licht aufnehmen kann, reagiert er darauf genauso positiv. Beschwerden können beseitigt oder auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

Hamilton Depressions-Skala - Auswirkungen der Lichttherapie auf Depressionen

Hamilton - Depressions-Skala - Auswirkungen der Lichttherapie auf DepressionenDas Lichtspektrum der Sonne, das über das Auge und die Haut aufgenommen wird, hat eine präventive und therapeutische Wirkung. Denn ihre energetischen Strahlen vor allem im mittel- und langwelligen UV-Bereich setzen und halten lebensnotwendige biochemische Prozesse in Gang.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurden Lampen für jeden Einsatz entwickelt. Ihr Lichtspektrum gleicht dem der Sonne. Allerdings emittiert sie dabei nur UV-Strahlen in einer für den Menschen unbedenklichen Dosis. Mögliche negative Begleiterscheinungen eines Sonnenbades entfallen daher.
Die Vollspektrum-Lampen haben die gleiche Wirkung wie das Sonnenlicht: Sie können zur Regulierung des Stoffwechsels und zur Bildung des lebenswichtigen Vitamin D sowie zur Stabilisierung des Immunsystems beitragen und vor allem Depressionen vertreiben.
Die Vollspektrumbeleuchtung ist praktisch überall einsetzbar. Sie kann als Beleuchtung am Arbeitsplatz genauso verwendet werden wie in Wohnräumen, in Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern. Ihre Verwendungsmöglichkeit ist nahezu unbegrenzt, da das Licht nicht überdosiert werden kann.

Sonne stärkt die Widerstandskraft des Menschen. Ein starkes Immunsystem hilft nicht nur einen Menschen gegen eine Erkältung zu schützen, gegen eine Grippe oder andere infektiöse Krankheiten, sondern es ist gleichsam ein Schutzschild und ein Stimulans der Selbstheilungskräfte des Organismus.

Die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten Die Vollspektrum-Therapie-Leuchten können zur Prävention und als Therapie bei vielen Krankheitsbildern angewandt werden. Weil sie aber auch das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit steigern können, sind sie ein Lebenselixier für jedermann.
Von dem Vollspektrumlicht wird vor allem der Fibrinogenspiegel (wichtig für den Blutfluss), die Konzentration von C-reaktivem Protein im Blut (zeigt Entzündungen im Körper an) und die Bildung von Vitamin D (wichtig für die Knochenfestigkeit und den Calciumstoffwechsel) positiv beeinflusst. Aus diesem Zusammenhang lassen sich eine Reihe von Indikationen ableiten, bei denen die Anwendung der Vollspektrum-Therapie-Leuchten zu empfehlen ist. Die wichtigsten sind: Herz- und Kreislauferkrankungen, Befindlichkeitsstörungen und Osteoporose.

Herz- und Kreislauferkrankungen Fibrinogen ist zunächst als ein Blutgerinnungsfaktor bekannt, ohne Fibrinogen könnte sich die offene Wunde bei einer Verletzung nicht wieder schließen. Dieser Blutbestandteil gilt unter Medizinern aber auch als ein Risikofaktor für Patienten, die Probleme mit dem Herzen haben. Denn ein erhöhter Fibrinogenspiegel lässt das Blut in den Adern zäher fließen.
Wissenschaftler aus Cambridge stellten in diesem Zusammenhang fest, dass in England und Wales in jedem Winter 20.000 Todesfälle mehr aufgrund von Herz- und Kreislauferkrankungen zu verzeichnen sind als in den anderen Jahreszeiten. So sahen sie sich mit der Frage konfrontiert: Warum erliegen in der kalten Jahreszeit so viel mehr Menschen einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall?

Framingham-Studie

Nähere Untersuchungen der Wissenschaftler ergaben, dass das Fibrinogen saisonalen Schwankungen unterliegt. In den Wintermonaten ist der Fibrinogenspiegel durchschnittlich höher als in den Sommermonaten. Durch eine Lichttherapie lässt sich der erhöhte Fibrinogenspiegel normalisieren. Eine regelmäßige Anwendung der Vollspektrumlampe empfiehlt sich deshalb besonders in den sonnenarmen und kalten Monaten des Jahres.

