Ayurveda-Urlaub: Sich gesund verwöhnen lassen

Maruscha Magyarosy

Immer mehr Menschen in aller Welt schwören heute auf Ayurveda. Als zeiterprobte ganzheitliche Naturheilkunde kann es Zivilisationsgeschädigten und Umweltbelasteten zu neuem Wohlbefinden verhelfen.

Avurveda stellt für alle jene Menschen, die aktiv und bewusst ihre persönliche Gesundheit erhalten wollen, eine Bereicherung dar. Im Zentrum steht die Vorsorge, Erhaltung und Förderung der Gesundheit. Wie auch in der chinesischen Medizin war die Prävention von Krankheiten von jeher die vorrangige Aufgabe. Im Ayurveda geht es nicht darum, Symptome zu beseitigen, die das Kranksein anzeigen, sondern die gesamte Lebenswelt des Patienten wird in den Heilungsprozess einbezogen.

Die Ursprünge dieser indischen Gesundheitslehre lassen sich 5.000 Jahre bis zu den vor-arischen Kulturen im Indus-Tal zurückverfolgen. Dort lebte eine hochzivilisierte und wohlhabende Gesellschaft, die der "Göttlichen Mutter" diente. Die Überlieferung sagt, dass die Weisen dieser fortschrittlichen Kultur sich in die Berge des Himalaya zurückzogen, um sich mit dem Problem der Krankheit und ihrer Auswirkung auf das Leben zu befassen. Aus ihren spirituellen Eingebungen auf diesem "Retreat" entstand das Heilverfahren, welches heute als Ayurveda – "die Wissenschaft vom Leben" – bekannt ist.
Eben weil Ayurveda der Überlieferung zufolge von den Göttern offenbart wurde, sollte es mit Mitgefühl und Edelmut praktiziert werden, und nicht aus Egoismus oder Habgier.
Das ayurvedische Heilwissen wurde zunächst mündlich überliefert in Form von Versen und Gesängen. Der erste schriftliche Text, der auch heute noch erhalten ist, wurde von dem ayurvedischen Lehrer Charaka um 700 v.Chr. verfasst. Ayurveda wurde zusammen mit dem Buddhismus im Jahre 249 v.Chr. durch den indischen Mönch Mahindra, einen Sohn des Kaisers Ashoka, auf Sri Lanka bekannt. Inzwischen hat sich Ayurveda in Indien und Sri Lanka, wo es als "Mutter der Medizin" gilt, den Erfordernissen der jeweiligen Zeit gemäß weiterentwickelt und stellt sich heute den Herausforderungen und Bedürfnissen unserer modernen Zivilisation, um die Menschen gesund zu erhalten bzw. sie zu heilen.

Gesundheit für Körper, Geist und Seele Die Stärke des Ayurveda liegt in seiner breiten, umfassenden Sicht. Ayurveda ist ein ganzheitliches Gesundheitssystem, das den ganzen Menschen und seine Umwelt einschließlich kosmischer Einflüsse betrachtet, diagnostiziert und behandelt. Es untersucht die dynamische Wechselbeziehung zwischen organischen, physiologischen und äußeren Faktoren (Klima, Lebensweise, Ernährung), wobei auch psychische bzw. emotionale Zustände in die Betrachtung mit einbezogen werden.
Ayurveda beruht auf der Erkenntnis, dass der Mensch als eine Einheit aus Körper, Seele und Geist gesehen und behandelt werden muss. Und dass Gesundheit vom Gleichgewicht des Individuums abhängt. Vom Gleichgewicht im Inneren, wie auch nach außen, zu seiner Umwelt und zum Kosmos. So wie der Verlust des emotionalen Gleichgewichts häufig körperliche Leiden zur Folge haben kann, die durch Behebung der psychischen Störung in Verbindung mit medizinischer Behandlung geheilt werden, so vermögen spirituelle Übungen wie Meditation und Yoga, die ein integraler Bestandteil des Ayurveda sind, von besonderem Wert für die Harmonisierung des gesamten menschlichen Wesens zu sein.
Das ganzheitliche Ayurveda-Heilsystem berücksichtigt also die individuelle Konstitution und Lebenssituation des Patienten und sieht spezifische Unterstützung und Heilbehandlungen auf drei Ebenen vor:

