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Einführung: Shiatsu
Shiatsu ist das System einer natürlichen, sanften und ganzheitlichen Heilkunst, der das Verständnis traditioneller östlicher Lebenskunde zugrunde liegt. Es arbeitet mit den Strömen der universalen Lebensenergie (japanisch: Ki), die nach diesem Konzept im Körper des Menschen zirkuliert. Das harmonische Fließen dieser Lebensenergie ist demnach Ausdruck körperlicher, geistiger und seelischer Gesundheit des Menschen.
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Geschichte Der Begriff "Shiatsu", japanisch "Finger-Druck", wurde vor etwa 100 Jahren in Japan geprägt, wenngleich die Methode in der Tradition jahrtausendealter fernöstlicher Behandlungsweisen wurzelt. Die Ursprünge reichen zurück bis ins alte China vor unserer Zeitrechnung, wo Übungs- und Behandlungssysteme zur Gesunderhaltung Teil der Volksmedizin waren. Zu dieser Zeit hatte sich ein Shiatsu-Stil (Namikoshi-Methode) herausgebildet und verbreitet, der stark von den Erkenntnissen der westlichen Medizin und Physiologie geprägt war. Shiatsu wurde im Westen seit den siebziger Jahren zunehmend bekannt. Es wurde von Japanern zunächst vornehmlich in den USA unterrichtet, in Europa dann in größerem Stil seit den frühen achtziger Jahren. In Deutschland wurde 1992 die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland (GSD) als Dachverband gegründet. Ihr gehören heute etwa knapp 800 Mitglieder an. Seit 1994 besteht die Europäische Shiatsu Föderation (ESF) als Zusammenschluss der europäischen nationalen Shiatsu-Verbände. Begründer Shiatsu ist eine gewachsene und seit Jahrhunderten tradierte Methode. Der wohl bedeutendste Name, was die Auswirkungen auf das heute vor allem im Westen verbreitete Shiatsu betrifft, ist sicherlich Shizuto Masunaga. Sein Einfluss ist kaum zu überschätzen. Er hatte in Japan seine eigene Schule gegründet, dort langjährig gewirkt, bevor auch er in den siebziger Jahren in den USA zu lehren begann. Ein Großteil der heute international namhaften Shiatsu-Lehrer lernten bei ihm oder seinen Schülern. Methode bzw. Idee und Erklärung der Wirkung Shiatsu ist das System einer natürlichen, sanften und ganzheitlichen Heilkunst, der das Verständnis traditioneller östlicher Lebenskunde zugrunde liegt. Es arbeitet mit den Strömen der universalen Lebensenergie (japanisch: Ki), die nach diesem Konzept im Körper des Menschen zirkuliert. Das harmonische Fließen dieser Lebensenergie ist demnach Ausdruck körperlicher, geistiger und seelischer Gesundheit des Menschen. Jenseits dieser methodisch-technischen Beschreibung bedeutet Shiatsu in seinem ganzen Spektrum jedoch noch mehr. Shiatsu beinhaltet eine Geisteshaltung. Es stellt ein Prinzip dar: das Prinzip einer achtsamen Begegnung zwischen zwei Menschen, zwischen behandelnder und behandelter Person. Beeinflusst von der Zen-Philosophie des Ostens ist Shiatsu seinem Wesen nach absichtslos und offen. Das heißt, es fordert kein vorgefasstes Behandlungskonzept, schreibt kein Ziel vor, das es zwingend zu erreichen gilt. Es achtet vielmehr die Einzigartigkeit eines Menschen und respektiert seine ihm eigene Ausprägung, so auch die Weise, wie er sich körperlich manifestiert und repräsentiert. Shiatsu geben heißt demnach, sich in eine gewissermaßen "passive" Rolle zu begeben, sich "leer" zu machen wie in einer Meditation und sich führen zu lassen - vom Körper eines Menschen. So entsteht eine Kommunikation zwischen empfangender und Shiatsu gebender Person, wobei letztere die Zuhörende und Antwortende ist, indem sie die Behandlung entsprechend fließen lässt, in ihrer Richtung, ihrer Intensität stets der Einladung des Körpers und seiner speziellen Muster folgend. Anwendungsbereiche Shiatsu findet überall da Anwendung, wo es um körperliches, seelisches und geistiges Wohlergehen geht, dem Ausdruck eines harmonischen