Befindlichkeitsstörungen und Depressionen Lange bevor moderne Psychopharmaka in den Handel kamen, wurden Depressionen, Melancholie, aber auch Übererregbarkeit bereits mit Licht behandelt.
Depressionen gelten als die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung, vor allem bei älteren Patienten. Rund ein Viertel aller Menschen über 70 leidet darunter. Die oft stark aktivitätshemmenden psychischen Veränderungen sind bei dieser Personengruppe meist auf ihre veränderte Lebenssituation (Pensionierung, Verlust des Partners, Isolierung) zurückzuführen. Doch auch jüngere Menschen leiden unter Depressionen. Diese resultieren dagegen vorwiegend aus einem eingeschränkten Stoffwechsel.
Eine Untersuchung an rund 100 Patienten mit leichten und mittelschweren Depressionen ergab, dass zwei Drittel der Probanden darüber hinaus an akuter Erschöpfung litten, etwa die Hälfte wiesen Entzündungszeichen (erhöhtes C-reaktives Protein) im Blut auf. Ein Teil der Patienten wurde vier Wochen nur mit Johanniskraut behandelt. Dem anderen Teil wurde ebenfalls Johanniskraut verabreicht, zusätzlich wurde aber bei den Patienten dieser Gruppe eine Therapie mit der Vollspektrumlampe angewandt.

Diagramm zur positiven Auswirkung einer zusätzlichen Lichttherapie

Nach 14 Tagen war bei den nur mit Johanniskraut behandelten Patienten eine Besserung festzustellen. Bei denjenigen, die zusätzlich eine Lichttherapie erhielten, trat der klinische Effekt jedoch deutlich schneller ein. Ihre Beschwerden besserten sich innerhalb weniger Tage, die Depressionen verschwanden in viel kürzerer Zeit. Noch überraschender waren die Ergebnisse bei Patienten mit einer begleitenden Entzündung. Das C-reaktive Protein wurde innerhalb von zwei Wochen signifikant verringert.

Vitamin D-Bildung In den westlichen Industrieländern leiden über 75 Millionen Menschen an Osteoporose (Knochenschwund), von der vorwiegend Frauen betroffen sind. Allein in Deutschland gibt es rund fünf Millionen Frauen und eine Million Männer, die an fortschreitendem Abbau ihrer Knochensubstanz leiden.
Calcium ist eine Grundsubstanz, ohne die die Stoffwechselvorgänge im Körper nicht richtig funktionieren. Doch damit das Calcium aus dem Darm resorbiert werden kann, benötigt der menschliche Organismus Vitamin D. Dieser Zusammenhang wurde entdeckt, als man feststellte, dass sich die Knochenkrankheit Rachitis (Verformung der Knochen im Säuglingsalter) mit der Gabe von Vitamin D verhindern lässt.
Das lebensnotwendige Vitamin D hat als Vorstufe ein Provitamin (D3 7-Dehydrocholesteron). Dieses wird in mehreren Organen des menschlichen Körpers gebildet, wie zum Beispiel der Haut, der Leber und den Nieren. Das Provitamin und damit das Vitamin D können aber nur gebildet werden, wenn ein bestimmtes ultraviolettes Licht, das UVB, in ausreichendem Maße aufgenommen wird.

Vitamin D - Produktion im menschlichen Körper

In den Wintermonaten reicht die verminderte Sonneneinstrahlung fast nicht mehr aus, um eine ausreichende Produktion von Vitamin D zu gewährleisten. Gerade bei älteren Menschen, die sich relativ wenig im Freien aufhalten können, kommt es dann zu einem akuten Vitamin D-Mangel. Sie erkranken an Osteoporose. Häufige Frakturen können die Folge sein, ebenso wie der sogenannte ,"Altersbuckel". An Osteoporose erkrankte Menschen leiden häufig an Schmerzen, es tritt eine Leistungsminderung ein, und nicht selten werden sie dann pflegebedürftig.