  1. die körperliche Behandlung, die durch die verabreichten Massagen, die verordneten Säfte, Pulver und Pillen geschieht;
  2. die psychische Behandlung, der die unterstützenden Yoga- und Meditationsübungen dienen;
  3. die spirituelle Unterstützung, die durch die eigene Wahl des Patienten bestimmt wird.

Die ayurvedische Konstitutionslehre Im Ayurveda geht man davon aus, dass die Welt, welche sich aus den fünf Elementen – Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum (Äther) – zusammensetzt, sich in unserem Körper widerspiegelt. Aus der Verbindung dieser fünf Elemente (nicht mit den physischen Elementen zu verwechseln!) entstehen drei völlig unterschiedliche Lebensenergien, die sogenannten Doshas, die miteinander in Harmonie sein müssen, um unsere Gesundheit zu erhalten:

  1. Vata ergibt sich aus der Verbindung der Elemente Luft und Äther und ist das Dosha, welches für das Lebensprinzip Bewegung, Fluss und Antrieb steht. In der Natur wird Vata auch mit Luft/Wind gleichgesetzt. In unserem Körper steuert die Vata-Energie alles, was für Bewegungen des Körpers, des Geistes und der Sinne verantwortlich ist. Die Kraft von Vata regt unsere Psyche an, sie reguliert die Atmung und bewirkt Interkommunikation und Aktivität.
  2. Pitta geht auf das Element Feuer zurück und ist in unserem Körper für alle Reaktionen zuständig, bei denen Wärme entsteht. Im Pitta-Dosha kommt hauptsächlich die Kraft des Elementes Feuer zum Tragen. Sämtliche Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge werden von diesem Dosha gesteuert. Pitta stärkt den Intellekt, regt die Begeisterungsfähigkeit an und fördert die Zielstrebigkeit eines Menschen.
  3. Die Elemente Erde und Wasser ergeben zusammenfassend Kapha. Die Kapha-Energie ist formgebend und strukturierend. Sie ist für den Flüssigkeitshaushalt, für den Zell- und den Skelettaufbau verantwortlich und gibt dem Körper Stabilität und Festigkeit. Gleichzeitig verleiht sie ihm seine Geschmeidigkeit, seine Kraft und seine Ausdauer.

Das Zusammenspiel der fünf Elemente ist für die Besonderheiten, die Stärken und Schwächen, eines jeden individuellen Körpers verantwortlich (zu den Konstitutionstypen siehe unten). So hat jeder Mensch von Geburt an seine eigene unverwechselbare Natur aufgrund der spezifischen Mischung der Doshas in seinem Wesen, deren Dominanz jedoch sich nach Alter, Jahres- und Tageszeiten und durch Lebensumstände ändern kann.

Reine Vata-, Pitta- oder Kapha-Typen sind selten. Häufiger sind Mischtypen, bei denen zwei der drei Wirkprinzipien vorherrschen, also Vata-Pitta, Pitta-Kapha und Vata-Kapha. Die ayurvedische Konstitutions-Typologie erlaubt nicht nur Aussagen über Krankheitsdispositionen, sondern auch über unterschiedliche psycho-physiologische Reaktionen auf Ernährung, Medikamente, Klima, etc. Sie spielt bei der Gestaltung vorbeugender und therapeutischer Maßnahmen eine wichtige Rolle.

