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41 Jahre lang habe ich gelebt, sozusagen ohne mir über irgendetwas Gedanken zu machen. Erst seit 1986 bemühe ich mich um Fragen der gesunden Ernährung. Vorher lebte und ernährte ich mich wie jedermann. Der Prozess der Veränderung begann mit einem Vortrag einer Gesundheitsberaterin der GGB (Gesellschaft für Gesundheitsberatung nach Dr. Bruker) zum Thema Vollwertkost. Ich veränderte daraufhin sehr schnell die Ausstattung meines Haushaltes und entfernte Zucker, Weißmehl und denaturierte Fette daraus. Eine Getreidemühle wurde auch angeschafft. Gut drei Jahre lang praktizierte ich die Vollwertkost und machte in dieser Zeit auch eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin bei Dr. Bruker in Lahnstein, wobei ich im Verlauf derselben immer mehr zur Rohkost in Form von Frischkornbrei, angemachten Salaten und zum Schluss nur noch wenig Kochkost fand. Anlässlich der Frühjahrstagung der GGB im März 1990 entschloss ich mich dann – mehr aus wissenschaftlichem Interesse als mit dem Gedanken der Heilung verschiedener Krankheiten – zur reinen Rohkost überzugehen. Ich wollte wissen, wie ich mich dabei fühle, und was ich den Leuten raten könnte, die aus gesundheitlichen Gründen unbedingt diese Kostform wählen sollten. Das ist nun schon zwölf Jahre her! Dabei war ich beeinflusst von der Lektüre der Lebenskundehefte bzw. Bücher von Helmut Wandmaker und der Sonnenkostlinie. Angetan von der vegetarischen Ausrichtung Dr. Brukers, praktizierte ich diese – wie ich sie heute nenne – "ungeordnete" Rohkost unter strikter Vermeidung jeglicher tierischer Produkte, also vegan, was mir allerdings – besonders zum Ende des Jahres 1991 hin – recht schwer fiel. Ich war bei einer Größe von 1,68 m auf zeitweise 48 kg abgemagert (Körpergewicht vorher um die 60 kg), und immer öfter erschreckten mich Bekannte mit Aussagen wie: "Was ist denn mit dir los? Hast du Krebs?" oder mit Vergleichen mit dem Aussehen von Menschen im Konzentrationslager. Dabei aß ich riesige Mengen von Rohem, insbesondere auch sehr viel Obst. Begründet waren diese riesigen Mengen auch in der irrigen Vorstellung, man könne ohne zu trinken auskommen. Inzwischen ist mir klar, dass ich im Obst das fehlende Wasser suchte, und dass gerade dies meinen Körper zu übermäßiger Entgiftung anregte, demzufolge ich auch so stark abnahm und mir dauernd kalt war. Ich fühlte mich körperlich jedoch relativ wohl und hatte überdies so einige meiner gesundheitlichen Probleme verloren. Im Laufe der Zeit fiel mir diesbezüglich auf:
o Meine Migräne (seit 1975 sehr belastend) war verschwunden. o Die vorher bestehende Müdigkeit tagsüber war weg. o Menstruationsbeschwerden gab es nicht mehr. Ich merkte nicht einmal, wenn die Tage kamen. Außerdem verlängerten sich die Abstände der Blutungen von vordem 23 Tagen auf viel längere Zeiträume von bis zu zwei bis drei Monaten. Nach ca. 9 Monaten waren sie ganz verschwunden. o Vorherige Krampfaderbeschwerden wurden seltener und weniger belastend. o Ich bekam auf einmal dauernd Luft durch die Nase. Mein Leben lang habe ich das nicht gekannt. Eine Operation an der Nasenscheidewand hatte "natürlich" keine Besserung gebracht (vor ca. 29 Jahren). o Vorher bestehende leichte Rückenschmerzen waren weg. o Herpes und Aphthen traten immer seltener auf.
Das Wegfallen der verschiedenen körperlichen Probleme war zwar erfreulich, aber was mich störte waren die Riesenmengen (besonders an Obst), die ich verzehren musste, um einigermaßen zufrieden zu werden. Zum Schluss der "ungeordneten" Rohkostphase war es oft so, dass ich vom Tisch aufstand (z.B. nach dem Verzehr von Frischkornbrei oder angemachten Salaten), wie unter Zwang zum Schrank gehen musste, um solange Mandeln zu essen, bis mir regelrecht übel davon wurde, aber zufrieden war ich trotzdem nicht. Im Gegenteil: ich konnte mich selbst nicht mehr leiden. Mein Gewicht blieb sehr niedrig, und ich konnte mich weder damit noch mit meinem Essverhalten identifizieren. Ich stand sowohl physisch als auch psychisch wie neben mir und sah meinem Aussehen und Handeln zu. Oft wurde mir halbwegs bewusst: "Das bin doch nicht ich!" Das Durchhalten der "ungeordneten" Rohkost war ein reiner Willensakt, und ich fühlte mich oft verspannt. Starke Nackenverspannungen waren in dieser Zeit sehr belastend. Kochkost, besonders das "gute" Brot in Form von Vollkornbrot, war für mich sehr verlockend, und ab und zu brach meine Willenskraft auch in dieser Beziehung. Dann hatte ich eben meine "Ausrutscher".