Entwicklung eines Altersbuckels aufgrund einer Wirbelsäulendeformierung

Aber nicht nur älteren Menschen ist zu empfehlen, regelmäßig Vollspektrumbeleuchtung auf sich wirken zu lassen, damit die Produktion von Vitamin D angeregt wird. Auch zur Vorbeugung der Osteoporose ist Vollspektrumlicht ein probates Mittel und dies ohne Nebenwirkungen.

Hautkrankheiten Die Haut ist mit 1,5 bis 2 Quadratmetern eines der größten Organe des menschlichen Körpers. Aber sie ist nicht bloß unsere schützende äußere Hülle. Sie hat viele Aufgaben zu übernehmen, um den gesamten Organismus gesund zu erhalten. Darum reagiert sie auch sehr sensibel auf jede zusätzliche Belastung, von innen wie von außen. Hautkrankheiten können die Folge sein.
Ekzeme, Akne, Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) haben verschiedene Ursachen. Manchmal sind es erbliche Anlagen, meistens aber schädliche Umwelteinflüsse, die hier Krankheiten hervorrufen. Denn in der heutigen Zeit ist die Haut einer Vielzahl von Angriffen ausgesetzt, die Wirkung von Luftverschmutzung, Klimaanlagen, Allergenen in Umwelt und Nahrung etc. sind hinlänglich bekannt.
In Langzeitstudien wurde die Beobachtung gemacht, dass die Anwendung von Vollspektrumlicht zu einer deutlichen Besserung vieler Hauterkrankungen führt. Dabei musste nicht - wie bisher üblich - die gesamte Haut bestrahlt werden. Es reichte häufig aus, das Licht allein über die Augen aufzunehmen. Denn das Vollspektrumlicht hat einen stimulierenden Effekt, der Fehlsteuerungen im Immunsystem korrigiert.
Bei Patienten, die seit vielen Jahren an Schuppenflechte (Psoriasis) litten, konnte eine weitgehende Abheilung der Hauterkrankung erreicht werden.
Gleiche Ergebnisse wurden bei Kindern erzielt, die zum Teil seit ihrer Geburt an Neurodermitis erkrankt waren. Die verordnete Cortison-Salbe half bei ihnen meistens nur vorübergehend. Und auch eine strenge Diät, bei der nur ausgesuchte Nahrungsmittel gegessen werden durften, reichte nicht aus, um das Leiden in den Griff zu bekommen. Erst durch die Aufnahme des Vollspektrumlichts über die Augen konnte sich die erkrankte Haut dauerhaft regenerieren.

Allergien Der Körper verfügt über ein kompliziertes Abwehrsystem, das eindringende Stoffe oder Mikroorganismen unschädlich macht. Im Falle einer Allergie ist dieses System aber aus dem Gleichgewicht geraten. Es kommt zu einer Überreaktion der Abwehr, bei der der Körper zuviel Histamin freisetzt. Symptome einer allergischen Reaktion sind rote Augen, eine ,"Triefnase", Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Husten bis hin zu Atemnot und asthmatischen Anfällen.
Auslöser können unterschiedliche Pflanzen und Blütenpollen sein, aber auch Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Nahrungsmittel, Kosmetika, Medikamente etc. rufen oft diese Reaktion hervor. In Deutschland gibt es bereits rund 25 Millionen Menschen, die unter Allergien leiden.
Es ist bekannt, dass die Umweltverschmutzung in der ehemaligen DDR deutlich größer war als in der Bundesrepublik. Trotzdem traten im Westen wesentlich häufiger Allergien auf. Das verwundert nicht, wenn man die Bedeutung von Sonnenlicht für den menschlichen Organismus kennt. Denn durch die Einfachverglasung der Fenster im Osten konnte dort deutlich mehr UV-haltiges Licht in die Wohnungen eindringen als durch die zwei- bis dreifach verglasten Fenster in der Bundesrepublik. Statistiken belegen: Die Zahl der Allergiekranken in der ehemaligen DDR lag erheblich niedriger als im Westen.