Ausgleich des dynamischen Gleichgewichts
Die ayurvedische Medizin geht davon aus, dass Krankheitssymptome die langfristige Folge eines gestörten Gleichgewichts der drei Lebensenergien – Doshas – sind, und somit auch Störungen des körperlichen und seelischen Gleichgewichts verursachen. Ayurveda-Ärzte mit langer Erfahrung können mittels Pulsdiagnose die Ausprägung und das Zusammenspiel der Doshas ermitteln und damit gesundheitliche Probleme im Detail feststellen.

Die Grundverfahren des Ayurveda dienen der Stärkung des Immunsystems, der Regeneration, der Vitalität und Verjüngung – insgesamt einer Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Große Erfolge wurden jedoch auch bei folgenden Beschwerden erzielt: Erkrankungen der Atemwege, des Herz- und Gefäßsystems, des Magens und Darms, der Nieren und Harnwege, des Nervensystems und des Bewegungsapparates, rheumatische Beschwerden, Migräne, Depressionen, Impotenz, Stress, Schlaflosigkeit, allgemeine Schwächezustände, Fettsucht, Ekzeme, Psoriasis, Akne u.a.

Ayurvedische Heilmittel Ayurvedische Arzneimittel sind Substanzen mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ursprungs, jeweils abgestimmt auf den Patienten und dessen Dosha. Im Ayurveda gibt es viele Methoden und Formen Heilmittel zuzubereiten, die zu verschiedenen therapeutischen Wirkungen führen. Zum einen gibt es Zubereitungen aus verschiedenen Heilpflanzen: Abkochungen, Aufgüsse, Pulver, Öle und Einreibemittel. Des weiteren werden arzneiliche Weine, Gelees, Zubereitungen mit Harz, Pillen und Tabletten verwendet. Andere Präparate werden aus Mineralien, Metallen, Aschen, Salzen, Alkalen und Zuckerformen hergestellt.

Es ist eine Wissenschaft für sich, die große Artenvielfalt von Pflanzen, Kräutern, Bäumen, Blüten, Wurzeln und Mineralien, die es vor allem auch auf der Tropeninsel Sri Lanka gibt, zu einer wirksamen Medizin zu verarbeiten. Diese wirken nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern werden entsprechend der Diagnose darauf abzielen, die Ursachen der einzelnen gesundheitlichen Beschwerden zu heilen.

Im Ayurveda liegt ein völlig anderes Grundverständnis bei der Diagnose und der Herstellung von Heilmitteln vor, als in der westlichen Medizin. Ein Ayurveda-Heilmittel wirkt nicht nur gezielt auf ein einziges spezifisches gesundheitliches Problem, sondern wirkt sich gleichzeitig auf andere Bereiche aus. Daher ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass nur ein erfahrener Ayurveda-Arzt (Vaidya) nach eingehender Diagnose ein Ayurveda-Heilmittel verabreicht bzw. verschreibt. Normalerweise stellt ein Vaidya die entsprechenden Heilmittel auch selbst her. Etliche Heilmittel müssen frisch hergestellt bzw. verschiedene Pulver müssen mit einer Mischung von frischen Kräutern aufgekocht und sofort eingenommen werden. Wenn es ausschließlich um Krankheit und nicht um Erhaltung von Gesundheit geht, empfiehlt es sich daher, bevor man aus einem Gewürzgarten in Sri Lanka oder einem Versandhaus oder Naturkostladen in Europa Ayurveda-Produkte aus Indien kauft, einen Ayurveda-Arzt oder erfahrenen Ayurveda-Therapeuten zu konsultieren.

Entschlackung und Verjüngung durch Panchakarma Panchakarma-Kuren sind das Herz der ayurvedischen Behandlung. Es empfiehlt sich im allgemeinen eine Panchakarma-Kur von zwei bis vier Wochen. Ein Ayurveda-Urlaub, ob in einer europäischen Klinik oder einem Zentrum in Indien oder Sri Lanka, ist eine Investition in die Gesundheit des ganzen Menschen, die nachhaltige und tiefgreifende Wirkung zeigt.