Energieflusses im Menschen. Blockaden dieses Flusses äußern sich typischerweise in Form von Verspannungen, Steifheiten, schmerzenden Bereichen im Körper, oder zeigen sich darin, dass sich der Mensch seelisch-emotional nicht im Gleichgewicht fühlt. So wird Shiatsu beispielsweise eingesetzt bei Rückenschmerzen, Schulter-/Nackenschmerzen und Kopfschmerzen ebenso wie bei Kreislaufstörungen, Menstruationsbeschwerden, Verdauungsproblemen - also in den vielfältigen Bereichen funktionaler Störungen des Organismus. Aber auch bei Symptomatiken wie chronischem Energiemangel, Erschöpfungszuständen, Nervosität, Schlafstörungen oder innerer Unruhe kann es sehr wirksam sein. Shiatsu leistet heute gerade auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität. Es ist überall dort angezeigt, wo es von Bedeutung ist, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und das Immunsystem zu stärken. In einer Zeit hoher Anforderungen an den Menschen, z.B. im Beruf, gewinnt Shiatsu zusätzliche Bedeutung. Durchführung Shiatsu ist in der Regel eine Ganzkörperbehandlung und wird traditionell auf Matten am Boden praktiziert. Die behandelte Person sollte ausreichend warm und bequem bekleidet sein, so dass sie im Laufe der Behandlung nicht auskühlt und andererseits genug Bewegungsfreiheit, beispielsweise für Mobilisationen der großen Gelenke besteht. Der äußerliche Rahmen, in dem eine Shiatsu–Behandlung stattfindet, sollte zu Wohlbefinden und Entspannung beitragen. Angenehme, atmosphärisch schön gestaltete und behagliche Räumlichkeiten laden ein, "Körper und Seele baumeln" zu lassen – eine hervorragende Voraussetzung zur Freisetzung innerer Heilenergien. Die Dauer einer therapeutischen Behandlung beträgt gewöhnlich eine Stunde. Aber auch kürzere Entspannungsanwendungen, z.B. 20-minütige mobile Einsätze in der Büropause machen - unter anderen Vorzeichen - Sinn. Eine Serie von mehreren Behandlungen, etwa im wöchentlichen oder 14-tägigen Abstand ist üblich und hat sich bzgl. eines nachhaltigen Effektes bewährt. Die Empfänglichkeit des Körpers für die Behandlungsenergie kann sich so aufbauen und verstärken. Risiken/Kritik Shiatsu, wie es bei uns im Westen praktiziert wird, gilt in seiner Eigenschaft als überaus sanfte manuelle Heilweise als sehr risikoarme Methode. Ein gut ausgebildeter Behandler, der nach dem Prinzip und dem Geist des Shiatsu achtsam und präsent, in Kontakt mit der empfangenden Person seine Behandlung fließen lässt, wird in der Lage sein, das, was seine Arbeit auslöst, aufzufangen und zu begleiten. Wie bei allen ganzheitlichen Heilmethoden, die körperliche und geistig-seelische Prozesse konstruktiv fördern, kann mitunter auch im Shiatsu eine Erstverstärkung etwaiger Symptome beobachtet werden – oft ein Zeichen bzw. manchmal die Voraussetzung für eine folgende nachhaltige Besserung des Gesamtzustandes. Bestimmte Bereiche und Punkte des Körpers, die beispielsweise in der Schwangerschaft oder bei bestimmten körperlichen Einschränkungen nicht behandelt werden sollen, wird der ausgebildete Therapeut, der die allgemeinen und speziellen Kontraindikationen kennt, natürlich beachten. Ein Vorgespräch wird dies üblicherweise abklären. Empfehlung/Eignung Shiatsu, das den Fluss der Lebensenergie im Menschen unterstützt, hilft auf diesem Weg, Krankheiten und Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Es ist jedem zu empfehlen, der seine Gesundheit und sein allgemeines Wohlbefinden von Grund auf fördern und die Quellen seiner Energie und Kraft erschließen will. Die Kunst des Shiatsu können sich - unterhalb eines therapeutischen Anspruchs - sehr wohl auch Laien zunutze machen und als Ausgleichs- und Entspannungsmassage selbst anwenden. Immerhin entstammt es der Tradition der Volksmedizin. Die Arbeitsgrundsätze sind leicht erfahrbar, und jeder achtsame und offene Mensch kann sie sich aneignen. |