Atemwegsbeschwerden Rund sechs Millionen Deutsche leiden unter Bronchial-Asthma, allein zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen sind betroffen. Asthma, so wurde festgestellt, kann unterschiedlich ausgelöst werden, durch Allergene, chemische Reize (Abgase, Medikamente, Zigarettenrauch etc.), durch Anstrengung.
Trotz der diversen Auslöser ist die Ursache jedoch immer gleich: Die Bronchialschleimhaut ist wegen dieser Umwelteinflüsse chronisch entzündet und produziert in erhöhtem Maße Schleim. Weil dadurch der Austausch der Luft in den Lungenbläschen stark behindert ist, kommt es zu Husten, Auswurf, sogar bis hin zu Atemnot und Erstickungsanfällen.
Besonders häufig treten chronische Entzündungen wie Bronchitis und Asthma bei Patienten auf, die kaum an das Tageslicht gehen. Darum nehmen z.B. in den dunklen Wintern in Skandinavien Bronchial-Erkrankungen in signifikantem Maße zu.
In einer Reihe von Untersuchungen an Bergarbeitern in Russland wurde festgestellt, dass diese nach einer regelmäßigen Bestrahlung mit UV-Licht deutlich weniger unter Bronchitis oder Asthma litten. Sogar die gefürchtete Staublunge ist dort seit der Licht-Behandlung kaum noch bekannt. Denn das Flimmerepithel (ein Gewebe mit kleinen Flimmerhärchen, das Fremdkörper wie Staub etc. in der Lunge abfängt) konnte sich durch diese Therapie regenerieren und seine natürliche Funktion wieder aufnehmen.

Gleichgewicht des Zuckerhaushaltes Rund 25 Millionen Menschen in Europa sind zuckerkrank. In Deutschland trifft das auf rund vier Millionen Menschen zu, Tendenz steigend. Besonders gefürchtet bei der Diabetes sind die schweren Spätfolgen dieser Stoffwechselerkrankung. Die Betroffenen wissen darüber Leidvolles zu berichten.
Wie es so weit kommen kann? Untersuchungen haben gezeigt, dass im Körper der Betroffenen ein Selbstzerstörungsprozess abläuft. Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht.
Nachdem Diabetiker mit dem Vollspektrumlicht behandelt wurden, sank ihr Blutzuckerspiegel ebenso wie der Zucker im Urin. Durch die Licht-Stimulierung des Immunsystems kann sich der Stoffwechsel weitestgehend regulieren. Auch bei Spätfolgen kann eine Linderung durch Vollspektrumlicht verschafft werden.

Wichtiger Hinweis Auch wenn Vollspektrumlicht Diabetikern Linderung verschafft, ersetzt diese nicht den regelmäßigen Kontakt zu dem behandelnden Arzt. Bei einer Anwendung muss die Insulinmenge zunächst täglich neu angepasst werden.

Rheumaerkrankungen Rheuma ist der volkstümliche Sammelbegriff für eine Vielzahl degenerativer oder entzündlicher Störungen im Muskel-, Gelenk- und Knochenbereich. Dazu gehören Arthritis, Arthrose,Ischias, Gicht, Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden. Eine weitverbreitete endzündliche Form dieser Erkrankung, die chronische Polyarthritis, beginnt oft schon im 30. Lebensjahr.
Hauptschuld an den entzündlichen Rheumaformen trägt ein gestörtes Immunsystem, oft verbunden mit einem erhöhten C-reaktiven Proteinspiegel, und eine überdurchschnittliche Konzentration von Fibrinogen. Wichtig ist der letztgenannte Stoff, wie bereits erwähnt, für die Blutgerinnung. Ist er jedoch in erhöhtem Maße vorhanden, stellt er nicht nur einen Risikofaktor für Thrombosen und Herzinfarkt dar, sondern auch für den gesamten rheumatischen Formenkreis.
Wissenschaftler konnten feststellen, dass der Fibrinogenspiegel abhängig von der Sonneneinstrahlung ist. Durch das Sonnenlicht lässt sich die Konzentration im Blut auf den erforderlichen Normalwert reduzieren.