Die Panchakarma-Behandlungen haben das Ziel, die Organe und Gewebe von Stoffwechselschlacken zu reinigen und die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Hand in Hand mit der physiologischen Regeneration kann sich das geistig-seelische Gleichgewicht stabilisieren. Panchakarma bedeutet, dass eine systematische Lösung und Ausscheidung von Giften aus jeder Zelle gefördert wird. Wobei die natürlichen Ausscheidungsorgane, wie z.B. Schweißdrüsen, Blutgefäße, Harnwege und Darm aktiviert werden. Panchakarma ist eine Abfolge von Schritten, die auf den Konstitutionstyp des Behandelten abgestimmt sind. Es umfasst unter anderem: innere Ölbehandlung (sneehara), Abführen (virechana), Ölmassagen (abhyanga).
Synchron- und Ganzkörper-Intensivmassagen bilden den Kern eines ganzheitlichen umfassenden Prozesses. Synchronmassagen werden von zwei Therapeuten/innen synchron mit einem Ayurveda-Kräuteröl, das auf Ihren Konstitutionstyp abgestimmt ist, durchgeführt. Dabei massieren vier Hände synchron den Körper des Patienten. Schlackstoffe werden mobilisiert, die Durchblutung intensiviert, die beiden Gehirnhälften und die entsprechenden Körperhälften harmonisiert. Intensivmassagen sind kräftig und behandeln speziell Gelenk-, Sehnen- und Rückenprobleme. Sie sind besonders wirkungsvoll bei rheumatischen Erkrankungen und Verspannungen.
Kopfmassagen schützen vor Infektionskrankheiten des Nasen-/Stirnhöhlenbereichs. Kopf und Nacken werden mit einem speziellen Öl massiert, die Kopfhaut wird somit besser durchblutet, nervöse Verspannungen lösen sich, der Haarwuchs wird gefördert.
Kräuter-Dampfbäder werden im Ayurveda in einer traditionellen Sauna-Holzbox sitzend oder liegend durchgeführt. 18 erhitzte Kräuter durchwärmen den Körper, während der Kopf herausragt und somit kühl bleibt. Die Kräuter wirken durch die Haut ein, heilen und der Schweiß scheidet Schlackstoffe aus.
Kräuter-Inhalation: Eine Kräutermischung wird aufgekocht und inhaliert. Diese Inhalation löst Schleimablagerungen im Lungen- und Nasen-/Stirnhöhlenbereich und reinigt somit die Atemwege.
Shirodhara oder der Stirn-Ölguss ist „die königliche Therapie“. Dabei fließt warmes Öl in einem feinen Strahl pendelnd über die Stirn. Es führt zu tiefer geistiger und seelischer Entspannung, fördert die Konzentrationsfähigkeit und hilft bei Kopfschmerz und Schlaflosigkeit. Darüber hinaus kann es, je nach Bereitschaft, zu außergewöhnlichen spirituellen Erfahrungen führen.

Ayurvedische Nahrung als Medizin Im Ayurveda wird auch die Ernährung als Medizin gesehen. Sie wird ähnlich sorgfältig ausgesucht und dosiert wie die Medikamente. Die richtige Ernährung ist ebenso wichtig wie die richtige Medizin. Im Ayurveda gibt es zwischen der Ernährung und den Heilmitteln fließende Übergänge. Die Heilmittel können auch als Nahrungsergänzungsmittel verstanden werden, die uns bei guter Gesundheit halten können.