Die wahre Entdeckung – und Erleichterung – kam für mich erst durch die Beschäftigung mit der Instinctotherapie. Das Buch von Guy-Claude Burger "Die Rohkosttherapie" hatte ich im Laufe meiner Ausbildung als Gesundheitsberaterin unter dem Gesichtspunkt des Vegetarismus gelesen und mir gesagt: "Okay, lesen solltest du es, aber wegen des Einschlusses von tierischem Eiweiß kommt diese Art der Ernährung sowieso nicht für dich in Frage." Dann hörte ich im Dezember 1991 zum ersten Mal Guy-Claude Burger in Berlin, und ich meldete mich noch am gleichen Abend für das darauffolgende Seminar Instinctotherapie I an. Bei diesem Seminar gab es einen Moment, den ich nie mehr vergessen werde: Von allen angebotenen sogenannten Proteinen duftete mir die rohe Makrele am besten, und ich aß davon zwei Filets. Danach trat für mich eine so tiefe, lange nicht mehr gekannte Befriedigung ein, dass – zum ersten Mal nach langer veganer Kost – kein Bedürfnis mehr nach weiterem Essen blieb. Ich erlebte das sogenannte "Schweigen der Organe". Seitdem habe ich meine Meinung in Bezug auf das Essen von tierischem Eiweiß zwangsläufig geändert: Für mich ist klar geworden, dass ich einen gewissen Anteil von Tierischem nötig habe, um eine Ausgeglichenheit zu erreichen. Wahrscheinlich dürfte es sich um ca. 5 % der Gesamternährung handeln. Instinctotherapie ist für mich eine überwiegend vegetarische Ernährung, die das tierische Eiweiß nicht von vornherein ausschließt.
Zur Zeit nehme ich ab und zu etwas Fisch oder andere Meeresprodukte zu mir. Dazwischen befriedigen dann wieder Ölfrüchte, gekeimte Getreide oder Hülsenfrüchte, Pilze, Algen, Avocados, Pollen, Oliven, Johannisbrot usw. als Proteine. Fleisch habe ich in den 10,5 Jahren Instinctotherapie erst selten zu mir genommen. Es kommt jetzt nicht mehr vor, dass ich wie eine Süchtige stundenlang Mandeln essen muss. Auch die Kochkost und das Brot sind für mich so uninteressant geworden, dass ich seit 10,5 Jahren (bis auf eine Ausnahme!) wirklich nur Rohes gegessen habe. Die Ausnahme ereignete sich bei einem Brasilien-Aufenthalt, bei dem ich gegen Ende keine befriedigenden "Proteine" mehr finden konnte. Manchmal riecht das Denaturierte noch ganz gut, aber ich kann mir jetzt sagen: "Etwas von dem, was du zu Hause hast, riecht noch viel besser, schmeckt dir köstlich und wird dich zufrieden machen!" So wird die Verführung durch Kochkost auf Null reduziert! Dabei ist aber äußerst wichtig zu erwähnen, dass man auf die richtige Produktqualität achten muss. Sobald nämlich ein Produkt in der Palette eine Denaturierung - besonders durch Hitze - erfahren hat, wird die Praxis der Instinctotherapie gefährdet. Durch die veränderten Moleküle, mit denen unser Körper nicht seinen genetischen Anlagen entsprechend umgehen kann, kommt es sehr schnell zu einem Ungleichgewicht, das sich psychisch in Form von Unzufriedenheit äußert. Die Suche (bis zur Sucht) beginnt. Sehr häufig landet man dann wieder bei der Kochkost oder – wie ich – beim Gebackenen. Ich hatte nämlich im April 1992 bei einem Urlaub auf Zypern zu warm getrocknete Nüsse in reichlicher Menge gegessen, ohne zu wissen, dass sie alle bei über 40 Grad getrocknet waren. Nach 1½ Wochen kam es dazu, dass ich wieder diese Unzufriedenheit (wie bei der "ungeordneten" Rohkost) in mir hatte und mich nach Brot sehnte. Ich gab diesem Bedürfnis nach und aß mich von Bäcker zu Bäcker durch, weil ich nicht mehr gewöhnt war, mir in Bezug auf Ernährung Zwang anzutun. Ich verstand es zwar nicht, ließ aber die Bedürfnisse zu. Allerdings fand ich nicht die ersehnte Befriedigung, sondern mir war zum Schluss nur übel. Etwa eine Woche lang hatte ich damit zu tun, wieder meinen sonst bei Instinctotherapie üblichen Zustand zu erreichen. Diese unangenehme Erfahrung hielt mich davon ab, auf Zypern wieder Brot zu essen, obwohl ich auch danach nicht mehr so recht zufrieden wurde.