Übergewicht Schlanke Menschen sind in südlichen Ländern häufiger anzutreffen als in Regionen, in denen die Sonne seltener scheint. Der Grund: Adipositas ist in den meisten Fällen ein Zeichen für Lichtmangel, denn die Sonne ist die erste und wichtigste Quelle zur Versorgung des Körpers mit Energie. Unbewusst ersetzen Betroffene ihren ,"Hunger" nach Energie durch eine erhöhte Aufnahme von Nahrung.
Doch die wirklich lebenswichtige Energie - die der Organismus dringend benötigt, um gesund und fit zu bleiben, sich wohl zu fühlen - ist nicht in ausreichender Konzentration in der Nahrung enthalten. Der Betroffene isst mehr, weil sein Körper ständig den Wunsch nach zusätzlicher Energie signalisiert. Und er wird immer dicker. Aber durch die Anwendung eines natürlichen Lichtspektrums - kann der Energiemangel ausgeglichen werden.
Sonnenlicht führt zur Verbesserung der Blutfettwerte. Der HDL-Stoffwechsel (High-Density Lipoprotein, sogenanntes gutes Cholesterin) kann günstig beeinflusst werden und ansteigen. Die LDL-Konzentration (Low-Density Lipoprotein, sogenanntes schlechtes Cholesterin) im Blut, kann gesenkt werden.

Praktische Behandlungsrichtlinien Derzeit empfehlen führende Experten, unter ihnen Frau Professor Dr. Anna Wirz-Justice, Psychiatrische Universitätsklinik Basel, folgendes:

1. Die Lichttherapie stellt die Behandlungsmethode erster Wahl dar. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Patienten keine relativen Kontraindikationen aufweisen. Zu den relativen Kontraindikationen der Lichttherapie gehören: Erkrankungen der Retina, Einnahme von Medikamenten mit photosensibilisierenden Eigenschaften (z.B. Chioroquin, Lithium, trizyklische Antidepressiva, Fluoxetin, Neuroleptika). Bei Patienten mit relativen Kontraindikationen muss die Lichttherapie augenärztlich überwacht werden. Eine ophthalmologische Untersuchung ist auch bei Diabetikern und bei alten Menschen (mit erhöhtem Risiko einer asymptomatischen Makuladegeneration) zweckmäßig.

2. Mit der Lichttherapie wird am Morgen nach dem Aufstehen, zwischen 7 und 8 Uhr, begonnen. Der korrekte Abstand zur Lampe muss eingehalten werden, weil sich die Beleuchtungsstärke umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstandes zwischen Lampe und Patient verhält. Während der ersten 7 bis 14 Tage dauert die tägliche Lampensitzung jeweils 30 Minuten. Etwa einmal pro Minute sollte der Patient kurz direkt in die Lichtquelle blicken. Üblicherweise ist bereits nach 3 bis 7 Tagen mit einer antidepressiven Wirkung zu rechnen. Die Lichttherapie sollte in der Regel bis in den Frühling fortgesetzt werden. Wenn Patienten auf die morgendliche Lichttherapie ansprechen, können sie auf Wunsch auch einen besser in den persönlichen Tagesablauf passenden Zeitpunkt für die Lichttherapie auswählen. Bei Patienten, die nach 1 bis 2 Wochen nicht auf die Lichttherapie ansprechen, wird eine Verlängerung der Lampensitzung bis auf 60 Minuten und schließlich als weitere Variation eine Verlegung der Lampensitzung in die Abendstunden empfohlen. Bei Patienten, die auch nach 3 bis 4 Wochen nicht auf Licht ansprechen, ist der Wechsel zu einem SSRI- Antidepressivum zweckmäßig. Bei lediglich teilweisem Ansprechen auf Licht kommt eine Kombinationsbehandlung (Licht + SSRI) in Betracht.

Sollten Patienten mit einer bekannten Winterdepression prophylaktisch jedes Jahr frühzeitig im Herbst mit Licht behandelt werden? Es gibt Patienten, die jeden Winter in die saisonale Depression geraten, während andere zwischendurch mehrere Jahre lang von der Depression unbehelligt bleiben. Sowohl für den präventiven Einsatz der Lichttherapie als auch für die Frühbehandlung beim Auftreten erster Symptome gibt es gute Argumente.


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