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Damit Sie mit "Wunderheilern" kein blaues Wunder erleben – 10 Goldene Regeln für Patienten und Angehörige
"Wie finde ich einen guten Heiler?" "Soll ich mich fernbehandeln lassen?" "Ist jedes Leiden geistig heilbar?" Mit solchen Fragen bekommt Dr. Harald Wiesendanger, Autor von sechs Sachbüchern zu dieser heftig umstrittenen Therapieform, täglich zu tun: „Im Laufe der letzten zehn Jahre haben sich Tausende von Patienten und deren Angehörige ratsuchend an mich gewandt – unschlüssig und verunsichert, was sie davon halten sollen“, berichtet der Philosoph und Psychologe. "Was ihnen ehrlicherweise zu sagen ist", fasst er in "Zehn Goldenen Regeln" zusammen:
"1. Lassen Sie sich nicht irremachen: Es gibt für Patienten keinen vernünftigen Grund, sich nicht auf geistiges Heilen einzulassen, egal bei welcher Diagnose. Die Mehrzahl der Behandelten profitiert davon. Und selbst wenn es nichts nützt, richtet es keinerlei Schaden an. 2. Schrauben Sie überzogene Erwartungen zurück. Geistheiler sind keine allmächtigen Wundertäter. Haben Sie Geduld: Je fortgeschrittener Ihr Leiden ist, je länger es bereits andauert, desto schwerer wird ihm geistiges Heilen beikommen. Oft ist keine vollständige Genesung mehr möglich, immerhin aber eine Linderung - und zumeist eine deutliche, anhaltende Verbesserung des Allgemeinbefindens. 3. Informieren Sie sich. Verschaffen Sie sich zumindest einen groben Überblick über die verschiedenen Formen geistigen Heilens, über Methoden und theoretische Hintergründe. 4. Werden Sie zum bewußten Selbstheiler. Machen Sie sich klar, wieviel Sie selbst zu Ihrer Genesung beitragen können. Keine Geistheilung kann gelingen, wenn Sie nicht mithelfen, die inneren und äußeren Umstände zu ändern, unter denen sich Ihre Krankheit entwickelte. 5. Sehen Sie in geistigem Heilen keinesfalls eine Alternative zur Schulmedizin, sondern bloß eine sinnvolle Ergänzung. Heiler sind keine Ersatzdoktoren. 6. Fahnden Sie unter Heilern nicht nach "Spezialisten" für Ihr besonderes Symptom. Es gibt keine, allem Anschein zum Trotz. Denn Heiler behandeln nicht Krankheiten, sondern Kranke. 7. Vertrauen Sie auf der Suche nach einem fähigen, seriösen Geistheiler Ihrem persönlichen Eindruck, Ihrer Intuition, Ihrer Menschenkenntnis. Sie sind verläßlichere Ratgeber als bloßes Hörensagen, als Meldungen in Presse, Funk und Fernsehen, als Anzeigen und Werbebroschüren, als Mitgliederlisten von Heilerverbänden. Beschaffen Sie sich zunächst Adressen von Heilern in der Nähe Ihres Wohnorts. Rufen Sie mehrere an. Vereinbaren Sie einen Termin zum Kennenlernen. Lassen Sie sich genau erläutern, wie Ihre Behandlung ablaufen soll, bitten Sie um eine kostenlose Probesitzung. Klären Sie vorab die Honorarfrage. Hören Sie auf Ihre innere Stimme: Meint es dieser Mensch gut mit Ihnen? Fühlen Sie sich in seiner Gegenwart wohl, angenommen und aufgehoben? Liegen Sie mit ihm "auf gleicher Wellenlänge"? Treffen Sie erst dann Ihre Wahl. Eine Behandlung sollten Sie abbrechen, wenn sie nicht nach spätestens fünf bis zehn Sitzungen zu einer ersten spürbaren Linderung von Beschwerden geführt hat. Ein anderer Heiler, eine andere Heilweise kommt bei Ihnen dann möglicherweise weiter. 8. Achten Sie vom ersten Kontakt an aufmerksam auf Anzeichen, die den Scharlatan verraten. Vor allem folgende Merkmale sollten Sie stutzig machen: Der Heiler verspricht Ihnen rasche, vollständige Heilung; er stellt Ihnen unüberprüfbare Diagnosen; er hält Sie davon ab, zum Arzt zu gehen, und äußert sich pauschal abfällig über die Medizin; er bedrängt Sie, laufende ärztliche Behandlungen abzubrechen, Medikamente abzusetzen; er droht Ihnen mit einer Verschlimmerung Ihres Leidens, falls Sie sich nicht auf ihn einlassen bzw. sich nicht von ihm weiterbehandeln lassen möchten; er nimmt sich keine Zeit für Sie, läßt Wärme und Anteilnahme vermissen. 9. Lassen Sie sich auf Inserate oder sonstige Werbung gar nicht erst ein. Ein wirklich guter Heiler kann darauf verzichten, allein die Mundpropaganda zufriedener Patienten beschert ihm im allgemeinen mehr Arbeit, als er bewältigen kann. Meiden Sie Heiler mit fragwürdigen "Diplomen" und "Zulassungen", Doktor- und Professorentiteln, ebenso wie die vermeintlichen "Stars" der Szene. 10. "Fernbehandlungen", Heilversuche auf Distanz, sind immer nur die zweitbeste Lösung, ungeachtet ihrer Wirksamkeit. Beim geistigen Heilen, wie überhaupt in therapeutischen Beziehungen, kommt es auf persönlichen Kontakt an. Ganzheitsmedizin, auch eine mit "paranormalen" Anteilen, ist anonym unmöglich."
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