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Ayurveda-Urlaub: Sich gesund verwöhnen lassen
Immer mehr Menschen in aller Welt schwören heute auf Ayurveda. Als zeiterprobte ganzheitliche Naturheilkunde kann es Zivilisationsgeschädigten und Umweltbelasteten zu neuem Wohlbefinden verhelfen.
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Avurveda stellt für alle jene Menschen, die aktiv und bewusst ihre persönliche Gesundheit erhalten wollen, eine Bereicherung dar. Im Zentrum steht die Vorsorge, Erhaltung und Förderung der Gesundheit. Wie auch in der chinesischen Medizin war die Prävention von Krankheiten von jeher die vorrangige Aufgabe. Im Ayurveda geht es nicht darum, Symptome zu beseitigen, die das Kranksein anzeigen, sondern die gesamte Lebenswelt des Patienten wird in den Heilungsprozess einbezogen. Die Ursprünge dieser indischen Gesundheitslehre lassen sich 5.000 Jahre bis zu den vor-arischen Kulturen im Indus-Tal zurückverfolgen. Dort lebte eine hochzivilisierte und wohlhabende Gesellschaft, die der "Göttlichen Mutter" diente. Die Überlieferung sagt, dass die Weisen dieser fortschrittlichen Kultur sich in die Berge des Himalaya zurückzogen, um sich mit dem Problem der Krankheit und ihrer Auswirkung auf das Leben zu befassen. Aus ihren spirituellen Eingebungen auf diesem "Retreat" entstand das Heilverfahren, welches heute als Ayurveda – "die Wissenschaft vom Leben" – bekannt ist. Gesundheit für Körper, Geist und Seele Die Stärke des Ayurveda liegt in seiner breiten, umfassenden Sicht. Ayurveda ist ein ganzheitliches Gesundheitssystem, das den ganzen Menschen und seine Umwelt einschließlich kosmischer Einflüsse betrachtet, diagnostiziert und behandelt. Es untersucht die dynamische Wechselbeziehung zwischen organischen, physiologischen und äußeren Faktoren (Klima, Lebensweise, Ernährung), wobei auch psychische bzw. emotionale Zustände in die Betrachtung mit einbezogen werden.
Die ayurvedische Konstitutionslehre Im Ayurveda geht man davon aus, dass die Welt, welche sich aus den fünf Elementen – Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum (Äther) – zusammensetzt, sich in unserem Körper widerspiegelt. Aus der Verbindung dieser fünf Elemente (nicht mit den physischen Elementen zu verwechseln!) entstehen drei völlig unterschiedliche Lebensenergien, die sogenannten Doshas, die miteinander in Harmonie sein müssen, um unsere Gesundheit zu erhalten:
Das Zusammenspiel der fünf Elemente ist für die Besonderheiten, die Stärken und Schwächen, eines jeden individuellen Körpers verantwortlich (zu den Konstitutionstypen siehe unten). So hat jeder Mensch von Geburt an seine eigene unverwechselbare Natur aufgrund der spezifischen Mischung der Doshas in seinem Wesen, deren Dominanz jedoch sich nach Alter, Jahres- und Tageszeiten und durch Lebensumstände ändern kann. Reine Vata-, Pitta- oder Kapha-Typen sind selten. Häufiger sind Mischtypen, bei denen zwei der drei Wirkprinzipien vorherrschen, also Vata-Pitta, Pitta-Kapha und Vata-Kapha. Die ayurvedische Konstitutions-Typologie erlaubt nicht nur Aussagen über Krankheitsdispositionen, sondern auch über unterschiedliche psycho-physiologische Reaktionen auf Ernährung, Medikamente, Klima, etc. Sie spielt bei der Gestaltung vorbeugender und therapeutischer Maßnahmen eine wichtige Rolle. Ausgleich des dynamischen Gleichgewichts Die Grundverfahren des Ayurveda dienen der Stärkung des Immunsystems, der Regeneration, der Vitalität und Verjüngung – insgesamt einer Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Große Erfolge wurden jedoch auch bei folgenden Beschwerden erzielt: Erkrankungen der Atemwege, des Herz- und Gefäßsystems, des Magens und Darms, der Nieren und Harnwege, des Nervensystems und des Bewegungsapparates, rheumatische Beschwerden, Migräne, Depressionen, Impotenz, Stress, Schlaflosigkeit, allgemeine