Im Grunde ist die ayurvedische Ernährung nicht kompliziert, sie ist nur anders und erfordert etwas Umdenken. Den Wert der Ernährung beurteilt Ayurveda nicht primär anhand des Gehalts an Kalorien, Eiweißstoffen, Fetten, Kohlehydraten, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Es kommt zwar auch auf eine qualitativ hochwertige Nahrung an, aber den Doshas und der individuellen Verträglichkeit der Nahrung wird eine weit größere Bedeutung beigemessen. Die Nahrungszusammensetzung richtet sich nach dem Konstitutionstyp (Vata, Pitta, Kapha), nach der Jahreszeit und der eventuellen Krankheitssymptomatik. Die individuelle Verträglichkeit einer Speise hängt von den jeweiligen Doshas ab. Die Speisen sollen ein zu stark ausgeprägtes Dosha reduzieren bzw. ein schwaches Dosha stärken.

Nahrung sollte aus ayurvedischer Sicht frisch, bekömmlich, warm, gut gekocht, nährstoffreich und schmackhaft sein. Die Ayurveda-Küche muss nicht unbedingt ceylonesisch oder indisch sein. Auch die italienische, griechische, französische oder deutsche Küche kann ayurvedisch sein, wenn man bei der Auswahl und Zubereitung der Nahrungsmittel die Doshas berücksichtigt. Dabei spielen sowohl Geschmack als auch Qualität der Nahrungsmittel und Nahrungszusätze eine entscheidende Rolle.

Es ist bekannt, dass vor allem das Kochen die Nahrungsmittel verändert. Gekochte Nahrung ist roher Nahrung vorzuziehen, denn sie ist leichter verdaulich – der Organismus absorbiert die Nährstoffe leichter. Dies ist besonders wichtig bei schwacher Verdauung und bei erhöhten Kapha-Werten.

Zur optimalen Zubereitung gehört auch eine entsprechende geistige Einstellung des Kochs bzw. der Köchin. Auch die Atmosphäre und Bedingungen, unter denen die Mahlzeiten eingenommen werden, haben eine entscheidende Auswirkung.

Bei der Zubereitung und Aufnahme ayurvedischer Nahrung ist es wichtig zu wissen, welche Nahrungsmittelkombinationen sich nicht eignen und somit unsere Gesundheit ungünstig beeinflussen. Fisch und Fleisch z. B. sollten nie zusammen mit Milchprodukten gegessen werden. Nach dem Konsum von Rettich, Knoblauch, Zitrusfrüchten und anderen sauren Substanzen sollte ebenfalls keine Milch oder Milchprodukte getrunken bzw. gegessen werden. Unabhängig von den entsprechenden Doshas empfiehlt Dr. G.A.B. Alawattegama, Pandit in Indigeneous Medicine, Chefarzt des Ayurveda-Zentrums Lanka Princess in Beruwela, einige Nahrungsmittel völlig zu vermeiden. Dies sind: Schweinefleisch, Rindfleisch, Thunfisch, Meeresfrüchte, gekochte Tomaten, Ananas. Dr. Alawattegama rät nicht grundsätzlich von Fleisch ab, empfiehlt jedoch vorwiegend weißes Fleisch vom Geflügel und Fisch. Auch Alkohol ist nicht verboten. In den alten Schriften ist jedoch detailliert beschrieben, welche alkoholhaltigen Getränke in welchem Maße und zu welchem Zweck getrunken werden sollten. Sri Lanka hat eine Jahrtausende alte Tradition in der Herstellung von ayurvedischen Kräuterweinen, die weit in das vorchristliche Zeitalter zurückreicht. Als Zutaten dienen u. a. Sandelholz, Iramusu, Pfeffer, Rosinen, Bienenhonig und Kardamon.