Erst im Juni 1992 wurde mir klar, dass die Nüsse (und überdies das Fehlen der richtigen tierischen Produkte) der Grund dieses Ausrutschers gewesen waren. Da fand nämlich das zweite Instinctotherapie I-Seminar in Berlin statt, an dem ich als Helferin teilnahm, und Guy-Claude Burger testete meine Nüsse. Er spuckte alle aus – außer der Walnuss, die ich bei mir im Hinterhof selbst gesammelt und kalt getrocknet hatte.
Seit meinem Instinctotherapie II–Seminar im März 1992 (gut einen Monat vor dem Zypernaufenthalt!) hatte für mich der Entschluss festgestanden: Ich werde nichts mehr kochen, auch nicht für meine Kinder, dafür kaufe bzw. suche ich nicht-denaturierte Produkte in guter Qualität und schöner Auswahl aus allen Lebensmittelbereichen. Trotzdem war ich auf die Angebote des Handels (man bedenke: Zypern, die Nussinsel, hat nur denaturierte Produkte im Angebot!) hereingefallen. Es ist sehr schwierig, im konventionellen Handel die richtigen Produkte zu finden. Und selbst im Bio-Handel werden im allgemeinen Nüsse und Avocados zu starker Erwärmung ausgesetzt. Bei vielen Lebensmitteln kann ich mich nur auf Orkos–Produkte verlassen, wie z.B. Nüsse, Honige, Datteln, Trockenfrüchte, Algen, Getreide, Oliven, Pollen, Fleisch, Fisch, Eier usw. Auch exotische Früchte finde ich im konventionellen Handel sozusagen nie in entsprechender Qualität.
Zur Zeit sieht es – nach 10,5 Jahren Instinctotherapie – so aus: Diese Art der instinktiven Rohkosternährung bedeutet für mich die bis jetzt beste Möglichkeit, eine befriedigende Rohkost zu praktizieren. Möglich wird sie durch richtige Produktauswahl und den Einbezug von tierischem Eiweiß, wenn ich dies wirklich brauche. Auch im psychischen Bereich habe ich in diesen rund zehn Jahren sehr viel Positives erlebt: Die Zufriedenheit durch den obersten Genuss bei jedem Bissen - wenn man nach den im Laufe von nunmehr bald 40 Jahren der Instinctotherapie entdeckten "Regeln" vorgeht - ist permanent vorhanden. Die Entgiftung ist so, dass sie stetig vorangeht, ohne mich zu überfordern. Mir ist inzwischen auch nicht mehr so kalt, und mein Gewicht ist wieder auf 60 kg gestiegen.
In Bezug auf Ökologie und Umweltschutz kann ich ein gutes Gewissen haben, denn ich schädige die Umwelt nicht länger mehr als nötig. Ich fühle mich sozusagen durch meine Ernährungsumstellung viel mehr eins mit dem Kosmos. Durch die Klarheit in Bezug auf die richtige Ernährung kommt auch Klarheit in den übrigen Lebensbereichen dazu. Die Träume veränderten sich dahingehend, dass die wirren Träume oder gar Alpträume verschwanden und die sogenannten Weisungsträume häufiger wurden. Das alles erlebe nicht nur ich, sondern es ist auch für die Menschen in meiner Nähe spürbar. Ich bin offensichtlich viel ausgeglichener als in der Phase der "ungeordneten" Rohkost. Auch Komplimente wegen meiner äußeren Erscheinung gibt es wieder reichlich. Aber der Ausspruch meines damals 13jährigen Sohnes freut mich am meisten, der schon nach ca. fünf Monaten Instinctotherapie zu mir sagte: "Seit du so isst, bist du so fröhlich geworden!" Dieses Ergebnis ist das Wichtigste, was den Unterschied für mich zwischen der ungeordneten Rohkost und der Instinctotherapie ausmacht.
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