Schwächezustände, Fettsucht, Ekzeme, Psoriasis, Akne u.a. Ayurvedische Heilmittel Ayurvedische Arzneimittel sind Substanzen mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ursprungs, jeweils abgestimmt auf den Patienten und dessen Dosha. Im Ayurveda gibt es viele Methoden und Formen Heilmittel zuzubereiten, die zu verschiedenen therapeutischen Wirkungen führen. Zum einen gibt es Zubereitungen aus verschiedenen Heilpflanzen: Abkochungen, Aufgüsse, Pulver, Öle und Einreibemittel. Des weiteren werden arzneiliche Weine, Gelees, Zubereitungen mit Harz, Pillen und Tabletten verwendet. Andere Präparate werden aus Mineralien, Metallen, Aschen, Salzen, Alkalen und Zuckerformen hergestellt. Es ist eine Wissenschaft für sich, die große Artenvielfalt von Pflanzen, Kräutern, Bäumen, Blüten, Wurzeln und Mineralien, die es vor allem auch auf der Tropeninsel Sri Lanka gibt, zu einer wirksamen Medizin zu verarbeiten. Diese wirken nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern werden entsprechend der Diagnose darauf abzielen, die Ursachen der einzelnen gesundheitlichen Beschwerden zu heilen. Im Ayurveda liegt ein völlig anderes Grundverständnis bei der Diagnose und der Herstellung von Heilmitteln vor, als in der westlichen Medizin. Ein Ayurveda-Heilmittel wirkt nicht nur gezielt auf ein einziges spezifisches gesundheitliches Problem, sondern wirkt sich gleichzeitig auf andere Bereiche aus. Daher ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass nur ein erfahrener Ayurveda-Arzt (Vaidya) nach eingehender Diagnose ein Ayurveda-Heilmittel verabreicht bzw. verschreibt. Normalerweise stellt ein Vaidya die entsprechenden Heilmittel auch selbst her. Etliche Heilmittel müssen frisch hergestellt bzw. verschiedene Pulver müssen mit einer Mischung von frischen Kräutern aufgekocht und sofort eingenommen werden. Wenn es ausschließlich um Krankheit und nicht um Erhaltung von Gesundheit geht, empfiehlt es sich daher, bevor man aus einem Gewürzgarten in Sri Lanka oder einem Versandhaus oder Naturkostladen in Europa Ayurveda-Produkte aus Indien kauft, einen Ayurveda-Arzt oder erfahrenen Ayurveda-Therapeuten zu konsultieren. Entschlackung und Verjüngung durch Panchakarma Panchakarma-Kuren sind das Herz der ayurvedischen Behandlung. Es empfiehlt sich im allgemeinen eine Panchakarma-Kur von zwei bis vier Wochen. Ein Ayurveda-Urlaub, ob in einer europäischen Klinik oder einem Zentrum in Indien oder Sri Lanka, ist eine Investition in die Gesundheit des ganzen Menschen, die nachhaltige und tiefgreifende Wirkung zeigt. Die Panchakarma-Behandlungen haben das Ziel, die Organe und Gewebe von Stoffwechselschlacken zu reinigen und die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Hand in Hand mit der physiologischen Regeneration kann sich das geistig-seelische Gleichgewicht stabilisieren. Panchakarma bedeutet, dass eine systematische Lösung und Ausscheidung von Giften aus jeder Zelle gefördert wird. Wobei die natürlichen Ausscheidungsorgane, wie z.B. Schweißdrüsen, Blutgefäße, Harnwege und Darm aktiviert werden. Panchakarma ist eine Abfolge von Schritten, die auf den Konstitutionstyp des Behandelten abgestimmt sind. Es umfasst unter anderem: innere Ölbehandlung (sneehara), Abführen (virechana), Ölmassagen (abhyanga). Ayurvedische Nahrung als Medizin Im Ayurveda wird auch die Ernährung als Medizin gesehen. Sie wird ähnlich sorgfältig ausgesucht und dosiert wie die Medikamente. Die richtige Ernährung ist ebenso wichtig wie die richtige Medizin. Im Ayurveda gibt es zwischen der Ernährung und den Heilmitteln fließende Übergänge. Die Heilmittel können auch als Nahrungsergänzungsmittel verstanden werden, die uns bei guter Gesundheit halten können. Im Grunde ist die ayurvedische Ernährung nicht kompliziert, sie ist nur anders