Essen nach Typ Im Ayurveda unterscheidet man Speisen und Getränke nach ihren Wirkungseigenschaften wie süß, salzig, scharf, bitter, heiß und kalt und somit nach ihrer Wirkung auf die drei Doshas. Wichtig ist es, alle Geschmacksrichtungen zu berücksichtigen, und zwar in dem jeweils für den Einzelnen ausgewogenen Verhältnis:

  1. Der Vata-Typ sollte besonderen Wert legen auf warme, eher kräftigende, auch ölige Speisen, Nahrungsmittel, die süß, salzig und/oder sauer schmecken und sättigend sind (Reis, Nudeln, Milchprodukte, Suppen und Eintöpfe, Getreidebrei).
  2. Der Pitta-Typ sollte heiße Speisen meiden, statt dessen eher temperierte Nahrung essen, bei der die Geschmacksrichtungen bitter, süß und herb überwiegen. Dies hilft ihm auch, seinen übermäßigen Appetit etwas zu dämpfen.
  3. Der Kapha-Typ isst am besten warme, leichte Speisen, bei denen wenig Fett, wenig Zucker und wenig Salz verwendet werden. Sehr zu empfehlen ist für ihn heißer Ingwertee, die Geschmacksrichtungen scharf, bitter und herb sowie Gewürze, die die Verdauung anregen.

International, aber originalgetreu Abschließend möchte ich Frank Köchling zitieren, der das Ayurveda-Gesundheitszentrum Lanka Princess in Beruwela, Sri Lanka, leitet. Frank hat es sich seit etwa zehn Jahren zur Aufgabe gemacht – zusammen mit besten einheimischen Ärzten – Ayurveda in Sri Lanka für den "Westler" so zu entwickeln, dass es auf einem internationalen Niveau originalgetreu angeboten werden kann:
"Ayurveda ist eine fundamentale Quelle des Wissens von der Kunst und der Wissenschaft des Lebens. Es bleibt zu wünschen, dass möglichst viele aus dieser Quelle schöpfen zum Wohle des Einzelnen und der menschlichen Gemeinschaft.
Dabei gebührt dem Ayurveda der notwendige Respekt und sollte deshalb nur von denjenigen in Form einer privaten oder staatlichen Praxis, Kureinrichtung oder Krankenhaus betrieben werden, die Ayurveda in erster Linie zum Wohle der Menschen verstehen und nicht ausschließlich als Profitunternehmen. Dies ist besonders in unserer heutigen Zeit wichtig, in der Ayurveda "im Trend" liegt und mehr und mehr Anhänger im Westen findet. Es sollte nicht zum Wellness- oder Beautyprogramm für unsere Jet-Set-Society verkommen. Auch die Ayurveda-Ärzte sollten in der Tradition des Ayurveda verwurzelt bleiben, sich zwar forschend den Erfordernissen der Zeit anpassen, ohne es jedoch im westlichen Sinne zu modernisieren und zu vermarkten ...
Schließlich will Ayurveda allen Menschen dienen, die sich ihm respektvoll anvertrauen."

Die Konstitutionstypen

  1. Der Vata-Typ: Er hat einen leichten Körperbau mit geringer Muskulatur, zarten Gelenken, deutlich sichtbaren Sehnen und Venen, trockener Haut und wenig Haaren. Sein Appetit ist wechselhaft und seine Verdauung unregelmäßig. Er ist agil, geistig rege, besitzt eine sehr rasche Auffassungsgabe und benötigt wenig Schlaf.
  2. Der Pitta-Typ: Er ist von mittlerer Statur und schlank. Sein Teint ist rötlich, seine Haut gut durchblutet. Er schwitzt leicht und neigt zu frühzeitigem Ergrauen der Haare oder Glatzenbildung. Appetit und Verdauung sind sehr gut. Er ist intelligent und ein guter, überzeugender Redner.
  3. Der Kapha-Typ: Er hat einen wohlproportionierten, soliden Körperbau mit ausgeprägter Muskulatur und gut entwickeltem Fettgewebe. Er besitzt volles Haar und tendiert zu leicht fettiger Haut. Stoffwechsel und Verdauung sind träge. Der Kapha-Typ ist entspannt, tolerant, hat einen gesunden, langen Schlaf, ein ausgezeichnetes Gedächtnis und ist methodisch in seiner Arbeitsweise.


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