und erfordert etwas Umdenken. Den Wert der Ernährung beurteilt Ayurveda nicht primär anhand des Gehalts an Kalorien, Eiweißstoffen, Fetten, Kohlehydraten, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Es kommt zwar auch auf eine qualitativ hochwertige Nahrung an, aber den Doshas und der individuellen Verträglichkeit der Nahrung wird eine weit größere Bedeutung beigemessen. Die Nahrungszusammensetzung richtet sich nach dem Konstitutionstyp (Vata, Pitta, Kapha), nach der Jahreszeit und der eventuellen Krankheitssymptomatik. Die individuelle Verträglichkeit einer Speise hängt von den jeweiligen Doshas ab. Die Speisen sollen ein zu stark ausgeprägtes Dosha reduzieren bzw. ein schwaches Dosha stärken. Nahrung sollte aus ayurvedischer Sicht frisch, bekömmlich, warm, gut gekocht, nährstoffreich und schmackhaft sein. Die Ayurveda-Küche muss nicht unbedingt ceylonesisch oder indisch sein. Auch die italienische, griechische, französische oder deutsche Küche kann ayurvedisch sein, wenn man bei der Auswahl und Zubereitung der Nahrungsmittel die Doshas berücksichtigt. Dabei spielen sowohl Geschmack als auch Qualität der Nahrungsmittel und Nahrungszusätze eine entscheidende Rolle. Es ist bekannt, dass vor allem das Kochen die Nahrungsmittel verändert. Gekochte Nahrung ist roher Nahrung vorzuziehen, denn sie ist leichter verdaulich – der Organismus absorbiert die Nährstoffe leichter. Dies ist besonders wichtig bei schwacher Verdauung und bei erhöhten Kapha-Werten. Zur optimalen Zubereitung gehört auch eine entsprechende geistige Einstellung des Kochs bzw. der Köchin. Auch die Atmosphäre und Bedingungen, unter denen die Mahlzeiten eingenommen werden, haben eine entscheidende Auswirkung. Bei der Zubereitung und Aufnahme ayurvedischer Nahrung ist es wichtig zu wissen, welche Nahrungsmittelkombinationen sich nicht eignen und somit unsere Gesundheit ungünstig beeinflussen. Fisch und Fleisch z. B. sollten nie zusammen mit Milchprodukten gegessen werden. Nach dem Konsum von Rettich, Knoblauch, Zitrusfrüchten und anderen sauren Substanzen sollte ebenfalls keine Milch oder Milchprodukte getrunken bzw. gegessen werden. Unabhängig von den entsprechenden Doshas empfiehlt Dr. G.A.B. Alawattegama, Pandit in Indigeneous Medicine, Chefarzt des Ayurveda-Zentrums Lanka Princess in Beruwela, einige Nahrungsmittel völlig zu vermeiden. Dies sind: Schweinefleisch, Rindfleisch, Thunfisch, Meeresfrüchte, gekochte Tomaten, Ananas. Dr. Alawattegama rät nicht grundsätzlich von Fleisch ab, empfiehlt jedoch vorwiegend weißes Fleisch vom Geflügel und Fisch. Auch Alkohol ist nicht verboten. In den alten Schriften ist jedoch detailliert beschrieben, welche alkoholhaltigen Getränke in welchem Maße und zu welchem Zweck getrunken werden sollten. Sri Lanka hat eine Jahrtausende alte Tradition in der Herstellung von ayurvedischen Kräuterweinen, die weit in das vorchristliche Zeitalter zurückreicht. Als Zutaten dienen u. a. Sandelholz, Iramusu, Pfeffer, Rosinen, Bienenhonig und Kardamon. Essen nach Typ Im Ayurveda unterscheidet man Speisen und Getränke nach ihren Wirkungseigenschaften wie süß, salzig, scharf, bitter, heiß und kalt und somit nach ihrer Wirkung auf die drei Doshas. Wichtig ist es, alle Geschmacksrichtungen zu berücksichtigen, und zwar in dem jeweils für den Einzelnen ausgewogenen Verhältnis:
International, aber originalgetreu Abschließend möchte ich Frank Köchling zitieren, der das Ayurveda-Gesundheitszentrum Lanka Princess in Beruwela, Sri Lanka, leitet. Frank hat es sich seit etwa zehn Jahren zur Aufgabe gemacht – zusammen mit besten einheimischen Ärzten – Ayurveda in Sri Lanka für den "Westler" so zu entwickeln, dass es auf einem internationalen Niveau originalgetreu angeboten werden kann: Die Konstitutionstypen
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